M3GAN – die perfekte Helikopter-Puppe

Gäbe es M3GAN bei Amazon, würde an den Spielplätzen dieser Welt ein Schild stehen, auf dem hinter dem Kreuz gerade noch so ein Mann und eine Frau zu erkennen sind (ein Fußgänger-Schild mit einem großen X) – Park- und Halteverbot für Erwachsene, was ein Albtraum für alle Helikopter-Eltern wäre, hätten sie doch mit einem Schlag nichts mehr zu tun. Ihnen drohte die Arbeitslosigkeit in ihrer Freizeit, was sie sich nie im Leben hätten vorstellen können. Das wäre das absolute Horrorszenario für sie. Angesichts dieser Aussicht ist klar, dass M3GAN keine Erfindung eines Helikopter-Elternteils sein kann – auf die Idee, eine Puppe zu basteln, die sich selbst beibringt, für ein Kind Spielkamerad, Aufpasser, Ratgeber, Tröster etc. zu sein, kann nur jemand kommen, der nicht viel Zeit hat, sich um sie zu kümmern. Und in der Tat, wie jede epochale Erfindung ist M3GAN auch eine, die der Not geschuldet ist. Während die meisten Neuerungen einige Zeit brauchen, um sich auf sie verlassen zu können, ist die Superpuppe der Überflieger alles Bahnbrechenden – im Nu hat sie alles drauf. Leider gibt es nur ein Problem – sie übertreibt es mit ihrer Fürsorge und Umsicht. Vor allem aber ist sie schrecklich nachtragend und rachsüchtig. Die Puppe, die niemals verzeiht. Jeder, der ihren Schützling oder gar ihr zu nahe tritt, wird grausam bestraft. Mit ihr würden die Spielplätze dieser Welt zu Schlachtfeldern. Der harmloseste Zwist würde einen blutigen Krieg in der Sandkiste auslösen. Im Film mag die wehrhafte Puppe ganz amüsant sein. Im täglichen Leben braucht sie niemand, zumal wenn es sie schon gibt, wie bspw. in der Politik, in der jede Menge menschliche M3GANs fordern, doch endlich die Leos in die Ukraine zu schicken. Es scheint, als würden sie noch daran glauben, kurz vor dem Ziel, das in diesem Fall Front heißt, den Challenger abfangen zu können (getreu dem Motto Ulbrichts „Überholen ohne einzuholen“). Der Blog würde sich nicht wundern, wenn die Leo-Enthusiasten es tatsächlich schaffen sollten, ihn noch vor dem Challenger ins Fadenkreuz eines russischen Panzers zu manövrieren. Wer Strack-Zimmermann und Co. zuhört, der steigt freiwillig in ein Gerät, das als Beuteziel ganz oben steht (man sitzt praktisch auf einem Präsentierteller, das womöglich sogar recht bequem). Die große Frage ist, wie die Ukraine die Panzer einsetzen werden. Zusammen mit ihren Panzern in der Hoffnung, die Russen wählen ihre, so dass die westlichen Tanks ihre Arbeit verrichten können? Oder getrennt? Genaues weiß man nicht. Zwei Dinge sind aber so gut sicher wie – zum einen sind das Kamikaze-Einsätze, zum anderen sitzen, wie in jedem Krieg, die falschen Leute in den Panzern.

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