Hätte Boris sich mal am Führer orientiert

Scheitert Boris oder gar der Brexit wegen eines Telefonanrufs bei der Polizei? Fast bin ich geneigt, zu behaupten, die Briten hätten noch mal Glück gehabt, was den Deutschen leider nicht vergönnt war, denn dann wäre Hitler ein Frauenheld, der Schlagzeilen machte, weil er seine Freundinnen regelmäßig verprügelte (bspw. Leni Riefenstahl), gewesen. So einer hätte es natürlich nicht zum Reichskanzler gebracht. Aber sosehr ich Boris‘ Brexit-über-alles-Politik nicht mag – die Medien tun sich und dem Land keinen Gefallen, wenn sie unter allen Umständen wissen wollen, was er in seinem Privatleben macht. Ein Brexit, der ausfällt, weil Boris es nicht für notwendig hielt, zu erklären, was sich in der Nacht zum Sonnabend in der Wohnung seine Freundin abgespielt hat? Absurder geht es wirklich. Doch das könnte passieren, da schon jetzt das Ereignis als Affäre gilt, obwohl sie noch gar keine ist. Es wird erst eine, wenn dessen ehemalige Freundin sie mit ihren Aussagen und Handeln zu einer macht. Die Ironie des Schicksals scheint zu wollen, dass Boris nicht wegen seiner Lügen und Halbwahrheiten abgestraft wird, sondern wegen seiner Ehrlichkeit sowie seines Verhaltens – er gibt den Gentleman, an dem alle Vorwürfe abprallen (das gilt natürlich nur, wenn es sich um einen Streit, der in den besten Ehen vorkommt, handelt). Umso schlechter kommen die Medien weg. Im Falle des Interviews, das im Independent zu sehen, grenzt das Verhalten des Reporters fast schon an Borniertheit – mit allem erdenklich Nachdruck will er wissen, von wann das Foto, das zeigen soll, dass er sich mit seiner Freundin wieder versöhnt haben, ist. Boris gibt darauf keine Antwort. (Logisch wäre, zu vermuten, seine Gegner haben das Bild ins Internet gestellt.) War dieser bei Interviews, in denen es um den Brexit geht, ähnlich hartnäckig? Oder hat er ihn entkommen lassen, ihm erlaubt, sich herauszureden bzw. seine Fragen nicht zu beantworten? Beim Thema EU konnte sich Boris noch darauf verlassen, dass ausnahmslos jeder an Brüssel etwas auszusetzen hat. Da dürfte der eine oder andere sich gefragt haben, ob er eigentlich nicht recht habe. Dementsprechend wurde nicht nachgehakt, er nicht zur Rede gestellt. Nun ist auf einmal alles anders – nun wollen die Journalisten Dinge, die sie eigentlich gar nicht interessieren dürften, wissen. Hätte sich Boris mal lieber vom Führer abgeschaut, wie man ganz nach oben kommt – ohne Frauen hat er es geschafft (am Start seiner Karriere hat er nicht mal mit ihnen gesprochen).

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Selbst Field hätte es gegen Trump nicht leicht,

aber bevor ich mich darüber auslasse, warum sich die Field schwer tun würde, muss ich sie Ihnen erst einmal vorstellen – Charlotte Field ist in „Long Shot“ eine amerikanische Außenministerin, von der man gleich weiß, dass sie ihre schwer erarbeiteten Amtsbezüge nicht in die Rentenversorgung, sondern in teure Klamotten steckt (das macht den Film zu einem Muss für alle hiesigen Politikerinnen), Wie alle Amerikaner begnügt sie sich nicht mit dem, was sie erreicht hat, sondern sie fühlt sich, so wie Donald, zu höherem berufen. Aber während er dabei ist, Amerika wieder „great“ zu machen, hat Field es sich in den Kopf gesetzt, das Klima und damit uns zu retten. Ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich offenbare, dass der Regisseur uns im unklaren lässt, ob sie die Menschheit vor dem Untergang retten konnte. Das ist bei Trump, wie kann es auch anders sein, genau umgekehrt – der Mann marschiert schnurstracks in die Apokalypse, und das leider nicht allein, sondern er nimmt uns, ähnlich wie der Rattenfänger von Hameln, auch noch mit (jedenfalls versucht er es), denn anders als sein Vorgänger Bush, der den Krieg gegen der Irak wegen Chemiewaffen, von denen die Öffentlichkeit wusste, dass er sie nicht hat, begann, sieht es ganz danach aus, als ob Donald erst losschlägt, wenn er sich sicher ist, seine Verbündeten an seiner Seite zu wissen. Schwer abzuschätzen, wie viele Drohnen-Abschüsse es dazu bedarf. Ein Vergeltungsschlag als Alleingang, den die Welt verurteilt, weil dieser über das Ziel hinausschießt, hilft Trump nicht weiter. Es sollten schon mehr als zwei Staaten – im Augenblick sind das Israel und Saudi-Arabien – diesem zustimmen. Da selbst in Zeiten, in denen westlichen Alliierten erlaubt war, im Luftraum eines Landes am Persischen Golf (Irak) zu tun, was sie wollten, Husseins Leute nicht davor zurückschreckten, sich mit den Gegner aus dem ersten Golfkrieg Scharmützel zu liefern, ist davon auszugehen, dass die Iraner ähnlich handeln werden, sollten, und davon ist auszugehen, sich amerikanische Flugkörper ihrer Grenze nähern. So viel Geschick und Cleverness hätte vor zwei Tagen niemand Trump zugetraut. Den Einsatzbefehl zurückzuziehen war ein perfekter Propaganda-Coup, den keiner seiner Vorgänger hinbekommen hat, selbst Obama nicht. Womit ich bei Charlotte Field bin, über die ich, um nicht als Mysogynist (eines meines Lieblingswörter) dazustehen, noch explizit sagen muss, dass sie super klug ist. Haben super kluge Menschen überhaupt eine Chance gegen Trump? Field würde es schaffen. Und das sogar ohne Outing, was beim gewieften Trump schon etwas heißen will.

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Da war doch etwas in Görlitz am Wochenende

Erinnert sich noch jemand an die Wahl in Görlitz? Vor zwei Tagen blickte zwar nicht die ganze Welt, aber immerhin auch Hollywood, von wo die Görlitzer einen Brief erhielten, in dem sie inständig gebeten wurden, nicht den AfD-Mann zu wählen, auf die Stadt. Heute ist Görlitz schon wieder vergessen, was aus PR-Sicht ein Fiasko ist, gilt doch da der Grundsatz, dass schlechte PR besser als gar keine ist. Nun müssen die Einwohner wieder auf eine Spende ihres Gönners, dank dessen Großzügigkeit viele alte Häuser originalgetreu rekonstruiert werden konnten, warten. Und darauf hoffen, einem genialen Hollywood-Regisseur möge bald ein Story, die in einem historischen Ambiente spielt, einfallen. Nichts gegen den neuen Oberbürgermeister der Stadt, aber selbst wenn er besser als Macron wäre (angesichts seines Versprechens, nach dem Wiederaufbau werde Notre Dame schöner als je zuvor sein, kann dies nicht allzu schwer sein), würde es ihm und Görlitz nicht viel nützen. Für den Ort interessiert sich bis zur nächsten Wahl niemand mehr. Außer jemanden in Kalifornien fällt etwas ein. Einen AfD-Mann zu wählen muss darum nicht per se nicht schlecht sein. Er kann zeigen, dass er es besser kann. Die halbe Republik hätte im beim Regieren zugeschaut. Vermutlich wären wir sogar gut unterhalten worden, das natürlich mit Abstrichen, denn der AfD dürfte es schwer fallen, einen Mann aus dem Hut zu zaubern, der Trump das Wasser reichen kann. Dass der Grundsatz der schlechten PR gleich guter nicht unbedingt immer gilt, werden die Russen morgen erfahren, wenn ein niederländisches Gericht verkünden will, wenn es für verdächtig hält, am Abschuss der MH17-Maschine beteiligt gewesen zu sein. Ich bin gespannt sein, wie Russland darauf reagiert, den gemäß des Guardians sollen auch ranghohe Militärs, ohne deren Einwilligung die russischen BUKs gar nicht in das Kampfgebiet hätten gelangen können (was die Russen vehement bestreiten), angeklagt werden. Kann das Gericht mit Zeugen aufwarten? Bisher gab es nur Mutmaßungen bzw. Bilder eines Fahrzeugs, das angeblich heimlich nach Russland zurückverlegt wurde. Aussagen, die den Abschuss bzw. Start der Rakete bestätigen, gibt es bisher nicht. Eine gute PR-Nachricht von den Russen habe ich aber noch – ab dem 01.07. kann man nach Kaliningrad mit einem elektronischen Visum reisen. Trotz der Sanktionen sollen die Deutschen auch eine Einreise beantragen dürfen (die Briten bspw. nicht). Hoffentlich bald mit dem Zug, so wie früher, als man direkt von Berlin nach Königsberg fahren konnte. Ob der hilft, aus den 12 Prozent, die auf das Flugzeug verzichten wollen, ein paar mehr zu machen, darf bezweifelt werden. Aber irgendwann muss man ja einen Anfang machen.

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Mit der falschen Ausrüstung im Golf

Dumm gelaufen nennt man es, wenn sich ein Land eine Ausrüstung zulegt, die zwei oder drei Nummern zu groß ist, um den Status quo zu gewährleisten, so dass dieser Nation unter Umständen gar nichts anderes übrig bleibt, als einen Krieg zu führen. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, ob die Falken in diesem Staat eine militärische Auseinandersetzung herbeisehnen. Es geht um die USA, die, so hat es den Anschein, mit der falschen Ausrüstung im Persischen Golf unterwegs sind – statt Schiffen kleineren Formats, die man nutzt, um die Küste zu schützen, hat Trump einen Flugzeugträger, der in der Straße von Hormus völlig nutzlos ist, geschickt. (In diesem Fall würden sie nicht die eigene Küsten sichern, sondern Schiffen eine sichere Passage durch „feindliches Gebiet“ gewähren, was auch zu deren Aufgaben gehört). Aus den Erfahrungen in Afghanistan hätte das Pentagon wissen müssen, dass es unsinnig ist, einer asymmetrischen Kriegsführung etwas Gigantisches entgegenzusetzen. Was auf dem Land gilt, das gilt auch für die See, zumal wenn die Küste nicht weit entfernt ist. Mit ein paar Patrouillenschiffen, die ständig in diesem Gewässer auf und ab fahren, wäre der Angriff auf die Tanker kaum möglich gewesen. Diese scheint die Ausrüstung der Amerikaner nicht herzugeben. (Sollte die Navy angesichts der jüngsten Ereignisse den Entschluss gefasst haben, kleine Schiffe kaufen zu wollen, braucht sie sich nur an die Russen zu wenden, die Boote dieser Größenordnung en gros – Project 22160, Buyan und Karakurt – bauen. Dreimal darf man raten, wo diese vornehmlich eingesetzt werden – natürlich im Schwarzen Meer. Das hat den Vorteil, dass man die Ukrainer beauftragen kann, deren Tüchtigkeit zu testen.) Nun hängt alles davon ab, ob die „Macht“, die die Tanker angegriffen hat, Freude daran findet, den USA weiterhin schmerzhafte Nadelstiche zu versetzen. Deren Renommee steht auf dem Spiel. Trump, der seine Präsidentschaft mit dem Versprechen angetreten hat, sich aus militärischen Konflikten heraushalten sowie sein Land von der Welt abkoppeln zu wollen, kämpft in der Welt an mehreren Fronten. Und an keiner steht er als sicherer Sieger fest, so dass bei der nächsten Provokation er durchaus geneigt sein könnte, zurückzuschlagen. Und es ist nicht davon auszugehen, dass die Nato-Partner helfen wird. Die sind womöglich noch weitaus schlechter für eine Situation wie der am Golf gerüstet. Warum mehr für die Rüstung ausgeben, wenn man Waffen kauft, die für die Konflikte unsere Zeit völlig untauglich sind?

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Nur mit Drogen kann der Brexit gelingen

Keine Drogen, kein Brexit – wenn ausgerechnet die Person, die vehement bestreitet, welche genommen zu haben, mit ihren Vorstellungen, sich von Europa zu lösen, scheitert, während 8 von 11 zumeist Austritts-Hardlinern, die May in die Downing Street folgen wollen, einräumen, Drogen genommen zu haben, scheint klar zu werden, warum die Briten einfach nicht vom Fleck kommen – der Brexit gelingt nur Leuten, die das Gesetz gebrochen haben, um für ein paar Stunden die Leichtigkeit des Seins genießen zu können. Selbst Boris, der passionierte Radfahrer, ist darunter, das jedoch noch nicht ganz endgültig, denn er checkt gerade ab, ob sich seine Chancen erhöhen, wenn er einräumt, mehr Stoff als bisher bekannt konsumiert zu haben. Es sieht also danach aus, als ob der Brexit ohne Outlaws zum Scheitern verurteilt wäre. Ich bin gespannt, wie Farage nun dagegenhalten will. Der würde nicht zurückschrecken, zu behaupten, vor jeder Sitzung im EU-Parlament wegen Martin und Co. vollgepumpt gewesen zu sein, wofür mein Verständnis trotz des großen Leidensdrucks sich in Grenzen hielte, denn schließlich hat Brussel nicht nur den Schulz zu bieten. Wenigstens müssen wir uns um unsere Politiker keine Sorgen machen, was auch an deren Ehrgeiz, der sich darauf beschränkt, die Dinge so zu belassen, wie sie im Augenblick sind, liegen könnte. Wenn wir aus der EU herauswollten, müssten wir uns andere Politiker suchen. Selbst Gauland würde uns da weiterhelfen. Hiesiger Politiker stellen das System nicht in frage. Sie weichen höchstens mal von der einen oder anderen Vorgabe ihrer Partei ab. Dazu bedarf es keiner Drogen, sondern nur eines Doppelten. Kretschmer, im Bewusstsein, viel Kritik für seine Forderung, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben, dürfte vor seinem Treffen mit Putin gleich zwei genommen haben. Die Empörung im Land war riesengroß. Und wenn die SZ noch schreibt, die Ost- hätten ein engeres Verhältnis zu den Russen als die Westdeutschen, dann bin ich fast geneigt, zu bedauern, dass die Russen nicht zwei oder drei Stützpunkte im Osten behalten haben. In Ramstein die GIs, in Wünsdorf die Russen. Aber dem ist nicht so, denn die Freude hierzulande hielte sich in Grenzen. Die Russen mag man erst, seitdem sie weg sind. Und mit jedem Jahr mag man sie mehr.

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Es ist nicht so einfach mit dem Klimanotstand

Klimanotstand – seit Jahren haben wir ihn, aber im Gegensatz zum Regen oder Schnee, die sofort und ohne zu zögern als solche wahrgenommen werden, wenn es eben regnet oder schneit, ist beim Klimanotstand die Sache wesentlich komplizierter – dieser existiert nämlich nur, wenn der Stadt- oder Gemeinderat ihn beschlossen haben. Und bevor über ihn entschieden werden kann, sollte jemand eine Petition ins Netz stellen, in der er die Bürger seiner Stadt oder Gemeinde auffordert, dessen Ausrufung mit seiner Unterschrift zu fordern. Ein aufgeklärter und fortschrittlicher Adliger, der über Grund und Macht verfügt, hätte früher einen Herold beauftragt, von Haus zu Haus die Botschaft zu verkünden, dass der Herrscher den Klimanotstand ausgerufen habe. Heute geht das nur über das Internet, was sehr unpersönlich ist, denn angesichts der Bedeutung des Klimas für unser Leben hätte diese Entscheidung es verdient, von Tür zu Tür verbreitet sowie um des Humors willen gefilmt zu werden. Letzteres würde das ultimativer Aus aller Comedy-Formate bedeuten. Rund 2000 Unterschriften werden benötigt, um den Stadtrat Halles zu bewegen, sich für ihn einzusetzen. Wenn diese Online-Petition, die zu den unkonkretesten, die das Netz je gesehen hat, gehört, nicht so mühselig zu erstellen wäre, würde sich dieser Blog noch heute dran machen, eine zu verfassen. Das ist so, als müsste man das Rad neu erfinden. Die Krux an der Sache ist, dass es nicht reicht, bspw. den Text von Chemnitz abzukupfern. Da muss schon etwas Neues her. Da nicht nur ich, der zwei Petitionen unterschrieben hat, per Mail darüber informiert wurde, selbst eine zu schreiben, wäre es ganz gut, gäbe es einen universellen Klimanotstand-Petitions-Text für alle Orte und in allen Sprachen.

Ein schönes Duell, das die beiden in die Jahre gekommenen Zerstörer sich gestern im Pazifik geliefert haben. Wer einen Führerschein hat, der kann aus den Bildern und Videos herauslesen, wer Vorfahrt hatte. Die Amerikaner hätten einen Zacken zulegen müssen, um die Russen hinter sich vorbeifahren zu lassen. Für Putin war es ein großer Erfolg. Dessen Marine hat den Beweis erbracht, dass ihre Schiffe noch gut in Form sind. Trotz ihres schon hohen Alters. Der nächste Eklat ist schon vorprogrammiert – in 2 Monaten werden die ersten S-400 Flugabwehrsysteme in die Türkei geliefert. Lt. RT könnten die Türken diese sogar schon bedienen. Höchst unwahrscheinlich, dass Erdogan nun aus der Nato ausschert. Vielmehr scheint es so, als habe er das System nur gekauft, um nicht für die super teure F-35, die Trump angesichts des Deals mit den Russen nicht mehr liefern will, löhnen zu müssen. Da es vermutlich auch keine Vertragsstrafe gibt, scheint das ein guter Weg zu sein, einigermaßen ungeschoren aus dem Geschäft mit den Amerikanern herauszukommen.

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Kann man Donald überhaupt noch einladen?

Nicht dass ich etwas gegen Donald hätte, ja vermutlich verstände ich mich ganz gut mit ihm, vielleicht würden wir sogar um die Wette flachsen, wobei das eigentlich gar nicht mit ihm möglich ist, denn Donald meint es so, wie er es sagt, was ihn eigentlich zu einem notorischen Langweiler macht, wenn wir dessen Kommentare nicht als ziemlichen Unsinn auffassen würden. So wie heute, als er auf der Pressekonferenz meinte, er habe nur Leute in London gesehen, die ihn willkommen hießen, so dass es sich bei jenen, die gegen ihn demonstriert haben, nur um Fake-News handeln könne. Das klingt recht lustig, ist aber ernst gemeint. Wenn ich wüsste, ich müsste nach einen Treffen ihm nicht die Hand für die Kameras geben, würde ich versuchen, ihn auf die Schippe zu nehmen. Aber ich bin eben nicht Macron. Donald würde mich mit seinem 70 Jahren dank der vielen Hanburgern, die er in seinem Leben verspeist hat, in die Erde drücken. Das lässt nichts Gutes für ein gepflegtes Abendessen ahnen. Aber ehrlich gesagt wäre mir das egal. (Ich glaube, er gehört nicht zu den Personen, denen man beim Essen wegen deren Esskultur gerne zuguckt. Er wird immer ein wenig zu viel auf der Gabel haben, was ihn als ungeduldigen und gierigen Esser ausweist. Und sicherlich braucht er viel Platz zum essen, sprich die Arme gehen stark zur Seite, so wie beim Brustschwimmen.) Da ich mich an dessen Konversationsbeiträgen ebenfalls nicht stören würden, stände eigentlich nichts dagegen, sich mit dem treffen. Wenn da nicht seine Entourage wäre, die ihn als Umweltfrevel entlarvt, den man nicht zu sich einladen sollte, da man sich dann den Verdacht ausgesetzt sieht, mit ihm gemeinsame Sache zu machen – alles lässt er einfliegen. Und dann steigt in ein Auto („Das Biest“), dessen Tank nach bereits 100 km leer sein soll. Selbst ein E-Auto kommt da weiter. Wer mit derart viel Pomp reist, dem sollte das Reisen untersagt werden. Leider ist Donald nicht der einzige, dem das Klima egal ist. Brasiliens neuer Präsident Bolsonaro hat nicht lange gebraucht, seine Wahlkampf-Ankündigung, den Amazonas ausplündern zu wollen, in die Tat umzusetzen –nie zuvor wurden im Mai knapp 800 Quadratkilometer gerodet. Das ist Rekord. Und die Zeit, in der Holz gemacht werden kann, hat gerade erst angefangen. Wenn die Dürreperiode zu Ende ist, kann man sich ausrechnen, wie viel Wald in dessen Amtszeit verloren gehen wird. Je mehr Wald weg ist, desto weniger CO2 darf in in die Atmosphäre gepustet werden.Bei einem neuen Höchststand an Kohlendioxid in der Luft wird des immer utopischer, die Klimaziele zu erreichen. Selbst Norwegen, das sich voll dem E-Auto verschrieben hat, schafft es nicht, seinen Ausstoß zu verringern. Aber wenigstens machen die Finnen, die kräftig zugelegt haben, sich dran, die Sache in den Griff zu bekommen.

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Die SPD in der Dauerkoalitonsschleife,

und niemand weiß so recht, ob die SPD je aus dieser wieder herauskommen wird, so dass man den Genossen nur wünschen kann, ihre Partei möge an der 5 Prozent-Hürde scheitern, was ihr die Chance gäbe, sich zu erneuern. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Erst einmal ist Weiterregieren angesagt, denn die SPD wird gebraucht, da der Union das Risiko, sich mit der AfD zusammenzutun, viel zu hoch ist – da wäre der eine oder andere Skandal schon vorprogrammiert. Ein Blick nach Österreich genügt, um zu ahnen, was die CDU erwarten könnte. Und dann leidet sie, Schicksal der Ironie, unter der von ihr betriebenen Politik, die AfD zu tabuisieren. Diese Taktik bringt uns französische Verhältnisse, was nichts anderes heißt, als dass es bei jeder Wahl nur darum geht, die AfD zu verhindern. In einer solchen Konstellation geraten die Themen, Vorstellungen und Pläne schnell in den Hintergrund. Und dann hat noch ein bekannter ostdeutscher Journalist Gera zur Loser-Stadt erklärt, weil deren Wähler die AfD stärksten Partei gemacht haben – für Gauland muss das wie ein Schluck eines Wassers sein, auf dessen Etikett steht, es würde jünger machen. Es sieht ganz danach aus, als ob Meuthen und Co. nicht zeigen können, ob sie sich beim Regieren besser als die etablierten Parteien anstellen. Vermutlich hoffen sie in den Parteizentralen darauf, dass deren Anhängerschaft schmilzt. Aber warum soll dies hier funktionieren, wenn es in Frankreich nicht geklappt hat? Bei den Europawahlen landete Le Pen vor Macron. Unter diesen Umständen bleibt der SPD gar nichts anderes übrig, als sich zu Tode zu regieren. Immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wird. Da bei den Grünen keineswegs sicher ist, ob sie die 5 Prozent bei den Landtagswahlen überschreiten, kann sich die Spitze um Nahles (wo ist der Mann, der sich traut, sie herauszufordern?) darauf einrichten, fortwährend mitmischen zu dürfen. Wie macht man den Wählern der AfD begreiflich, dass deren Entscheidung das Land nicht weiterbringt? Macht das überhaupt Sinn? Die Politik der SPD, der Union stets beizustehen, hat zu deren Verzwergung geführt. Da es der Die Linke nicht besser ergeht, muss sie sich auch fragen, was sie falsch macht. (Ein riesengroßer Fehler, ihr Zugpferd Wagenknecht zu demontieren. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie im Westen besser als im Osten abschneidet.) Ohne globale Erwärmung würden es den Grünen sicherlich ähnlich ergehen. Lange Rede, kurzer Sinn – nachdem die SPD für eine satte rechte Mehrheit gesorgt hat, täte sie gut daran, diese auch regieren zu lassen. So weit sind CDU und Afd nicht entfernt. Und vielleicht gibt es ja nach den Wahlen im Herbst schon die ersten Koalitionen zwischen beiden. Und wenn die Afd an der Macht auf die Idee kommen sollte, Fahrverbote zu kippen, so wie es die Rechten im Madrid vorhaben, dann ist das Wiedererstarken der Linken so gut wie sicher.

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Vor Rezo braucht man keine Angst zu haben

Nach 55 Minuten Hochkultur mit Rezo, in denen – da bin ich mir trotz meines nur 2-minütigegn Zappens durch das Video sicher – das Wort „Arschloch“, mit dem für meine Generation der Protest erst richtig anfängt, überhaupt nicht gefallen sein dürfte, ist mir nun klar, warum AKK sich so aufregt – der Mann ist einfach zu gut. Jedenfalls beleidigt Rezo keine Politiker beleidigt, was diese nicht gerne sehen, denn mit einer Beleidigung hätte er sich in den Augen der Mehrheit selbst disqualifiziert, so dass sie den Leuten nicht zu erklären brauchen, warum er völlig falsch liege. (Leider weiß ich nicht, welche Schimpfwörter im Saarland angesagt sind. Daher muss ich welche erfinden. „Enkelin Honeckers“ fällt mir spontan ein, worüber sich AKK, so hoffe ich, sehr gerne dürfte, gehört der Erich doch zu den Leuten, mit denen ein CDUler überhaupt nichts zu tun haben möchte.) Jeder verbale Entgleisung bringt mehr Zeit für den Politiker. Und es macht ihn vor allem sicherer und glaubwürdiger, denn angesichts der mageren Bilanz der Leute in der Politik gerät man schnell in Gefahr, die Errungenschaften lustlos aufzusagen, was dazu führen könnte, dass die Leute zur Meinung kommen, dieser Mensch würde der eigenen Erfolgsgeschichte keinen Glauben schenken. Da sich nichts finden ließ, haben sich alle an dem Titel seiner Session („Die Zerstörung der CDU.“) hochgezogen. Da in unserer heutigen Zeit jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird, muss sie nun darum kämpfen, dass ihr die Medien nicht Kanzlerfähigkeit aberkennen. Das geht schneller als man denkt. Rezo hätte ich einen formidableren Gegner gewünscht. Bspw. Kohl, der so getan hätte, als würde er den wackeren und beredten Youtuber überhaupt nicht kennen. (Und wir dachten damals, der Fischer würde schon schnell sprechen. Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, hätte wohl nur Kelly mit dessen Wortschwall konkurrieren können.) Oder gar erst Strauß.

Wie weit die Bahn von ihren Glanzzeiten, in denen praktisch jeder Ort einen Halt hatte, entfernt ist, durfte ich gestern erleben. Während der mehr als 8 Stunden, in denen Halles Hauptbahnhof geschlossen war, hat sie es nicht geschafft, einen Zug am diesem vorbei zu einem der Nebenhalte zu manövrieren. In den 30ern wäre dies noch die normalste Sache der Welt gewesen. Stattdessen mussten wir auf Busse, die nicht kamen, weil sie im Superstau um Halle festsaßen, warten. Leider kann ich nicht sagen, ob es fehlenden Weichen oder der Organisation gelegen hat. Erstere kann man noch einbauen, während man für Letzteres wohl Notfallpläne braucht. Da wartet viel Arbeit auf die Bahn.

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May und die Wiener Lebensart

Wenigstens bleibt sich May treu – wer sich gleich am ersten Tag seiner Amtszeit verzockt, der wird es auch nicht schaffen, erhobenen Hauptes aus dem Amt zu scheiden, denn statt sich still und leise ganz nach Wiener Lebensart aus der Downing Street zu verabschieden, will sie noch einmal im Rampenlicht stehen, und das ausgerechnet mit einem Mann, über den die Geschichte vermutlich urteilen wird, dass sein Land wegen seiner Politik die Monopolherrschaft über die IT verloren hat. May bleibt uns also noch eine Weile erhalten, was besonders die Fans des Karikaturisten des Independents, dessen Phantasie unerschöpflich zu sein scheint, denn bis jetzt hat er sie fast jeden Tag in neuen Posen karikiert, freuen dürfte. Er darf sie weiter in Szene setzen. Aus seiner Sicht wäre wohl Boris als Nachfolger die beste Wahl. Noch ist es aber nicht so weit. Erst steht noch ihr Abschied, für den sie sich ausgerechnet Donald ausgesucht hat, an. (Vielleicht schafft der Independent es ja, anlässlich seines Besuches die unvergessliche Karikatur, die Donald völlig in seine Haare eingehüllt zeigt, wieder zu veröffentlichen.) Über die Bilder, die die beiden zusammen zeigen, würde Marx sagen, hier ständen zwei zusammen, die die Welt falsch interpretierten. Zwei Politiker, die glauben, den Einwohnern beider Staaten würde es ohne Allianzen, Bündnisse und Verträge besser gehen. Während spätestens seit der Insolvenz bzw. Zwangsverwaltung von British Steel klar sein sollte, dass den Briten harte Zeiten bevorstehen, ist es noch unklar, wie sich Trumps harte Wirtschaftspolitik gegen China auswirken wird. Amalfi ist jedenfalls völlig in amerikanischer Hand (und es sind nicht nur Gutbetuchte), was darauf schließen lässt, dass es Donalds Landsleuten recht gut geht. Doch nun scheint es, als ob Trump sein Blatt mit der Ankündigung Googles, Huawei keine neuen Android-Updates mehr zur Verfügung zu stellen, überreizt hätte – viele Chinesen fühlen sich nun in ihrem Stolz verletzt. Apple ist lt. RT das erste Opfer der Politik Trumps. Auf deren größtem Markt – 17 Prozent macht China aus – sinken die Absatzzahlen sinken. Aus Nationalstolz kaufen sie nun das P30. Und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Chinesen auch Google, das heftig dafür kritisiert wurde, seine Suchmaschine den Wünschen der Pekings angepasst zu haben, meiden. Zu allem Überfluss glaubt ein Wirtschaftsvertreter, dass Huawei in diesem Jahr ein eigenes Betriebssystem herausbringen könnte, was für den Verbraucher nicht unbedingt schlecht sein muss, schließlich gilt für die IT auch der Grundsatz, je mehr Arten, desto besser ist die Stabilität des Systems. Die Russen sind gerade dabei, Beschäftigten des Staates „Sailfish“-Tablets zur Verfügung zu stellen. Ohne Apps natürlich. Dafür sollen GPS und GlONASS an Bord sein. Aber selbst mit zwei Ortungsprogrammen hätte es May nicht geschafft, den richtigen Abzweig in ihren 3 Brexit-Jahren zu finden.

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