Die Heimatfront braucht einen Kälteteufel

„Wer auf andere mit dem ausgestreckten Zeigefinger zeigt, der deutet mit drei Fingern auf sich selbst“ – gehört der Spiegel wegen des Bildes, das sein neuestes Heft ziert, nun auch zu jenen, denen er an den Kopf knallt, Populisten zu sein? Lafontaine ist einer. Seine Frau natürlich auch. Und wegen seiner guten Chance, Macron viele Wähler abzujagen, ist auch Mélenchon noch schnell vom Blatt aus Hamburg zu einem Populisten erklärt worden. Nun haben dessen Layouter Putin zum Kälteteufel gekürt, der den Teufel, den die Bibellaien in der Hölle vermuten, alt aussehen lässt, so dass die meisten, wenn sie die Wahl hätten, lieber in der Hölle schmoren würden, als im Eis eingeschlossen zu sein (da der Blog sich an einen Film, in dem Funez, der im Nordpol 50 Jahre lang als verschollen galt, aufgetaut wurde, erinnern kann, würde er sich für den Kälteteufel entscheiden). Populistischer geht es nun wirklich nicht. Natürlich gibt es einen Grund, weswegen das Magazin sich entschlossen hat, in puncto Gasversorgung darauf zu verzichten, die Dinge nuanciert und ausgewogen zu betrachten – im Herbst soll es heißen, dass der Spiegel nur das „Sturmgeschütz der Demokratie“ sei, sondern auch das „Sturmgeschütz der Heimatfront“. Da Demokratie und Front sich ausschließen, wird das eine Sturmgeschütz wohl für eine Weile eingemottet werden müssen. Das ist auch gut so, denn der größte Gefahr an der Front ist nicht der Gegner, sondern der Zweifel – eine Armee, deren Soldaten sich fragen, wofür sie in den Krieg ziehen, hat diesen bereits verloren, bevor er überhaupt begonnen hat. Da vieles für eine Heimatfront spricht, kann man nicht früh genug damit anfangen, die Menschen dafür fit zu machen. Noch richten sich jedoch alle Aktivitäten darauf, der Bevölkerung klar zu machen, dass der Kälteteufel der Feind ist. Die Grünen, denen man nachgesagt hat, sie verständen nichts vom Krieg, entpuppen sich als wahre Meister der Feindaufklärung – Habeck muss von seinen Aufklärungstruppen erfahren haben, Putin wolle, dass sich unser Land zerlegt (wenn das kein Grund ist, die „Heimatfront“ zu eröffnen, dann weiß der Blog auch nicht weiter). Baerbocks Späher haben herausgefunden, dass Russland den Hunger als Kriegswaffe benutzen würde. Da es weder in der Ukraine noch in den Ländern, die an sie Waffen liefern, Hungersnöte gibt, muss der Kreml in der Lage sein, einen Mehrfrontenkrieg zu führen, was ihn noch gefährlicher und bedrohlicher macht (das hilft, den Menschen klar zu machen, dass die Heimatfront ein Muss ist). (Lesern, die sich mit dem Wissensstand, den Baerbock vorgibt, zu haben, nicht zufrieden geben, kann der Blog nur empfehlen, einen Artikel Counterpunchs zu lesen – da wird darauf hingewiesen, dass der Krieg das Fass zum Überlaufen gebracht hat.) Richtig interessant wird es für die Menschen erst, wenn sie unter Frontbedingungen leben müssen. Aber keine Angst. Spiegel und Co werden uns täglich Überlebenstipps liefern. Versprochen.

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Vom Ende der Breitspur im Baltikum,

jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass Putin noch etwas einfällt, sein Breitspur-Imperium vor dem Schrumpfen zu bewahren, was angesichts der Geländegewinne, den seine Truppen für ihn eingeheimst haben, ziemlich unlogisch erscheint, wegen der notorischen Angst, die Russen könnten jede Minute über sie herfallen, dann aber doch eine logische Folge der Entscheidung der Litauer, russische Güterwagons nicht mehr nach Kaliningrad durchzulassen, wäre – die russische Breitspur ist tot, lange lebe die europäische Normalspur, die Urlauber anstelle russischer Soldaten an die schönen Strände des Landes bringt. Es wird nicht lange dauern, bis das Militär aufgrund von Daten, die belegen, dass ein Spurwechsel der russischen Armee Zeit kosten würde (da zählen sogar Minuten), fordern wird, die Spur im Baltikum umzustellen. Wegen der Abhängigkeit der Russen von ihrer Bahn wäre der Blog nicht überrascht, sollten Fachleute zum Ergebnis kommen, dass die Normalspur der Kampfkraft mehrerer Divisionen, zig Flugzeugen, Raketen und Schiffen gleichkommt. Lässt man sie dort, hat der Westen in der für die Russen verlorenen Zeit sogar die Chance, überlegen zu können, was er als nächstes zu tun gedeckt. Viel Optionen hat Putin nicht – vermutlich bräuchte er hierzulande nur einen der legendären russischen Panzerzüge über die die Gleise der Deutschen Bahn zu jagen, um alle zu Fans russischer Eisenbahntechnik werden zu lassen. Wer will es den Menschen verdenken. Die Züge der DB gehören eben nicht zu den schicksten. So ticken die Balten jedoch nicht. Die lehnen grundsätzlich alles Russische ab. Einen deutschen Urlauber schreckt das natürlich nicht ab. Der bewaffnet sich mit einem Klappstuhl und hofft auf dem Bahnsteig, wo die Züge, die nach Kaliningrad fahren, halten, ein tolles Foto machen zu können, das er natürlich sofort an Verwandte und Freunde verschicken würde. Die Polizei hätte in Vilnius gutzutun, sie aus dem Hauptbahnhof zu vertreiben. Viel mehr als mit Panzerzügen die Strecken freizuhalten will dem Blog nicht einfallen (die Russen werden sich einfallsreicher als er entpuppen). Warum soll das Baltikum weiter die Breitspur nutzen, wenn aus dem Süden nichts mehr ins Land kommt? Belarus wird russische Häfen nutzen, sofern das wegen der Sanktionen möglich ist. Da macht es Sinn, durch den Suwalki-Korridor, der Kaliningrad von Weißrussland trennt, eine Eisenbahnstrecke zu bauen, die die Hauptstädte der baltischen Staaten mit Zentraleuropa verbindet.

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Make Russia great again,

und weil das nicht so ganz einfach ist, ja nach Einschätzung vieler Experten ohne den Westen unmöglich sei, kam dem Blog die Idee, Putin mit dem Hinweis, dass er sein Land nicht mehr elektrifizieren muss, um gegen den übermächtigen Gegner bestehen zu können, Mut zu machen, Russia wieder zu einer Industriemacht, in der Rohstoffe nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, werden zu lassen. Statt GOELRO sind nun Kredite, die Unternehmer in die Lage versetzen, zu investieren, gefragt. Daneben soll staatlichen Unternehmen mehr Handlungsfreiheit eingeräumt werden. Ein Bild Lenins, auf das der Blog bei Colonel Cassad gestoßen, sagt, wohin die Reise geht, so dass der Blog sich nicht wundern würde, wenn in dem Palast, das lt. des Teams um Nawalny Miller, dem Gazprom untersteht, gehören soll, sich bald Offiziere und Soldaten von den Strapazen an der Front erholten (Putins luxuriöses Anwesen, an dem noch gebaut wurde, als dessen Gruppe ein Video über den Komplex veröffentlichte, müsste nun auch bezugsfertig sein). Es sieht so aus, als habe Russia Lenin und Trotzki wiederentdeckt, deren Wirtschaftspolitik (NEP) das Überleben der Sowjetunion erst ermöglicht hat. Da beide nur Zugeständnisse gemacht haben, wenn diese das Überleben ihres Systems sicherten (Brest-Litowsk), wäre es nur folgerichtig, wenn deren Nachfolger keine Auseinandersetzung mit dem Westen scheuten. Jeder Grund, zurückzuschlagen, ist willkommen. Da die Wartung von Gasturbinen von den geleisteten Betriebsstunden abzuhängen scheint (ein flüchtiges Scannen des Blogs durch eine Wartungsanleitungen lässt das vermuten), ist es aus der Sicht Gazproms nur konsequent, uns wegen der Turbine, die die Kanadier nach deren Überholung nicht rausgeben will, weniger Gas zu liefern. Gewundert hat sich bis gestern Abend der Blog nur über Habeck, der die Deutschen kurz vor der 1. Hitzewelle des Jahres dazu aufgerufen hat, äußerst sparsam mit dem Rohstoff umzugehen. Beim Waschen der Füße wurde dem Blog dann endlich klar, wie er das gemeint hat. (Typisch für die Grünen – konkret werden sie nur, wenn sie positive Dinge vermelden können.) Natürlich kam die Erkenntnis zu früh für ihn, um am bisherigen Prozedere etwas ändern zu können. Es gibt schließlich einiges zu checken. Ist eine Kneippkur wirklich empfehlenswert vor dem Schlafgehen? Der Blog hat immer geglaubt, die werden verschrieben, um die Körper der Kurierenden wieder auf Trab zu bringen. Vielleicht hilft das Internet weiter, jedoch ist der Blog skeptisch, dort etwas Brauchbares zu finden. Das wird ein Fall für Lauterbach, der im Kabinett dazu auserkoren wurde, dem Volk alles Schlechte mitzuteilen, uns spätestens im Herbst darüber zu informieren, ob kaltes Wasser am Abend gesund ist. Dann werden wir auch wissen, wie es um „Make Russia great again“ steht.

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Kommt nun der Partisanenkrieg?

Und den könnte ausgerechnet der „Aggressor“ führen, was einen Regelverstoß, der bisher höchst selten vorgekommen sein muss (dem Blog fällt keiner ein), darstellen würde, denn bisher hat es immer geheißen, dass nur ein Land, das angegriffen wurde, einen Partisanenkrieg führen darf. Da aber nach dem Einmarsch der Russen in die Ukraine eh alles nicht mehr so ist, wie es einmal war, wäre es nicht verwunderlich, wenn auch dieses Gesetz gebrochen würde. Vermutlich hat es auch damit zu tun, dass sich die Ukraine nicht ans übliche Szenerio gehalten hat. Das besagt, dass der Überfallende die Städte aufgibt, um vom Lande aus zu versuchen, dem Einfallenden das Leben so schwer wie möglich zu machen. In Afghanistan hat das gut funktioniert. Die Ukrainer verteidigen stattdessen mit aller Macht Städte und Siedlungen. Sollten den Russen, nachdem sie einen Abschnitte der einzigen Verkehrsader, über die noch Nachschub in die beiden östlichsten Großstädte gelangt, erobert haben, auf den Gedanken kommen, ins angrenzende Gebiet Spezialkräfte zu senden, deren Aufgabe darin besteht, die dort entlanglaufenden Landstraßen unsicher zu machen, wäre dies ein Partisanenkrieg, jedoch ohne echte Partisanen, da es sich um reguläre Einheiten handeln würde. Diese Art des Kriegs, von dem die hiesigen Medien dachten, die Ukrainer würden ihn führen, käme den Russen sehr gelegen. Verkehrte Welt. SpiegelOnline hat sich gestern darüber amüsiert, dass die Russen Brücken, die auf ihrem Vormarschgebiet lägen, sprengen würden. Die bestreiten das natürlich. Eher haben wohl die Ukrainer die letzte passierbare Brücke in der Sjewjerodonezk zerstört, so dass den Soldaten, die es nicht geschafft haben, sich abzusetzen, nichts anderes übrig bleibt, als bis zum bitteren Ende weiterzukämpfen. Den Russen, die im Begriff sind, einige Kilometer weiter im Westen die Zufahrt zu den beiden Städten abzuschneiden, können sich darüber nur freuen – je geballter ihnen die Ukrainer gegenüberstehen, desto größer sind ihre Chancen, sie zu besiegen. Und da es deren Devise ist, keine Stadt aufzugeben, können sich die Russen ziemlich sicher sein, dass nur wenige sich aufs Land, wo sie eine weitaus größer Gefahr für sie darstellen würden, verirren werden.

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Kommt der Gepäckwagen wieder zurück?

Ein dreifaches Hoch auf den Gepäckwagen – wer das 9-Euro-Ticket genießen möchte, der sollte sich unbedingt ein Ziel aussuchen, wo niemand hinwill, was leichter gesagt als gesagt ist, liegen doch in der Gegend, wo der Blog wohnt, fast alle Gebiete, die es zu meiden gilt, an Eisenbahnstrecken, auf denen die Züge im Augenblick vollgepackt sind. Wäre die Strecke nicht elektrifiziert, hätte der Blog sich womöglich einen Platz auf dem Dach suchen müssen. Alleine schon die Vorstellung, ganz oben Platz nehmen zu müssen, hat dazu geführt, dass für den Blog Indien als Reiseziel weit nach hinten gerutscht ist – angesichts des Runs auf die Züge erbarmt sich DB bestimmt noch, einige Strecken, wo man oben mitfahren kann, freizugeben (wenn nicht in diesem, dann im nächsten Jahr). Merseburg hätte, wenn sich der Blog nicht täuscht, eine schöne Strecke zu bieten, auf der zudem nur Triebwagen, die sich leicht erklettern lassen, unterwegs sind. Auf Halles ehemaliger Pioniereisenbahn verkehren seit geraumer Zeit Wagons mit Dächern. Auf die kommt man bestimmt drauf, wenn man höflich fragt und dem Zugpersonal versichert, wegen der Bäume darauf zu verzichten, auf denen zu stehen. Training ist, wie so oft, alles. Das gilt natürlich auch für die Deutsche Bahn. Wer beabsichtigt, mit dem 9-Euro-Ticket längere Strecken zurückzulegen, sollte testen, ob er in der Lage ist, lange Zeit zu stehen. Früher, als Sitzplätze die absolute Ausnahme waren, brauchte man nur zu einem Fußballspiel zu gehen, um das herauszufinden. Heute ist das schon viel schwieriger. Angesichts der allgegenwärtigen Videoüberwachung muss man womöglich damit rechnen, abgeholt zu werden, wenn man ein solches Unterfangen an einem Ort, der der Realität am nächsten kommt, startet. Noch übler sind jedoch Personen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, dran – gute Chancen, mitgenommen zu werden, haben nur Radfahrer, die an den Endstationen einsteigen, vorausgesetzt, sie sind auf dem Bahnhof, bevor der Zug einfährt. Aufgrund der Erfahrung, die der Blog gemacht hat, hält er es für unmöglich, dass ein Passagier, der ein Rad mit sich führt, es schafft, an einem der weniger genutzten Halte ein- und auszusteigen. Das scheint schier ausgeschlossen zu sein. Der aufmerksame Leser weiß, worauf der Blog hinauswill – der gute alte Gepäckwagen ist wieder en Vogue. Sicherlich wird dieser nicht so wie früher aussehen. Der Gepäckwagen der Zukunft wird sowohl Fahrgäste als auch Fahrräder transportieren. Vermutlich wird man die Räder aufhängen müssen. Die Haken lassen sich verschieben, so dass viele nebeneinander passen (der Blog würde sich nicht wundern, wenn, wie beim Fleisch, Tafelspitz z. B., das Hängen entscheidet zum Erfolg beitragen würde).

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Haben wir wieder eine „Mutter der Nation“?

Haben Sie auch das Gefühl, gestern die neue „Mutter der Nation“ gesehen zu haben? Dass nach fast 20 Jahren, in denen sich keiner – der Blog will die Männer nicht diskriminieren, selbstverständlich können sie auch „Mutter der Nation“ werden – und keine um den Titel beworben hat, jemand nur nur mit einem Auftritt sich gute Chance ausrechnen kann, in die Fußstapfen Inges Meysels zu treten, was bei dieser zierlichen Person nicht so ganz einfach ist, grenzt schon an ein Wunder. Da dies Merkel, mit der wirklich nun niemand gerechnet hat, geglückt ist, kann man es wirklich als eines betrachten. Mutti ist sie ja schon seit mindestens 10 Jahren, was der Blog nie so recht verstanden hat, ist ihr doch „muttihaftes“ Verhalten völlig fremd. Vermutlich hat die Person, die Merkel zur Mutti erklärte, selbst nicht daran geglaubt, dass so viele Menschen Gefallen an deren Einschätzung finden werden. Dem Blog scheint, dass dies despektierlich gemeint ist. Vermutlich trifft es alle jene, die es nicht schaffen, trotz ihrer recht toughen Politik von den Menschen als Eiserne Lady wahrgenommen zu werden. 6 Monate nach dem Ausscheiden aus dem Amt ist nun Besserung in Sicht – Merkel hat sich gestern als „Mutter der Nation“, zu der man aufschaut, weil man von ihr lernen kann, wie man sich couragiert gegen Anschuldigungen wehrt, geoutet. Es ging natürlich um den Krieg in der Ukraine, an dem sie, sehr zum Leidwesen der Spiegel-Lautsprecherin Amann, die schon am Anfang ihrer Einschätzung des Gesprächs sich darüber mokiert, dass Merkel nichts bereue, natürlich keine Schuld trage. Wie auch. Der Blog glaubt, nach den Treffen Putins mit Merkel bei ihm einen gewissen Kleinmut und arge Zerknirschtheit ausgemacht zu haben. Der Mann war dann immer sehr in sich gekehrt. Für ihn müssen die Zusammenkünfte eine Art Läuterung gewesen sein. Leider hat der Frager Osang diese Einschätzung nicht geteilt, so dass sich Merkel viel Kritik ausgesetzt sah (wobei der Blog fairerweise zugeben muss, dass er nicht das gesamte Gespräch gesehen hat). Für seinen Geschmack hat sich Merkel gut gehalten und viel Humor bewiesen, sehr zum Ärger unsere Journalisten, die sich dadurch auszeichnen, im Nachhinein immer alles besser zu wissen.

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„The Outfit“ – für William und Harry zu altmodisch

So kann es im Leben gehen – statt in London die Ahnen jener, die sich gestern beim Platinthronjubiläum in der Sankt-Peter-Kathedrale eingefunden haben, einzukleiden, verschlägt es Leonard Burling nach Chicago, wo er die zweifelhafte Ehre hat, Mitgliedern eines Clans der Mafia zu einem Aussehen zu verhelfen, bei dem niemand auf die Idee kommt, sie für Männer der Unterwelt zu halten. Es besteht kein Zweifel, dass ihm das außerordentlich gut gelingt. Niemand würde sie mit dem Syndikat in Verbindung bringen. Während William und Harry darauf Wert legen, sich stylisch und altmodisch hip zu kleiden, stellt der Cutter, gespielt von Mark Rylance, in „The Outfit“ in mühseliger Handarbeit nur Anzüge her, die zeitlos sind, worauf er sehr stolz ist. Nichts scheint ihn zu beunruhigen, außer vielleicht James Dean, den er nicht mag, weil er seiner Meinung nach die Jeans, die er verachtet, weil sie sein Geschäftsmodell in Gefahr bringt, populär gemacht hat. Immerhin hat er so viel Selbstbewusstsein, seiner Klientel zu verkünden, dass nach seinem nächsten Film etwas anderes in Mode sein werde, was die mit lautem Lachen quittiert. In London wäre ihm das wohl nicht passiert. Wenn man kann sich seine Kunden nicht aussuchen kann, muss man sich mit jenen, die man hat, zufriedengeben. Daran hält er sich auch. Das wichtigste ist, nicht seine Würde zu verlieren, was der verhinderte königliche Cutter ausgezeichnet hinbekommt – eine Mischung aus Butler und Freiberufler, in der alle guten Eigenschaften dieser Berufsgruppen vereinigt sind (der Traum aller, die sich nach einem genmanipulierten Menschen, der auf Nutzen und Eigenschaften trainiert ist, sehnen). Dafür, dass unser Schneider – würde Burling dem Blog beim Schreiben zusehen, müsste er sich von ihm belehren lassen, er sei keiner, so dass er ihn als „Zuschneider“ bezeichnen müsste; zum Glück fiel im Film das Wort „Coupeur“ – nicht langweilig daherkommt, sorgt Rylance, der „The Outfit“ das richtige Outfit verpasst. Natürlich helfen ihm dabei seine Partner. Und dann ist noch der Plot, der… .

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Kommen bald die Blockadebrecher?

Obwohl überhaupt noch nicht klar ist, ob Leute bereit sein werden, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um sich einen Namen als Blockadebrecher zu machen, ist eines jetzt schon klar – so abenteuerlich und aufregend wie früher, als die Mannschaften dafür sorgten, dass ihre Schiffe denen des Gegners zum Verwechseln ähnlich sahen, was ihnen in manchen Fällen erlaubte, in deren Geleitzügen unterzutauchen (im Film „Morituri“ gibt es, wenn der Blog sich richtig erinnert, so eine Szene), wird es heute nicht mehr zugehen. Einfallsreichtum ist nicht mehr gefragt. Es würde auch keinen Sinn machen, bspw. einen Bulkcarrier in ein großes Kriegsschiff einer feindlichen Macht, mit der man sich noch nicht im Krieg befindet, zu verwandeln. Da für die Amerikaner z. Z. das Schwarze Meer tabu ist, würde dies die Russen nicht davon abhalten, das Schiff aufzubringen. Da der Kreml die Blockade Odessas nur beenden will, wenn der Westen seine Sanktionen lockert, woran dieser überhaupt nicht denkt, was die gestrige Entscheidung, im nächsten Jahr nur noch Öl aus der russischen Erdölleitung „Drushba“ beziehen zu wollen, eindrucksvoll belegt, läuft wohl vieles darauf hinaus, dass die Ukraine nun mit Hilfe der NATO versuchen wird, die lästigen Schiffe mit amerikanischen Schiff-Schiff-Raketen auszuschalten. Zudem will man eine Insel, vor der die „Moskwa“ in Seenot geriet, zurückerobern. Einmal ist man schon spektakulär gescheitert. Die Verluste waren immens. Dem Blog erschließt sich nicht der Sinn des Aufwands. Vermutlich lässt sich von dort die Passage zwischen der Insel und dem Festland kontrollieren. Werden die „Harpoons“, die Dänemark liefern will, der Ukrainer ermöglichen, ihr Getreide in die Staaten, die es dringend benötigen, zu liefern? Der Blog ist skeptisch, dass Moskau sich davon beeindrucken lässt. Wenn der Kreml seine Marine zurückzieht, wird der Eindruck entstehen, sie nicht in der Lage, diese Waffe auszuschalten. Das wäre ein schwerer Prestigeverlust für eine Armee bzw. Marine, die von sich behauptet, den Amerikanern ebenbürtig zu sein. Nach dem Desaster mit der „Moskwa“ ist man jetzt erst recht gezwungen, zu zeigen, dass man die US Navy nicht zu fürchten braucht. Für den Westen ist das auch nicht ganz ohne – warum 100 Milliarden € ins Militär investieren, wenn ein paar „Harpoons“ reichen, um die Schwarzmeerflotte in die Flucht zu treiben? Da die Blockadebrecher die Hoheitsgewässern Rumäniens und Bulgariens nicht verlassen würden, bliebe den Russen nichts anderes übrig, als sie vor der Ukraine abzufangen.

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Ein Maverick kann heutzutage auch Team,

was ihm wohl, als er einer unten mehreren Superpiloten in „Top Gun“ war, nicht so ganz gelegen haben soll, wie Wiki zu berichten weiß. Wegen des Eisernen Vorhangs hat der Blog den Film nicht gesehen. Vermutlich wäre er, wenn er gekonnt hätte, auch gar nicht hineingegangen, was nicht nur an Tom Cruise, der in dem Film aussieht, als bräuchte er noch ein Jahr bis zum Abi, sondern auch am Flugzeugtyp gelegen hätte, den er vor 36 Jahren vom Himmel geholt hat – die MIG-28 hat es nie gegeben. Der Namen des Typs, das diesmal ausgeschaltet werden muss, wird zwar nicht verraten, jedoch ähneln die Jets der Stealth-Reihe, die Russland gerade einführt und angeblich auch schon in der Ukraine eingesetzt haben soll. Müßig zu erwähnen, dass der Nickname zu Recht Teil des Filmtitels ist – unser Held ist solch ein herausragender „Top Gun“ und überzeugender „Maverick“, dass der Blog sich wünscht, Hollywood möge sich daranmachen, uns glauben zu lassen, Piloten seien wie Westernhelden, die am Höhepunkt ihrer Karriere sind, wenn sie Schwierigkeiten haben, alleine aufs Pferd zu steigen, was für Cruise hieße, dass seine beste Zeit noch kommen würde – als John Wayne der Lüfte wäre er dann zwar sicherlich nicht mehr so waghalsig unterwegs wie im Augenblick, dafür aber hätte sein Publikum noch viel mehr Spaß als sonst. Zum Zusatz „Maverick“ kann man auf verschiedene Weise kommen. Wenn der Blog richtig mutmaßt, muss er sich den Namen wegen seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten und seinem Drang, auszutesten, wann die Flugzeuge, die ihm die Navy überlässt, den Belastungen nicht mehr gewachsen sind, gemacht haben. Deswegen schätzen sie ihn beim Militär, auch wenn er eine Menge Schrott hinterlässt. Aber wie wäre es, mal nach einer langen Nacht angesäuselt ins Cockpit zu steigen? Er könnte vor dem Einsatz auch einen kleinen Schluck aus der Flasche nehmen, wie es Wayne zu tun pflegte. (Sicherlich gibt es noch mehr Dinge, die man tun kann, um seinen Ruf als „Maverick“ zu bestätigen. Wegen seiner Vorliebe für Western fällt dem Blog partout nichts mehr ein). Ein Jammer, dass Jets keine Pferde sind, angesichts der tollen Filme, die wir zu erwarten hätten, wenn dem so wäre. Aber Drunk Piloting ist es nun mal etwas anderes als Drunk Riding, an dem sich wohl noch niemand gestört hat. Darum ist das einzig Ärgerliche am Film, beim Herausgehen zu wissen, dass es keine Fortsetzung geben wird.

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Endlich wieder unter seinesgleichen – Davos 2022

Während Davos vor 2022 wie eine Sonne, die fast die gesamter der Erde mit Ausnahme einiger Flecken wie Nordkorea bestrahlt hat, war, ist seit gestern die Fläche, auf denen es dunkel bleibt, weitaus größer als die erhellte. Willkommen in Davos 2022, das sich zwar immerhin damit trösten kann, dass in seinem Reich die Sonne nicht untergeht, sich jedoch den Vorwurf gefallen lassen muss, alles den Interessen der alten Welt unterzuordnen, so wie es auch Karl V. getan hat. Es ist nur ein schwacher Trost, dass angesichts der Problem, vor denen die Menschheit steht, die nicht mehr nur Europa umfasst, sondern auch die USA, Japan, Korea, Kanada u. a. einschließt. Und das nur wegen Putin, um den sich in Davos 2022 alles dreht. Dem Blog ist es ein Rätsel, wie der Mann es geschafft hat, zum roten Tuch, das den Westen zur Raserei treibt, zu werden. Selbst vernünftige Männer wie Soros lassen sich dazu hinreißen, zu behaupten, die Invasion Russlands in der Ukraine drohe einen 3. Weltkrieg auszulösen. Merkel warf er vor, sie habe sich in Moskau und Peking eingeschmeichelt. Und natürlich befürwortet er einen Gasboykott, von dem alles wissen, dass dieser Deutschland ruinieren würde. Was glaubt er, damit erreichen zu können? Er sollte doch am besten Wissen, dass Sanktionen überhaupt nichts bringen, ja das Land, das bestraft werden soll, eher darin bestärkt wird, seine Politik fortzusetzen. Angesichts der Erfahrungen aus dem Kalten Krieg müsste ihm doch klar sein, dass je offener sich der Westen gibt, desto mehr fürchtet der Kreml sich vor ihm bzw. den Annehmlichkeiten und Freiheiten, die er verspricht. Deshalb war es eben ein schwerer Fehler, von sich aus alle Verbindungen abzureißen. Erfahrene Politiker hätten abgewartet, bis Moskau alle Flugverbindungen wegen der Unzufriedenheit, die die Rückkehrer ins Land bringen, streichen lässt. Clevere Typen wie Brandt und Bahr fehlen jetzt (der Blog muss auch gestehen, dass er angesichts der Kriegsberichterstattung Typen wie Scholl-Latour und Ruge, die immer versucht haben, unvoreingenommen zu berichten, schmerzlich vermisst). Deren Nachfolgern schaffen nur eines – die Lage noch schlimmer zu machen, als sie schon ist. Dass ein 3.Weltkrieg möglich scheint, liegt auch an deren Rhetorik. Wenn bspw. Scholl sagt, Putin dürfe den Krieg nicht gewinnen. Was würde er tun, damit er ihn verliert? Die gelieferten Manpads, über die ein deutscher General gesagt hat, mit denen sei es kinderleicht, ein tieffliegendes Flugzeug oder einen Hubschrauber abzuschießen, scheinen nicht viel zu bringen (das Raketenabwehrsystem der Russen soll bis zu 5 Angriffe pro Einsatz abgeschmettert haben). Das ukrainische Militär, um Siegesmeldungen keineswegs verlegen, hält sich mit Abschusszahlen ziemlich zurück. Die unbefriedigenden Zahlen halten die hiesigen Medien und Politiker nicht davon ab, weiterhin zu behaupten, der Krieg kann gewonnen werden. Mit anderen Waffen – Stichwort Raubkatzen – wird es schon klappen, So muss es auch im 2. Weltkrieg gewesen sein – für die Wochenschau war selbst noch im April 45 der Endsieg möglich. So unrecht hat Soros in Davos 2022 vielleicht gar nicht.

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