Der Blog muss eine Pause einlegen. Er hofft, übernächste Woche zurück zu sein.

Publiziert am von Andree Barthel | Schreib einen Kommentar

Das gab es noch nie – keine Zucchini in diesem Jahr

Muss der Blog ein paar Nächte neben den Zucchini-Pflanzen verbringen, um eine Spezies, die deren jungen Blätter aus mehreren Kilometern Entfernung zu wittern scheint, davon abzuhalten, sie kahlzufressen? Nichts kann sie davon abhalten, zu ihnen zu gelangen. Leider interessieren sie sich nicht im geringsten für das Grün im Unkräuter-Urwald – die Tiere marschieren einfach raus und direkt auf die Zucchini zu. Dank des vielen Regens brauchen sie nicht zu fürchten, dass ihnen ihr Schmiermittel, ohne dem sie austrocknen würden, ausgehen könnte. In den guten alten Zeiten, als es kaum regnete und die Brunnen spätestens ab dem August versiegten, habe sie es nicht mal in die Nähe der Gewächse geschafft. Sie kamen erst, als sie immun gegen die Räuber waren, sprich riesengroße Blätter hatten. In diesem Jahr ist jedoch alles anders – wegen des vielen Sturzregens, der den Boden hart machte, haben es gerade drei Pflanzen geschafft, die Erde zu durchstoßen. Alle drei wurden Opfer des gefräßigsten Räubers, den es je in deutschen Gärten gegeben hat. Lt. des Standard soll er in den 70ern aus Spanien zu uns gekommen sein. Vermutlich eines der ersten Mitbringsel des Massentourismus. (Angesichts der Superkakelake auf Mallorca, gegen die nichts helfen soll, würde sich der Blog nicht wundern, wenn die Inselbewohner eher unter sich sind, als es ihnen lieb sein kann. Die kommt natürlich auch zu uns, vermutlich ist sie sogar schon hier.) Wahrscheinlicher ist, dass sie sich in einem der ersten Obst- oder Gemüsetransporte verstecken konnte. Der Blog würde seine Tiere gerne den Spaniern zurückgeben. Wegen des Klimawandels würde sie dort sicherlich der Tod erwarten (außer auf den Balearen, auf denen die Kakerlaken wegen der hohen Luftfeuchtigkeit immer größer werden). Zurück zur Zucchini – angesichts der Wettervorhersagen (leichte Regen sowie Temperaturen über 20 Grad) ist der Blog guten Mutes, doch noch welche ernten zu können. Natürlich hat er noch etwas Spezielles in petto – für alle Fälle hat er den Samen vermint (man weiß ja bei diesen verrückten Geschöpfen nie – vielleicht kommen sie noch auf die Idee, nach ihm zu graben). Der muss noch breiter werden. Erst einmal müssen die Pflanzen herausgucken.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreib einen Kommentar

Hätte Orban Hit Man spielen sollen?

Wer Hit Man, in den hiesigen Kinos läuft er unter „A Killer Romance“, gesehen hat, der kommt nicht umhin, sich zu fragen, in welcher Verkleidung Orban hätte heute in Moskau auftreten müssen, um nicht ins „Friendly Fire“ zu geraten (so einem schnellen Wechsel der Schusslinie bekommt kein General hin). Der Hit Man im Film kostümiert sich immer so, dass Leute, die seine Dienste benötigen, gleich beim ersten Blick, der bekanntlich darüber entscheiden soll, ob man jemanden mag oder nicht, ihm ihr Vertrauen schenken. Er braucht ziemlich lange, bis er anhand der Fotos, die potentielle Klienten ihm schicken, richtig zurechtgemacht ist. Fast immer trifft er den Geschmack jener, die jemanden suchen, der für sie eine unliebsame Person aus dem Weg räumt. So viel Zeit hat der unbeliebte Ungar natürlich nicht – da über Putin gesagt wird, er sei in sich selbst verliebt (wie Ronaldo), hätte er Jahre gebraucht, um wie jenes Abbild, das der Blog vor langer Zeit in Saturday Night Live erleben durfte, auszusehen. Und als Friedenstaube mit Bauch hätte er sich nur lächerlich gemacht. So kam Orban als Orban, worüber die politische und mediale Elite sich empörte, so dass jeder nun annehmen muss, Frieden wird es erst geben, wenn Putin nicht mehr an der Macht ist. Das kann dauern, zumal es im Augenblick schwer fällt, sich vorzustellen, er könne einmal wie Biden enden. Er mag zwar der Ronaldo unter den Politikern sein, jedoch scheinen die Russen nicht den Eindruck zu haben, mit ihm auf dem Platz würde ihre Mannschaft nur zu zehnt spielen, so wie es bei den Portugiesen der Fall ist. Vermutlich glaubt man, Europa könne sich auf dem eigenen Kontinent einen Dauerkrieg leisten. Anders als die Ansicht, der Krieg gegen die Ukraine werde Russland kollabieren lassen, wird uns die Annahme, den Krieg ewig führen zu können, noch lange verfolgen. Es gibt auch niemanden zu denken, dass ausgerechnet Ungarn, das an die Ukraine grenzt, Selenskyj nicht über den Weg traut. Die Polen wären ähnlich gestrickt, wenn ein anderes Land dort Krieg führen würde. So obsiegt deren Antipathie gegen die Russen.
Wird Corbyn zum Hit Man für Labour? Er hat seinen Wahlkreis verteidigen können. Starmer braucht Erfolge. Ohne die könnten einige Abgeordnete zu ihm wechseln. Der Wahlkreis, in dem der Blog ein paar Wochen verbringen durfte, hat nun einen Abgeordneten, der auf der Seite der Palästinenser steht. Craig Murray hat es trotz Roger Waters’ Unterstützung leider nicht geschafft.

PS: Lost in Birmingham – es ist der Nachbarkreis, den Labour verloren hat.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreib einen Kommentar

Bardella – staatstragend wie kaum ein anderer

Erst Macron, nun Bardella – wäre Frankreich eine Frau, würde sich niemand wundern, dass es sich immer wieder in die falschen Männer verliebt, und das, bevor es sich von der alten Liebe getrennt hat, was die Dinge noch komplizierter macht. Aber in Frankreich leben nun mal Franzosen. Von denen hab der Blog bisher gedacht, sie mögen ausnahmslos nur aufrührerische junge Männer – wie kann im Land Belmondos und Depardieus Bardella zum beliebtesten Politiker werden? Im Ranking der beliebtesten Franzosen steht er lt. Wiki auf Platz 30, was schier unglaublich klingt, nichtsdestotrotz wahr sein muss, wenn man Churchills Sicht auf Statistiken nicht teilt. Für seinen Erfolg hat er Blog nur eine Erklärung – im Augenblick mögen die Menschen Leute, die sich schon in jungen Jahren, er ist erst 28, staatswichtiger als die wichtigsten Staatsmänner dieser Welt geben. Jedenfalls war er das, als er nach den Wahlen die Franzosen aufforderte, seine Partei weiter zu unterstützen. Für einen Franzosen tat er das recht emotionslos, dafür aber mit viel Ernst. Und mit der Aura, ungemein wichtig zu sein. Er machte eine sehr staatstragende Figur. Gäbe es dafür Noten wie beim Eiskunstlauf, hätte er durchweg die 6 erhalten. Besser geht es wirklich nicht. Mehr Deutscher als Franzose – wenn es für Scholz bei den nächsten Wahlen nicht reichen sollte, hätte er er immer noch die Chance, in Frankreich anzutreten, auch wenn seine Noten wesentlich schlechter ausfällt. Da der neue Star unter den Politikern für viele immer noch in der falschen Partei ist, wäre es einen Versuch wert – es winken mehrere Jahre in einem Schloss mitten im Zentrum Paris’, weit weg vom Potsdamer Kasernenhofdrill. Aber auch ohne die Kandidatur des Kanzlers scheint der RN wegen der Absprachen, die die anderen Parteien getroffen haben, um der Konkurrenz den Einzug ins Parlament unmöglich zu machen, chancenlos zu sein. Da es viele geben wird, die das als Diskriminierung sehen, würde es den Blog nicht wundern, wenn die Rechten doch mehr Sitze als erwartet einfahren sollten, sprich am Sonntag noch mehr Leute Le Pen wählen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreib einen Kommentar

Ein perfekter Hinterhalt für beide – Trump und Biden

Jene, die für den Präsidenten das Duell eingefädelt haben, müssen sich ziemlich sicher gewesen sein, dass dass Biden nicht merken wird, wie schlecht er ist, wenn er sich später im Fernsehen sieht – die Wahrscheinlichkeit, beim Anschauen wegen seines Auftretens einen Schock, der ihn endgültig außer Gefecht setzen könnte, erleiden zu können, scheint bei Null zu liegen. Für ihn ist es natürlich gut, zu glauben, er könne nichts falsch machen. 4 Jahre haben die Medien seine Lapsus nicht beachtet. Nur selten wurde er angegriffen oder dessen Politik kritisiert. Angesichts dieses Gebarens ist es logisch, anzunehmen, man habe ihn in einen Hinterhalt gelockt. Vermutlich ist das der perfekteste Hinterhalt, der je in der Politik gestellt wurde – einer wird nie mitbekommen, dass man ihn reingelegt hat, während dem anderen schon während des Streitgesprächs klar sein musste, dass er in eine Falle getappt ist. Ausgerechnet Trump, der keine Gelegenheit auslässt, seinen Anhängern vorzugaukeln, ihn könne niemand übers Ohr hauen. Machtlos musste er ansehen, wie sein Konkurrent die Vorstellung vergeigt. Ein geschickter Kontrahent lässt seinen Gegner in solch einer Situation natürlich am Leben. Vermeidet tunlichst einen schweren Schlagabtausch, schließlich braucht er jemanden, der sich wacker im Ring hält, aber keinen, der gleich K. o. geht. Nun muss er fürchten, beim nächsten Duell gegen einen anderen Kandidaten antreten zu müssen. Mit ihm im Schlamassel stecken auch die Republikaner, die Trump nicht gegen einen anderen Bewerber austauschen können. Dumm gelaufen. Für die Demokraten, die vom Altersdurchschnitt her es locker mit der KPDSU der 80er aufnehmen können, ist alles bestens gelaufen. Sie müssen sich nur auf einen Ersatzmann einigen. Der Blog würde sich nicht wundern, wenn sie Biden in der 12. Runde ersetzen sollten. Wenigstens ist es spannend. Mit Fairness hat das natürlich nichts mehr zu tun. Werden sich Republikaner noch von Jake Tapper, der die Fragen stellte und immer sonntags zu sehen ist, ausfragen lassen? Am Wochenende wissen wir mehr.

Russische Blogger mutmaßen, deren tollkühnen Piloten hätte wieder eine Drohne durch spektakuläre Flugmanöver zum Absturz gebracht. Wegen des Angriffs auf Sewastopol, den Drohnen, die vor der Küste Ziele auskundschafteten, ermöglichten. Die würden nun Abstand halten bzw. seien von richtigen Aufklärern ersetzt worden. Kampfjets würden sie begleiten.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreib einen Kommentar

Wie frei darf Assange sein? Der Blog ist skeptisch

Was wird Assange leise vor sich her murmeln, wenn er den Gerichtssaal verlässt? „Assholes“? Anders als der Blog hat er noch genug Zeit, sich etwas Originelleres auszudenken – auf den Marianen im Südpazifik, also am anderen Ende der Welt, soll das Urteil verkündet werden. In einem Ritt wird der Privatjet, der eine Reichweite von 11.000 km haben soll, das nicht schaffen. Der Blog würde sich nicht wundern, wenn es bei einem Schimpfwort bliebe. Mehr hat die amerikanische Justiz auch nicht verdient. Mit einem Satz à la Galileis „Und sie bewegt sich doch“ würde man ihr zu viel Ehre entgegenbringen. Wie frei Assange in ein paar Tagen sein wird, kann im Augenblick niemand sagen. In Talkshows werden wir ihn vorerst nicht zu sehen bekommen. Es würde schon einem Wunder gleichkommen, wenn er Interviews geben dürfte. Es sieht ganz danach aus, dass sein Heimatkontinent für eine gewisse Zeit sein Verbannungsort wird (immerhin muss er nicht ins wesentlich kleinere Tasmanien, auf die England seine Schwerverbrecher einsperren ließ). Dessen Unterstützer hatten sich sicherlich den Tag, an dem er freikommt, anders vorgestellt. Und vermutlich die Amerikaner unterschätzt, die natürlich wissen, dass man Assange nicht unbedingt einsperren muss, um ihn auszuschalten. Die Supermacht kann auch verbissen und unnachgiebig sein. Sonst wäre sie auch keine. Im Augenblick scheint „Großzügigkeit“ ein Tabuwort zu sein. In Zeiten des Kalten Kriegs, als es, was die jüngeren Leser vermutlich gar nicht wissen, noch kein Internet gab, so dass man auf die Hilfe der Feindsender (Radio und Fernsehen) angewiesen war, wäre niemand auf die Idee gekommen, russisches Zeitungen zu verbieten. Für die hat sich im Westen niemand interessiert. Das wäre sicherlich heute noch so, wenn nicht so viele Russen in der Diaspora leben würden. Zum Glück sind nicht alle Leitungen gekappt worden. „worlds apart“ kann man bspw. noch gucken. Die letzte Sendung war seit langem die interessanteste – ein Professor, der die Meinung vertritt, es sei so viel IT-Wissen aus Silicon Valley abgeflossen, dass Gesellschaften und Nationen nun selbst in der Lage seien, Systeme aufzubauen. Microsoft, Apple und Co. würden dafür nicht unbedingt mehr gebraucht. Amerika täte gut daran, sein Wissen zu teilen, statt damit Geld zu verdienen. Vermutlich hat die Berliner Zeitung die Sendung gesehen – sie berichtet darüber, wie die Russen sich anschicken, ihr eigenes Swift-System aufzubauen. Zum Glück dürfen die Russen die Zeitung noch lesen. Und wir Rumble schauen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreib einen Kommentar

Mehr geht nicht – eine Dienstreise mit sich selbst

Wer auf einer Dienstreise es sich leisten kann, mit sich selbst zu reisen, der muss es auf die höchste Stufe der Karriereleiter, von der man nur in die Luft springen kann, um für einen kurzen Augenblick noch ein Stück höher zu kommen, geschafft haben. Die Grüne Baerbock turnt seit ihrem Amtsantritt dort oben herum. Für die gelernte Trampolinistin war es kein Problem, mit einem Sprung alle Stufen und Hindernisse zu überspringen. Wichtiger als der Satz war natürlich ihre Landung im Telemark, für den sie Bestnoten bekam. Sollte jemand einwenden, sie sie die schlechteste Außenministerin, die das Land je hatte (viele glauben das), dann kann der Blog nur sagen, dass dies eine Frage der Perspektive ist. Vielen finden es toll, wenn sie vor einer Dienstreise die Regierung, mit der sie reden will, schwer attackiert, weil die bspw. die Menschenrechte nicht beachtet oder Putin unterstützt. Ihre lautstark geäußerte Kritik ist ihnen wichtiger als das Gespräch, das sie schon vor ihrem Abflug abgewürgt hat, so dass sie den Flug gar nicht erst anzutreten bräuchte. Baerbock fliegt trotzdem. Angesichts ihrer vielen nutzlosen Trips scheint es so gut wie ausgeschlossen zu sein, dass eine Dienstreise mit sich selbst zu einer zu sich selbst werden kann. Dafür muss man schon eine längere Auszeit nehmen. Wer geglaubt hat, Baerbocks erfolglose Strategie, über andere zu richten, bevor es losgeht, würde andere abschrecken, es ihr gleichzutun, muss sich eines Besseren belehren lassen – ausgerechnet Habeck, dem nachgesagt wird, er sei das purer Gegenteil von ihr, spielt in China den großen Macker. Er droht den Chinesen, sie verlören wegen deren Solidarität mit Russland zunehmend den selbstverständlichen Zugang zum europäischen Markt. Kein Wunder, dass ihn niemand dort sprechen will. Das hindert das ZDF nicht daran, seine Unterredung mit der EU-Botschafterin und einen Gruppen-Spaziergang, bei der nur eine Chinesin zu sehen ist (vermutlich die Dolmetscherin), als Erfolg darzustellen.
AI der Russen oder Realität – Telegramm-Blogger zeigen eine ukrainische Fahne, auf der Wahlen gefordert werden. Fans hätte die vor dem Spiel gegen die Slowakei an den Zaun gehängt. Nach ungefähr einer halben Stunden musste sie abgemacht werden. Eine andere Meldung, sollte sie stimmen, dürfte Selenskyj noch wütender machen – 47 wehrpflichtige Männer aus der Region Odessa hätten in zwei Vans versucht, nach Moldawien zu entkommen. Das wäre Massenflucht im großen Stil. Wenigstens halten die Balten noch zu ihm – die wollen im Notfall Soldaten schicken.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreib einen Kommentar

Die EM in D. – fast jeder hat die Chance auf ein Sommermärchen

Was würde Karl Marx sagen, wenn er erleben könnte, dass der Kapitalismus in seiner vollendeten Form ein Fußballturnier ermöglicht, das für fast jede teilnehmende Mannschaft zu einem Sommermärchen werden könnte (wenn es das nicht schon für einige Fans ist – der Blog denkt an die Slowaken)? Ausgerechnet der Fußball, in dem Machtverhältnisse sich über Jahre, ja Jahrzehnte nicht ändern, beschert uns ein Wettbewerb, in dem alles möglich scheint. Jeder kann jeden schlagen. Das reicht aber natürlich nicht. Zu einem Sommermärchen wird ein Turnier erst, wenn die Stadien prall gefüllt sind, und das möglichst mit Anhängern aus den Ländern, die sich qualifiziert haben. Das scheint sich zu erfüllen. Nur die Spanier sind zu Hause geblieben – sie bewachen lieber ihre Strände, als sich auf den Weg nach Deutschland zu machen. Der Blog kann Urlaubern, die darunter leiden, unerwünscht zu sein, Hoffnung machen – sollte deren 16-jähriger Wunderstürmer Yamal Tore schießen, ist deren Ärger so gut wie verflogen. Der Nationalstolz ist wieder erstarkt, alles wird so wie früher. Sollte der Erfolg der EU sich daran messen, dass alle Nationen so viel Zuschauer wie nur möglich mitbringen, dann wäre die Gemeinschaft auf einem Erfolgskurs, auch wenn die zentrale Lage des Ausrichters den einen oder anderen dazu bewogen haben könnte, Karten zu kaufen. Es sieht also ganz danach aus, als ob die Deutschen ihr Sommermärchen mit anderen teilen müssen, vermutlich sogar mit Ronaldo, was für Blog vor 10 Minuten so gut wie ausgeschlossen war – er ist eitler geworden; wie ein 70-jähriger, der perfekt gestylt jeden Sonnabend in die Disko geht, wo er Kultstatus genießt. Da Portugal es irgendwie doch noch geschafft hat, den Ball ins Tor zu bugsieren, sollte man ihn nicht abschreiben. Vielleicht überrascht er uns ja noch alle. Aber immerhin hat die EM uns gezeigt, dass der Fußball auch ohne Messi, Ronald und Co. ganz unterhaltend sein kann. Vor zwei Jahren hat sich das niemand vorstellen können.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreib einen Kommentar

G7-Gipfel – Fallschirmspringer statt Kultur?

Fast hätte Biden es wieder geschafft, sich bei einem Gipfel zu verlaufen – dunkel kann sich der Blog noch daran erinnern, wie er während eines Treffens, sehr zu Überraschung jener, die anwesend waren, ein Restaurant betrat. Überraschter als sie war, so der allgemeine Eindruck, jedoch er selbst. Heute nun wäre er seinen Kollegen fast beim Fallschirmspringen entwischt – als alle einen Springer bewunderten, der sich mühte, seinen Schirm zu lösen, machte sich Biden davon. Als gute Gastgeberin, den Herren schien es egal zu sein, wohin er ging, holte ihn Meloni charmant zurück.
Der Blog kann ihn verstehen – wer seit Wochen im Weißen Haus täglich über den Verlauf der Fronten seiner Verbündeten informiert, der muss sich sehnlichst darauf freuen, nach Italien zum G7-Gipfel fliegen zu dürfen, auch wenn der Ort, wo man sich trifft, nachgebaut wurde, was den Vorteil hat, dass sich dort vermutlich alle Stilelemente, die die italienische Architektur zu bieten hat, finden lassen. Rom, Florenz, Venedig, Verona etc. in einem Luxusressort – das hat schon was. Umso unbegreiflicher ist es, dass ausgerechnet die Italiener, die noch keinen Krieg gewonnen haben (überall mussten die Deutschen den Duce raushauen), den G7-Vertretern zeigen, wie gut sie mit dem Fallschirm umgehen können. (Keine von denen scheint es geschafft zu haben, auf der runde Betonflächen, die ein bisschen größer als ein Kugelstoßring zu sein schien, zu landen). Wenigstens trugen sie keine Gewehre – sie kamen mit den Flaggen der Teilnehmer runter. Es sieht so aus, als habe Meloni die Springer gewählt, um ihren Verbündeten zu zeigen, dass Italien bereits kriegstüchtig ist. Alle waren begeistert, nur Biden nicht. Die Zeiten haben sich geändert. Früher hätte man Pavarotti eingeladen. In Friedenszeiten hätte die Netrebko anstelle der Elitespringer für Abwechslung sorgen dürfen. Angesichts der kulturellen Unbedarftheit der Teilnehmer scheinen die Springer die bessere Wahl zu sein. Der Gipfel hat gezeigt, dass Europa ins Militärische abdriftet. Scholz durfte in Italien seinen 66. Geburtstag feiern. Ab dem fängt das Leben erst richtig an, heißt es. Damit muss er noch ein Jahr warten. Er wird gebraucht, um den Unsinn, der uns erwartet, hinauszögern.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreib einen Kommentar

Zwei Wappen in einem Krieg sind bereits zwei zu viel

Er war wieder hier, diesmal in vollständiger Kostümierung, also mit dem Dreizack, den er im Sommer des letzten Jahres dem Papst zeigte, den Deutschen einen Tag später das Emblem aber vorenthielt. Während man damals sich anstrengen musste, um es zu erkennen, kann man nun ohne Mühe das Wappen, das vor mehr als 80 Jahren die gemäßigteren OUN-M Leute trugen, ausmachen – damals kämpften beide Gruppe (es gab noch die OUN-B, B für Bandera) gegeneinander und gegen alle anderen, heute geht es nur gegen Russland, was immerhin geschafft hat, sich ein neues Wappen zuzulegen. Hammer und Sichel waren den Russen zu nüchtern, trotz der Siege, die die Soldaten, die sie trugen, errangen. Die zwei Drachen machen da wesentlich mehr her. Selenskyjs Anputz verrät nicht nur Durchhaltewillen, sondern auch die Bereitschaft, bis zum letzten Mann zu kämpfen, so wie es die Leute um Bandera, die Stalin erst Anfang der 50er besiegen konnte (die Amerikaner unterstützten sie nach allen Kräften), zu tun pflegten. Die führten einen Guerillakrieg, von dem Selenskyj, der wie der Führer jeden Meter zu verteidigen gedenkt, nichts wissen will. Da sich in diesem Krieg niemand für Verlustzahlen interessiert, sieht es ganz danach, dass er erst in die Bredouille kommt, wenn ihm die Soldaten ausgehen. Wann das der Fall sein wird, weiß niemand. Da die Russen weiterhin versuchen werden, die Ausfälle so hoch wie möglich zu halten, sollte der zivile Ungehorsam weiter zunehmen. Einige hiesige Medien haben immerhin schon Videos, in denen zu sehen ist, wie brutal die Werber vorgehen, gezeigt (heute ist zu sehen, wie sich in Odessa Sanitäter und Häscher prügeln). Ein Zusammenbruch des Selenskyj Regimes auf diese Weise wäre dem Kreml wohl am liebsten. Wir sollten nicht darauf hoffen, dass unsere Politiker in der Lage sind, zu erkennen, wann es richtig gefährlich werden könnte. Viel hängt von der Wahl in Frankreich ab. Ein Artikel der TAZ erweckt den Eindruck, als ob Macrons Kalkül aufgehen könnte – er gibt den Pharao, der die Parteien, die mit Le Pen nichts zu tun haben wollen, dazu zwingt, zusammenzuarbeiten. Die sollen die Fehler, die seine Partei gemacht hat, nun ausbaden. Sieht er seine Position nach der Wahl gestärkt, dürfte das Risiko, dass die Kriegsparteien die Kontrolle verlieren könnte, schlagartig steigen. Es braucht nicht viel – es reichen F16-Jets, die nach ihrem Einsatz in Polen oder Rumänien landen (angeblich sollen einige Flugzeuge außerhalb des Landes stationiert werden). Je höher die Zahl der Wappen, desto schrecklicher die Folgen. Der Blog meint, zwei reichen völlig aus.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreib einen Kommentar