David Byrne – wie der Broadway unverhofft nach Berlin kam

Stell Dir vor, es ist Blogjubiläum und Du verpasst das beste Konzert Deines Lebens, obwohl Du den Ort gut kennst? Nicht gut genug, wie der Blog feststellen musste – es reicht nicht, zu wissen, wo man aussteigen muss, man sollte ungefähr auch eine Vorstellung haben, wie viele Stopps es bis dahin sind, wenn genauer dieser aus unerklärlichen Gründen im Bus nicht angezeigt wird. Wider des Klischees, das besagt, Berlin sei eine unfreundliche Stadt, hat der Blog doch noch rechtzeitig hingefunden. Und die Schuld bei sich gesucht, bis David Byrne Bilder, deren Motive so hässlich waren, dass der Blog sich nicht mehr an sie erinnern kann, sagte, das sei Berlin. Da war die Stimmung schon auf einem Level, dass das Publikum ihm nicht übel genommen hätte, wenn es übel von ihm beschimpft worden wäre. Byrne – ein Feingeist, den man angesichts der vielen Rüpel, die in Amerika zur Zeit das Sagen haben, eher in Europa als in der neuen Welt vermuten würde – macht das natürlich nicht. Das ist einfach nicht sein Niveau. Das passt nicht zu seinem Charakter, denn im Gegensatz zu den Videos, in denen fast ausschließlich er die Talking Heads präsentiert, ist er auf der Bühne ein Mann des Kollektivs, sprich er scheint es nicht zu mögen, an vorderster Front die Rampensau zu geben. Wenn der Blog den Musikfilm über die Talking Heads richtig in Erinnerung an, wimmelte es schon früher von Musikern auf der Bühne, wenn sie auftraten. Im Gegensatz zu damals sind sie heute zugleich Musiker und Tänzer, was von oben wegen der originellen Choreographie zu verfolgen höllischen Spaß macht, auch weil Byrne gar nicht erst den Versuch unternimmt, in puncto Beweglichkeit mit seinen jüngeren Kollegen mitzuhalten. (Der Blog wagt zu bezweifeln, ob man von den teuren Plätzen mitbekommt, was weiter hinten abgeht.) David Byrne hat für anderthalb Stunden ein Stück Broadway nach Berlin gebracht, dazu etliche Hits und unbekannte Stücke. Polemik gegen das trumpische Amerika ist auch Teil des Programms. In München haben die Demokraten auf der Sicherheitskonferenz die Kritik an Trump fortgesetzt – Europa solle sich ihm widersetzen. Zweifel sind angebracht, ob das geschehen wird. Die Sicherheitskonferenz ähnelt eher einer Klimakonferenz, bei der die teilnehmenden Wissenschaftler jedes Jahr erklären, dass sich die Situation wieder verschlechtert habe. Während man deren Einschätzungen und Prognosen vertrauen kann, sind die Schlüsse, die in München gezogen werden, höchst subjektiv. Wenn bzgl. der Sicherheit alle die gleiche Meinung vertreten, heißt das noch lange nicht, diese sei wissenschaftlich begründet.

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Helfen Russland und China den Mullahs aus?

Viel hat sich die Welt von Trump gefallen lassen, doch nun hat es den Anschein, als ob in allerletzter Minute, aus praktischer Sicht also 5 nach 12, sich beide Länder entschlossen haben, den Mullahs mit den neuesten Waffen, die ihnen zur Verfügung stehen, auszuhelfen. Die Russen sollen S-57 geliefert haben; die Chinesen schicken sich an, J-20 Jets, die sich im Krieg zwischen Pakistan und Indien bewährt haben, zu schicken. Die könnten sogar von Russen und Chinesen geflogen werden. Angesichts dieser spektakulären Unterstützung ist es legitim, anzunehmen, dass Trump sein Blatt überreizt haben könnte. Dabei war alles so gut geplant. Vielleicht zu gut – denn den Gegenspielern der Mullahs, den Scheichs am gegenüberliegenden Ufer des Persischen Golfs, dürfte schnell klar geworden sein, dass Maduro nur „geraubt“ wurde, um in einem Kriegsfall mit dem Iran die Versorgungssicherheit der USA und Israelis (ein Tanker soll dahin schon unterwegs sein) zu gewährleisten. Sollte der Iran seine Drohung, dann die Straße von Hormus zu sperren, wahrmachen, würde das in erster Linie seinen Verbündeten China schaden. Dank Trump sind die USA nun autark. Clever ist auch, die Israelis aus der Sache herauszuhalten. Die werden sich nicht an einem Angriff beteiligen. Die Aufgabe Netanjahus ist es, das Opfer zu spielen. Das sind sie, sobald die erste Rakete bei ihnen landet. In Washington weiß man, dass eine Beteiligung Israels für die Mullahs ein Geschenk, das sie mit Kusshand entgegennehmen würden, wäre. Ohne sie wird es für den Iran viel schwerer, sich erfolgreich zu Wehr zu setzen. Die Angriffsziele sind begrenzt und mit Luftabwehrraketen gesichert. Schwer, da durchzukommen. Während die Scheichs bei früheren Konflikten zusehen konnten, wie Raketen über ihre Köpfe fliegen, müssen sie nun fürchten, selbst angegriffen zu werden. Da könnten ihnen die Russen und Chinesen gerade recht kommen. Deren Unterstützung oder gar Anwesenheit garantiert, dass alles so bleibt, wie es ist. Nur der Friedensnobelpreisträger in spe hat Bock auf einen Krieg; außer ihm niemand sonst. Wie sehr sich die Kräfte verschoben haben, zeigt die Auslieferung des Drahtziehers des Attentats auf einen russischen Generals in Moskau. Das war bis letzten Sonnabend völlig undenkbar. Dem selbsternannten Schulrowdy würde eine Abreibung ganz gut tun, auch wenn der Schulhof, auf dem er stattfindet, nicht seiner ist.

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Die Spiele sind eröffnet – „Schluffis“ sind auch dabei

Bevor das olympische Feuer entzündet wurde, haben die Spiele ihre erste große Überraschung, mit der wegen der exzellenten Show – origineller und ideenreicher geht es wirklich nicht; nur Mariah Carey, die ihren Lady-Gaga-Moment hatte, war völlig falsch am Platze – überhaupt nicht zu rechnen war – der Veranstalter hat die große Chance, zu zeigen, dass Lagerfeld mit seiner Behauptung, wer in Jogginghosen das Haus verlasse, habe die Kontrolle über sein Leben verloren, völlig falsch liegt. Wer so wie der Modemacher denkt, der kommt beim Anblick der italienischen Sportler nicht umhin, zu glauben, sie würden ihre Couch nur im Notfall verlassen, also um Bier oder Pizza zu holen. Wegen des engen Bandes in den Nationalfarben des Landes an den Jacken erwecken fast alle Athleten den Eindruck, als seien sie übergewichtig. Da dies nicht sein kann, sind die jedem mindestens 2 Nummern zu groß. Schluffis vom feinsten im tiefsten Braun. Immerhin sind die Sportler im Schnee gut auszumachen, was man von den Österreichern nicht unbedingt sagen kann – deren Kleidung lässt darauf schließen, dass die Designer die Info hatten, eine Farbkombination zu wählen, die vor allem während des Novembers beste Tarnung ermöglicht (Grau in den unterschiedlichsten Tönen). Das Modeland Frankreich hat seine Athleten in Anoraks, die ein Ostblock-Gegenspieler Bonds in Sankt Moritz getragen hat (muss in den 70ern gewesen sein), gesteckt. Statt blau haben sie weiß gewählt. Das wirkt alles sehr streng. Das totale Gegenteil zu den Schluffis aus dem Nachbarland. Es gibt natürlich auch Nationen, die ihre Sportler richtig schick eingekleidet haben. Die Schweden zum Beispiel. Sehr dezent. Sehr stylish. Noch vornehmer kamen die Briten daher, wobei die Schals natürlich gewöhnungsbedürftig sind. Außer ihnen tragen, wenn sich der Blog richtig erinnert, nur die Norweger noch Stoff. Die Deutschen marschierten natürlich auch ein, im Poncho, wie der Spiegel meint (vermutlich kann man darin auch Base-Jumpen). In den Anden hat das Tradition, hierzulande wohl eher nicht. Während sie früher immer um den letzten Platz kämpften, haben sie es diesmal immerhin geschafft, etliche Nationen hinter sich zu lassen. Sogar die Amerikaner, die sich vom schlechten Geschmack ihres Präsidenten haben inspirieren lassen. Schöne Veranstaltung. Und ein perfektes Timing der Regie, die vor dem Dilemma stand, den Einzug der Athleten an 4 Orten zu übertragen. Das war eine Sache von Sekunden. So perfekt wie Trenitalia. Deutschland darf sich freuen. Italo kommt auch.

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Ohne Zähne – nicht jeder ist wie Wolfgang Neuss

Das war wohl dann doch ein bisschen zu konkret – während beim „Stadtbild“, das Merz missfällt, das Land erst einmal ein paar Tage rätseln musste, was er denn meint, wird jeder, der die Bekanntschaft mit einem Bohrer machen musste oder gar schon Zähne verloren hat, hellhörig, wenn er aus den Nachrichten erfährt, der Wirtschaftsflügel der CDU fordere, dass jeder selbst für die Zahnarztkosten aufkommen solle. Nicht jeder ist so mutig wie Wolfgang Neuss, der so tat, als würde es ihm nichts ausmachen, ohne Zähne aufzutreten. Das ist heutzutage gar nicht mehr möglich, ja wegen der Mittel, die zur Verfügung stehen, sogar undurchführbar – im Implantat-Zeitalter einen Kabarettisten, der ohne seine Zähne auftritt, erleben zu dürfen, ist so gut wie ausgeschlossen. Der Blog wüsste auch nur einen, dem er das zutrauen würde, jedoch wird sich Steimle schwer hüten, sich alle Zähnen ziehen zu lassen. Der bleibt lieber bei den Linken verfemt, als zu einem deren Helden zu werden. Recht hätte er. Während das Fernsehen sich bemüht, jeder Gruppe gerecht zu werden, fällt es dem Blog schwer, sich vorzustellen, dass es irgendwann einmal Programme von Zahnlosen für Zahnlose geben könnte (wie z.B. für Gehörlose). Da weite Kreise der Bevölkerung der Meinung sein dürften, dass man selbst schuld sei, wenn einem die Zähne früh ausfallen, dürfen Zahnlose bspw. nicht mit Nachrichten, die sie extra für sie produziert werden, rechnen. Das Klischee der eigenen Schuld ist einfach nicht tot zu kriegen, auch wenn ein wenig davon stimmen sollten. Da ausgerechnet ein Gesundheitssystem, das auf der Selbstfinanzierung basiert, als das teuerste in der Welt gilt, muss die Frage erlaubt sein, wie man überhaupt auf solche eine Idee kommen kann. Für einen Check zahlt man 100 Dollar in den USA, wie neulich bei einem öffentlich-rechtlichen Sender zu erfahren war. Zahnärzte hatten eine Turnhalle, in der sich kostenlose Untersuchungen durchführten gemietet. Einer sagte, dass er vor 8 Jahren zum letzten Mal seine Zähne hat checken lassen.
Wer hätte das gedacht – Epstein bringt statt Trump Starmer, der Mandelson trotz dessen zwielichtigen Rufs zum Botschafter in den USA ernannt hat, in Bedrängnis. Dummerweise haben dessen Getreuen Burnham, der sich als Kandidat für einen Wahlkreis, in dem nachgewählt werden muss, beworben hat, untersagt, dort anzutreten. Als MP hätte er Starmer ablösen können. Wer soll und Labours freien Fall zu stoppen.

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Selbst ein PR-Mann kann nicht besser über Schulze schreiben

Trat Haselhoff fünf Monate zu spät zurück oder war es richtig, diese Woche seinen Posten als Ministerpräsident aufzugeben? Angesicht der Wahl seines Nachfolgers Schulze, den damals kaum jemand im Lande kannte, hatte der Blog im September gemutmaßt, es wäre besser gewesen, hätte er gleich nach seiner Ankündigung, nicht mehr im nächsten Jahr als Spitzenkandidat antreten zu wollen, sein Amt niedergelegt. Es sieht ganz danach aus, als ob der Blog die Macht der Medien unterschätzt habe – mussten die etablierten Parteien früher, als sie noch unter sich waren, die Medienmacher inständig darum bitten, über ihre Spitzenkandidaten zu berichten, sorgen sie heute für Schlagzeilen, die ein PR-Parteienberater nicht besser hinbekäme. Schulze fordere im Bundesrat höheres Planungstempo heißt es auf einer Onlineseite, die sich höchst selten nach Berlin verirrt. Der Text ist kurz und knackig; fast unmöglich, einen Menschen zu finden, der noch zupackender als unser Ministerpräsident ist. Mehr geht wirklich nicht. Das klingt so, als ob die Planer ihm nacheifern sollten. Immerhin ist Schulze gleich im ersten Wahlgang ins Amt gewählt worden. Das zeigt, wie groß der Druck auf die Parteien ist. Der Blog ist ziemlich sicher, dass die Einwohner Sachsen-Anhalts in den kommenden Wochen mit derartigen Artikeln zugeschüttet werden. Ob es hilft, werden wir in rd. 7 Monaten wissen.
Der Blog hat sich im letzten Artikel fälschlicherweise geschrieben, die Russen hätten neue Satelliten. Es handelt sich natürlich um Aufklärungsdrohnen, für die die Zusage Putins, Energieversorgungsanlagen vorerst nicht mehr anzugreifen, nicht zu gelten scheint. Dank des Anzapfens Starlinks scheint die russische Armee nun in der Lage zu sein, Versorgungsfahrzeuge weit im Hinterland anzugreifen. Angesichts der neuen Fähigkeiten ihrer Drohnen kann die Armeeführung darauf verzichten, Kraft- und Umspannwerke zu zerstören. Wegen längeren Reichweite bleiben auch F-16 Jets, die im Westen des Landes stationiert sind, nicht mehr von Angriffen verschont. Der Blog würde sich nicht wundern, wenn nun die Festung Donetzk schneller als gedacht geknackt werden könnte.
So prominent wie heute war Crosstalk lange nicht besetzt – wer beiden im Internet folgt, ist vertraut mit deren Meinung. Kommt die Zeit zurück, in denen Leuten miteinander diskutieren, deren Ansichten gegensätzlicher sein können? Bspw. Strack-Zimmermann mit Prof. Mearsheimer? Das ist wohl vorbei. Man hat nur die Wahl, sich die Sendung, die am überzeugendsten und plausibelsten ist, herauszupicken.

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ICE – jetzt kommen sie auch noch nach Europa

Hätte es nicht zwei Tote gegeben, wären sie zu Olympia als amerikanisches Folklore-Sicherheitsteam angereist, das man mitgenommen hat, um jene, die Bodyguards wegen ihrer schicken Anzüge für Weicheier halten, abzuschrecken – nun sind sie Parias, die man aus Furcht, dass sie einen Bürgerkrieg entfesseln könnten, niemals würde einreisen lassen, letztendlich aber klein bei geben muss. Willkommen in Europa, genauer in Italien, wo der ICE die Aufgabe hat, während der Spiele Regierungsvertreter wie Vance und Rubio vor Angreifern zu schützen. Angesichts der dilettantischen Arbeit, die sie bisher verrichtet haben, könnte die Wahl eher den einen oder anderen auf den Gedanken bringen, herauszufinden, ob er einen guten Terroristen abgeben würde, als ihn abzuschrecken. In Washington setzt man auf Provokation. Die Nazis hatten dafür die SA, mit deren Mitgliedern man sich mehr als 10 Jahre kloppen konnte. Ende Januar 1933 war dann abrupt Schluss. Mit Beamten – das sind wohl alle, die für den ICE arbeiten – ist das nicht so einfach möglich. Die sehen sich, wenn der Blog deren Einsatzchef Bovino richtig versteht, als Sheriffs, die keinem Rechenschaft schulden. Das denkt Trump auch über sich. Im Gegensatz zu jenen, die wir aus den Western kennen, sind die hyperempfindlich – während die alten Helden in Ruhe ihren Whisky austrinken, bevor sie zur Pistole greifen, erwarten Trumps Hilfssheriffs am Tresen ihre Gegner mit bereits gezückter Waffe. Man muss schon verrückt sein, um sich mit dem ICE anzulegen. Nichtsdestotrotz ist es nur eine Frage der Zeit, bis jemand einen ICE-Beamten attackieren wird. Ohne solch einen Vorfall machen die „Säuberungsaktionen“, die das Weiße Haus durchführen lässt, keinen Sinn. Gegenaktionen würden Trump erlauben, zu behaupten, dass das gewaltsame Durchkämen ganzer Stadtgebiete Sinn mache. Noch wichtiger als Amerika wieder groß zu machen scheint für MAGA zu sein, aus dem Land einen Obrigkeitsstaat zu machen, der nun gar nicht zu den USA passt. Es braucht nicht viel, um Leute einzuschüchtern. Warum sollte sich der Normalbürger von einem Politiker unterscheiden? Letztgenannte geben schnell nach. Das jüngste Beispiel ist der Stopp der Öllieferungen Mexikos nach Kuba – die Präsidentin hat ihn höchstpersönlich verkündet.
Dank neuer Satelliten sowie Starlinks sind die Russen in der Lage, ihre Drohen als Aufklärer über Städte wie Kiew und Charkow einzusetzen. Die Späher-Drohnen sind wesentlich schneller unterwegs als die Kamikaze-Varianten. Die russischen Blogger haben noch eine bemerkenswerte Info, die aberwitzig erscheint – anstelle eines Vertrags zwischen Ukrainer und Russen unterzeichnet Selenskyj ein Abkommen mit den USA. Der eigentliche „Friedensvertrag“ soll zwischen Washington und Moskau ausgehandelt werden. Die Staaten in der Rolle des Schiedsrichters – wenn das mal gutgeht.

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Ehepaar Beckham – aufregender könnte es schon sein

So ist das eben mit den Prominenten – wäre jemanden, den niemand kennt, das Widerfahren, was Brooklyn Beckham erlebt hat, hätten Verwandte und Bekannte ihm gesagt, dass er angesichts der Fülle der Ratschläge, die A1 anbietet, wenn man „erster tanz hochzeit“ bei Google eintippt, selbst schuld sei. Und in der Tat, wer rechtzeitig vor der Hochzeit nachschlägt (notorischen Schuhtretern wird empfohlen, einen Tanzkurs zu buchen), der kann eigentlich gar nichts falsch machen. Anders als die Windsors, die sich wegen ihres Status gezwungen sahen, Harry in die Schranken zu verweisen, kann das Ehepaar Beckham warten, bis die Angelegenheit vergessen ist. Die Sympathien sind diesmal eindeutig – während das Königshaus nicht gut wegkam, hat die Familienfehde dem Posh-Girl einen Platz an der Spitze der Charts beschert. Mehr Mitgefühl geht wirklich nicht. Es fällt schon schwer, den Song vom Anfang bis zum Ende zu hören, geschweige denn dafür noch Geld auszugeben. Erstaunlich ist, dass sich überhaupt jemand für den Zwist, der langweiliger nicht sein kann, interessiert, denn im Gegensatz zu den Protagonisten, die einiges getan haben, um das Leben jener, die sie mögen, aufzupeppen, bekommt die Presse den Spice-Up Hebel einfach nicht zu fassen.
Wenn die Russen ihren Geheimdienstchef, der Admiral ist, was vermuten lässt, dass er sich in Militärangelegenheiten bestens auskennt, jedoch in puncto eines Rückzugsplanes von jenen, die den Krieg zu Lande führen, vor seiner Abreise nach Abu Dhabi genauestens instruiert wurde, zu den Verhandlungen schicken, dann kann man davon ausgehen, dass er nicht ermächtigt ist, Zusagen zu machen oder gar so etwas wie einen Waffenstillstand zu unterzeichnen. Er wird auf der Aufgabe des Donbasses bestehen, was für Selenskyj nicht infrage kommt. In Kiew scheint man darin eine Verhandlungsmasse zu sehen, die man um keinen Preis aufzugeben gedenkt. Zugleich ist es, wie auch schon Kursk, ein „Schwarzes Loch“, das Soldaten und Material verschlingt, wie die Front in Kupyansk zeigt – viele der Fahrzeuge und Roboter, die versuchen, über die Stadt in den Kessel zu gelangen, kommen nicht durch. In der jetzigen Situation haben die Ukrainer weitaus höhere Verluste als nach einem Rückzug in eine neue Linie. Die kommt bestimmt, nur ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass dann weitaus weniger Leute als noch vor 2 oder 3 Monaten zur Verfügung stehen werden. Die Russen scheinen darauf zu bauen.

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„Operation Catapult“ – hätte Trump mal auf Churchill geschaut

Wie man mit Freunden umgeht, von denen man weiß, dass sie mit dem, was man zu tun gedenkt, überhaupt nicht einverstanden sind, hätte Trump von Churchill lernen können – man überrumpelt sie einfach, so wie die Briten es in der „Operation Catapult“ getan haben. Wegen der Weigerung des Flottenadmirals, seine vor Algerien liegenden Kriegsschiffe der Royal Navy zu übergeben, ließ Churchill die Armada aus Furcht, sie könnten in die Hände der Deutschen gelangen, bombardieren. Eine „Operation Catapult“ auf Grönland wäre sicherlich wesentlich unblutiger als jene im 2. Weltkrieg verlaufen. Vermutlich hätte es noch weniger Tote als bei der Annexion der Krim gegeben. Zwei ukrainische Soldaten kamen 2014 ums Leben. Im Gegensatz zu den Russen, die eine Insel annektiert haben, die ihnen vertraut ist, beansprucht Trump ein Gebiet, das den Amerikanern völlig fremd ist. „Heim ins Reich“ funktioniert da nicht. Lt. Russlands ausgebufften Außenminister Lawrow gilt das auch für die Dänen, so dass alles danach aussieht, als ob die Grönländer selbst über ihre Zukunft entscheiden können. Sollte es so kommen, ist man geneigt, zu vermuten, dass der eine oder andere, der die Chance hatte, ins ewige Eis zu ziehen, angesichts des Geldes, das den Bewohner nun winkt, seine Entscheidung, im Warmen zu bleiben, bereuen könnte. Die amerikanischen Steuerzahler dürften das völlig anders sehen. Trump würde aus dem Weißen Haus gejagt, wenn er den Einwohnern versprechen würde, sie zu Millionären zu machen. Angesichts der schwierigen geographischen und klimatischen Bedingungen werden die Unternehmen, die dort investieren wollen, sich ebenfalls davor hüten, die Einwohner mit Geld zuzuschütten. Bleibt ihm nur die harte Tour, an die sich die Welt gewöhnt hat. Womit der Blog wieder bei der „Operation Catapult“ wäre – was will Amerika machen, wenn die Europäer ihre Soldaten nicht auf ein Gebiet konzentrieren (so wie die Franzosen es taten), sondern über die ganze Insel verteilen? Eine Invasion wäre schlicht unmöglich. Da die Wirtschaft keine Interesse an einem langen Handelskrieg haben kann, würde es den Blog nicht wundern, wenn Trump einen Rückzieher macht, um irgendwann einen neuen Anlauf zu starten.
Will Selenskyj das Weiterkämpfen vom Verhaltens Trump abhängig machen? Die Begründung, er reise nur nach Davos, wenn er dort wichtige Abkommen mit den Amerikanern unterzeichnet werden können, lässt die Vermutung zu. Die Angriffe auf die Energieversorgung Kiews haben wohl auch das Ziel, Selenskyj zu zwingen, Teile der Verwaltung in andere Teile des Landes zu verlegen. Vielleicht soll die Hauptstadt ganz aufgegeben werden. Es sollen schon tausende Leute die Stadt verlassen haben. Die Russen schicken sich nun an, nördlich von Pokrovsk vorzurücken.

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The Housemaid – immer noch besser als Nanny zu sein

Anstelle der Housemaid ein Houseman vom Schlage Borats, und die Bewohner der Gegend Big Apples, in der, wie der Titel verrät, geputzt wird, wenn auch nur ab und an, hätten den Regisseur wegen dramatisch sinkender Grundstückpreise in Grund und Boden geklagt. So bleibt es nur bei einem Imageschaden, denn nach dem Schauen des Films hat man eine ungefähre Vorstellung, warum Trump in bestimmten Kreisen als Genie angesehen wird. Das ist nicht das New York Woody Allens. In „The Housemaid“ sind alle stinkreich. Und irgendwie auch stinklangweilig. Es gehört schon viel Pech dazu, in diesem Milieu für jemanden Arbeiten zu müssen, die nach kurzer Zeit den Eindruck erweckt, sie sei komplett verrückt geworden. Shit happens sagt man wohl da drüben in solch einer Situation. Immerhin braucht sich eine Housemaid nicht mit den Blagen, die einem das Leben zur Hölle machen können, herumzuplagen. Jene im Film hat es auch in sich. Mit der hätte selbst die berühmteste Nanny der Welt ihre Schwierigkeiten gehabt. Zumindest anfangs. Natürlich kommt alle anders, als man es erwartet hat. Der Blog will nichts verraten, kommt aber nicht umhin, zu erwähnen, dass ein gezogener Zahn, der an der richtigen Stelle liegt, beide Protagonisten retten wird, was alleine schon reicht, sich den Film anzuschauen.
Endlich ein Gastgeschenk, was Trump gefällt – den Friedensnobelpreis, elegant verpackt. Die fade Geburtsurkunde, die Merz ihm im Sommer gescheckt hat, ist schon längst entsorgt worden, weil kein Museum sie haben wollte. Der Chef der CIA war zu Besuch in Caracas. Die neue Präsidentin in Venezuela fordert das Ausland auch, in ihrem Land zu investieren. Das lässt vermuten, dass Amerika die Sanktionen gelockert hat. Kann Trump doch Nationbuilding? Prof. Mearsheimer meint, dass er kein Interesse daran habe. In Grönland könnte sich das Prozedere wiederholen. Unglücklicherweise kann die Insel unter dem Eis nicht mit einem Bauernopfer aufwarten. Shakespeare würde Trump sagen lassen, „ein Königreich für einen Maduro“. Damit kann Grönland natürlich nicht aufwarten. Immerhin hat sich Washington nicht so weit vorgewagt, dass es schier unmöglich ist, einen Rückzieher zu machen. Im Augenblick sieht es aber ganz danach aus, als ob er sich daran wird messen lassen müssen. Klappt es nicht, würde man dies als Fehlschlag betrachten, worunter in erste Linie Vance, dessen Idee das wohl ist, zu leiden hätte.
In der Ukraine scheint der nächste Kessel anzustehen – trotz heftiger Angriffe hat es Selenskyj nicht geschafft, die Situation in Kupyjansk entscheidend zu ändern. Man wird den Brückenkopf auf Biegen und Brechen zu halten versuchen. Dabei sollten die Truppen längst in einer neuen Verteidigungsstellung sein, auch wenn diese unvorteilhaft ist.

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Der Blog glaubt, Grönland ist bereits verkauft worden

Knapp daneben ist auch vorbei – Venezuela statt Panama, dafür ist Grönland aber noch aktuell. Während vor einem Jahr Trump niemand sonderlich ernst genommen hat, versuchen heute unsere Politiker, ein Mittel zu finden, mit dem man seine Annexions-Gelüste eindämmen kann. Die Zeiten, in denen man eine Kolonie gegen eine andere tauschen konnte, sind längst vorbei. Vor hundert Jahren wäre auch niemand auf die Idee gekommen, Grönland den Dänen wegzunehmen. Es war schon schwer genug, Leute für den „Busch“ zu gewinnen. Eine „Eiszulage“ hätten sich die Kolonialmächte gar nicht leisten können. Wiki ist zu entnehmen, dass Grönland nicht wie eine gewöhnliche Kolonie geführt worden ist. Wegen des Geldes kam sicherlich kaum jemand ins ewige Eis. Das ist heute natürlich anders. Womit Trump ins Spiel kommt, der, Geschäftsmann wie er nun mal ist, am liebsten die Insel kaufen würde. Natürlich zu seinem Preis. Im Maklergeschäft hat er gelernt, wie man den nach unten drückt. Statt lange Kriege zu führen schwächt er lieber seine Gegner so, dass denen nichts anderes übrig bleibt, als mit ihm einen Deal zu machen. Politik und Medien erwecken den Eindruck, als würde Europa unter keinen Umständen die Insel aufgeben. Dabei wird hinter den Kulissen längst um den Kaufpreis geschachert. Für die USA könnte es richtig teuer werden. Wegen des Kaufs Alaskas wissen die Amerikaner immerhin, was sie erwartet. Diesmal werden sie nicht 100 Jahre auf die Förderung von Rohstoffen im großen Stil warten müssen. Trump tut alles dafür, Grönland so schnell wie möglich eisfrei zu machen. Wir helfen natürlich nach. Der Blog würde sich nicht wundern, wenn die Europäer als Gegenleistung fordern, wieder Waffen in die Ukraine zu liefern. Oder Truppen zu entsenden. Ausgeschlossen ist nichts. Angesichts dieser Aussichten stellt sich natürlich die Frage, was aus Spitzbergen wird. Bleibt die Insel frei von Waffen? Die Insel könnte zu einer Art Flugzeugträger, der unsinkbar ist, werden. Wer die Insel unter Kontrolle hat, der beherrscht die Arktis.
Nightfall“ – die billigste ballistische Rakete, die je entwickelte wurde. Wenn es denn klappen sollte. Eine Idee der Briten. Nicht ausgeschlossen, dass man mit ihr Ziele in Moskau trifft. Vermutlich können die Russen die Raketen abfangen (S-450 u. S-500). Das wird aber teuer. Eine Haken hat die Sache – wenn das Ding so billig ist, kann sie jeder haben. Stoff für den nächsten Bond. Nie war die Realität näher.

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