Nun noch ein Wettlauf, der die Welt rettet

Königstiger gegen T34, Apollo gegen Luna, BioNtech gegen SputnikV – und was ist mit dem Wettlauf, der die Welt vor der Klimakatastrophe rettet? Dabei geht es dem Blog nicht in erster Linie um die Erde und deren Bewohner. Dank der Aufregung, die das Wettrennen der Nationen um den besten Impfstoffs auslöst, würde dieser zu gerne erleben, wenn es auch eines geben würde, das der Welt den Untergang erspart. Schon wegen der unterschiedlichen Herangehensweisen, die sich von einer Generation auf die andere sowie auf jene, die zugezogen sind, zu übertragen scheint, was die Deutschen besonders freuen sollte, denn dank des Stoffes. den BioNtech bald anbieten wird, haben sie ihren Ruf, dass ihnen der Drang zur Perfektion, der dazu führt, immer etwas zu präsentieren, das zugleich neuartig und technologisch absolute Spitze ist. Das bedeutet auch meistens, dass das Produkt einige Macken hat – der Königstiger war zu langsam, zu schwer, zu komplex, zu störanfällig und fraß so viel Benzin, dass er es oft nicht aufs Gefechtsfeld mehr schaffte – sowie sehr teuer ist (ein Panzer kostete genauso viel wie 10 T34). Mit dem Impfstoff ist es, von den Macken abgesehen, ja ähnlich – Topbewertung, angesichts der Kosten jedoch, die die Impfung mit sich bringt, ist es ungewiss, ob er sich außerhalb jener Länder, die ihn sich leisten können, durchsetzen wird. Gut möglich, dass die Russen mit SputnikV im Kampf um die Zahl der verabreichten Ampullen obsiegen (so wie beim T34, von dem über 80.000 Stück gebaut wurden). Lt. den neuesten Daten soll er fast genauso gut wie jener von BioNtech. Nur eben billiger, was den Ruf der Russen, Dinge zu entwickeln, die funktionieren, jedoch nicht auf der neueste Technologie beruhen, bestätigen würde. Aufgrund dieser Gegebenheiten wäre es höchst interessant, zu beobachten, wie ein Wettlauf auf ökologischen Gebiet ausgehen würde. Bspw. darum, was sich ein Land einfallen lassen würde, wenn es hieße, zu einem bestimmten Stichtag nur noch eine festgelegte Menge Co2 pro Kopf in die Luft pusten zu dürfen. Wer die nicht erreicht, muss eine Strafe zahlen (bspw. an die UNO) Gäbe es einen solchen Wettlauf, lägen die Russen aussichtslos zurück. Das heißt aber nicht unbedingt, dass sie nicht aufholen könnten. SputnikV kommt da wie gerufen, erlaubt dieser dem Kreml doch, der Welt zu zeigen, dass Russland mehr kann, als Öl und Gas zu fördern. (Die würden den Stoff sogar verschenken.) Nawalny hat auch erkannt zu haben, dass der Kreml daran arbeitet, die Macht der Fossil-Oligarchen einzuschränken. Vermutlich kommt seine Forderung, bestimmte Vertreter zu sanktionieren, zu spät.

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Farce, die einem Helden schadet

Wenn sich, wie Marx meint, Geschichte immer zweimal wiederholen soll – erst als Tragödie, später als Farce –, dann ist es schön, zu denen zu gehören, die die Farce aus sicherer Entfernung beobachten können, da eine andere Macht die Rolle, die die Vorfahren einnehmen mussten, übernommen hat. Ehrlich bin ich nicht sehr traurig darüber, die Dinge nur aus der Ferne beobachten zu können. Die Farce ist fast genauso schrecklich wie die Tragödie, die wegen ihr einen ihrer Helden nun nicht mehr heldenhaft aussehen lässt. Wer hätte vor einen Monat gedacht, dass ausgerechnet Ereignisse im Kaukasus Stalins Ruf gefährden könnten? Putin lässt wegen seines eleganten und effizienten Eingreifens in Bergkarabach Stalin doch recht tolpatschig aussehen. Der Stählerne hat sich dem Führer nach der Unterzeichnung des Nichtangriffspakts regelrecht angedient – deutsche U-Boote und Flugzeuge konnten im Norden einen russischen Hafen und Flugplätze gegen die Alliierten nutzen; ferner wurden die Deutschen bestens mit Rohstoffen versorgt, so dass die Seeblockade der Briten, die im 1. Weltkrieg das Kaiserreich in arge Nöte brachte, wenig bewirkte. Alles nur, um keinen Krieg mit Hitler zu haben. Diese Strategie haben die Russen beibehalten, jedoch ihre Taktik geändert. Zu viel Unterwürfigkeit bringt den Gegner nur auf falsche Gedanken. Anbiederung wird als Schwäche ausgelegt, die bestraft werden muss. Der Kreml hat gelernt, sich nicht einschüchtern zu lassen. Moskau hat Soldaten geschickt, was völlig richtig ist, denn es sieht so aus, als ob sich meine Vermutung, Erdogan wolle das Gebiet, um Dschihadisten dort zu stationieren, mehr als bestätigen sollte – es sollen sich sogar syrische Familien in dem Gebiet ansiedeln. Vermutlich wollen die Türken Wehrdörfer, die die Armenier abschrecken sollen, errichten. Aber nicht nur die, sondern auch die Russen. Der Westen schaut zu, da jeder, der gegen die Russen ist, automatisch als Freund betrachtet wird. Und die Azeris. Für den Fall, sie sollten keine Lust mehr verspüren, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Aljyew hat sein Land verraten. Sein gefeuerte Generalstabschef (Militärs, die in Russland ausgebildet wurden, werden wegen zu enger Kontakte zum russischen Militär rausgeschmissen) sagte, wer die Türken ins Land lasse, der kann ihnen gleich Frauen und Kinder geben. Vermutlich hat er recht. Wie Marx mit seiner Farce.

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Der Circus packt ein und die Probleme fangen an

Wenn der Circus, der vor knapp vier Jahren ins Weiße Haus eingezogen ist, nicht eine befristete Stammplatzgarantie, die bald abläuft, hätte, würde man vermuten, er müsse fast so gut wie der russische Staatszirkus sein, der auch eine steinerne Manage hat, die ihn aber nicht davon abhält, auch nach Sachsen-Anhalt zu kommen. Während man in das Zirkuszelt, das in Moskau steht, rein darf, agieren die Artisten, Dompteure und Clowns, die beim Circus Trump angestellt sind, meist außerhalb der Manage. Fast jeden Tag können wir sie bewundern. Wie gestern Giuliani, der gestern einen Clown für Erwachsene gegeben hat. (Knapp nach dem Sandmännchen, jedoch noch lange vor dem Brot – wenn die Kinder nicht mal wissen, wann sie ins Bett müssen, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass jedes Bundesland seine eigene Corona-Regeln hat). Horror light, jedenfalls für den Blog, der während des ganzen Berichts überlegt hat, was ihm wohl widerfahren sein könnte. Als die Reporterin am Ende sagte, ein Haarfärbemittel sei über sein Gesicht ausgelaufen, war der Blog erleichtert (die Bilder ließen eine Schädelspaltung bzw. etwas dergleichen vermuten). Aber warum bringt die Journalistin das nicht im ersten Satz? Aus Angst, niemand könnte ihren Bericht mehr sehen wollen? Es steht wohl außer Frage, dass diese Hinweis gleich zu Beginn das Aufmerksamkeitslevel beträchtlich reduziert hätte. Der Blog hätte ihr bestimmt nicht zugehört. So aber hat Giuliani dank der Medien beweisen können, dass er ein talentierter Horrorclown ist, der in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt alles unternimmt, zu verhindern, dass Circus Trump das Weiße Haus räumt. Die Show war gut, die Performance jedoch miserabel – die Akteure haben nicht das getan, was man sich von ihnen erwartet hatte. Die Trapezkünstler landeten ständig im Netz landen, Dompteure sprangen anstelle der Tiere durch brennende Reifen. Nur die Clowns haben überzeugt.
Mit Biden wird es keine Show mehr geben. Ob dessen Programm besser sein wird, ist heute noch nicht zu beurteilen. Ausgerechnet einen Mann zum Umweltberater zu machen, in dessen Wahlkreis die 7 der 10 Städte bzw. Gebiete liegen, deren Luftqualität zu den schlechtesten im Amerika zählt, liegen, macht nicht unbedingt Hoffnung, dass Joe etwas Grundlegendes ändern will (zudem, wenn nicht bekannt ist, dass er etwas dagegen unternommen hätte). Wie bedrohlich die Situation ist, zweigen die Methan-Sprudel in der See vor Sibirien. In einigen Gebieten ist die Methan- Konzentration in der Luft 15 mal höher als im Durchschnitt auf der Erde. Da reicht es nicht mehr aus, die Arktis künstlich zu vereisen (der Blog berichtet). Es bedarf womöglich auch Eisanlagen auf dem Meeresgrund, um die Methan-Vulkane zum Erlöschen zu bringen. Neben der künstlichen Vereisung an der Oberflächen müssten Kältestäbe an den Stellen, wo das Methan heraustritt, gebohrt werden, um den Permafrost wiederherzustellen. Glaubt wirklich jemand daran, dass man Joe für solch eine Idee begeistern könnte?

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Abgang in Psychiatrie und als „Fräulein Knüppelkuh“?

Kann Politik langweilig sein, wenn einer seinen Abgang so inszeniert, dass die Bürger, die ihn nicht wählten, den Eindruck haben müssen, er möchte unbedingt in der Psychiatrie enden, und eine drauf und dran ist, im letzten Jahr ihrer Amtszeit ihren Mutti-Image zu verlieren? Natürlich ist es abwegig, zu glauben, Donald könne in einer Psychiatrie, wie wir sie kennen, enden – wenn Psychologen die Meinung des Blogs, der vermutet, er könnte unter narzisstischen und histrionischen Persönlichkeitsstörungen leiden, teilen, dann wird er auf seinen Golfplätzen therapiert werden. Angesicht der einiger Prozesse, die gegen ihn im nächsten Jahr anberaumt sein sollten, ist es vielleicht keine schlechte Strategie, jetzt so irrational wie nur möglich zu handeln – wer wie Donald gerne Golf spielt, wird keinen Atomkrieg anfangen, um vor Gericht den Eindruck zu erwecken, er sei krank und deshalb nicht schuldfähig. Es reicht, wichtige Leute zu entlassen (wie den Chef für Cybersicherheit, der wegen seiner Erklärung, die Wahlen seien die sichersten, die Amerika je gehabt hätte, gehen musste), unsinnige Prozesse wegen angeblicher Wahlfälschung zu führen oder Truppen abzuziehen (Biden als Kriegspräsident, der Soldaten wieder nach Afghanistan schickt – ein besseres Geschenk kann Donald den Republikanern nicht machen). Verwegen setzt Donald alles daran, das Ungemach, das ihm nach seinem Abgang droht, noch schlimmer zu machen. Aus dem Kalkül heraus, dass jeder, der ihn verklagen will, wissen soll, dass der Prozess im Chaos enden wird? Nicht auszuschließen, dass Trump im nächsten Jahr weiter in den Schlagzeilen blieben wird. Vermutlich braucht er das. Er scheint sich ziemlich sicher zu sein, nicht im Sing Sing zu landen. Bezüglich seiner Wiederwahl hat er sich schon getäuscht. Diese Fehleinschätzung wäre aber folgenschwerer. Über Merkel kann mit Sicherheit gesagt werden, dass sie keine Psychologen braucht. Aber mit dem Mutti-Image könnte es aber bald aus sein – Lehrer, die früh am Eingang zur Schule die Kinder harsch auffordern, ihre Masken aufzusetzen, tragen nicht gerade dazu bei, das Bild von der lieben Mutti, die alle verhätschelt, aufrechtzuerhalten. (Der Blog weiß, wie es ist, beim Betreten der Schule angegangen zu werden – auf Penne ist er mal streng angehalten worden, seine Baskenmütze abzunehmen. Und das noch von einem Geschichtslehrer, der hätte wissen müssen, wo die Mützen noch getragen werden können. Bspw. würde kein Baske die Mütze in der Dorfbar absetzen.) Statt Homeschooling ist totaler Präsenzunterricht angesagt. Gerade mal die Klassen sollen halbiert. Das ist ganz im Sinne der Eltern, die aufgrund der schlechten Erfahrung während des 1. Lockdowns fürchten, ihre Kinder könnten den Anschluss verlieren. Und da die meistens auch wählen, wird sich, wie der Blog schon orakelte, an Merkels Strategie, notfalls alles zu schließen, um den normalen Unterricht aufrechterhalten zu können, nichts ändern. 24 % des Anstiegs der Coronafälle sind der Öffnung der Schulen geschuldet. Angesichts der Prioritäten, die Merkel setzt, wäre es illusorisch, zu glauben, Kinos und Restaurants können bald wieder aufgemacht werden. Es sieht ganz danach aus, als ob Merkel ihr Abgang egal sei – Mutti oder „Fräulein Knüppelkuh“, das ist hier die Frage.

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Kino statt Feuerwerk zu Silvester?

Schön wäre es, jedoch kann ich nicht so recht daran glauben, auch wenn die Holländer gestern verkündet haben, dass zu Silvester nicht geknallt werden dürfe, was den Staat stolze 40 Millionen € kostet. Der Betrag scheint mir so hoch zu sein, dass die Leute, die in der Nähe der Grenzen wohnen, sich schon mal überlegen sollten, wie sie den Wohnwagen-Tsunami überstehen können. Bei der Summe scheint es sogar für Hotels Sinn zu machen, in den Niederlanden um Gäste zu werben. Bspw. mit einem speziellen Übernachtungspaket zu Silvester – Raketen und Böller nach Wunsch abzgl. eines Gutscheins (25% vom Feuerwerk) sowie der Versicherung, dass der Gast den Platz, wo er knallen darf, nicht mit jemanden teilen muss. Je penibler die Angaben, desto besser die Chancen – da kann man ruhig dick auftragen, wie dass alle Knallplätze von den deutschen Behörden genehmigt worden sind (was natürlich nicht stimmt, da es keiner Genehmigung bedarf – bis jetzt jedenfalls). Fairerweise muss man eingestehen, dass die Holländer sich auch leisten können, zu Silvester nicht zu knallen. Welcher Fernsehsender zeigt schon, wie Amsterdam ins neue Jahr gekommen ist? Selbst in Indonesien nicht, wo mal die niederländische Ostindien-Kompanie uneingeschränkt herrschte, dürften die Sender Bilder aus New York, London oder Berlin jenen aus dem Mutterland vorziehen. Kommt es diesmal ganz anders? Während Asien Stunden vorher heller denn je erstrahlt, bleibt Europa zappenduster. Und womöglich Big Apple noch dazu. Selbst Moskau, wo Bars und Restaurants bis Mitte Januar ab 23:00 Uhr schließen müssen, könnte darauf verzichten. Aber haben die Politiker den Mut, der Welt einzugestehen, dass hier im Augenblick nicht der Bär, sondern Corona steppt? Statt Sydney, das sich bis jetzt immer darauf verlassen konnte, zu Silvester in der Tagesschau zu sein (das schien so sicher wie die englische Lady mit ihrem Butler in den Dritten Programmen zu sein), Tokio? Oder gar Peking? Die Chinesen feiern das neue Jahr zum Glück später.

Wer geglaubt hat, Kriege würden nicht mehr aus Eitelkeit oder Stolz geführt, ist nun eines Besseren belehrt worden – die Dokumention zeigt eindrucksvoll, dass genau das die Gründe waren, die Aljew veranlassten, Krieg gegen die Armenier zu führen. Es geht nicht darum, Vertriebene, die 30 Jahre lang in provisorischen Siedlungen leben, zurück in ihre Heimat zu führen. Die Leute, die dort interviewt werden, haben sich eine neue Existenz in Aserbaidschan aufbauen können. Schwer zu glauben, dass sie ihre Dörfer wieder aufbauen wollen. Trotzdem sehen sie die Rückeroberung als Selbstverständlichkeit an. Nur um noch einmal an dem Ort, wo sie aufgewachsen sind, sein zu dürfen. Formal mögen sie im Recht sein. Nur hat kaum jemand Verständnis für sie. Die Armenier tun recht daran, wenn sie ihre Häuser abfackeln. Die Proteste in Jerewan zeigen, wie absurd die Situation ist – da wollen Armenier die Russen aus Bergkarabach raus haben. Als ob die etwas dafür könnten, dass die Armenier ihre eigenen Landsleute im Stich gelassen haben. Die Armee hielt sich raus, es kämpften nur Einheimische und Freiwillige. Waffen wurden auch nicht geliefert. Am Ende sind wieder die Russen dran schuld. So wie immer.

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Bergkarabach – nun sind die Russen drin

Geschafft – der Kreml ist wieder drin, und das geradeso, denn im Gegensatz zu Boris, der der zu wenigen Internetpionieren gehörte, die es schafften, mühelos ins Netz zu kommen (und ohne den schrillen Piepton, den mein Modem abzugeben pflegte), sind die Russen praktisch auf dem letzten Drücker reingekommen. Und das keine Minute zu früh, wie der Abschuss eines Hubschrauber, der eine Militärkolonne absichern sollte, die im Begriff war, von Armenien aus in Bergkarabach einzumarschieren, gezeigt hat – wäre das vor wenigen Tagen passiert, hätte man sich in Moskau gezwungen gesehen, eine passende Antwort zu finden. Aber der Kreml ist nicht in die Falle, die die Türken ihm stellten, gegangen – man wollte nicht von einem Dschihadisten, dem Erdogan eine MANPAD in die Hand gedrückt hat, in den Krieg gezogen werden. Aus gutem Grund sind die Russen dem Kampfgeschehen lieber fern geblieben. Nun ist man drin, in Bergkarabach, um auch Wunsch der Kriegsparteien für Frieden zu sorgen. Und man hat es richtig eilig. Die ersten Soldaten sind schon auf dem Territorium der Exklave. 6 Großtransporter sind dabei, weitere Truppen heranzuführen. Und des ist kaum anzunehmen, dass die Russen so schnell verschwinden werden, wie sie gekommen sind. Sie sind eingerückt, um ewig zu bleiben, auch wenn der Vertrag vorsieht, dass nach 5 die Vertragspartner die Möglichkeit haben, die russischen Friedenstruppen rauszuwerfen. Leidtragende der Vereinbarung sind die Armenier, die in Bergkarabach leben – deren Zukunft ist völlig ungewiss. Wer will schon in ein Gebiet zurück, in dem in 5 Jahren wieder gekämpft werden könnte? Macht es da überhaupt Sinn, die zerstörten Gebäude wieder aufzubauen? Wenn die dort lebenden Armeniern eine Zukunft haben wollen, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als Moskau zu bitten, für deren Sicherheit zu sorgen. Angesichts der bitteren Erfahrungen mit Staaten, die mal zu Sowjetunion gehörten, wäre den Russen eine Festung im Kaukasus, in der sie tun und lassen können, was sie wollen, höchst willkommen. Man bräuchte sich nicht mehr auf andere verlassen. Und Erdogan hätte sein nächstes Eigentor geschossen. Eines hat er mit dem Einmarsch der Russen schon hinnehmen müssen. Das war nicht vorgesehen. Er kann sich sicher sein, dass die Leute des FSB lieber Terroristen jagen würden, als Autos, die zwischen Armenien und Bergkarabach verkehren, durchsuchen zu müssen.

PS: Ob Azeris, die ihre Heimat verlassen mussten, angesichts der unsicheren Lage wieder zurückkehren, ist auch höchst zweifelhaft.

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Jetzt muss Biden nur noch rechtzeitig zurücktreten,

was nicht so ganz einfach wird – hatten vor der Wahl wegen der guten Umfragen viele den Eindruck, Joe würde locker durchregieren können, ist nach dem knappen Wahlergebnis aus dem großen Überflieger, der im Weißen Haus nach Gusto würde schalten und walten können, dank wohlwollender Medien ein „Drachentöter“, der das gefährlichste Ungeheuer seiner Spezies tollkühn zur Strecke gebracht hat, geworden. Was natürlich nicht stimmt, denn jener, den Joe mühsam bezwungen hat, war übergewichtig, unbeweglich, träge und langsam. (Geschielt haben muss er auch, denn sonst wäre Biden in sein Feuer geraten. Stattdessen verfehlten die Flammen ihn immer wieder.). Und da seinen Fußsoldaten nicht gelungen ist, die Gefolgschaft des Drachens zu besiegen, ist die neue Residenz kein Ort, von wo man regieren kann – statt Versailles heißt es, sich in die Kutsche zu setzen und durch das Land zu touren, so wie es Friedrich II. getan hat. Aber dafür ist Biden zu alt, denn er muss für seine Ideen in der Hoffnung werben, sie in der zweiten Amtszeit umsetzen zu können. Mit ein bisschen Glück ändert sich schon etwas bei den Midterms, den Wahlen zur Halbzeit. Hat er die Kraft? Das Charisma? Wohl kaum. Des Ergebnis zeigt, wie engstirnig die Entscheidung des Establishments der Demokraten war, auf Biden zu setzen. Man hat auf ihn gesetzt, weil man glaubte, ein linker Kandidat hätte gegen Trump keine Chance. Jedoch scheint man übersehen zu haben, dass er auch in der Lage sein muss, in seinem Amt etwas zu erreichen. Angesichts dessen Alters und der Mehrverhältnisse fällt es nicht schwer, zu prognostizieren, dass sich unter Biden nicht viel ändern wird, so dass selbst der Präsidentschaftskandidat der eigenen Partei es tunlichst vermeidet, mit ihm in Verbindung gebracht zu werden. Die Fehler, die Donald machte, werden dann den Demokraten angelastet. Es ist ein Pyrrhussieg für sie. Mehr konnte Trump für die Republikaner nicht erreichen (unglaublich, dass er das geschafft hat). Unter diesen Umständen bleibt ihnen eigentlich nur, Joe so schnell wie möglich auszutauschen. Angesichts der Machtsituation wird es nichts mit ihm. Die Demokraten brauchen jemanden, der die vielen Hinterwäldler, die das Land hat, davon überzeugt, dass die Republikaner die falsche Wahl sind.

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Nachruf auf Amtszeit nicht eine Minute zu früh

Was ist eine Ausnahme von der Regel, die heißt, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben? Einen Nachruf auf die Zeit Trumps als Präsident vor der Wahl bzw. der Verkündigung des Ergebnisses zu schreiben. Und warum? Weil man diesen an jedem Tag seiner Amtszeit hätte schreiben können, so dass es keine Rolle spielt, wie er morgen abschneidet, selbst wenn sich herausstellen sollte, dass Donald nur scheintot gewesen ist. Wacht ein Scheintoter auf, kann es ziemlich gefährlich werden, denn meist ist er dann nur noch schwer zu bremsen, wie Vincent Price und Peter Lorre erfahren müssen. Aber wenigstens ist der Nachruf geschrieben, wenn Donald sich im Eigenlob suhlt und viele der Nasen derer, die ihm dabei zuschauen, einen beißenden Knoblauchgeruch vermelden. Und selbst wenn Donald verlieren sollte, ist das Leben ungerecht, denn er war so schlecht, dass er es nicht verdient, als Präsident im Ruhestand in Interviews behaupten zu können, die Pandemie sei sein Schicksal gewesen sei. Was für die Deutschen der Winter vor Moskau ist für ihn Corona. Dabei hat er anfangs vieles besser als die Europäer gemacht – an den Flughäfen hat man versucht, mit Wärmebildkameras verdächtige Virenschmuggler aus dem Verkehr zu ziehen. Der Flugverkehr mit China wurde eingestellt. Und Peking wurde heftig für seine Politik, die Welt über Covid im Dunkeln zu lassen, kritisiert. Die Chinesen mauern heute noch. Fast hat es den Anschein, als ob sie das tun, um die Welt vorzuführen. Was auch gelingt – hierzulande ist man nur daran interessiert, zu erfahren, wie Peking die Ausbreitung des Virus gestoppt hat; was am Anfang des Jahre in Wuhan lief will niemand mehr wissen. Bzgl. des Flugverkehrs mit Europa war Trump zu spät dran – Covid war bereits im Lande und ziemlich schnell auch nicht mehr gefährlich, so dass jeder Amerikaner selbst zusehen musste, wie er über die Runden kam. Mit die Hilfe des Präsidenten durfte niemand rechnen. In jedem anderen Land hätte Trump nach dieser Performance überhaupt nicht mehr anzutreten brauchen. In Amerika hat er noch Siegeschancen.

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Kein Halloween heute! Und Luther fällt auch aus.

Wer am Anfang der Pandemie aufgrund vieler Artikel den Eindruck hatte, nach Corona würde alles besser werden, da die Menschen aus ihren Fehlern lernen würden, darf wieder hoffen, denn heute ist der erste Tag, den der Virus zu einem besseren gemacht hat – Halloween fällt nämlich aus, so dass niemand zu fürchten braucht, ein Kind ohne Maske, das eine bunte Corona-Badekappe, die schön stachelt, wenn man rüber fasst, aufhat sowie in einem ebenso farbenprächtigen Umhang, auf dem vorne und hinten in Leuchtbuchstaben „Ich bin ein Corona“ steht, gehüllt ist, könnte klingeln und um Süßigkeiten bitten. (Der Oscar für die beste Idee zu Halloween ist dem Blog im nächsten Jahr schon einmal sicher. Zudem kann sich der Blog durchaus vorstellen, dass im Falle eines Supergaus, dem Ausbleiben eines Impfstoffes, viele dieses Outfit in der Hoffnung tragen, Corona würde Lebewesen nicht befallen, die sein Aussehen annehmen. Leute, die bei Kasse sein, werden sich voll verstacheln bzw. vernoppen. Selbst deren Masken werden stacheln.) Jedoch wird man erst heute Abend wissen, ob dieser Sonnabend in die Geschichte eingehen wird. Dann wird sich zeigen, wie viel Macht die Eltern über ihre Kinder haben. Oder ob es ihnen völlig egal, dass ihre Sprösslinge jemand anstecken könnten. Während der Ausfall Halloweens locker zu verkraften ist, wiegt der Ausnahmezustand, den Merkel verhängt hat, weitaus schwerer. Und da ausgerechnet im trübsten Monat des Jahres Kinos und Theater ausfallen (es hat schon einen Grund, dass alle einschlägigen Trauertage im November liegen), bleibt nur, darauf zu hoffen, dass Donald seinen Abschied aus dem Weißen Haus so unterhaltsam wie nur möglich gestaltet. Die Vorhersagen sind ziemlich eindeutig. Nur ein Institut, dessen Arbeit nicht mit Bestnoten bewertet wird, sieht ihn vorn. Das sieht nicht gut für ihn aus. Er kann nur darauf hoffen, dass möglichst viele, die per Brief wählten (vornehmlich Biden-Wähler), die Regeln nicht beachtet haben, so dass deren Stimmen für ungültig erklärt werden. Im Schnitt sollen es um die 5 bis 7 Prozent sein. Mimt Donald den Richter Adam? Der weigert sich, einzugestehen, eine Tat begangen zu haben. Donald ist zwar nicht so sympathisch wie Jannings, aber das ist in diesen grauen Tagen auch egal. Die Hauptsache ist, zu erleben, wie er versuchen wird, die Wahl in Frage zu stellen. Der Blog ist gespannt. Der Höhepunkt ist eh erst im nächsten Jahr – wenn nämlich Cops Donald nach der Vereidigung Bidens aus dem Weißen Haus tragen werden.

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Die Statistik – gibt es sie überhaupt noch?

„Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast“ – einen guten Ruf hatte sie nie, aber immerhin muss man vor 80 Jahren, als Churchill oder auch Goebbels, so genau weiß man das nicht, der Satz rausgeruscht sein soll, noch die Ansicht vertreten haben, dass sie nützlich sein könnte. Vielleicht glauben unsere Politiker, jeder würde das Zitat kennen, so dass sie sich erst gar nicht die Mühe machen, uns lange Zahlenreihen vorzulegen. Wir würden denen ja eh keinen Glauben schenken. Das mag so sein, jedoch vergessen sie, dass die Menschen es lieben, belogen zu werden. Und wenn in diese Lüge viel Arbeit eingeflossen ist, glauben die meisten erst recht, dass sie wahr sein müsse. Bezüglich Corona glauben unsere Politiker, dass zwei Werte für uns ausreichen würden – das ist zum einen die Reproduktionszahl (über den Wert 1,4 hat die Kanzlerin gesagt, dass 10 Menschen 14 Menschen anstecken würden) sowie zum anderen die Zahl der Neuinfektionen der letzten 7 Tage je 100.000. Vielmehr erfahren wir nicht. Aber wäre es angesichts eines neuerlichen Lockdowns nicht ganz gut, zu wissen, wie jene Einrichtungen, die geschlossen werden sollen, zum sogenannten Infektionsgeschehen beigetragen haben? Der Blog denkt da an eine Statistik, aus der zu erfahren ist, wie viele Leute sich im Kino, wo die Gefahr, sich mit Corona zu infizieren, geringer als im Büro ist, angesteckt haben. (Seit letzter Woche muss man auch während der Vorstellung eine Maske tragen.) Ist das geheime Kommandosache oder werden solche Informationen nicht erhoben? Kann Merkel morgen mit Zahlen, die belegen, wie dank der Maßnahmen der Infektiontsunami in sich zusammenbricht, um dann schließlich einer Ostseewelle zu ähneln? Der Blog glaubt eher nicht. Das sieht eher nach purem Aktionismus aus. Es wird da geschlossen, wo es nicht wehtut. Vermutlich muss man zig Bereiche schließen, damit in jenen, die weit gefährlicher sind, jedoch aus populistischen Gründen offen bleiben müssen, weitergearbeitet werden kann. So haben die Lehrer völlig zu Recht ihren Unmut darüber zum Ausdruck gebracht, trotz höhere Ansteckungsgefahr so wie bisher weitermachen zu müssen. Ironie der Geschichte – die Kanzlerin, die Zahlen so lieben soll, verzichtet völlig darauf, ihre Maßnahmen mit diesen zu begründen.

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