Von Scholz überholt zu werden, ist wie..?

Ja, wie ist es, Frau Strack-Zimmermann, Herr Hofreiter, Frau Göring-Eckhardt? Wie ist es, plötzlich als lahme Ente dazustehen? Die drei pokerten hoch, doch Scholz war besser, denn dank seiner unnachgiebigen Haltung fahren neben den Leos nun auch Abrams in der Ukraine auf. Die Briten hatten ihre Eiserne Lady, wir haben nun unseren Eisernen Herrn, aus dem, da Herr mit Herrschaft, die den Deutschen überhaupt nicht behagt, in Verbindung gebracht werden könnte, mit Sicherheit ein Eiserner Sir wird. Was ist er in den letzten Tagen verspottet worden. Fast alle lagen falsch („Zauderer“, „führungsschwach“ etc.) Nur eine Fotomontage kam der Realität am nächsten. Auf dieser wechselt er ein paar Worte mit dem Führer – in einer Sprechblase neben Scholz heißt es, „er sagt, gib mir die Leoparden“, was F veranlasst, zu fragen, „Du hast nicht?“, worauf er lachend antwortet, er habe immer noch T-34 in Berlin. Nun spottet aber niemand mehr – das vermeintliche Weichei ist in Wirklichkeit ein Hardliner, der es geschafft hat, dass die Männer, die einen Panzer fahren wollen, sich bald den Typ aussuchen können. Und statt Schrott gibt es hochmodernes Gerät. Die besten Tanks, die der Westen zu bieten hat, werden in den Osten geschickt. Die zwei oder drei Monate, die die Ukrainer brauchen, um die Waffen bedienen zu können, werden die Russen nutzen, die Front zu verkürzen. Je kürzer die ist, desto geringer sind die Chancen für eine Panzergruppe, die russischen Stellungen zu durchbrechen, wie es ein Schweizer Militärexperte vorgeschlagen hat. Der meinte, mit 100 Panzern sei es möglich, die Front zu durchbrechen. Damit das passiert, müssten die Russen schon so betriebsblind wie die Deutschen vor der Einkesslung Stalingrads sein. Höchst unwahrscheinlich, dass sie sich so verhalten werden. Ausschließen kann man es aber nicht. Und jede Menge schlechtes Wetter wäre vonnöten, um vorwärts zu kommen. Kaum vorstellbar, dass die russischen Luftwaffe ihre Panzer jagenden Helikopter nicht in den Himmel bekommt. Statt in der Steppe werden die Waffen aus dem Westen wohl zur Verteidigung der Städte eingesetzt. Es ist nicht auszuschließen, dass Scholz noch einmal über seinen Schatten springen muss. Dann gibt es die „Eurofighter“. Das war es dann auch. Mit Atombomben kann Deutschland nicht dienen. Das ist auch gut so.

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Das nimmt doch keinen Einfluss, oder doch?

Die Krux der Umweltaktivisten – allen Aktionen, die sie in der jüngsten Vergangenheit gestartet haben, ist rundweg der Stempel „kein Einfluss“ mit voller Kraft und triefender Tinte aufgedrückt worden. Das schmerzt. Haben die Klebeaktionen auf Deutschlands Straßen wenigstens noch jene, die aufgehalten wurden, wütend gemacht, hat es für seit dem letzten Wochenende, als sie versuchten, im schlimmsten Schmuddelwetter den Abriss Lützeraths zu stoppen, nicht aufgehört, zu regnen. Und ein Ende des Dauerregens ist nicht in Sicht, denn es sieht ganz danach aus, als ob sich ein Dauertief, das überhaupt nicht die Absicht hat, fortzuziehen, über ihnen breit gemacht hat, so dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als zu versuchen, selbst dem Tief zu entkommen. Gegen die Absolution, die Latif mit seiner Einschätzung, die Kohle, die unter dem Dorf abgebaut und verheizt würde, sei für das Weltklima völlig irrelevant, allen jenen erteilte, die den Blockaden dort nichts Gutes abgewinnen konnten, hilft nur, neue Wege des Protests zu finden, denn die gilt ja nicht nur für Lützerath, sondern für jeden Ort der Welt, an dem Kohle abgebaut wird. In Zweifel gezogen würde sie erst, wenn es den Umweltaktivisten gelänge, zur gleichen Zeit auf der ganzen Welt Tagebaue zu besetzen und stillzulegen. Dank der weitsichtigen Außenpolitik des Westens ist das praktisch undurchführbar. Auch wenn sie in Russland oder China freie Hand hätten, wäre ihnen der Erfolg nicht sicher, wie das Beispiel Kolumbien zeigt. Der Plan der Regierung, keine neuen fossilen Abbau- und Förderstellen mehr zu genehmigen, stößt selbst bei deren Vertretern auf Widerstand. Welche Form des Protests hat Einfluss aufs Klima? Der Blog hat da eine Idee. Um die umzusetzen, müssten Greta und Co. wohl eine Erbsünde begehen, nämlich sich hinter das Steuer eines Autos zu setzen. Gelänge es ihnen, die Fahrer, indem sie alle Spuren, die ihnen auf der Autobahn zur Verfügung stehen, nutzen, dazu zu bewegen, sich ihrem Tempo, das 100 km/h nicht übersteigen sollte, anzuschließen, bräuchten sie sich nicht mehr nachsagen lassen zu müssen, ihre Proteste hätten keinen Einfluss auf das Klima. Der Blog würde ihnen jedoch nicht raten, die Strecke von München nach Berlin ohne Pausen in Angriff zu nehmen. Vielleicht ist Herr Latif, der weiß, wie es ist, mit 100 auf der Autobahn zu fahren, auch mit dabei.

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M3GAN – die perfekte Helikopter-Puppe

Gäbe es M3GAN bei Amazon, würde an den Spielplätzen dieser Welt ein Schild stehen, auf dem hinter dem Kreuz gerade noch so ein Mann und eine Frau zu erkennen sind (ein Fußgänger-Schild mit einem großen X) – Park- und Halteverbot für Erwachsene, was ein Albtraum für alle Helikopter-Eltern wäre, hätten sie doch mit einem Schlag nichts mehr zu tun. Ihnen drohte die Arbeitslosigkeit in ihrer Freizeit, was sie sich nie im Leben hätten vorstellen können. Das wäre das absolute Horrorszenario für sie. Angesichts dieser Aussicht ist klar, dass M3GAN keine Erfindung eines Helikopter-Elternteils sein kann – auf die Idee, eine Puppe zu basteln, die sich selbst beibringt, für ein Kind Spielkamerad, Aufpasser, Ratgeber, Tröster etc. zu sein, kann nur jemand kommen, der nicht viel Zeit hat, sich um sie zu kümmern. Und in der Tat, wie jede epochale Erfindung ist M3GAN auch eine, die der Not geschuldet ist. Während die meisten Neuerungen einige Zeit brauchen, um sich auf sie verlassen zu können, ist die Superpuppe der Überflieger alles Bahnbrechenden – im Nu hat sie alles drauf. Leider gibt es nur ein Problem – sie übertreibt es mit ihrer Fürsorge und Umsicht. Vor allem aber ist sie schrecklich nachtragend und rachsüchtig. Die Puppe, die niemals verzeiht. Jeder, der ihren Schützling oder gar ihr zu nahe tritt, wird grausam bestraft. Mit ihr würden die Spielplätze dieser Welt zu Schlachtfeldern. Der harmloseste Zwist würde einen blutigen Krieg in der Sandkiste auslösen. Im Film mag die wehrhafte Puppe ganz amüsant sein. Im täglichen Leben braucht sie niemand, zumal wenn es sie schon gibt, wie bspw. in der Politik, in der jede Menge menschliche M3GANs fordern, doch endlich die Leos in die Ukraine zu schicken. Es scheint, als würden sie noch daran glauben, kurz vor dem Ziel, das in diesem Fall Front heißt, den Challenger abfangen zu können (getreu dem Motto Ulbrichts „Überholen ohne einzuholen“). Der Blog würde sich nicht wundern, wenn die Leo-Enthusiasten es tatsächlich schaffen sollten, ihn noch vor dem Challenger ins Fadenkreuz eines russischen Panzers zu manövrieren. Wer Strack-Zimmermann und Co. zuhört, der steigt freiwillig in ein Gerät, das als Beuteziel ganz oben steht (man sitzt praktisch auf einem Präsentierteller, das womöglich sogar recht bequem). Die große Frage ist, wie die Ukraine die Panzer einsetzen werden. Zusammen mit ihren Panzern in der Hoffnung, die Russen wählen ihre, so dass die westlichen Tanks ihre Arbeit verrichten können? Oder getrennt? Genaues weiß man nicht. Zwei Dinge sind aber so gut sicher wie – zum einen sind das Kamikaze-Einsätze, zum anderen sitzen, wie in jedem Krieg, die falschen Leute in den Panzern.

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Das CO2-Bürgerzertifikat – nicht mit Habeck

Ein alter Vorschlag, den der Blog, ohne zu wissen, dass über ihn bereits diskutiert wurde, schon vor dreieinhalb Jahre machte, ist nun wieder aufgepoppt – das CO2-Bürgerzertifikat, das im Gegensatz zu den Einschränkungen, die der Normalo über sich wird ergehen lassen müssen (die Inflation ist ein erster Vorgeschmack darauf), das Gefühl gibt, zu den Abzockern zu gehören, auch wenn noch niemand weiß, ob sich damit wirklich Geld verdienen lässt. Was ist schlecht am CO2-Bürgerzertifikat, das ihm ermöglichen könnte, im „Sleeper“ durch Europa zu reisen und mit der Genugtuung auf dem Klappbett einzuschlafen, Bill Gates ein paar Kilo CO2 zu einem Wucherpreis verkauft zu haben? 3 Tonnen CO2 will uns Schellnhuber, der 2009 schon die Idee hatte, den Bürger zu ermöglichen, etwas hinzuzuverdienen, ohne dafür arbeiten zu müssen, so schnell wie nur möglich zugestehen – wer mehr benötigt, der muss halt dazukaufen. Ein toller Plan, über den leider nicht diskutiert wird, auch dank der Fähigkeit der Grünen, Krieg und Umweltschutz geschickt miteinander zu verknüpfen. Im gewissen Sinne ist diese einstmals fortschrittliche Partei zu einem Abklatsch der SPD, die 1914 den Kriegsanleihen zustimmte, mutiert. Wiederholt sich die Geschichte auf die eine oder andere Art, wird sie ihr Versagen stärken, so wie es bei der alten Tante der Fall war, die nach dem Sturz des Kaisers zur stärksten Partei wurde. Der Blog ist sich ziemlich sicher, dass dies der Fall sein wird. Da sie im Klimaschutz, der dringender denn je vorangetrieben werden muss, keiner ihrer Konkurrenten überholt (bspw. hat Wissing die große Chance, auf der Überholspur an den Grünen vorbeizurasen, einfach verschlafen), wird sie von vielen als einzige Partei angesehen, die etwas zum Guten bewirken könnte. Die harte Haltung gegenüber Russland hat sie auch für Konservative, die oft auf Recht und Ordnung stehen, interessant, ja sogar wählbar gemacht. Der SPD erging es ähnlich – die Zustimmung zum Krieg hat ihr nicht geschadet. Wähler, die nichts mit dem Milieu, das sie vertrat, am Hut hatten, durften nun der Meinung sein, im Ernstfall würde sie die Interessen des Vaterlandes über alles zu stellen. Dass die Folgen für die Menschen, speziell jenen, die treu zu ihr hielten, verheerend waren, kosteten ihr keine Wahlstimmen. Die Wählerschaft der Grünen tickt ähnlich (Selbstkritik ist nicht deren große Stärke). Zudem sagt das Klischee, dass sich die Mehrzahl der Wähler der Grünen es sich leisten kann, sie zu wählen (Lützerath wird ihnen auch nicht schaden). Da bleibt nur das CO2-Bürgerzertifikat. Vielleicht findet sich eine Partei, die Schellnhubers Plan aufgreift.

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Soledar – die Russen können noch gewinnen

Das Kriegstagebuch des Blogs mag riesige Lücken aufweisen, jedoch ist es gut genug, mit ein wenig Mühe herauszufinden, wann die Russen die letzte Stadt eingenommen haben – am 02.07. war es Lyssytschansk, das die Ukrainer nur über einen Schlauch, der unter Dauerbeschuss stand, verlassen konnten. Der Schwenk nach Westen ins benachbarte Siwersk, um von dort nach Slowjansk vorzustoßen, blieb zwar aus, jedoch konnte die Front im Süden gehalten werden, ganz im Gegensatz zu den anderen Frontabschnitten, die aufgehört haben, zu existieren, da die RAF sich auf ihr Territorium zurückgezogen hat. Nun ist Soledar, das eingekesselt ist, im Begriff zu fallen, denn anders als noch zu Beginn des Krieges, die jede Ort verbissen verteidigt wurde, hat sich das Oberkommando entschlossen, die Truppen herauszuziehen, so dass wohl nur noch Einheiten, die es nicht schafften, eingeschlossen sein sollen. Sollte sich bewahrheiten, was russische Blogger vorhersagen – wenn Soledar falle, sei Bakhmut nicht mehr zu halten, so dass wegen des tiefliegenden Gebiets, das nun kommen würde, der UAF nicht anderes übrig bliebe, als eine neue Linie zwischen Slowjansk und Kramatorsk aufzubauen –, dann fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, dass deutsche Leos mit von der Partie sein könnten. Vermutlich nicht nur die, sondern quer Beet alles, was der Westen zu bieten hat – sprich es droht die größte Prestigeschlacht seit Stalingrad, da keine Seite sie verlieren darf. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Russen seit geraumer Zeit Bilder ihres Superpanzers „Armata“, der als unverwundbar gilt, zeigen. Dessen Kinderkrankheiten scheinen behoben zu sein, so dass er einen Kampf mit dem Leo, von dem Strack-Zimmermann, Hofreiter und Co. glauben, er sei Platzhirsch auf dem Feld, vor dem alle weglaufen, wenn sie ihn sehen, nicht zu scheuen braucht. Wendigkeit gegen Schwere. So wie schon einmal, als der T-34 das Prunkstück der russischen Armee war und die Deutschen den Königstiger für den besten Panzer der Welt hielten. Da Scholz erst einmal die älteren Typen liefern wird, werden sich die Panzerliebhaber auf das Duell der besten Tanks noch gedulden müssen. Sollte Soledar rasch eingenommen werden, kann das schneller passieren, als man sich das im Augenblick vorzustellen vermag.

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Mit Jenny will der Blog auch wandern

Italien mit EO, nun Irland mit Jenny – der zweite Film innerhalb von 14 Tagen, der den Blog dazu inspiriert, mit einem Esel auf Wanderschaft zu gehen. Diesmal ist es eine Dame namens Jenny, die den Blog davon träumen lässt, die Westküste der Grünen Insel abzuwandern. Das klingt vermutlich bizarr. Keinesfalls abwegig ist es jedoch, die Orte, an denen „The Banshees of Inisherin“ gedreht wurde, zu besuchen. Ein Pub, zwei Cottages, ein Erdhaus, das mit Gras überwachsen ist, sowie ein Örtchen, das wegen der hohen und langen Mole von See her den Eindruck vermitteln muss, dahinter einen florierenden Hafen vorzufinden, sind die Ziele, die es anzusteuern gilt. Das alles muss, wenn der Blog richtig tippt, in den „Burren“ liegen, über die er noch weiß, dass sie aus der Sicht eines Autofahrers recht klein sind, sie aber zu Fuß auf dem Weg von der Straße zur Küste schon nach wenigen Metern recht bedrohlich und unwirklich wirken. (Man kann den Leuten, die ihre Urlaube damit verbringen, berühmte Filmkulissen besuchen, nur wünschen, dass die Drehorte so zentral wie in „Ryans Tochter“ sowie den „Star Wars“ Filmen liegen). So schön die Landschaft, so schräg die Menschen – wie so oft ist die einzig Person, die vernünftig zu sein scheint, eine Frau, die mit ihrem Bruder zusammenlebt, der wegen eines Sprechverbots, das ihm ausgerechnet sein bester Freund auferlegt, in eine Tiefe Sinnkrise gerät, die vor 100 Jahren noch ganz anders als heute ausgelebt wurde. Die Folgen sind so verheerend, dass der Blog nicht umhin kommt, festzustellen, dass es durchaus Sinn machen keinen, sich einem Psychiater zu stellen. Das mag schmerzlich sein, dafür läuft die Sitzung aber in der Regel schmerzfrei ab. Angesichts eines Plots, der irreal erscheint (da der Blog erlebt hat, mit welcher Ausdauer die Hunde eines Ortes, dessen Namen ihm entfallen, ist, an einer Kreuzung allen Autos, die an einer Kreuzung abends nach rechts abgebogen sind, nachjagten, hält er ihn für durchaus realistisch), sowie der Landschaft, die atemberaubend ist, bleibt den Akteuren nichts anderes übrig, als in Hochform aufzulaufen, um aus dem Film ein Meisterwerk zu machen. Das schaffen alle mühelos. Ein perfekt besetzter Film, bei dem alles stimmt. Vielleicht schafft der Blog es, mit Jenny die Gegend zu bereisen, aber nicht wie Jesus, der Palmsonntag auf einem Esel in Jerusalem einritt, sondern tierfreundlich daneben laufend. Es reicht ihm, wenn sie sein Gepäck trägt.

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Propaganda braucht keine Lügen,

wie der Guardian in einem Bericht, in dem ein Video, das den Chef der Wagner-Gruppe beim Frontbesuch zeigt, analysiert wird, beweist – jedoch geht es dem Blog nicht darum, mit der Zeitung über die Zahl der toten Soldaten, die in einer Basis der Truppe darauf warten, in einem Zinksarg nach Russland gebracht zu werden, zu streiten. Alleine schon die Schlussfolgerungen, die der Guardian trifft, sind reine Propaganda. Leichen sind nicht zu sehen. Einzig und allein aus dem Wortwechsel Prigoschins mit seinen Untergebenen erfahren wir, dass dort Tote liegen, nicht aber, wie viele es sind. Die Reporter erwecken den Eindruck, dass die Verluste riesig sein müssen. Naheliegender wäre, zu schlussfolgern, dass Prigoschin ein knallharter Chef, bei dem es auf einen Toten mehr oder weniger nicht ankommt, sein muss. Dem Blog geht es aber nicht um die Machart des Berichts. Vielmehr fragt er sich, ob es nicht die Aufgabe einer Zeitung, die ihre Leser umfassend informieren will, ist, auch über die Verluste der Ukrainer zu berichten. Bilder toter ukrainischer Soldaten gibt es zuhauf im Netz. Nur in den sogenannten Qualitätsmedien liest man nichts darüber. Etwas zu ignorieren kann auch Propaganda sein. Da kommt schon der Verdacht auf, dass die Medien einem Ukrainer, der nicht an die Front will, keinen Grund geben wollen, die Einberufung zu verweigern. Zelenskyj wird es freuen. Trotz der hohen Verluste braucht er keine Wehrkraftzersetzung zu fürchten. Die westlichen Medien schweigen. Nur die NYT oder Washington Post berichten ab und an darüber. Es scheint, als habe der Guardian noch nicht bemerkt, dass diese Art der Berichterstattung kontraproduktiv ist – da Wagners Truppen nur mühsam vorankommen, macht es Sinn macht, jedes Haus zu verteidigen. In Kiew wird man sich bestätigt fühlen, in den Donbass alles zu schicken, was kämpfen kann. Mariupol, wo die Russen auch recht bedächtig vorrückten, ist längst vergessen. Dem Kreml kann es nur recht sein. Wo viele Truppen stationiert sind, gibt es auch viele Ziele. Gelingt es noch, die eigenen Soldaten besser zu schützen, könnte der Winter recht erfolgreich für die Russen, die die Angewohnheit haben, sich oft selbst ein Bein zu stellen, werden. Diese Einschätzung ist keine Propaganda.

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Alles Gute für 2023!

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Die Kugel rollt und rollt – wegen der Politiker

Gut, dass auch Feuerwerker müde werden, woran der Blog vorgestern nicht so recht glauben konnte, denn wegen der unablässigen Detonationen, die sie laut waren, dass er den Eindruck hatte, die Freunde des ohrenbetäubenden Krachs müssen vor seinen Fernstern knallen, fürchtete er, sie würden bis zum Sonntag durchfeiern, was sich zum Glück als unberechtigt erwies – in der Nacht herrschte Waffenruhe, die natürlich keine echte ist, sondern als Ruhe vor dem Sturm gewertet werden muss. Da das letzte Pandemie-Verbot fällt sowie kaum einer glaubt, dass das nächste Jahr besser als das alte sein wird, stehen die Chancen nicht schlecht, heute einen Hurrikan zu erleben. Eine würdige Begrüßung des neuen Jahres, von dem niemand weiß, was es bringen wird, woran unsere Politiker nicht ganz unschuldig sind – die haben sich auf ein Roulettespiel, bei dem die sich das Rad immer noch dreht, weil die Kugel in keines der Kästchen hineinfallen will, eingelassen. Sie rollt einfach weiter. Angesichts dieser Hartnäckigkeit scheint es, als ob sie sich weigere, ihren Pflichten nachzukommen. Sollte sich die Kugel es sich irgendwann anders überlegen, könnte sich für das Ergebnis kaum noch jemand interessieren. Nach Hollandes Interview, in dem er gesagt haben soll, „Minsk habe der Ukraine wertvolle Zeit gegeben, sich auf den Krieg vorzubereiten“, ist klar, dass sie Kugel schon länger als vermutet rollt. Wissen eigentlich Politiker, wofür sie gewählt werden? Sicherlich nicht, dafür zu sorgen, dass es Krieg gibt, sondern um diesen zu vermeiden, indem sie Parteien dazu bringen, Lösungen zu akzeptieren, die für beide akzeptabel sind. Stattdessen haben sie sich dazu hergegeben, einen Krieg zu ermöglichen, das zwar nicht unmittelbar, bspw. mit Waffen, sondern weil sie die russophobe Politik, die seit der Einnahme der Krim Usus ist, nicht kritisiert hat (bei einem Land, dem unsere Politiker nicht wohlgesonnen sind, wäre das ganz anders). Vorläufiger Höhepunkt des russophoben Unsinns ist die Demontage Katharinas in Odessa – wegen der Baumarktwerkzeuge, die verwendet wurden, muss ihr Abgang vom Sockel nicht ganz so spektakulär wie jener Husseins verlaufen sein (und es haben Zuschauer gefehlt, die die Aktion bejubeln). Wer kommt anstelle ihrer drauf? Der Blog wüsste da jemanden – ein neues Denkmal für den unbekannten Soldaten, dessen Namen in diesem Fall aber jeder weiß.

PS: Mit der Waffenruhe war es heute um 6:00 vorbei. Der Blog sieht es pragmatisch – Habeck und Müller haben die Feuerwerker bestellt, damit wir die Fenster aufmachen, um die Wärme hineinzulassen.

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Der „Endsieg“ bleibt einfach unberechenbar

So ist das mit dem „Endsieg“ – man denkt, man hat ihn, um dann festzustellen, dass man meilenweit davon entfernt ist, ihn zu erreichen. Zelenskyj, dessen Generäle sich vor ein paar Wochen sicher waren, Weihnachten vor der Krim zu stehen, schien er zum Greifen nah. Aber der „Endsieg“ wäre kein „Endsieg“, wenn man ihn mit den Händen ergreifen und festhalten könnte. Oft ist er so glitschig, so dass man ihn nicht fassen kann. Dann taucht er plötzlich vor einem auf, um schnell wieder zu verschwinden. Wie ein Gespenst. Oder als Fata Morgana, mit dem Effekt, dass noch härter als sonst gekämpft wird. Glaubt man an ihn, fällt es schwer, ihm zu entsagen. Selbst größte Rückschläge können ihm nichts anhaben. Die Lage mag total hoffnungslos sein, der „Endsieg“ lässt sich immer erringen. Darum wird in der Ukrainer weiter jeder Meter verteidigt. Stellungskrieg nennt man das. Manche Bilder von der Front könnten auch aus dem 1. Weltkrieg stammen. Wenn es nicht so recht vorangehen will, werden Aktionen, die eigentlich nebensächlich sind, kriegsentscheidend, wie bspw. der letzte Drohnenangriff auf einen Flugplatz, auf dem Atomwaffen stationiert sein sollen, weit im Hinterland Russlands. Da dies nicht der erste Angriff ist, sollen die Flugzeuge verlagert worden sein, was vordergründig für die Ukrainer ein großer Erfolg wäre. In Wahrheit wäre es nur ein Prestigeerfolg, da sich am Kräfteverhältnis nichts ändern würde, außer dass die Mächte, die Zelenskyj über Wasser halten, wegen des längeren Flugweges nun mehr Zeit hätten, Kiew vor Luftangriffen zu warnen. (Ähnlich war es mit den U-Booten, die angeblich wegen der Nähe zur Front Sewastopol mussten. Dass die Russen in Noworossiysk einen neuen U-Boothafen haben bauen lassen, kam niemanden in den Sinn.) Für den Kreml haben solche Aktionen den schönen Effekt, die Ukraine stärker als sie eigentlich ist erscheinen zu lassen. (Nicht dass man die Drohne absichtlich durchgelassen hätte – das Uralt-Drohne aus sowjetischen Zeiten muss so vollgepackt mit Munition sein, dass deren Abschuss die Soldaten, die daran beteiligt sind, in tödliche Gefahr bringt. Angesichts des gewaltigen Rums, mit der sie detoniert, kann vermutet werden, dass es wohl am sichersten ist, sie in der Nähe des Flugplatzes abzuschießen.)
Lange Rede, kurzer Sinn – ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht. Wie auch, befinden sich doch nicht nur Ukrainer und Russen im Schützengraben, sondern fast die gesamte Nordhalbkugel (Australien ist wieder die große Ausnahme). Welcher Politiker will da schon mit der weißen Fahne aus dem Graben winken?

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