„Sibirian snowbomb“ – es gibt sogar Schlimmeres

Wird die „Sibirian snowbomb“ uns nun jedes Jahr um diese Zeit beehren? Während für die Briten der Luftangriff aus Sibirien nach ein oder zwei Tagen überstanden ist, ist hierzulande die „Sibirian snowbomb“ in eine Kältewelle gleicher Herkunft, von der über die neueste gesagt wird, sie würde Mitte nächster Woche beginnen und ungefähr vier Wochen dauern, eingebunden. Wahrscheinlich hätte ich die „Sibirian snowbomb“ samt deren Folgen als singuläre Erscheinung wahrgenommen, wenn in einigen Artikeln über sie nicht stünde, der letzte März sei kälter als seine Vorgänger gewesen. Diese Kältewelle hat das Zeug, in meinem Langzeitgedächtnis haften zu bleiben. Platz dafür ist dort genug, nur weiß ich nicht, wie viel meine Firewalls durchlassen. Die Freunde des Winters werden ihre Firewalls ab nächster Woche Off schalten – da sie diesen dank des Klimawandels, der der Jetstream über den Nordpol erlahmen lässt, was der sibirischen Kälte erlaubt, sich für Wochen hier festzusetzen, in dessen ganzer Breite genießen können, werden sie jeden besonderen Moment in Erinnerung behalten. Ich hoffe, dass es nicht so schlimm kommt, wie vorhergesagt – niemanden ist geholfen, wenn es kurz vor Weihnachten wieder heißt, dieses Jahr sei das wärmster seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Das nehmen die Menschen den Meteorologen einfach nicht ab. Breiter Klimaschutz braucht warme Winter, keine „Sibirian snowbomb“. Wenn in Amerika für weite Teile ähnliche Bedingungen wie hier herrschen, dürften Leute wie Trump sich in ihrer Meinung, es würde überhaupt keinen Klimawandel geben, bestätigt sehen. Im Gegensatz zur AfD, die aus Angst, sie könnte sich lächerlich machen, still und leise die globale Erwärmung in Zweifel zieht, posaunt Donald wenigstens laut heraus, was er denkt. (Ich stelle mir gerade vor, wie die Demokraten frohlocken würden, wenn es Verdachtsmomente, die darauf schließen, dass Putin russischer Wissenschaftler beauftragt habe, im Wahlkampf für ein Wetter, das Trump zum Sieg verhilft, zu sorgen.) Da bleibt nur, Trost im Schlimmeren als der „Sibirian snowbomb“ zu suchen, bspw. im nuklearen Winter, der gar nicht so aus der Welt, wie man annehmen könnte, gegriffen ist, wie eine Buchrezession zeigt – gelingt es den beiden Supermächten, die jeweilige Führung auszuschalten, haben „Warlords“, die kurz vor der „Enthauptung“ der Spitze beauftragt wurden, selbst zu handeln, das Sagen. Das entspricht gar nicht unserer in Filmen genährten Vorstellung, dass nur der Präsident darüber entscheidet, ob und wann die Raketen fliegen. Angesichts eines neuen Wettrüstens, das unvermeidlich zu sein scheint, sollte sich die USA und Russland darauf einigen, auf einen atomaren Enthauptungsschlag verzichten zu wollen. Ohne „Enthauptung“ keine „Delegierung“ . Das schon würde die Welt ein Stück sicherer machen.

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Brexit und eine Lame Duck May

Sie haben es wirklich geschafft, über den Brexit abzustimmen – gerade noch rechtzeitig, um den Endruck zu vermeiden, der Brexit sei für die Briten eine Obsession, von der sie nicht mehr loskommen, geworden. Eine Sucht, der nur schwer beizukommen ist. Dafür spricht, dass selbst heute noch eifrig über das Thema diskutiert wurde. Knapp eine Stunde vor der Abstimmung hat ein Abgeordneter noch über seinen Vorschlag, den „Backstop“ zeitlich zu begrenzen, wählen lassen. Gerade einmal 24 Stimmen hat er erhalten. Nun ist alles vorbei. Es wäre beschönigend, zu sagen, May hat die Wahl, wie vorausgesagt, verloren. Das ist keine Niederlage, auch kein Debakel, sondern der Untergang, denn noch nie wurde in jüngster Vergangenheit ein Vorschlag einer Regierung mit einer so großen Mehrheit abgelehnt (230 Stimmen). Nun wird sie vermutlich als die Frau, die sich ständig verkalkuliert hat, in die Geschichte gehen – erst hat sie sich durch vorgezogene Neuwahlen um ihre Mehrheit gebracht, dann bringt sie die Abgeordneten gegen sich auf, indem sie die Brexit-Abstimmung ins neue Jahr verlegt. Das hat ihr etliche Stimmen gekostet. Vor Weihnachten wäre ihre Niederlage knapp ausgefallen. Immer falsch zu liegen hindert May aber nicht daran, als Premierminister weiterzumachen. Selbstbewusst hat sie angekündigt, den Abgeordneten morgen zu gestatten, sie abzuwählen. Natürlich wird sie die Vertrauensfrage gewinnen. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich – morgen halten die Torries und die konservativen Iren wieder zusammen. Die Angst, Corbyn könnte den Sozialismus ausrufen, macht sie wieder zu einer Einheit. Da auf Coopers Anfrage, was die Abgeordneten tun können, damit Artikel 50 verlängert wird, der Sprecher des Parlaments antwortete, wenn sie dafür stimmten, würde er dies unterstützen, deutet vieles darauf hin, dass May als erste Lame Duck in die Geschichte des Königreichs eingehen wird. Das war bisher nur amerikanischen Präsidenten vorbehalten. Sollte May also bei ihrer Ankündigung, den Artikel unter keinen Umständen verlängern zu wollen, bleiben, wird Labour versuchen, sie per Abstimmung auszubremsen. Für die Torries wäre das ein Fiasko. Von daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie zurücktritt. Der EU bleibt nun nichts anderes übrig, als das Tor für die Briten so lange wie möglich wegen einer herrschsüchtigen und selbstherrlichen Frau so lange wie möglich offen zu halten. Es sieht wirklich so aus, als würde der Brexit ewig dauern.

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Putin – bald Polar- und Wüstenfuchs?

Was macht eigentlich Putin? Nun ist es nicht so, dass er sich eine Auszeit, die derzeit bei Superreichen, zu denen er angeblich auch gehören soll, derzeit mega-in sein soll (mit Kind und Kegel auf eine Schneeleoparden-Safari zu gehen gilt als besonders schick), genommen hätte. Aber für einen Mann, von dem die Welt seit der Einverleibung der Krim erwartet, dass er alle zwei oder drei Jahre ein Land überfällt, um Mütterchen Russland noch ein Stück größer werden zu lassen, ist dessen Performance so dürftig, dass ich fast geneigt, auszurufen – der Bär ist tot, hoch lebe der Eis- und Wüstenfuchs! Vermutlich bin ich da etwas zu voreilig, wobei ich mir eingestehen muss, den russischen Bären, der tolpatschig durch den Wald läuft und an keinem Bienenstock vorbeikommt, ohne diesen zu plündern, lieb gewonnen zu haben. Bei ihm weiß ich, was ich zu erwarten habe. Und vor allem hat er die Gewohnheit, mit viel Getöse sich in Bewegung zu setzen, so dass genügend Zeit bleibt, sich auf seine Ankunft einzustellen. Dem Geheimdienstmann Putin, der gelernt hat, sich lautlos, unauffällig und im besten Fall unsichtbar zu bewegen, kann natürlich nicht gefallen, wenn die meisten Menschen an einen Bären denken, sobald von Russlands Macht die Rede ist. Es muss ein neues Image her. Und da vermutlich die Matroschkas Putin zu unmännlich sind (typisch männlicher Chauvinismus, denn aus einer kann man viele hervorzaubern (drei sind Minimum) – mehr Geheimdienstpotential geht nun wirklich nicht), hat er sich entschlossen, dem Bären Konkurrenz, die angeblich ja belebend sein soll, zu machen. Sollten in 10 Jahren die Russen als Polarfüchse bezeichnet werden, wenn über deren Aktivitäten berichtet wird, haben die Firmen, die mit der Ausbeutung der Reserven der Arktis beauftragt worden, alles richtig gemacht. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, denn typisch russisch wird volles Risiko gegangen, wie dem Barentsobserver, in dem steht, zwei russische Gastanker würden sich in Arktis durch 2 Meter dickes Eis quälen, zu entnehmen ist. Natürlich ohne Eisbrecher. Passieren kann nicht viel, da das Flüssiggas im Falle eines Lecks verdampfen soll. Angesichts des Leichtsinns, zu dem die Russen neigen (Tschernobyl ist ja nicht passiert, weil die Anlage nicht funktioniert, sondern weil die Ingenieure glaubten, Vorschriften nicht beachten zu müssen), ist Besorgnis angebracht, zumal die gleiche Zeitung schreibt, die Norweger würden damit beginnen, ihre Ölreserven in diesem Gebiet anzuzapfen, was den Eindruck vermittelt, bevor die Menschheit auf das Fahrrad und den Bus wegen des Klimawandels umsteigen muss, möchte jeder noch schnell seine Vorräte an den Mann bringen. Es wäre wirklich eine große Leistung, sollte die Umwelt keinen Schaden nehmen. Ähnlich schwierig wird es für Putin, dafür zu sorgen, dass von den Wüstenfüchsen die Rede ist, wenn über die Russen ins Syrien gesprochen wird. Unser Wüstenfuchs hat trotz seiner verheerenden Niederlage es immerhin geschafft, für ewig einer zu bleiben. Obwohl Putin den Krieg gewonnen hat, ist er noch lange nicht auf diesem Level. Das Kurdenproblem bzw. dessen Lösung könnte ihm auf dessen Weg, einer zu werden, ein Stück näher bringen (Stichwort Autonomie). Da sich keiner leisten kann, als Schuldiger einer militärischen Auseinandersetzung in die Geschichte einzugehen, bin ich recht optimistisch, dass es zu einer Lösung kommt.

PS: Die Frau, über die ich mich wegen ihrer langen Einleitungen mokiert habe, macht im Augenblick die interessantesten Sendungen bei RT. Vorgestern ging es um unseren Ressourcenverbrauch.

PS 1: Die Technik, die den Schiffen ermöglicht, durch das Eis zu kommen, ist höchst interessant – mit dem Heck geht es durch dickes Eis, ansonsten mit dem Bug voran. Das war mir völlig neu.

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Neuer Höhepunkt im „Phony War“

An der Art der Kriegsführung – „Phony War“, „Sitzkrieg“ oder „Drôle de guerre“, und ich würde mich nicht wundern, hätten die Spanier oder Italiener eigene Metapher für einen Krieg, der noch keiner ist, weil nichts passiert – hat sich auf der Insel noch nicht viel geändert, jedoch ist es Labour heute gelungen, einen Sieg einzufahren, der den „Phony War“ zwar nicht beendet, jedoch es im Falle des Beginns der Kampfhandlungen dem Gegner unmöglich macht, einen Angriff in eine bestimme Richtung zu starten, da diese, wie auch immer, blockiert ist. In Friedenszeiten heißt dies, die Macht der Exekutive zu beschränken, so dass diese darauf angewiesen ist, sich der Unterstützung des Parlamentes zu versichern. Konkret kann bei einem No Deal Mays Finanzministerium nun nicht einfach Maßnahmen, die Unternehmen, die die Insel verlassen wollen, zum Bleiben veranlassen könnten, ergreifen. Sicherlich beschränken sich diese nicht einfach nur auf Steuersenkungen. Ohne dem Unterhaus geht erst einmal nichts. Was den Sieg besonders wertvoll macht ist, dass die Remainer ihn ohne die Unterstützung der Cliff Fallers, als der Ultra-Brexiteers, errungen haben. Die wurden eines ihrer Instrumente, mit denen sie die Folgen eines unkontrollierten Ausstiegs abfedern wollten, beraubt. Das erklärt, warum der Sieg so knapp ausgefallen ist – gerade einmal 7 Stimmen hatte Labour mehr. Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass May auch die Hauptabstimmung, die am 14. oder 15. stattfinden soll, verlieren wird. Wenn sie schon in einer Auseinandersetzung, in der sie sich der Unterstützung ihrer Rebellen absolut sicher sein konnte, den kürzeren zieht, hat sie die „Sein oder Nichtsein“-Entscheidung so gut wie verloren. Nichtsdestotrotz bleibt es spannend. Das gilt selbst für den “Phony War“. Ich hoffe noch ein paar Abstimmungen über Dinge, für die sich in normalen Zeiten niemand interessieren würden, nun jedoch von höchster Wichtigkeit sind. Und sollte May wirklich scheitern (ich glaube es erst, wenn sie durchgefallen ist), hat nicht nur sie ein Problem, sondern auch Corbyn, der sich dann nämlich entscheiden muss, wie er den Brexit bzw. dessen Folgen aus der Welt zu schaffen gedenkt. Neuverhandlungen mit Brüssel? Volksentscheid? Parlamentswahlen? Verlängerung der EU-Mitgliedschaft durch Artikel 50? Oder wird er gar seinen Posten räumen müssen? Unwahrscheinlich ist das Szenario nicht. Bleibt er dabei, unbedingt nachverhandeln zu wollen, ohne die Leute abstimmen zu lassen, ist seine Ablösung so gut wie sicher.

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Tamtam um Martin und die Hacker

Bevor Leute auf die Idee kommen, zu behaupten, der Martin sei blitzgescheit – das sind meistens jene, die immer übertreiben – bzw. viel heller als wir je zu glauben wagten (das sind die ganz nüchternen unter uns), fragt sich diese Kolumne, wie man überhaupt darauf kommen kann, Martin anzurufen. Aber vor allem – was fragt man ihn? Selbst wenn SpiegelOnline oder die SZ seine Telefonnummer veröffentlichten, würden es mir nie in den Sinn kommen, bei ihm anzurufen. Hätten die Wähler ihn zum Bundeskanzler gemacht, wäre mir vermutlich etwas, was ich ihn fragen oder über das ich mich beschweren könnte, eingefallen. Aber Martin ist im Augenblick weit weg. Außerdem scheint es recht mühsam zu sein, an die geleakten Daten heranzukommen. Und wenn man endlich zu ihnen vorgedrungen ist, stellt sich die große Frage, was man mit ihnen tun soll. Meine persönliches Steckenpferd sind Zeugnisse von Politikern und Prominenten – bspw. würde ich mich über jede Zwei, die unsere Bundeskanzlerin (auch Mutti genannt) auf ihrem „Giftblättern“ hat, freuen. Eine Drei würde mich in Ekstase versetzen. (Ich wage gar nicht, mir vorzustellen, was ich bei einer Vier tun würde.) Und es ist nicht so, dass mich nur ihr Abi-Zeugnis interessiert – alle 24 sind wichtig für mich, auch die Beurteilungen („Angela Dorothea ist eine sozialistische Persönlichkeit, die wegen ihrer engen Bindung zur Arbeiterklasse sich großer Beliebtheit bei ihren Klassenkameraden erfreut.“). Noch glücklicher würde es mich machen, wenn ich diese Informationen mit anderen teilen könnte, sprich darüber in diesem Blog berichten würde. Aber wer traut sich schon, etwas zu veröffentlichen, was illegal in die Öffentlichkeit gelangt ist. Vermutlich müsste selbst dieser unbedeutende Blog damit rechnen, verklagt zu werden. Schlimmer als die Klage wäre aber mein unvermeidlicher Tabubruch – in einer Zeit, in der es keine Tabus mehr zu geben scheint, hat die Gesellschaft es geschafft, ein neues zu erstellen, nämlich die Veröffentlichung von Daten Prominenter zu ächten. Darum muss jeder, der wissen will, wie er Martin (noch?) erreichen kann, im Netz mühsam danach suchen. Den VIPs, die jetzt laut darüber klagen, schutzlos Hackern ausgeliefert zu sein, sind wegen ihres hohen Bekanntheitsgrades wesentlich besser als die Normalbürger dran – bei denen ist die Hemmschwelle, Informationen über sie auszuschlachten, wesentlich geringer, darum die Chancen, diesen gezielt zu schädigen, weitaus höher, so dass es für ihn noch mehr Sinn als einen allseits Bekannten macht, alle Geräte, die am Netz sind, zu Festungen, die Hackern das Eindringen äußert schwer machen, auszubauen. Der bester Schutz vor Hackern ist aber ein hoher Wiedererkennungswert. Erst wenn alle Menschen berühmt sind, braucht niemand mehr Angst vor einer Veröffentlichung seiner Daten zu haben.

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Nur ein Vorsatz für das neue Jahr

Was kann ein neues Jahr schon bringen, wenn man in dessen erster Nacht aus Angst, während des Schlafs taub zu werden, um dann wenig später in einer Feinstaubwolke an eben dieser zu ersticken, nicht bei offenen Fenster schlafen kann? Natürlich nicht viel. Vermutlich befände ich mich jetzt auf der Suche nach einem Antidepressiva, das mir hilft, mein Silvestertrauma zu überwinden, wenn ich nicht erfahren hätte, dass es auch anders geht – nicht nur Amerika hat es besser, sondern zu meiner großen Überraschung auch Moskau, denn statt Raketen in die Luft zu schießen, laufen dort die Leute nach Mitternacht Schlittschuh, und das ganz böllerfrei. Gesegnet die Nation, die so unaufgeregt den Jahreswechsel begehen kann. Nicht dass die Russen keine Laster hätten, aber wenn ich mich für eines entscheiden müsste, würde ich deren Lichtverschmutzung, die vor nichts halt macht, wählen. Sogar E-Busse, von denen viele dachten, sie seien wegen der arktischen Temperaturen im Winter völlig ungeeignet für die Stadt, scheinen hellerleuchtet umherzufahren (dieser hier ist gerade beim „Auftanken“). (Noch ist es für die hiesigen Verkehrsbetriebe nicht zu spät, zu verkünden, noch in diesem Jahr Straßenbahnen und Busse zur Weihnachtszeit ausschmücken zu wollen.) Da von der Politik nicht zu erwarten ist, dass sie der Knallerei ein Ende setzt, habe ich mir für das neue Jahr vorgenommen, Silvester einen Tag früher zu feiern. (Viel war in den letzten Tagen davon die Rede, sich nicht zu viel aufzuladen. Niemand aber sprach davon, sich seinen Vorsatz auf den vorletzten Tag des Jahres aufzuheben.) Das wird so ruhig wie in Moskau. Bezüglich des Sports habe ich jedoch so meine Bedenken, denn selbst im Falle eines Sponsorings, das mir ermöglichen würde, am Ende des Jahre bremsen und Pirouetten drehen zu können, wäre ich angesichts der Öffnungszeiten unsere Eissporthalle nicht in der Lage, es den Russen gleichzutun. (Auf der Webseite steht etwas von einer „Lauflernschule“. Ich hoffe, die ist nur Kindern vorbehalten, so dass mir ein schlechtes Gewissen, in knapp einen Jahr ins neue Jahr hineinzuwandern, praktischerweise gerne aus dem Kino oder der Kneipe, erspart bleiben würde.)

PS: Ich denke, die Psychologen werden zufrieden sein. Ein Vorsatz ist immerhin besser als gar keiner. Und ich setze mich erst am Ende des Jahres unter Druck. Besser geht es wirklich nicht.

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GONG XI FA CAI und Ihrer Gesundheit!

Jahr des Schweins - Neujahreskarte

Alles Gute für 2019

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Schöne Bescherung für die Brexiteers

So haben sich die Brexiteers das nicht vorgestellt – jetzt, wo nur noch Mays großer Zeh die Tür zur EU offen hält, wird ihnen klar gemacht, dass nach dem Verlassen der verhassten Gemeinschaft alles noch schlimmer als vorher werden könnte. Nein, BMW macht sein Mini-Werk in Oxford nicht zu. Auch bleibt Airbus in Bristol. Für die Brexiteers kommt es viel schlimmer – ausgerechnet jene, die, so deren Versprechen, an das May in jeder ihrer Reden zum Brexit-Deal ausdrücklich hinweist, wegen der wiedergewonnenen Souveränität des Königreichs kaum noch Chancen haben sollen, die Insel zu betreten, kommen ins Land. Das einzige Argument der Brexiteers, das in den letzten zwei Jahren nicht ad absurdum geführt wurde, gerät nun ins Wanken. Die ultimative Katastrophe für die Austrittsbefürworter, denn mit einem „Mittelmeer“, selbst wenn es „nur“ ein „Mini-“ ist, im Ärmelkanal hätten wohl die wenigsten von ihnen gerechnet. In Schlauchbooten, die wesentlich seetüchtiger als jene, die den Migranten in Libyen vorgesetzt werden, zu sein scheinen (hochseetüchtig sind sie jedoch auch nicht) versuchen sie, Dover zu erreichen. Seit Weihnachten sind 94 Leute aufgegriffen worden. (Keine „Seenotrettung“ wie im Mittelmeer. Lt. Guardian wurden sie „abgefangen“ bzw. „festgenommen“.) Wird wieder einmal mit den Migranten große Politik gemacht? Die Organisationen, die sich um sie kümmern, meinen, diese Versuche würden zeigen, wie sehr sich deren Lebensverhältnisse in Frankreich verschlechtert haben. Nichtsdestotrotz lässt sich nicht verheimlichen, dass der Politik diese Min-Fluchtwelle recht gelegen kommt. Da Frankreichs Behörden das Treiben nicht verhindern – für die Briten gilt Schengen nicht, außerdem sollen Banden, die sich für ihre Dienste reichlich entlohnen lassen, die Überfahrten organisieren – spricht vieles dafür, dass Macron der Sache Gutes abgewinnen kann. In einer nachrichtenarmen Zeit helfen Schlagzeilen, die die Argumentations-Ruinen der Brexiteers in Schutthaufen verwandeln, jenen, die gegen den Ausstieg und für eine Volksabstimmung plädieren. Macron brauchte nicht einmal etwas dafür zu tun. Zugucken heißt dessen Devise. Wäre das Königreich schon draußen, müsste es nämlich die Flüchtlinge aufnehmen. Dank der EU bzw. Dublin kann es diese aber wieder nach Frankreich abschieben. Ein Albtraum für Farage und Co. Im Augenblick argumentiert Labour aber nicht so. Das sollten sie aber, jedoch mit dem Hinweis, dass Dublin höchst ungerecht sei, darum auch eine Quotenregelung her müsse.

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Der Weihnachtsmarkt – ein Ort der Spiritualität?

Es ist geschafft – ich bin unbeschädigt durch den Weihnachtstrubel gekommen, was nicht ganz selbstverständlich war, wie ich am Sonntag erfahren musste, als mir eine Frau, die zum Fahrer, der auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt mit seinem Lieferwagen rückwärts fuhr, gehörte, lautstark und in aller Strenge bescheinigte, dass ich fast von ihm überfahren worden wäre. Natürlich war mein Leben nie in Gefahr. Mein Pech war nur, dass sie mich wegen meines Tempos als konsequenten Weihnachtsmarktverweigerer ausgemacht hat. Nichts ist sowohl Betreibern als auch Besuchern suspekter als eine Person, die in höchstmöglicher Geschwindigkeit sich ihren Weg durch die Massen bahnt. Das ist praktisch Blasphemie. Wer das macht, nimmt ein wahres Martyrium auf sich – schon nach wenigen Metern wird ihm klar, hier Persona non grata zu sein. Ein Störenfried hoch drei. Ein Aussätziger. Zum Glück hat mich die Frau am Rande des Marktes, der eiligen Leuten wie mir vorbehalten ist, gestellt, so dass mir oben aufgeführte Wahrnehmungen erspart geblieben sind. Der Weihnachtsmarkt als großer Entschleuniger? Mein Eindruck ist, die meisten, die auf den Markt gehen, scheinen wegen ihres gelassenen Auftretens bereits entschleunigt zu sein, was aber nicht heißt, dass man noch langsam und ruhiger werden kann. Früher mussten die Menschen dafür ins Kloster gehen oder sich auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. Heute macht das nur noch Sinn, wenn man mit sich selbst ins Reine kommen will. Ein Weihnachtsmarkt gibt das spirituell nicht her – hier kann man seinen Gleichmut auf ein höheres Level heben und gegebenenfalls Frieden mit den Menschen machen, was ja immerhin auch schon etwas ist. Vielleicht ist es deshalb kein schlechter Vorsatz, im nächsten Jahr sich der Prüfung eines Besuches des Weihnachtsmarkts unterziehen zu wollen. Natürlich werde ich mir einen Tag, der besonders anspruchsvoll und fordernd ist, heraussuchen – es muss schneien, es sollten 5 Grad unter Null und es muss richtig voll sein. Das wird eine ganz besondere Herausforderung. Ganz anders als beim letzten Mal, als ich, so glaube ich mich zu erinnern, beim Werfen mit Ringen eine Dose Ananas gewonnen habe. (Wer das nicht kennt – ein dünner Holzring mit einem Durchmesser von vielleicht 20 cm wird auf ein Ziel, das auf einem Holzklotz steht, geworfen. Ganz teure Sachen stehen natürlich auf drei oder vier Klötzen. Landet der Ring im vollen Umfang ganz unten, hat man gewonnen.) Solche Stände gibt es heute natürlich nicht mehr, da sie schlichtweg zu groß sind und sich mit ihnen kein Geld verdienen lässt.
Frohes Fest.

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Abschied vom Eis (Eisdriftstation und -bär)

Wenn man schon Abschied nehmen muss, dann gleich richtig – zu der am längsten im Voraus feststehenden Beerdigung gesellte sich völlig unverhofft noch eine, für dessen Tod die planmäßig Verstorbene erheblichen Anteil erheblichen hat, dazu, denn gestern wurde nicht nur die Steinkohle zu Grabe getragen, sondern auch die Eisdriftstation (die letzte legte 714 km zurück, als sie 2015 „in See stach“). Knapp vier Monate haben die Forscher es auf ihr im Sommer ausgehalten. Das ist kein Vergleich zu deren Glanzzeiten (Ironie der Geschichte – wie bei der Kohle waren das die 50er), als ein Zivilisationsmüder noch 3 Jahre auf treibenden Eis verbringen konnte. Heute ergeht es den Forschern wie den Eisbären – beide suchen vergebens nach Insel, die ihnen ermöglichen, ihrer Forschungen durchzuführen bzw. zu überleben. Während der Mensch schon geschnallt hat, dass dies ein Abschied für immer sein könnte, tut sich der Eisbär schwer damit, sich an die neue Situationen anzupassen. Ihm könnte nur die künstlicher Vereisung der Arktis (der Blog berichtete) oder Schollen aus Plaste (das ist eine Idee dieser Kolumne), von denen jede einen GPS-Sender hat, so dass man diese wie ein Puzzle zusammensetzen kann, bevor die Eisbärenfamilien sich auf den Weg zum Nordpol machen, weiterhelfen. (Natürlich mit Löchern für die Robben.) Die abgedrifteten Inseln müssten dann im Nordatlantik gesammelt werden (auch um zu verhindern, dass ein Eisbär zum Südpol gelangt, was den Pinguinen gar nicht gut täte). Wir Menschen sind da nicht so anspruchsvoll – uns reicht ein Kasten, der dem Eis standhalten muss, sollte es wider Erwarten doch am Pol mal frieren. Den Russen ist ein Kasten natürlich nicht gut genug – sie schicken ein knuddeliges Gefährt, an dessen Design Lego und Wencke Myhre (das ist die mit dem knallroten Gummiboot) mitgewirkt haben könnten, in die noch unwirtliche Region. Auf dem Schiff sollen sich die Forscher dann treiben lassen (hoffentlich noch durchs Eis). Gestern wurde der Baubeginn verkündet und damit das Ende eines Kapitels der Arktisforschung verkündet. Ob Trumps Verlautbarung, die Truppen aus Syrien abzuziehen, ebenso einschneidend wie jener der Russen sein wird, bleibt abzuwarten. Schließlich kann der nächste Präsident dessen Entscheidung wieder revidieren. Im Gegensatz zu den Beteuerungen hiesiger Politiker und Medien ist das ein guter Schritt. Die Kurden werden das anders sehen, aber die Chancen, eine dauerhafte Lösung zu erzielen, sind ohne eine Beteiligung der Großmächte nun viel größer, auch wenn die Russen noch kräftig mitmischen werden. Deren Interesse liegt hauptsächlich darin, dass Syrien ein säkularisiertes Land bleibt. Machtpolitisch sind sie weit weniger als die Amerikaner ambitioniert. Da die Russen Erfahrung mit autonomen Regionen haben, werden sie dafür plädieren, das Kurdengebiet zu solch einer zu machen, was im Interesse aller wäre.

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