Plädoyer für einen Corona freien Tag in der Woche

Haben Sie schon Ihren Corona freien Tag genommen? Im Gegensatz zum Haushaltstag, den es nur einmal im Monat gegeben hat, können Sie den einmal in der Woche nehmen. Ich muss gestehen, dass ich mir gleich zwei am Stück gegönnt habe, das aber nicht ganz unfreiwillig, da ich erst nach einigen Umbaumaßnahmen hätte abends wieder ins Internet gehen können. Dabei ist es nicht so, dass man am Corona freien Tag Corona völlig entgehen kann. Die Krankheit ist auf allen Kanälen, aber im Gegensatz zum Netz werden im Fernsehen die Meldungen gefiltert und weichgespült. Wer das ganze Ausmaß der Krise erleben will, der muss schon ins Internet gehen und sich bspw. den Corona-Liveblog des Guardians reinziehen. Als Corona freien Tag bzw. Corona freien Abend – der spätestens gegen 19:00 Uhr, wenn das allabendliche Virologie-Seminar auf Tagesschau 21 zu Ende ist, beginnen sollte – kann ich Ihnen den Donnerstag empfehlen – da laufen auf ARTE die letzten vier Folgen der Serie „Follow the Money“ (wer bis jetzt noch nicht weiß, warum er im „Homeoffice“ sitzt, wird am Ende des letzten Teils um 1:00 Uhr wissen, wieso es eingeführt wurde). Perfekter kann man eine Serie, die so gut wie „Lund“ ist, nicht timen. Die Macher der Serie haben nicht gefragt, ob Charaktere, die Schlimmes tun bzw. auf die schiefe Bahn geraten sind, Sympathieträger sein dürfen – sie sind es einfach. Eine frustrierte Bankangestellte legt in puncto Geldwäsche eine Lernkurve hin, deren Anstieg fast so steil wie der der Coronaerkrankten verläuft – der abgedroschene Spruch, man könne jedes Hindernis, egal, wie hoch es auch sei, überwinden, wenn man nur wolle, macht nach dem Sehen der Serie wieder Sinn. Ich hoffe das Beste für sie. Ganz nach oben (Drogenboss) wird sie es aber wohl nicht mehr schaffen. Wem schon jetzt nach guter Unterhaltung ist, der braucht sich nur anzuschauen, wie die russische Spezialkräfte in Italien vorgehen – ganz militärisch haben sie erst einmal eine Patrouille, die die Lage im Krankenhaus erkundet, losgeschickt. Professioneller geht es wirklich nicht. Hoffentlich zeigt RT noch, wann der Einsatz richtig losgeht. Vermutlich lassen sich die Russen da wieder etwas ganz Besonderes einfallen. Putin wird es verkraften. Als er Conte versprochen hat, Soldaten zu schicken, muss ihm nicht klar gewesen sein, dass diese nicht viel zur Eindämmung der Seuche beitragen können. Kohl konnte mit den Datenautobahnen nichts anfangen. Nun hat es ihn erwischt (dessen Fauxpas hat aber nichts gekostet). Putin kann ich nur empfehlen, ab 18:30 Uhr Tagesschau 21 zu gucken. Da kommt der Drosten mit seinem Seminar. Franz wäre nicht Franz, wenn er nicht noch einen Tipp hätte – Gewichtsreduzierung ist nun angesagt. Und man sollte sich das Rauchen abgewöhnen. Raucher sollen besonders gefährdet sein.

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Ein Kokon für den Präsidenten?

Haben sie für Trump schon einen Kokon, den niemand sehen kann, entwickelt, so dass ihm Corona nichts anhaben kann? Wenn er so läuft, könnte man annehmen, es umgibt ihn einer. Dann müsste er diesen Schutz jedoch schon lange tragen. Das macht aber keinen Sinn. Wovor hätte er sich schützen sollen? Kokon hin oder her – Trump hat Angst, nicht wieder gewählt zu werden. Und die ist nicht ganz unberechtigt, denn angesichts der vielen Lock- und Shutdowns ist zu erwarten, dass der Boom, den es ohne ihn aus seiner Sicht nicht gegeben hätte, in eine Rezession oder gar Depression umschlägt. Norwegen zeigt, wie schnell es gehen kann – innerhalb von zwei Wochen hat sich die Arbeitslosigkeit vervierfacht. Mehr als 10 Prozent sind nun arbeitslos. Ein Nachkriegsrekord für das Land. Und es ist höchst zweifelhaft, dass die Krise so schnell verschwindet, wie sie gekommen ist. Solche Zahlen kann Trump nicht gebrauchen. Da spielt es auch keine Rolle, dass er zur Corona-Risikogruppe gehört, was die Theorie mit dem Kokon erhärtet. Entweder ist es eine Ironie des Schicksals oder ein Zeichen Gottes, dass um die Präsidentschaft drei Männer kämpfen, die hierzulande schon längst in Pensionen gegangen wären. Oder es ist gar beides. Trump tut so unbekümmert wie Alexander der Große, der sich auch für unbesiegbar hielt, dann jedoch schon mit 32 verstarb. Man könnte auch sagen, dass Alter nicht vor Torheit schützt. Da Biden und Sanders vom gleichen Kaliber sind, wird es eine Schlacht, in der jeder bis zum letzten geht. Der eine oder andere Amerikaner wird sich schon fragen, ob man womöglich falsch abgestimmt hat. Alternativen gab es ja zuhauf. Vielleicht bietet ja das Amt des Präsidenten den besten Schutz, nicht an Corona zu erkranken. Als Isolierter ständig präsent zu sein – davon können die meisten Rentner nur träumen. Sie wissen, dass sich die Diskussion nach Ostern darum drehen wird, wie sie am besten geschützt werden sollen. Niemand muss fürchten, in einem noblen Ghetto (die nächste Rentenerhöhung soll ja besonders gut ausfallen) leben zu müssen. Und dann haben sie ja noch ihre rüstigen amerikanischen Altersgenossen, die ab Sommer für Unterhaltung sorgen werden. Die werden ihnen zeigen, dass es sich lohnt, auf die Impfung zu warten, auch wenn einer der beiden unter Verdacht steht, in der Öffentlichkeit in einem Kokon aufzutreten.

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Kommt das Fernsehen nun aus seinem Modus raus?

Stell dir vor, die Deutschen sind heute Abend zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik (DDR eingeschlossen) alle zu Hause, und keiner guckt Fernsehen. Zu schön, um wahr zu sein. Oder? Für Intendanten und Chefs der privaten Sender wäre das der Supergau, den sie nicht zu fürchten brauchen, da er nicht eintreten wird. Eher gibt spielt ein Kernkraftwerk verrückt, als dass die Deutschen am Sonnabend ihr Fernsehen aufgeben. Gründe dafür gäbe es genug. Und es wäre schon eine große Überraschung, sollten viele der Hausarrestler, die normalerweise am Sonnabend auf die Piste gehen, Gefallen am Programm finden, geschweige denn nach Aufhebung des Ausnahmezustandes in den eigenen vier Wänden bleiben. Wenn die Republik spätestens seit heute sich in einem Modus befindet, in dem das Fernsehen am Sonnabend schon lange ist, nämlich im Standby, der sich von den üblichen dadurch abhebt, dass das Gerät zwar an ist, jedoch immer das Gleiche von sich gibt, dann kann das auf Dauer nicht gut gehen. Neue Sendungen müssen her. Und Franz wäre nicht Franz, wenn er für heute Abend nicht schon eine Programmänderung vorschlagen könnte – die neueste Ausgabe des Schleichfernsehens muss ins Erste, im Anschluss an das Wort zum Sonntag. Schleich kann sogar mit einem Papst (den emeritierten) aufwarten. Das haben die Macher der samstäglichen Kirchensendung nie geschafft. (Vermutlich war auch noch kein Iman dort.) Und er hat jede Menge Humor zu bieten. Der macht ja fast alles leichter. Das gilt ebenso für gute Unterhaltung. Die kann Menschen dazu bringen, bis zum bitteren Ende Krieg zu führen. Das heißt noch lange nicht, dass es in den nächsten Tagen im deutschen Fernsehen vergnüglich und lustig zugehen wird. Diese Hoffnung sollte man gleich begraben – Deutschland ist nicht die Titanic, auf der die Kapelle erst aufhörte zu spielen, als das Schiff Bug über in die Tiefe stürzte. So würde Deutschland nie unter gehen. Wir gingen als ständig Ratende unter – am Tage verfolgten wir, da uns wegen des Standbys nicht anderes übrig bliebe, ausschließlich Ratesendungen, um Abwechslung zu haben. Und abends im Bett rätselten wir, ob wir Corona haben oder nicht. Aber dazu wird es nicht kommen. Das würde nur passieren, wenn die Politiker vergäßen, uns darüber zu informieren, dass alles vorbei ist. Ausschließen kann man das nicht. Neulich habe ich gelesen, dass in Wien die Arbeiter noch bis Oktober 1945 an einem Luftschutzkeller gebaut haben. Man hat ihnen einfach nicht gesagt, damit aufzuhören. Bleiben Sie gesund.

PS: Das Bild würde auf der Decke der Sixtinischen Kapelle zu sehen sein, wenn es Corona und Klopapier zu Zeiten Michelangelos gegeben hätte.

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Toilettenpapier hamstern – Luther wäre entsetzt!

Warum kaufen die Leute tonnenweise Toilettenpapier, wenn eines der größten Probleme, das einem in der Quarantäne (oder einer Ausgangssperre, die hoffentlich vermieden wird) widerfahren kann, die Verstopfung ist? Luther, der vollmundig meinte, man müsse dem Volk nur aufs Maul schauen, um zu wissen, was Sache ist, wäre entsetzt, wenn er wüsste, dass die Nachfahren derer, die er in seiner Heimat den Katholiken hat abspenstig machen können, nun zuhauf Toilettenpapier stapeln. (Für ihn wäre es sicherlich nur ein schwacher Trost, dass es sich um Heiden handelt.) Vermutlich würde er sich noch mehr darüber ärgern, dass niemand mehr weiß, wie sehr er darunter litt, nicht Kacken zu können. Auf der Wartburg, die einen Auslauf bietet, von dem der Durchschnittsbürger nur träumen kann, als Junker Jörg wand er sich nach eigener Aussage auf dem Burgklo vor Schmerzen wie eine Wöchnerin. Die Hartleibigkeit seines Stuhlgangs wurde Luther Zeit seines Lebens nicht mehr los. Angesichts dessen Martyriums auf dem Klo ist es tröstlich, zu wissen, dass niemand ein Jahr in Quarantäne verbringen muss. Erstaunlich ist, dass es zu dieser Zeit keine Abführmittel gegeben haben muss. Heute hätte es Luther wesentlich leichter gehabt, ohne die Mittel zu kennen. Mir ist nur eines geläufig, und das gibt es zu meiner großen Überraschung auch noch, nämlich Regulax – das schmeckt zwar scheußlich (als Kind habe ich immer Schüttelanfälle beim Hinunterschlucken bekommen), ist jedoch sehr wirksam. Ein unbedingtes Muss im Überlebensbeutel sowie für jeden, der beabsichtigt, sein Toilettenpapier aufzubrauchen. Wie kann es sein, dass wir in Europa bzgl. Corona immer falsch liegen? Ist dem Europäer sein Überlebenssinn und gesunder Menschenverstand abhanden gekommen? Erst holen wir uns Virus per Flugzeug rein, ohne an die Folgen zu denken? (Es hatte einen Pass. Nun keinen mehr. Da hat Macron Recht.) Und nun könnte es sein, dass wir bald eingesperrt werden (die Belgier 3 Wochen lang). Aber es gibt Hoffnung, dass wir dem entkommen können – die Washington Post zeigt, wie Social Distancing helfen könnte, die Ausbreitung zu verlangsamen.

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Es fehlt nur noch die Kinderlandverschickung

Diese Kinderlandverschickung würde ausschließlich eine für einen guten Zweck sein – während die Nazis die Kinder aufs Land schickten, um u. a. deren Müttern zu ermöglichen, in der Rüstungsproduktion ihr Bestes geben zu können, könnten Schüler und Kita-Gänger schöne Wochen in den schönsten Hotels in den allerschönsten Gegenden des Landes verbringen, wenn hierzulande der politische Willen vorhanden wäre. Den kann es aber nur geben, wenn es Tradition wäre, im Sommer allen unter vierzehn zu erlauben, zwei oder drei Wochen unter sich bleiben zu dürfen. Der Ort, wo Kinder früher geparkt wurden, nannte sich Kinderferienlager. Jeder Betrieb (Firma) hatte in der DDR eines. Daneben gab es noch Pionierferienlager. Und die Russen hatten (und haben) Artek, so eine Art kommunistisches Disneyland, auf der Krim. Da es die Lager nicht mehr gibt und eine Kinderlandverschickung auf die Bauernhöfe wegen der Ansteckungsgefahr zu gefährlich ist (eine krankheitsbedingte Hungersnot können wir nun wirklich nicht gebrauchen), bleiben nur noch Hotels und Pensionen, über die zu erfahren ist, sie würden wegen Corona leerstehen. Schulschließungen plus Kinderlandverschickung – eine besseres Mittel gegen den heimtückischen Virus gibt es nicht. Die Sache hätte den schönen Effekt, dass die meisten Kinder immunisiert zurückkehren, ohne jemanden angesteckt zu haben. Wie konnte es nur so weit kommen? Wie konnte Europa zum Epizentrum der Pandemie werden (lt. WHO, die es wissen müssen)? Ein Grund ist wohl, dass wir es uns, allen voran die Medien, angewöhnt haben, aufs Ausland herabzublicken. Trump ist der beste Beispiel. Gestern wurde er für seine Entscheidung, Bürgern aus den Schengen Ländern die Einreise zu verweigern, kritisiert. Angesicht der Einschätzung der WHO scheint diese Maßnahme völlig richtig zu sein. Heute mahnt Spiegelonline dessen Charakter an. Aber wenigstens hat er den Nationalen Notstand ausgerufen, von dem wir noch meilenweit entfernt sind. Es läuft etwas falsch in den Medien, wenn Scholz voller Stolz behaupten kann, dank des Sparkurses der Regierung sei es möglich, allen und jeden helfen zu können, ohne dafür kritisiert zu werden. Seine tolle Regierung und die EU hätten, als die Epidemie in China ausbrach, schon Geld für die Prävention locker machen müssen. Lt. Einschätzung eines italienischen Virologen hat die EU keine Grund gesehen, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Jetzt ist es auf einmal legitim, Grenzen zu schließen bzw. nur wenige Grenzübergänge (Tschechien) offen zu halten. Dabei hätte man sich schon im Januar wappnen können, bspw. indem den Flugverkehr nach Asien nur noch über wenige Flughäfen (mit entsprechenden Gesundheitschecks) abgewickelt hätte. Corona bot der EU die Chance, der Welt zu demonstrieren, in der Lage zu sein, das gewohnte öffentliche Leben ohne wesentliche Einschränkungen aufrechterhalten zu können. Die hat Europa nicht genutzt.

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Putin – 2036 wirklich schon in Rente?

Müssen wir uns wegen Putin um Russland sorgen? Richtig gefährlich für uns wird es erst, wenn er 2034 oder 2035 anstreben sollte, weitere zehn Jahre regieren zu wollen, denn dann müssten wir annehmen, dass Putin gar nicht Putin ist, sondern ein Außerirdischer, der jeden Augenblick im Fernsehen verkünden kann, er sei in Wirklichkeit ein Alien, der auf die Erde gesandt worden sei, um seinen extraplanetaren Brüdern und Schwestern, die als Flüchtlinge im Kosmos leben, eine Heimat zu schenken. Nur gut, dass die Zeit des Wartens bis zum großen Augenblick viel Kurzweil verspricht – je älter er wird, desto größer seine Abenteuerlust. Kaum ist das Abenteuer mit Erdogan vorbei, schon ist Putin in einem neuen, das er den Saudis verdankt, die im nächsten Monat wegen der Weigerung Russlands, die Förderung herunterzufahren, dafür sorgen wollen, dass die Welt in ihrem Öl ertrinkt. Angeblich reichen den Russen 25 Doller pro Barrel, um über die Runden zu kommen. Und es scheint dem Kreml auch nichts auszumachen, wenn die Topunternehmen des Landes Kurseinbrüche von bis zu 10 Prozent zu verkraften haben, ganz zu Schweigen vom Rubel, der massiv an Wert verloren hat. Putin rechnet eben anders als ein Börsianer – ein billiger Rubel bedeutet für ihn, dass Waren, die im Land hergestellt worden sind, gekauft werden. Von den vielen, die behaupten, die würden nichts taugen, hat einer womöglich seine Meinung revidieren müssen – die IT-Spezialisten der russischen Armee haben Erdogan gehörig eine versetzt. Drohnen wurden gehackt (2) sowie deren GPS so manipuliert, dass diese in Gebieten, in denen keine Syrier standen, angegriffen haben. Und da auch amerikanischen Technik nicht den gewünschten Erfolg brachte (die Russen haben es geschafft, deren Raketen auszuschalten), ist es nicht verwunderlich, dass Erdogan nach dem Treffen mit Putin an Brüssel geflogen ist, um Waffen zu erbitten, mit denen er den Russen imponieren kann. Die Corona-Krise wird Putin in seinem Kurs noch bestärken – wegen der strikten Einreisekontrollen hat das Lande gerade einmal 20 Fälle. Dank seiner Autarkiepolitik, die der Westen mit seinen Embargos ihm aufgezwungen hat, sollte das Land die Folgen der Krisen besser als jene, die von der Globalisierung schwärmen, überstehen. Vermutlich ist das auch der Zweck des neuen Abenteuers – Kräfte, an die niemand im Land geglaubt hatte, zu wecken. Weg von der Ölwirtschaft. Hin zu Hochtechnologie.

Besprühen griechische Bauern die Grenzanlagen wirklich mit Gülle? Kaum zu glauben, was da abgeht. Die EU muss sich dringend etwas einfallen lassen. Sie sollte Erdogan mehr Geld geben. Wenn die Mitgliedsländer schon keine Kontingente von den bedauernswerten Dublin-Ländern nehmen, dann sollte sie diese finanziell unterstützen.

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Covid-19 – wie lange wird er uns noch paralysieren?

Und wird, wenn Covid aufgehört hat, eine Gefahr für die Menschen zu sein, noch alles so wie vor vier Wochen sein? Eine gute Chance, das zu erleben, haben alle jene, die fleißig mit dem Ziel trainieren, Covid zu besiegen, was nicht ganz einfach ist, da er sich an unsere Vorstellungen, wie ein fairer Wettbewerb anzusehen hat, überhaupt nicht zu halten gedenkt. Damit nicht genug – er lässt es auch nicht zu, die Waffe unserer Wahl gegen ihn zu verwenden. Ganz im Gegenteil – er zwingt uns ein Mittel aus den verschmähten Sekundärtugenden auf, über die Lafontaine, lange ist es her, gesagt hat, mit denen könne man ein KZ führen. Knapp 40 Jahre ist das her. Nun sind sie wieder höchst überlebenswichtig geworden. Von den vielen Tugenden, von denen man geglaubt hat, sie würden in der heutigen Zeit nur eine untergeordnete Rolle spielen, ist die Disziplin die wichtigste Disziplin im Kampf gegen Covid (neben der Reinlichkeit, die der Blog aber nicht als Sekundärtugend einstufen würde). Wie schlecht es um die bestellt ist, zeigt ein Vorfall, über den der Guardian berichtet hat – nachdem eine Frau verkündete, wie wichtig es sei, nicht mit den Fingern ins Gesicht zu fassen, hat sie einen beleckt, um die nächste Seite aufzuschlagen. (Trump hat gar behauptet, seit Wochen nicht ins Gesicht gegriffen zu haben, was ein Foto gleich widerlegte.) Wenigstens ist angesichts dieser uns angeborenen Disziplinlosigkeit auf die App-Szene, deren Vertreter sich bisher zurecht rühmen durften, gegen jede Widrigkeit des Lebens die passende App anbieten zu können, Verlass – wer eine Webcam hat, der kann mit „Don‘t touch“ trainieren, sich nicht mehr ins Gesicht zu fassen. Leider kann dieser Blog wegen seines Prinzips, so wenig wie möglich von sich preiszugeben, nicht einschätzen, ob sich mit dieser App Lernerfolge erzielen lassen. Er setzt ganz auf Spiritualität – im Gegensatz zu dieser Art Hundetraining versucht er, mittels eines speziellen Bewusstseins-Trance versucht er, sich gegen Covid zu wappnen (ganz einfach ist es nicht, denn seit der Verkündung des Fingerverbotes im Gesicht juckt es dort gerade). Das Leben wäre nicht lebenswert, wenn man nicht andere für den Schlamassel, in den man sich selbst hineinmanövriert hat, verantwortlich machen könnte. Dieser Blog hat da schon eine ganz besondere Spezies, die er für den gefährlichen Covid-Überträger hält, im Visier – die Schaffner, deren Sekundärtugend Pflichtbewusstsein zu einem Problem für speziell jene Bahnfahrer, die eine Plastikkarte haben, wird. Aber auch die altmodischen Fahrer, die auf Papier nachweisen, dass sie die Bahn benutzen dürfen, sind nicht gefeit vor einer Ansteckung gefeit – der Blog weiß aus eigener Erfahrung zu berichten, dass es immer wieder Kontrolleure gibt, die die Karte anfassen müssen. Bahn und Nahverkehrsbetriebe wären gut beraten, in diesen hysterischen Zeiten auf Kontrollen zu verzichten.

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Wie schnell sich die Welt ändert

Wie schlimm muss es um die Welt bestellt sein, wenn ein Mann, dem nachgesagt wird, die Inkarnation des Chaos zu sein, dank einer Ankündigung auf einmal zum Fels, dem die Brandung überhaupt nichts anhaben kann, wird? Vor drei Monaten hätte sich niemand vorstellen können, dass der erfolgreichste Großpopulist unter den Großpopulisten – immerhin hat er es geschafft, seine Landsleute dazu zu bringen, die alte Welt aufzugeben, um eine neue, von der niemand weiß, wie sie aussehen wird, zu errichten – dank verschiedener Ereignisse schnell zum geringsten Übel degradiert werden könnte. Boris wird nämlich nicht nur Vater, nein, er geht sogar im Sommer in Elternzeit, was viele überrascht, da er ihnen in den letzten Wochen den Eindruck vermittelt hat, als würde er schon Urlaub machen. Selbst Überschwemmungen und der Coronavirus haben ihn nicht dazu bringen können, seine Downing Street zu verlassen. Und vom Brexit spricht eh keiner mehr. Es sieht so aus, als ob Boris alles dafür tut, dass dies solange wie möglich so bleibt. Angesichts der Untätigkeit der Politiker, mit Johnson als exemplarisches Beispiel, war es richtig schockierend, im Fernsehen sehen zu müssen, dass sich von der Leyen an der griechisch-türkischen Grenze, an der tausende Flüchtlinge die Stelle suchen, die ihnen erlaubt, nach Griechenland zu kommen, hat blicken lassen. (Byzanz hat eine Tür, die man vergessen hat, zu verriegeln, zu Fall gebracht.) Dies nach nur zwei oder drei Tagen. Die Frau weiß, wie man sich Sympathien verschafft, ja fast sieht es so aus, als habe man in Brüssel nur auf Leute, die die Grenze stürmen, gewartet. So kann man den EU-Bürgern zeigen, dass man bereit und in der Lage ist, Flüchtlingsströme nach Europa zu stoppen. Erdogan hat sich mal wieder verrechnet. Die Grenzöffnung ermöglicht der EU, Stärke zu zeigen. Ob EU und Erdogan wissen, dass sie gerade dabei sind, eine Bombe, die nur noch größer werden kann, zu schaffen, wage ich zu bezweifeln. Diese muss entschärft werden, was nicht so einfach wird. Da ist es nicht besonders hilfreich, wenn griechische Behörden jenen, die es auf ihr Gebiet geschafft haben, Handys und Geld wegnimmt. Das Coronavirus hatte es wesentlich einfacher, in die EU einzudringen. Die Barrieren für dessen Abwehr wurden erst errichtet, als es längst zu spät war. (Es sieht so aus, als habe die ganze Welt die Gefahr, die vom Virus ausgeht, unterschätzt.)

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Es ist zwar nur ein Pharao-Begräbnis 2. Klasse,

dafür darf man aber, anders als beim Pharao, bei dessen Beerdigung jeder, der das Pech hatte, dessen Mumie in die Grabkammer begleiten zu dürfen, den Tod fand, guter Hoffnung sein, die Gewölbe, die sich oft eigene Wohnung nennen, nach 14 Tagen wieder verlassen zu können, vorausgesetzt unter den übereifrigen Hausbewohnern, die Tag und Nacht über einen wachen, gibt es nicht einen, der sie noch übertrifft, bspw. in dem er die Wohnungstür vernagelt oder diese gar zumauert. Wie lange ein Pharao von den Vorräten, die mit in seine Kammer geschleppt wurden, hätte leben können, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Just-in-Time-Generation (Studenten, Singles) würde schon nach zwei oder drei Tagen gegen den Hungertod kämpfen. Daher gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass sich die Leute, deren Aufgabe es ist, einen 2-Wochen-Pharao zu versorgen, mit jenen, die es nicht gewohnt sind, Vorräte zu haben, besonders schwertun werden. Angesichts des Verhaltens der hiesigen Behörden, nicht in Erwägung zu ziehen, die Zahl jener, die sich treffen, zu begrenzen – ganz im Gegensatz zu den schweizerischen, die Veranstaltungen, bei denen mehr als 1000 Besucher zu erwarten sind, verboten haben – kann man nicht umhin, zu glauben, in den Amtsstuben würde man sich um solche Versorgungsaufträge reißen. Alleine bei einen Fußballspiel können sich bis zu siebzigtausend „Kunden“ gewinnen lassen. In Russland hat man 88 Menschen, die es leid waren, Pharao zu spielen, dank Gesichtserkennung zu Deportierten gemacht (mit Sicherheit wohnen die jetzt nicht standesgemäß in Sotschi oder auf der Krim). Ab die Deutschen in der Lage sind, anhand des Videomaterials alle Menschen, die mit einem Corona-Infizierten während eines Spiels Kontakt hatten, auszumachen, wagt dieser Blog zu bezweifeln. Und wenn man dann noch liest, dass Firmen wie Google und Amazon ihren Mitarbeitern raten, auf Reisen zu verzichten, kann man als Laie kann man schon den Eindruck gewinnen, die Deutschen würden Corona zu lax nehmen. Die deutsche Selbstüberschätzung eben, alles besser zu wissen. Daher scheint es dem Blog legitim, im Falle einer Erkrankung zu bestimmen, wen er in den 14 Tagen der Isolation nicht im Fernsehen erleben möchte. So hat dieser Blog nicht nur Norbert Röttgen getroffen (weil er einfach zu oft in den Talkshows ist), sondern seit gestern auch Augstein und Blome, mit denen er sich in einer Berliner Kneipe verabredet hat, um sich über deren unterirdischen Humor zu beklagen (in der letzten Sendung hatte Augstein Blome eingeladen, einen Corona mit ihm zu trinken). Der Blog kann versichern, sich zwei Berliner Pilsner sowie eine Currywurst gegönnt zu haben. Die Einladung, einen Corona zu trinken, hat er aus Höflichkeit nicht ablehnen können.

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Folgt der Kommiss-Dame die Frohnatur Laschet?

Um sich ausmalen zu können, was es bedeuten würde, wenn Laschet zum Kanzler gewählt sollte, hilft nur, sich vorzustellen, was passiert wäre, wenn ein Bourbone, deren bekanntester Vertreter der Sonnenkönig war, den Alten Fritz beerbt hätte – Preußen wäre zu einen großen Versailles, in dem die Feiern nicht mehr ausgingen, geworden. Mit Laschet wird es nicht ganz so schlimm. Den meisten Deutschen würde eh es schon reichen, wenn er sich ihnen gegenüber genauso großzügig wie zu seinen Studenten verhalten würde – als einmal Klausuren verlorengingen, hat er die Arbeit nicht nachholen lassen, sondern frei aus der Hüfte zu deren Gunsten benotet. Selbst Studenten, die an der Klausur gar nicht teilgenommen haben, wurden bedacht. Es ist auch höchste Zeit, sich von den Marotten der schwäbische Hausfrau zu verabschieden. Deren krankhafter Sparzwang geht an die Nerven (vermutlich ist sie es, die behandelt werden müsste). Und es gibt auch kein „Wir-schaffen-das“ mehr. Der Laschet erwähnt die Flüchtlinge nämlich gar nicht, denn bei ihm ist alles im Fluss, in dem man nur mitzuschwimmen braucht und sich treiben lassen kann. Die preußische Strenge hat erst einmal ausgedient. Ebenso der schwäbische Geiz. Das kann dem Land nur guttun. Da die Wahl in Hamburg gezeigt hat, dass es nicht viel bringt, Wähler der AfD zurückzugewinnen, sieht es für Merz ziemlich schlecht aus. Mit ihm holt man die Leute, die zu den Grünen übergelaufen sind, nicht zurück. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben – er hätte AKK ausstechen müssen. Da es scheint, als habe die AfD ihren Zenit überschritten, wird es für ihn schwer, sich durchzusetzen. Er kann nur darauf hoffen, dass die CDU-Mitglieder diese Entwicklung nicht mitbekommen und an ihm festhalten. Sollte es Laschet gelingen, für einen schnelleren Kohleausstieg zu sorgen, stehen seine Chance, Kanzler zu werden, nicht schlecht.
60 Betten für Coronaviruskranke – was einer Woche glaubte man noch, glänzend damit dazustehen. 322 Infizierte in Italien lassen Zweifel aufkommen, damit über die Runden zu kommen. Da von 100 Patienten nur 5 in Lebensgefahr schwebten, bestünde lt. eines italienischen Experten kein Grund, die strengen Maßnahmen fortzusetzen. Laschet würde sich wohl dessen Meinung anschließen.

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