Keiner will mehr Revolution machen

Da die EU ihren Stalin, der gesagt haben soll, die Deutschland könne es keine Revolution geben, weil man dazu den Rasen betreten müsste, gelesen hat, ist es ihr nicht schwergefallen, Lindners Bitte, ausnahmsweise auf die Gasumlage keine Umsatzsteuer erheben zu dürfen, abzulehnen – außer unserem Ministerpräsident, der wohl fürchtet, ein Großbetrieb in unmittelbarer Nähe seiner Diaspora (es hat schon was, als Katholik in Wittenberg zu leben) könnte wegen der Umlage gezwungen sein, den Betrieb einzustellen, hat sich niemand über die Entscheidung Brüssels empört. Unser Kanzler hat gesagt, er suche nach neuen Wegen, die Menschen zu entlasten. Lindner, dem es eigentlich peinlich sein müsste, überhaupt bei der EU angefragt zu haben, dürfte in seinem Porsche nach jedem Blitzer Freudentränen vergossen haben, fällt es ihm jetzt doch leichter, etwas abzunicken, was gar nicht nach FDP aussieht, wie z. B. einen Gaspreisdeckel oder einer geringeren Steuer, ohne sein Gesicht zu verlieren. Die Revolution fällt hierzulande erst einmal aus. Und auch in Russland, in dem im vorigen Jahrhundert innerhalb von 12 Jahren gleich drei Revolutionen stattgefunden haben, sieht es nicht nach einem Aufstand aus, so sehr sich der Westen den auch wünscht. Vielleicht liegt daran das Kalkül jener EU-Länder, die beabsichtigen, keine Russen mehr in ihr Land zu lassen – bevor sie wieder hineindürfen, müssen sie erst einmal in Russland richtig Randale machen. Wenn kein Druck im Kessel ist, muss man dafür sorgen, dass welcher entsteht. Werden verwöhnte Russen, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, in Taormina einen Monat lag nichts zu tun, auf den Straßen in Sotschi fordern, Putin müsse zurücktreten? Der Blog ist skeptisch. Vor mehr als hundert Jahren ist man die Sache wesentlich cleverer angegangen – die Deutsche Reichsbahn hat Lenin im Sonderzug durch Reichs mit der Absicht kutschiert, an der Macht möge er mit dem Kaiserreich Frieden machen, was ja dann auch geklappt hat. Pech für EU, dass nur Oligarchen, die niemand mag, auch wenn sie sich mit Putin zerstritten haben, zur Verfügung stehen. Das Land ist einfach nicht klein genug, um die Leute mit dem Ziel auszusperren, die Enge möge aus ihnen Revolutionäre machen.

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Ausgerechnet die Schwarzmeerflotte

Das war wohl eine Pleite zu viel – da aufgrund der mysteriösen Explosion auf der Marinebasis Saki unverhältnismäßig viele Flugzeuge zerstört wurden, ist der Chef der Schwarzmeerflotte nur wenige Stunden nach dem Desaster abgelöst worden, was dafür spricht, dass in puncto Sicherheit auf dem Stützpunkt einiges im Argen gelegen haben muss. Ob Bunker, in denen die Jets in Notzeiten geparkt werden, wie auf den beiden Flugplätze, die der Blog aus seiner Armeezeit kennt (die werden sicherlich heute noch stehen), vorhanden sind, kann er nicht sagen. Wenn nicht, hätte er dafür sorgen müssen, dass sie anderweitig geschützt werden (mobile Hangars hätten vielleicht schon gereicht). Sie standen jedoch ungeschützt im Freien, was darauf schließen lässt, dass man sich absolut sicher war, die Flugzeuge auf der eigenen Basis nicht verlieren zu können. Auf der Erde ist eben nicht in der Luft, wo die Russen noch keinen Dogfight verloren haben. Da lässt sich der Gegner weitaus schlechter als im Kampf Mann gegen Mann ausmachen. Umso ärgerlicher ist es, die Kampfjets auf diese Art und Weise zu verlieren, wobei der Blog nicht glaubt, dass die Ukrainer den Stützpunkt mit Raketen angegriffen haben, auch wenn Selenskyj und Co. versuchen, diesen Eindruck zu erwecken. Würde er welche haben, hätte er sich als Major „King“ Kong geoutet, allerdings erst einmal nicht auf der Rakete selbst (dafür fänden sich genügend andere), sondern in seiner Tracht vor seinem Tablett irgendwo in Kiew. Diesen Propagandaerfolg würde er sich nicht entgehen lassen, es sei denn, die Aktion wurde vom Westen ausgeführt, dessen Militärs, ganz im Gegensatz zu früheren Auseinandersetzungen, nicht zu fürchten brauchen, dass sich ein Journalist dafür interessiert, was sie in der Ukraine machen. Die ungewohnte Freiheit muss genutzt werden; jede gelungenen Aktion macht Appetit auf mehr. Wer weiß, wann man wieder so ungestört arbeiten kann. Da das Militär keine Toten vermeldete, muss das Munitionsdepot nicht bewacht worden sein – Schlendrian pur in der Schwarzmeerflotte. Lt. eines polnischen Militärs hätte sogar der Melonenmann den Sabotageakt ausführen können. (Der Oberst muss ein Fan Bronsons sein, wegen des Wassers, das seit einigen Monaten wieder auf die Krim fließt, fällt es jedoch nicht schwer, sich vorzustellen, dass die Melonenfahrer jede Menge zu tun haben. Die schwerste wird dann wohl aus Versehen in die Nähe des Depots gekullert sein.) Dem Blog ist es ein Rätsel, wie ein Flugplatz an einem Werktag in Kriegszeiten im Dornröschenschlaf liegen kann. Der Westen wertete den Angriff als schweren Schlag gegen die Russen. Selenskyj versprach gar, die Krim zurückerobern zu wollen. Dabei sieht es so aus, als ob der Bär keinen Grund sieht, seinen gewohnten Trott aufzugeben. Da muss der neue Chef der Schwarzmeerflotte wohl gehörig Dampf machen.

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OMD – die Gnade der Geburt im Osten,

denn die hat dafür gesorgt, dass der Blog trotz kurzer Hosen und Füßen, denen man ansah, dass sie den ganzen Tag im Freien waren, distinguiert daherkam, was angesichts vieler schwarzer Hosen und T-Shirts, auf denen Schrift stand, auch nicht besonders schwer war – Fangemeinde der Synthie-Pop-Band OMD hat sich der Blog versnobter vorgestellt, so wie die Gruppe selbst, deren Mitglieder sich immer recht stylish kleideten, jedoch nie overdressed aussahen. Der Schlips war Arbeitskleidung, niemals jedoch Dekoration. Youtube hat ihm ermöglicht, die Elektropoper wiederzuentdecken. Da er ohne den Videokanal die Musiker längst vergessen hätte, zeigt sein Beispiel, dass es Sinn macht, Videos kostenlos ins Netz zu stellen. Irgendwann gehen sie zu deren Konzerten, wo sie verwundert feststellen, dass die Zuschauer mindestens genauso interessant wie die Band sind – OMD als Jungbrunnen für alle, die in deren Konzerten schon in den 80gern, als deren Songs es in den Charts oft bis ganz nach oben schafften, zugegen waren. Selbst Corona hat nicht verhindern können, dass die Klamotten aus der guten alten Zeit noch passen. Zwar waren die Männer oft mit Bauch unterwegs, was den Blog vermuten lässt, dass es ihnen einige Mühe bereitet haben muss, sich fürs Konzert in ihre alten OMD-Größe zu zwängen. Die Frauen wirkten da wesentlich entspannter – da passte alles wie angegossen. Als ob 40 Jahre nie vergangen wären. Der regelmäßige Besuch eines Konzerts seiner Lieblingsgruppe scheint schlank zu halten. Oder sorgt wenigstens dafür, dass man sich für dünn hält. Da OMD angekündigt hat, nächstes Jahr wiederzukommen, hat der Blog gleich am Abend sein Gewicht gemessen. Natürlich hat er sich nicht nur vorgenommen, die Kilo zu halten. Bis zum nächsten Mal müssen einige fallen. Vielleicht hilft es, sich andere Bands aus den 80gern anzuschauen. Gott sei Dank touren noch einige von denen. Apropos Musik – richtig schön gemütlich war es. Es wurde sogar getanzt (vielleicht nicht ganz so viel wie in Hanau). Dafür waren wohl hier mehr Fans, denen nicht danach war, das Tanzbein zu schwingen. Das kann man auch billiger haben.

PS: Hat eine amerikanische Fernsehserie uns eigentlich schon gezeigt, was Kinder denken, wenn ihre Eltern ein Konzert ihrer Lieblingsband besuchen?

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Adieu Bayern-Dusel – die sind nun Entertainer,

was alle Nichtbayern schwer in die Bredouille bringt – haben sie noch genügend Wut im Bauch, um pfeifen und fluchen zu können, wenn das Dreamteam auf dem Rasen ihres Lieblingsklubs wirbelt? Baut sich noch genügend Frust auf, um einen Bajuwaren zu beschimpfen? Der Blog hat arge Zweifel. Zwar hat er nur die letzte halbe Stunde gesehen, jedoch hat der Spielzug, der zum 6. Tor führte, gereicht, die Roten zu verdächtigen, keine gewöhnlichen Fußballer zu sein, sondern Entertainer, die gekommen sind, um die Zuschauer zu unterhalten, so dass am Ende es völlig egal ist, ob die eigene Mannschaft unter die Ränder gerät – die Hauptsache ist, man hat ein gutes Fußballspiel gesehen. Die Stimmung bei den Frankfurtern war so, als hätte ihre Mannschaft 5 Tore geschossen. Am Ende wird die heimische Mannschaft noch ausgepfiffen, sollte sie es wagen, die Superbayern zu schlagen. Nach dieser Vorstellung daran zu denken, man könne sie besiegen, grenzt an Blasphemie. Die sind einfach zu gut für diese Welt. So gut, dass es sich lohnt, wieder Sportschau zu gucken. Im Gegensatz zu den Fans der Eintracht, die sich ihre gute Laune durch nichts vermiesen ließen (das schafft man wohl nur, wenn man mit Äppelwoi groß geworden ist), wird der Blog sich zweimal im Jahr ärgern, nämlich immer dann, wenn die Entertainer auf die Malocher, deren Vorfahren zu Zeiten des Schalker Kreisels auch als Entertainer galten (wenn auch nicht auf diesem hohen Niveau), treffen. Nach der gestrigen Vorstellung wären zwei Niederlagen im zweistelligen Bereich normal, mehr als 5 Gegentore als Erfolg und weniger als 5 als Sensation zu werten. Wer das Superteam schlägt, der hat die Meisterschaft gewonnen, wenigstens für das Wochenende. (Der DFB wäre gut beraten, auch Wochenendmeister zu küren. Mehr als zwei würde es eh nicht geben.) Der Auftritt der Bayern wirft natürlich die Frage auf, ob Überteams sich nur dann bilden, wenn es dem Land dreckig ergeht bzw. ergehen wird. Der Schalker Kreisel wirbelte, als die Nazis im Zenit ihrer Macht standen. Zweimal war der Klub Kriegsmeister. Nun spielen die die Bayern in einer Zeit, in der es nur noch russische Fellmützen aus Polyester zu kaufen gibt, großartig auf (und der günstige russische Offizierspelzmantel, den der Blog im Auge hat, ist wegen der Sanktionen nicht lieferbar). Zum Glück hat er noch einen weißen Wintermantel – da er gedenkt, ihn auch draußen zu tragen, sind vor dem Fernseher Getränke, die Flecke hinterlassen, wenn man sie verschüttet, ein absolutes Tabu. Darum sind Wodka und Wasser angesagt. Ob bzw. wie oft Deutschland im kommenden Winter beschwipst ins Bett steigt, hängt davon ab, wie viele Betriebsstunden die Verdichter, die das Gas zu uns pumpen, noch machen dürfen. Lt. Anti-Spiegel besteht kaum Hoffnung, dass die Turbine, vor der sich der Kanzler hat fotografieren lassen, wieder an ihren ursprünglichen Platz gelangt – die Russen wollen das Ding erst zurück, wenn der Westen ausdrücklich versichert, dass Turbinen, die im Ausland zu warten sind, nicht sanktioniert werden (wenn der Blog es richtig versteht, fürchten die Russen, im Falle der Annahme Repressalien wie Enteignungen, die damit begründet werden, dass man gegen Sanktionen verstoßen habe). Es sieht so aus, als ob Olaf den Kreml reinlegen wollte. Spannender geht es wirklich nicht, auch wenn der Eindruck besteht, Berlin legt sich am liebsten mit jenen an, die eh von allen Seiten bedrängt werden (geschweige denn mit jenen, von denen man den Eindruck hat, das könnten unsere Vorgesetzten sein). Wenigstens haben wir noch die Entertainer, an deren Darbietungen wir uns im Winter erwärmen können, wenn nicht gar müssen.

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Vor der Turbine ist nach der Turbine

Reicht das? Der Blog ist skeptisch, muss aber Scholz, der ja mal für die Finanzen in diesem Land zuständig war, zugutehalten, dass es ihm schwerfällt, sich vorzustellen, einer seiner Vorgänger hätte heute die Saga um die Turbine, um die sich erst alle rissen, die jedoch nun niemand mehr haben will, beenden können. Eichel, der immer den Eindruck vermittelte, sehr pedantisch und recht detailverliebt zu sein, wäre wohl der einzige Kandidat, der ein Zeichen hätte setzen können. Ein ehemaliger Finanzminister, der seine Landesleute mit Papier, das man wegen Elster zum Glück nicht mehr anzufassen braucht, zugeschüttet hat (die komplizierte Grundsteuererklärung muss, ja kann nur von ihm kommen), lässt Putin und Gazprom einfach davonkommen, ohne ihnen zu sagen, was sie auszufüllen haben, um endlich an ihre Turbine zu kommen. Das ist schwach. Und zudem ein Affront gegen alle, die sich mit deutschen Finanzämtern herumschlagen müssen. Ein Formular, das man braucht, damit das Prachtstück endlich Mühlheim verlassen kann, hätte es schon getan. Egal, ob in Deutsch oder in Russisch – ein Schriftstück mit Feldern, in die man etwas schreiben kann, ersetzt 10 Panzerhaubitzen, vorausgesetzt, man ist in der Lage, erklären zu können, was in die Kästen eingetragen werden muss. Scholz, der mit die Hilfe eines Zollexperten dem Publikum erklärt, was Gazprom eintragen muss, um an den Verdichter zu kommen – mehr Authentizität geht nun wirklich nicht. So war es nur ein Pressetermin vor einer Turbine, den die Russen clownesk fanden. So richtig engagiert wirkt das nicht, was Scholz da vor dem Wunder der Technik veranstaltet hat. In Berlin sieht man das natürlich ganz anders. Baerbock will den Bluff Putins entlarvt haben, was der Blog so nicht recht glauben kann. Da Scholz es den Russen zu leicht gemacht hat, wird das Gezerre um das Stück wird weitergehen. Der Hauch von Protz, der heute über der Turbine schwebte, lässt vermuten, dass vorerst sich nichts zum Besseren wenden wird. Ganz im Gegenteil – alles wird noch viel schlimmer. In Russland hat Scholz niemanden beeindrucken können. Das ist schlechte PR, ohne Leidenschaft und Biss, geschweige denn Ironie und Witz.

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Messlatten sagen immer die Wahrheit

Messlatten können nicht lügen – da sich das Wunder, dass sich unsere Gasspeicher selbst nach der jüngsten Reduzierung der Liefermenge weiter füllen, fortzusetzen scheint, war der Blog schon im Begriff, zu schreiben, die BRD wäre der DDR beigetreten, hätte Habeck im kleineren der beiden Deutschlands die Wirtschaft gemanagt, als ihm gerade noch so einfiel, dass in Neubauwohnungen die Heizung oft nicht abzustellen ging, so dass selbst bei sibirischen Temperaturen draußen es drinnen unerträglich heiß war. Im realen Leben können im Augenblick selbst die Russen Habeck nicht stoppen, geschweige den Heizungsventile – unaufhaltsam werden die Gasspeicher voller. Geht das so weiter, sollte der Kreml die Strategie des Blogs verfolgen, der schrieb, Habeck und Co. könne man nur beikommen, indem man Deutschland mit Gas vollpumpt, was dazu führt, dass sie auf den Vorräten sitzen bleiben. Wie ist das nur möglich? Der Blog weiß keine Antwort. Er weiß nur, dass Messlatten sowie PCR-Tests sich nicht manipulieren lassen, jedoch jeder Corona-Chart plausibler als einer, der zeigt, wie es um den Füllstand bestellt ist, erscheint. (Spätestens im Herbst werden wir wohl wieder beide zur gleichen Zeit zu sehen bekommen.) Im bleibt deshalb nur, zu mutmaßen. Er glaubt, der Verbrauch konnte reduziert werden, weil viele Deutsche, so auch der Blog, den Mehrbedarf, der immer anfällt, wenn sie in den Urlaub fahren, im Ausland gestillt haben. Wir haben es geschafft, unseren Konsum erfolgreich zu exportieren, was Varoufakis’ Ansicht, die Deutschen hätten eingesehen, dass sich ihr jahrzehntelanges Strategie, immer Exportweltmeister zu sein, als Irrweg herausgestellt habe, widerspricht. Irgendwie zahlt sich das Exportieren eben doch aus. Zumindest hat es dazu beigetragen, die Speicher zu füllen. Angesichts der Politik Habecks, alles Gas, was auf dem Markt ist, aufzukaufen, ist es höchst fraglich, ob es im Winter auch noch möglich sein wird, seinen Bedarf exportieren zu können. Weißer Rauch, der aus der Sixtinischen Kapelle hochsteigt, mag die Südländer erfreuen, Dampf, der aus den Zimmern der Hotels in den Ferienorten steigt, wohl eher nicht. Schon jetzt sollen sich lt. Varoufakis die Deutschen einer mediterranen Wand aus Herablassung und Spott gegenüberstehen. Da ist es nicht ausgeschlossen, dass im Winter nur noch Camper, die sich in ihren Wohnmobils duschen müssen, willkommen sind.

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100 Panzerhaubitzen, die ins Niemandsland

schießen, und wer glaubt, die Manager KMWs müssen den Ukrainern versprochen haben, dass ihre Panzerhaubitzen Wunderdinge vollbringen könnten, den muss der Blog enttäuschen – wer einmal in die Dinger vernarrt ist, der bleibt es sein ganzes Leben. Vor mehr als zwei Monaten war in einem Artikel des Spiegels, in dem die deutsche Panzerindustrie beleuchtet wurde, zu lesen, dass die Deutschen ihre Waffen reißend loswerden würden. Damals wurde noch um Mariupol gekämpft. Und im Donbass bewegte sich nichts. Heute Mariupol ist für eine deutsche Haubitze außer Reichweite und der Donbass fast vollständig in russischer Hand. Vermutlich hat der Kreml anhand der Daten, die die Nachfolger des KGBs über KMW bereitstellten, schon längst ausgerechnet, wann die russische Armee mehr als 40 km westlich von Kramatorsk stehen muss. In einem Jahr? Oder kann man sich gar zwei Jahre Zeit nehmen? Vermutlich wissen sie das in Moskau besser als in der deutschen Firmenzentrale. Dem Blog schwant, dass die bestellten Panzerhaubitzen fürs klassische Frontgeschehen, in der die Gegner sich nahe gegenüberstehen, zu spät kommen wird. Das wird es nicht mehr geben, denn die Russen werden als Antwort auf die Waffenlieferung des Westen versuchen, breite Korridore, in die geschossen werden kann, ohne dass sich jemand daran stört, zu errichten. Pufferzonen in einer Breite, wie sie die Welt wohl noch nie gesehen hat. Wenn deutsche Politiker behaupten, die moderne westliche Waffen würden die Ukrainer in die Lage versetzen, die Russen zu besiegen, ist das nur halb richtig – sie zwingen die Russen dazu mehr, mehr Territorium als nötig zu erobern. Hätte im Februar der Donbass noch gereicht, muss es nun ein Stück mehr sein. Eben jene 40 km. Oder sind es vielleicht wegen der amerikanischen Raketenwerfer gar 80 km? Was will die ukrainische Armee in diesen Zonen treffen? Die Russen werden sich hüten, dort Waffenlager, Kasernen oder Reparaturstützpunkte einzurichten. Die sind dort mobil unterwegs, unterstützt durch Drohnen, die ihnen sagen, wo Gefahren lauern. Das wird ein Gebiet ein, das jenen in den Science Fiction Movies sehr ähnelt (kein Film kommt ohne einen Landstrich, in dem man nicht leben kann, aus.) Deutsche Panzerhaubitzen sind da völlig fehl am Platz.

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Minensuchboote sind nicht so sexy wie Panzer

Direktlieferung statt Ringtausch, das fordert Frau Strack-Zimmermann wohl nicht ganz uneigennützig, denn wegen des Eifers, mit dem sie seit Monaten schwere Waffen für die Ukraine fordert, hat der Blog sie immer verdächtigt, dass sie selbst in einer unserer Raubkatzen, von denen wir uns so ungern trennen, gegen die Russen kämpfen wolle – da Putin diesen Krieg nicht gewinnen dürfe, bietet ihr sich bald die Chance, als blinder Passagier in einem „Gepard“ in die Ukraine zu reisen, wo sie, das ist sich der Blog sicher, schnell von der Panzerfrau zur Kommandeurin aufsteigen wird. Ein Segen, dass der Panzerbau seit Ende des 2. Weltkriegs, als noch vier Soldaten drin saßen, rasante Fortschritte gemacht hat – heute werden nur noch drei gebraucht, mit ihr an Bord sind es aber immer noch zwei zu viel. Gestern, als der Getreidedeal, über dessen Zustandekommen man seit Wochen diskutierte, unter Dach und Fach gebracht wurde, hat sie einer Zeitung diese seltsame Forderung kundgetan – wäre das nicht der Zeitpunkt gewesen, die Regierung, an der ihre Partei beteiligt ist, zu bitten, der Ukraine Minensuchboote, die sie nicht hat (lt. Wiki zwei uralte), um die (angeblich dilettantisch) verminten Häfen zu räumen, anzubieten? Die müssten die Flagge wechseln, um ins Schwarze Meer einlaufen zu können. Aber das wäre wohl das geringste Problem (bspw. als UN-Mission). Der Blog ist gespannt, wie lange es dauert, bis deutsche Politiker verkünden, beim Minensuchen helfen zu wollen. Um Minenabwehrdrohnen, über die die Marine verfügt, einsetzen zu können, bedarf es sich keiner Minensuchboote. Die kann man bestimmt auch von normalen Schiffen aus steuern. Reeder werden ihre Schiffe nur nach Odessa schicken, wenn sie die Gewissheit haben, dass es nahezu ausgeschlossen ist, auf eine Mine zu laufen. Diese Gewissheit kann die Ukraine ihnen nicht geben. Das können nur NATO-Staaten und die Russen garantieren. Letztgenannte würden sicherlich die ukrainischen Minen auch räumen – wegen des Klein-Kleins, das sie erwartet, wie der bald aufkommenden Forderung, Reedereien, die russische Getreide transportieren wollen, die Verschiffung ohne Folgen, sprich Sanktionen, erst zu ermöglichen, wenn Odessa gefahrlos angelaufen werden kann. Ob der Westen schon weiß, dass der schlaue Erdogan ihn mit ins Boot gehievt hat?

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Solange der Aurus Senat noch dabei ist

Der Blog mag sich gar nicht vorstellen, was hierzulande los ist, wenn Putin mit dem Ding zum G20-Gipfel, auf dem niemand mit ihm sprechen will, vorfährt – in Teheran ist der Aurus Senat noch übersehen worden, in Bali jedoch würde er für Schlagzeilen sorgen. Während in Deutschland die Menschen in ihrer Freizeit nur noch damit beschäftigt sind, Ratgeber, die sie darüber aufklären, wie man richtig, also gesund friert, zu lesen, kann Putin es sich auch ohne unsere Gasgelder leisten, seine Luxuslimousine auf das Inselparadies zu bringen, und das womöglich noch per Flugzeug. Der Aufschrei wäre groß, mit unseren Gasgeldern aber noch viel größer. Die einsetzende Hysterie würde zu einer Gasersparnis, die Experten bisher als illusorisch bezeichnet haben, führen. Ob mit oder ohne Gase – taucht der Kremlchef dort mit dem Aurus Senat auf, wird es hier ungemütlich werden. Aber erst einmal ist er in Teheran, das sich gute Chancen ausrechnen kann, nach Russland Waffen zu dürfen. Es wäre das erste Land nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Statt Hubschrauberträger, deren Verkauf Frankreich wegen der Annexion der Krim nicht gestattete, sind es nun Drohnen, die gebraucht werden, vermutlich nicht weil sie über eine ausgefeilte Technik verfügen, die die ferngesteuerten Flugzeuge, die der Iran produziert, unverwundbar machen, sondern wegen ihres günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses. Verluste sind eingeplant und -preist. Gegen die Luftabwehr der Israelis mögen die sich schwertun. Gegen die stark geschwächte Luftverteidigung der Ukrainer sieht das aber ganz anders aus. Da hilft auch Masse weiter, zumal dadurch verhindert werden kann, dass die teuren Maschinen aus eigener Herstellung Opfer der eigenen Flugabwehr werden. Irgendwie scheinen die Ukrainer bzw. Amerikaner immer dann ihre HIMARS zu verschießen, wenn sich ein russisches Flugzeug in der Nähe befindet. Die Abwehrgeschosse, die mit den Raketen keine Mühe zu haben scheint, wenn kein eigener Jet in der Luft ist, suchen sich dann das falsche Ziel aus. Zwei solcher Abschüsse soll es schon gegeben haben. Da kommen iranische Drohnen wie gerufen.

PS: Der Blog muss alle, die darauf hoffen, dass der Aurus Senat im November, wenn sich die Chefs der G20-Staaten treffen, kaputt sein könnte, enttäuschen – da ist ein deutscher Motor drin, so dass das Auto gar nicht kaputtgehen kann.

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Fahrspaß, Duschtouristen und die FDP

Wenn hierzulande der Fahrspaß aufhört, fängt er anderswo erst so richtig an, doch auch wenn die FDP, deren Klientel wegen der Hochzeit ihre Parteivorsitzenden den Eindruck vermittelt, sie könne nur auf Sylt Urlaub machen, da ihr der Rest der Welt fremd zu sein scheint, sich noch dagegen wie ein Kind, das partout keinen Spinat essen will, sträubt, ist der Blog guter Hoffnung, dass in diesen Gefilden der gemeine Bürger auch im September verbilligt Bahn und Bus nutzen darf – in Spanien kann man ab dem 01.09. vier Monate lang bis zu 300 km (am Tag?) umsonst mit der Bahn fahren. In der Annahme, dass Zaragoza in der Mitte liegt sowie die Schaffner in Spanien genauso kulant wie ihre Kollegen in Italien sind, lässt sich die Strecke Madrid-Barcelona in zwei Tagen zurücklegen. Vielleicht braucht man in Zaragoza auch nur auf den nächsten Zug zu warten (die fahren auf der Schnellstrecke bestimmt stündlich), um weiterfahren zu können. Porschefahrer würden das natürlich nicht als Fahrspaß bezeichnen – das Einzige, was sie stoppen kann, ist die Verladerampe in Niebüll, von wo es mit der Bahn nach Sylt geht. Ohne dem 9 € Ticket hätten viele noch angenommen, man müsse in einem schnellen Auto unterwegs sein muss, um erleben zu können, dass das Fahren Spaß machen kann. Das ist nun anders, was die FDP nicht einsehen will – wenn alles teurer wird, wollen die Menschen wenigstens billig, ja eigentlich fast umsonst, unterwegs sein. In besseren Zeiten, bspw. als die Liberalen noch fürchteten, dass anstrengungsloser Wohlstand zu spätrömischer Dekadenz einlade, hätte es genügt, der FDP den Wink zu geben, dass die „Mövenpicks“ von Fahrkarten, die fast nichts kosten, profitieren würden. Ob die das heute noch genauso sehen, darf bezweifelt werden. Dem einen oder anderen „Mövenpick“ dürfte schwanen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis seine Gäste ihn in den Bankrott geduscht haben werden. Der „Duschtourist“ bzw. der „Duschtourismus“ – ein Albtraum für jeden Hotelier und Vermieter von Ferienwohnungen, wobei letztere noch hoffen können, dass angesichts der hohen Energiepreise die Eltern ihre Kinder bereits dazu angehalten haben, zusammen mit dem Hund zu duschen. Usedom im Winter nur für Tagestouristen, die mit drei Thermoskannen anreisen, weil auf der Insel alles zu ist? Da bleibt wohl nur, nach Spanien zu fahren. Es würde helfen, wenn auch Macron auf die Idee käme, seine Landsleute sowie alle EG-Europäer über den Winter kostenlos fahren zu lassen. Ein Fahrspaß pur, selbst wenn man für die Strecke bis zur Grenze zahlen müsste. Der Blog würde auch versprechen, nicht als „Duschtourist“ (nur 1 Minute – versprochen), sondern Bildungsreisender, der sich mit der viel gelobten spanischen Architektur vertraut machen möchte, zu kommen.

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