Für Tiktok macht es Ticktack – wie lange noch?

Was will Microsoft mit Tiktok? Schlimm genug, wenn MS sich eine Firma leistet, deren Erfolg darauf beruht, dass sie Leuten die Chance gibt, kurze Videos ins Netz zu stellen (ich hoffe, das Konzept richtig verstanden zu haben). Dem Erzrivalen Apple wäre das nicht gut genug, vermutlich gar zu billig. Die haben ganz andere Ansprüche. Noch schlimmer, ja richtig verheerend ist, dass MS die Zwangslage des Unternehmens ausnutzt – wenn Tiktok nicht verkauft, dann kann es im September den Laden in den USA schließen. So will es Trump. Angeblich ist deren Technologie eine Bedrohung für die Staaten. Und sollte Peking jemanden wegen eines Videos belangen, dann wäre das die schlechteste Reklame, die die Kommunisten für ihr Land machen können, auch wenn der unmittelbar Betroffene das anders sehen würde, zumal auf den Westen in Puncto Unterstützung kaum mehr Verlass ist, wie das Beispiel Hongkong zeigt. Die Nazis betrieben derartige Zwangsversteigerungen im großen Stil. Arisierung nannten sie das. Deutsche Juden wurden gezwungen, ihre Habe weit unter Wert zu verkaufen. Erst wer sich einverstanden erklärte, sein Vermögen verramschen zu lassen, durfte Deutschland verlassen. Was hierzulande Gang und Gäbe war, scheint in den USA nur wenige (wie auch Huawei) zu treffen. Nichtsdestotrotz müsste Trump dafür viel härter kritisiert werden. Dass dem nicht so ist, liegt wohl daran, dass vielen es nicht ganz unangenehm wäre, wenn ein Exempel statuiert werden würden. Tiktok dient als Abschreckung für die Chinesen, es mit dem Aufkauf von Firmen, die im Bereich der Hochtechnologie arbeiten, nicht zu weit zu treiben. Hierzulande war ja auch schon vom Ausverkauf die Rede, als die Chinesen eine Firma, die Roboter herstellte, kauften. Peking bleibt nichts anderes übrig, als sich umzuorientieren – statt Unternehmen aufzukaufen müssen sie nun auf die eigene Forschung setzen. Alternativ kann Peking die hart verdienten Dollars auch an der Seidenstraße versenken. Trump wird die Aktion sicherlich Stimmen bringen. Im Wahlkampf kann er auf auf die Bostoner Tea Party verweisen – damals wurde Tee ins Meer geschüttet, weil er zu billig war. Ohne die Party würde es die Staaten vermutlich gar nicht geben. Gute Gründe für Donald, gegen die Billigimporte aus China zu wettern.
Und wie ist es mit Tiktok selbst? Es sind ganz witzige Sachen dabei. Leider wechseln die Videos auf „Angesagt“ schneller als einem lieb ist, so dass man Clips, die vor noch 2 Minuten hip waren, nicht mehr findet. Teilweise sind herrlich politisch unkorrekte Darbietungen zu finden – nach einem Kommando rennen Männer, die um ein leere Flasche stehen, los. Während ein kleinwüchsige Mann läuft, schießt jemand ihm mit einem Ball, der genau so groß wie er ist (Sitzball), in den Rücken. Daraufhin fällt er bäuchlings in eine Pfütze und bleibt liegen. Bis vor wenigen Tagen war es unmöglich, das mit Microsoft in Verbindung zu bringen.

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Was ist aus dem Sommerloch geworden?

Fällt Ihnen auch nichts zum Sommerloch ein? Sollten Sie ebenfalls Probleme haben, sich daran zu erinnern, bleibt mir nur, zu hoffen, dass es Ihnen nicht so schlimm wir mir ergeht, dem zum Sommerloch überhaupt nichts einfallen will, während ich vom Ozonloch, das nun auch schon mindestens 30 Jahre lang zurückliegen muss, noch weiß, dass ich mir da einen Kühlschrank gekauft habe. Wegen meiner Erinnerungslücken bzgl. dieser Zeit habe ich mir schon die Frage gestellt, ob es diese Loch überhaupt gegeben hat. Gerade noch rechtzeitig hat mir mein Gehirn den Hinweis gegeben, genau diese riesigen Lücken wären ein sicheres Zeichen, dass es existiert haben muss. Zudem sagt es mir, dass jedes Almanach, wenn schon nicht für die gesamte Welt, dann wenigstens für Deutschland, anhand der wenigen Einträge, die die jetzigen Tagen in jedem Jahr aufzuweisen, bestätigen wird, dass eines existiert haben muss. Immerhin bin ich noch in der Lage, das Loch einzugrenzen – ohne EM und WM im Fußball begann die Zeit, in der alles stillzustehen schien, nach der letzten Bergetappe der Tour in den Alpen oder Pyrenäen, sofern nach den Bergen kein Zeitfahren angesetzt war. Die Leere konnte sich bis Ende August hinziehen. Fanden Olympische Spiele im August statt, fiel die Periode, in der die unwichtigsten Dinge Schlagzeilen gemacht haben müssen, was einigermaßen erklärt, warum mir diese nicht einfallen wollen, wesentlich kürzer aus. Aber während die Stille, die im Sommerloch herrscht (man kann es auch als Auge eines Hurrikans bezeichnen, was impliziert, dass es nie langweilig wird), dazu animiert, ab und an zu prüfen, ob auf das Gehör noch einigermaßen Verlass ist, vernehme ich in diesem Sommer ein ständiges Geräusch, dem ich mich nur schwer entziehen kann. Corona kommt wahrlich nicht ohrenbetäubend wie eben besagter Hurrikan daher. Es ist vielmehr ein Surren, dessen Lautstärke die Fallzahlen bestimmen. Leider surrt es immer und ständig. Mit Sicherheit werden die Töne noch recht lange zu vernehmen sein. Stimmt das, was RT schreibt, erwarten uns im Herbst echt schrille Töne – das Nachrichtenportal will herausgefunden haben, dass Biden nicht ganz auf der Höhe sei, was nicht weiter beunruhigend wäre, wenn dieser sich auf Wahlkampftour befände. Aber leider verlässt er seinen Bunker nur, um die Menschen daran zu erinnern, dass er noch da sei. Bei diesen Auftritten passierten ihm einige Fauxpas – bspw. wollte wie ihm nicht einfallen, unter welchem Präsidenten er Vize war. Das dürfte Trump natürlich nicht entgangen sein. Für ihn ist das ein Faustpfand, was er aus den Händen geben kann, wenn er zu früh auf dessen Fehlern herumreitet. Trump weiß, dass nur dessen Böcke ihm erlauben werden, weiter im Amt zu bleiben. Und davon auszugehen ist, dass Biden unter Stress etliche Gedächtnispannen unterlaufen werden, wäre es ihm natürlich lieb, wenn im Herbst die Corona Beschränkungen enden würden. Ahnen Sie bereits, was uns fehlt? Richard rief aus, ein Königreich für ein Pferd eintauschen zu wollen. Was würde die Welt für ein Sommerloch bieten?

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Diese Welle braucht wirklich niemand

Da es so gut wie sicher ist, dass die 2. Welle kommen soll, stellt sich die Frage, ob es irgendwann einmal noch eine gibt, die sich so hoch auftürmt, dass man beim Wort Welle nicht automatisch an jene, über die wir lesen, sie könne noch schlimmer als die erste sein, denkt. Die könnte wohl nur in die Kunst produzieren. Aber wer glaubt schon an eine Neue Deutsche Welle 2.0? Oder einen New Wave 2.0? Dass dies möglich ist, hat Kraftwerk gezeigt – die Gruppe hat dafür gesorgt, dass das Wort Autobahn nicht unbedingt mit dem Führer in Verbindung gebracht werden muss. Erst einmal gilt, das drohende Ungetüm, von dem die meisten dachten, es verschonte sie, wenn sie ihren Urlaub dicht gedrängt an deutschen Stränden verbringen würden, zu überstehen. Für mich als Zurückgebliebener hat das einen Hauch von Dünkirchen – ich warte auf Boote, die am Strand landen, um die Urlauber in andere Gefilde, bspw. nach Schweden oder gar auf die Insel, zu bringen. Leider platzt der Traum von der Evakuierung aller deutschen Strandurlauber ins sichere Ausland meistens schon nach wenigen Sekunden des Lesens oder Sehens – schnell ist mir klar, dass die alle wieder zurückkommen werden. Was ich mir denken konnte, ist heute bestätigt worden – die Welle kommt höchstwahrscheinlich nicht von außen, sondern aus Deutschland selbst. Im Jargon von vor 100 Jahre hätte man gesagt, die Deutschen haben sich selbst einen Dolchstoß versetzt, was natürlich das Geschehen nicht exakt widerspiegelt, da man bei einem Stich mit einem Messer sofort Schmerzen verspürt und unter Umständen gar gleich tot ist. Mit Corona ist das ein wenig anders. Es gleicht eher einem Tsunami, den man auf hoher See überhaupt nicht wahrnimmt (da ist er ein Wellchen). Erst in flachen Gewässern baut er seine verheerende Kraft auf. Aber während man einen Tsunami vorhersagen bzw. vor ihm warnen kann, ist es bei Covid unmöglich, zu bestimmen, ob er zuschlagen wird. Gut möglich, dass er uns in Ruhe lässt.

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Elite – mal Ausnahme von der Regel

Würden Sie sich jetzt schon gegen Covid impfen lassen? Obwohl der Impfstoff nirgendwo zugelassen ist, soll dies in Russland schon möglich sein, vorausgesetzt man gehört zur Elite des Landes, was doch ein wenig überrascht, denn meistens ist es so, dass die erst testen lässt. Das ist fast so, als ob am Hofe der König Vorkoster und Herrscher in einer Person sein würde. Der Blog würde sich nicht wundern, wenn bei Massentests in Saudi-Arabien und in den Emiraten, die Anfang August losgehen, deren „Sklaven“, also jene, die Franz Beckenbauer in Katar nicht bemerkt haben will, außen vor bleiben würden – wenn der Stoff unter der Elite bleibt, kann das nur bedeuten, dass er entweder sehr gut oder völlig wirkungslos ist. Im September ist der Durchschnittsrusse, der nur hoffen kann, dass alle Privilegierten halbwegs gesund geblieben sind, dran. So viel Wagemut hätte sich der Blog auch von der hiesigen Führungsschicht gewünscht. Es sah nach dem Gipfel auch ganz gut aus. Die Medien haben Merkel mal wieder über den Klee gelobt. Das EU-Parlament musste erst kommen, um den politisch interessierten Bürger darüber aufzuklären, welchen Bockmist unsere Politiker wieder fabriziert haben. Im Klimaschutz, Gesundheitswesen und in der Bildung (Erasmus-Programm) ist wegen des Wiederaufbauprogramms drastisch gekürzt worden. Sobald unsere Politiker Geld ausgeben, plagt sie das schlechte Gewissen. Ein gute Katholik geht in solchen Fällen zur Beichte, um Erleichterung zu finden (das gelingt fast immer). Die Evangelen haben es da schwerer – sie werden ihre Nöte nicht so schnell los. Mein Mitleid mit jenen, die am letzten Wochenende wegen der Ausgabenflut den Teufel gesehen haben, hält sich aber in Grenzen – weil Merkel und Macron unbedingt wollten, dass ihr Vorschlag, 750 Milliarden € auszugeben, angenommen wird, musste in anderen Bereichen kräftig gekürzt werden. Die „Sonnenkönige“ Europas, die in Wirklichkeit halb verbrannt sind – Prometheuse unserer Zeit. Das ist jedoch nicht das Ende der Hiobsbotschaften. Am Donnerstag steht im Freitag, der Rückzahlungszeitraum sei viel zu kurz gewählt – statt 20 hätten es 30 oder 50 Jahre sein sollen. Selbst 80 wäre drin gewesen (lt. Soros sogar noch viel mehr). Gestern schreibt Varoufakis im Guardian, dass das Paket nur den Zerfallsprozess der EU beschleunigen werden, da die Regierungschefs es sich nicht hätten verkneifen können, zu fordern, dass die Länder im nächsten Jahr keine Defizite machen dürfen. Austerität sei wieder angesagt. Deren Folgen kann die hiesige Elite bequem und vielleicht sogar schon geimpft aussitzen.

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Die Russen bauen wieder richtige Kriegsschiffe

Die Russen bauen wieder große Kriegsschiffe, und nur Aliens, die das letzte Mal vor mehr als 30 Jahren sich auf der Erde umgeschaut haben, dürften enttäuscht sein über das, was sie zu sehen bekommen, denn was Putin da bauen lässt, unterscheidet sich nicht groß vom dem, was westliche Marinen haben. Damals hatten die russischen Kriegsschiffe noch ihre eigene Note – extravagante Schiffe, die meistens auch avantgardistisch waren. Das kann man über die Landungsschiffe, die auf der Krim gebaut werden, nicht unbedingt sagen. Aber das ist ja nicht das Ziel der Russen – für sie ist erst einmal wichtig, grundsolide Großkampfschiffe, die auf der Höhe der Zeit sein sollen, zustande zu bringen. Besser als die Mistrals, die ihnen Hollande vorenthalten hat, sind sie allemal. Aber im Gegensatz zum rauchenden Ungetüm Kusnezow haben sie keine Raketen gegen Schiffe an Bord (dafür hat jedes Schiff immerhin eine Kanone, nach der man auf vergleichbaren westlichen Schiffen vergeblich sucht). Es wäre aber nicht verwunderlich, wenn die Russen noch ein wenig aufrüsten sollten. Noch interessanter als der technische Schnickschnak und die Optik ist, dass Russland die Schiffe auf die Krim, wohin praktisch nichts exportiert werden darf, bauen lässt, getreu dem Motto, dass ein Problem kein Problem ist. Es wäre ja auch zu langweilig, wenn man sich nur mit Problemen, die mit der Konstruktion zu tun haben, herumplagen müsste. Nun muss auch noch jedes Teil aus Russland kommen. Oder einem Land, für das die Krim kein Embargo-Gebiet ist. Wird eine Schraube aus dem Westen es ins Schiff schaffen? Ich glaube wohl nicht. Vermutlich will Putin das auch nicht. Was kann es als besseren Beweis, dass man ohne den Westen auskommt, geben, als auf der Krim eine hochmodernes Kriegsschiff zu bauen? Für den Kreml ist das ein Prestigeprojekt, das nicht schiefgehen darf, auch weil Kertsch und Nikolajew, wo in Sowjetzeiten die besagten Avantgardeschiffe vom Stapel liefen, nicht weit von einander entfernt sind. Nun müssen die Russen zeigen, dass sie selbst Schiffe bauen können. Bis zum Maidan hat die Ukraine immerhin noch Motoren nach Russland geliefert. Die fertigen die Russen trotz des Embargos nun selber. Während in der ehemaligen Rüstungsschmiede des Sowietreiches Stille herrscht, soll es auf der Krim brummen. Ein Kalkül, das aufgehen könnte.

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Christliche Tugenden sind gefragt

Machen es Russen und Amerikaner wie Hooligans, die sich an geheimen Orten treffen, um sich richtig prügeln zu können? Im Unterschied zu den Prügel-Süchtigen (der Blog würde sich nicht wundern, wem es im Zuge der Gender Gleichstellung schon Kämpfe unter Frauen geben sollte) lassen die beiden die Welt am Unsinn, den sie in Syrien veranstalten, teilhaben. Die liefern sich ein Rennen über einen Acker. Schon bald wird klar, dass es nicht so ist, wie es scheint – die Russen versuchen nicht, zu entkommen, sondern sie streben zielstrebig auf zwei amerikanische Fahrzeuge zu, vor die sich dann stellen. Und dann wird diskutiert, natürlich ohne Masken und ohne den Mindestabstand abzuhalten, was vermuten lassen könnte, das Virus muss besonders gebeutelte Länder verschonen, was natürlich auch den dort stationierten Soldaten zugute kommt. Schämte sich das Virus seiner Gefährlichkeit so sehr, dass es sich entschloss, sich eine christliche Komponente (in Form eines Teilgens) zuzulegen? Natürlich ist das völliger Quatsch. Aber wenn es eine christliche Seite hätte, dürfte man diese nicht als solche bezeichnen, da deren Begründer im Gegensatz zu den Christen, die wir kennen, radikal und prinzipientreu waren. Als radikal selbstlos würde der Blog Jesus und Co. bezeichnen. Diese christliche Tugend ist uns völlig abhanden gekommen. Jüngstes Bsp. ist das Verhalten der EU und deren Mitgliedsstaaten in der Phase, als Corona noch als ein Problem, das nur China betreffen würde, galt. Lt. Guardian hat die EU praktisch nichts unternommen, das Virus draußen zu halten. Gerade mal Italien, indem es nach den ersten Fällen die Flugverbindungen nach China strich, wofür es in der „Die Zeit“ kritisiert wurde, reagiert. So konnte es zu dem werden, was es ist, nämlich zu unserem Stalingrad. Obwohl klar war (auch weil es schon mal passiert ist), dass die Deutschen eingekesselt werden könnten, hat man nichts unternommen, sich auf diese Situation einzustellen. Vermutlich wird es noch etliche Stalingrads geben. Im Gegensatz zu damals können wir uns die leisten. Sollten sich die Vertreter der Länder nicht auf ein Wiederaufbauprogramm einigen, droht das nächste Desaster. Ausgerechnet die weltoffenen Niederländer erweisen sich in einer Zeit, in der sich langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass der Staat unbegrenzt Geld ausgeben könne, solange es nicht zu einer höheren Inflation führt, als große Knauser – sie wollen mitentscheiden, wofür das Geld ausgegeben wird. Die Woche war zu lesen, dass Italien pro Kopf mehr in die Eisenbahn als die Deutschen stecken würde. Die Holländer werden im Artikel nicht explizit erwähnt. Deren Ausgabe und Verhalten lassen vermuten, dass sie Europa weiter mit ihren Wohnwagen beglücken wollen, während sie in der Heimat alle den Zug nutzen.

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Obwohl nach Corona vor Corona ist,….

Auch wenn selbst das längste Homeoffice nichts daran ändern kann, dass nach Corona vor Corona ist, bin ich natürlich gespannt gewesen, ob ich nach langen Wochen wieder die Leute, mit denen ich vor der Epidemie in die Straßenbahn einzusteigen pflegte, an der Haltestelle antreffen würde, denn mit Zweien führte ich einen Wettkampf, von denen die beiden vielleicht gar nicht wussten, um einen Sitz. Lange brauchte ich mir um einen Stammplatz keine Sorgen zu machen. Dann kam ein Mann, der ihn mir wegnahm, obwohl er wesentlich älter aussah als ich – da ich immer ein wenig spät dran war, gelang es ihm, sich zwischen die Tür und mir zu schieben, so dass ich keine Chance hatte, ihn die wenigen Meter bis zum Einstieg zu überholen, ohne den Verdacht zu erregen, mit mir könne etwas nicht stimmen (ich überlasse es der Phantasie des Lesers, nach Ausdrücken, die Grund meines Verhalten sein könnten, zu suchen). Kurz vor dem Lockdown schaffte ich es, die Wende im Kriegsgeschehen herbeizuführen – ich gebe es zu, dass es keine Meisterleistung war, eher zu kommen und sich dann exakt dort zu positionieren, wo die Tür zu erwarten war. Von da an hatte ich meinen Stammplatz wieder zurück. Es hat immer geklappt, jedoch wegen Corona nur wenige Tag. Würde ich an die alten Erfolge anknüpfen können? Ich eroberte mir meinen Platz grandios zurück. Als ob ich keine Fahrt mit der Straßenbahn versäumt hätte. Nahtlos nennt man das wohl. Man muss es erst einmal schaffen, ohne Training keinen Trainingsrückstand zu haben. Einen Wermutstropfen gibt es – ich bin gegen mich selbst angetreten. Mein Herausforderer hat die Bahn gewechselt, vermutlich weil es ihm zu langweilig wurde. Hoffentlich wird er an der Haltestelle wieder herausgefordert. Immerhin wäre das eine Herausforderung, die Spaß bereitet, was man über jene, die besagt, wenn möglich nicht schon vor der 2.Welle, die angeblich so gut wie sicher sein soll, zu erkranken, wahrlich nicht behaupten kann.

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Hagia Sophia – eine Form des „Bildersturms“?

Wer immer noch glaubt, Corona sei, um es mit den Worten unserer Kanzlerin zu sagen, auch eine Chance, muss sich wieder mal eines Besseren belehren lassen – ein türkisches Gericht hat Muslimen erlaubt, die Hagia Sophia als Moschee zu nutzen. Vor einem Jahr wäre niemand auf die Idee gekommen, so ein Urteil zu fällen. Mit jedem Tag, an dem Besucher ausbleiben, sowie der Erkenntnis, dass Megastädte das Ziel sind, das Touristen am längsten meiden werden, verliert der Titel Weltkulturerbe an Bedeutung, wenn sich die Chance bietet, Wähler zu gewinnen, indem sie zweckentfremdet genutzt wird. Das ist das Kalkül Erdogans, der hofft, mit diesem Geschenk seine konservative Wählerschaft bei Laune halten zu können. Als Weltkulturerbe würde die Hagia Sophia Jahre leerstehen, als Moschee wäre sie aber mindesten 5 mal am Tag – so oft sollen Muslime beten – rappel voll. Und wer glaubt, dazwischen mal in die Hagia reinschauen zu dürfen, der irrt sich gewaltig – niemand kommt mehr rein, sobald dort die Gläubigen ein und aus gehen. Mich hat man in Birmingham nicht mal durch Fenster gucken lassen. Nicht mal die Mitglieder eines Geheimbundes haben sich so kindisch und nehmen sich so wichtig. Zu deren Treffen schafft man es eher als in eine Moschee. Aber ist dagegen überhaupt etwas zu sagen? Ist es nicht besser, wenn täglich Massen zu ihr strömen? Darüber lässt sich trefflich streiten, was der Blog jedoch tunlichst unterlässt. Mit dem Gerichtsbeschluss wird eines klar – sobald der Titel mehr Nach- als Vorteile bringt, werden alle ehrenwerte Vorsätze über Bord geworden. Im Augenblick kann niemand sagen, wie viele Kulturdenkmäler wegen der Folgen des Virus in Gefahr sind. Diese Form des „Bildersturms“ – ich halte es nicht für höchst wahrscheinlich, dass noch weitere Varianten, die wir uns im Augenblick noch gar nicht vorstellen können, auftreten werden – scheint mir wesentlich gefährlicher als die Demontage der Denkmäler zu sein. Das ist ein Sturm, der von ganz oben ausgelöst wird. Aber es besteht Hoffnung für die Hagia – sollte in Konstantinopel auch nach der Ausrottung Coronas die Touristen ausbleiben, während andere Städte boomen, werden die Rufe laut werden, den Beschluss zurückziehen. Da hat es Hongkong viel besser – in zwei oder drei Jahren denkt kein Tourist mehr daran, dass Peking die Rechte der Bewohner der Stadt arg beschnitten sind. Ein Hongkonger kann dank Corona nun wegen einer Kleinigkeit in einem chinesischen Gefängnis landen. (Das lässt natürlich den Verdacht aufkommen, dass die Chinesen sich gedacht haben, wenn wir mit dem Virus zu kämpfen haben, dann soll es auch die Welt tun). 28 Millionen Touristen kamen 2018 in die Stadt. Die Hoteliers können guter Hoffnung sein, dass die Zahl wieder erreicht werden kann. Konstantinopel bleibt nur, den guten alten Zeiten nachzutrauern.

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Wer braucht schon Goethe, um zu verreisen

Natürlich niemand außer Der Zeit, die glaubt, es würde noch Leute geben, die auf die Frage, warum sie reisen, sich auf Goethe berufen, der bekanntermaßen sich den Luxus gönnte, ein Jahr in Italien zu verbringen. Wer den Geheimrat anführt bzw. kundtut, es sei völlig legitim, von sich zu behaupten, wie er unterwegs zu sein, steht auf verlorenem Posten. Nicht mal ein bisschen darf der Reisende von heute sich wie der Meister fühlen. Selbst das lassen die Autoren nicht gelten, denn lt. ihrer Meinung gehört zu dessen Erbe, dass aus einer Reise immer ein Gewinn für die Gesellschaft formuliert werden muss – eine Bedingung, die sogar dieser Blog locker erfüllt, ja er nimmt sogar für sich in Anspruch, witziger und humorvoller über das Land geschrieben zu haben als der große Dichter, dessen Aufzeichnungen über Italien doch recht langweilig sind, da er sich allergrößte Mühe gibt, seine Umgebung so detailliert wie möglich zu beschreiben, so dass man nach dessen Lektüre glaubt, bereits dort gewesen zu sein. Sein Reisebericht ist ein altmodischer Street View, da er statt Bilder Worte benutzt. Kein Wunder, dass er so lange am Faust gesessen hat. Ihm scheint es an Phantasie zu fehlen. Da fragt man sich, was Shakespeare noch alles geschrieben hätte, wenn ihm, so wie Goethe, vergönnt gewesen wäre, ins Land der Zitronen zu reisen. Natürlich wäre es auch gut möglich, dass Romeo und Julia dann weniger romantisch ausgefallen wäre. Oder wie Winnetou geworden wäre, wenn Karl May in den Indianergebieten der USA hätte recherchieren können. Vermutlich hätten wir dann auf jedwedes Pathos verzichten müssen. Winnetou als stinknormaler Western Made in Hollywood. Warum versuchen die Autoren ausgerechnet jetzt, wo jeder Urlauber in Italien oder Spanien gebraucht wird, uns das Reisen zu vermiesen? Vom Reisen, das schlimmer als Rauchen sei, ist da die Rede. Wollen sie, dass wir im Lande bleiben oder ist das ein Bekenntnis, dass nur elitäre Leute auf Reisen gehen sollten? Ich tippe auf Letzteres. Wir dürfen dann deren Artikel lesen und Filme schauen. Wenigstens könnten wir dann noch zwischen den Autoren wählen. Das ist immerhin besser als zu Goethes Lebzeiten.

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Bye, Bye, Mammut – das war es wohl für Dich

Und wenn entgegen aller Widrigkeiten und Rückschlagen Wissenschaftler doch noch in der Lage sein sollten, ein Mammut aus gefrorener DNA zu erschaffen, dann kommt es viel zu spät – genau jetzt hätten wir das Tier brauchen können, besser noch ein paar Dutzend, die samt ihres Nachwuchs in diesem Sommer in Sibirien grasen. Leider interessiert sich die Wissenschaft erst in jüngster Zeit für sie. Ein Fehler, denn nichts hätte die Menschen – und ganz besonders Kinder – glaubhafter klarmachen können, dass der Klimawandel eine ernsthafte Angelegenheit ist, als ein Mammut, das vor den Feuern, die in Tundra herrschen, wegrennt. Was bei den Dinosauriern noch ein Trick ist (um die in Bewegung zu setzen, lassen die Filmmacher einen Supervulkan ausbrechen oder einen Meteoriten auf die Erde treffen), wäre hier die Realität – ein Herde stampfender Mammuts, die im rasenden Tempo der Gefahr, die von der Brandwalze ausgeht, flieht. In einer Zeit, in der Dokus, anders als noch vor 60 Jahren, als Grzimek („Steinlaus“) mit seinem Film „Serengeti darf nicht sterben“ auf ein breites Echo stieß, nichts mehr zu bewirken scheinen, müssen dramatische Szenen, die die Leute aufrütteln, her. Wenigstens würden die Kinder dieser Welt ermutigt werden. Was braucht es mehr, etwas gegen den Klimawandel zu tun, als Mammuts, die um ihr Leben kämpfen (da wäre selbst Greta chancenlos)? Wie bspw. sich nicht mehr von Mutti im Chelsea Tractor zur Schule kutschieren zu lassen. Oder sich überhaupt zu weigern, in solch ein Ungetüm einzusteigen. Während die Eltern mit dem Tractor an die Ostsee fahren, reisen deren Kinder mit dem Zug an. (Schön wäre es, sein Gepäck bei sich zu haben. Aber das wäre wohl ein bisschen zu viel verlangt. Nicht alle sind wie Greta, unsere moderne Vorzeige-Heilige.) Da die Brände in Sibirien mangels wachrüttelnder Bilder nichts bewirken werden, bleibt uns nicht anderes übrig, als auf die Weisheit und die Durchsetzungsstärke unserer Politiker zu vertrauen. Wer im Fernsehen verfolgt hat, wie sich Merkel und von der Leyen diese Woche in Brüssel begrüßt haben, wird nicht umhin kommen, festzustellen, dass wir uns da keine Hoffnungen machen dürfen – es war, als ob sich zwei Frauen nach dem Lockdown erstmals wieder zum wöchentlichen Klatsch in der angesagtesten Konditorei der Stadt getroffen hätten. Da war wenig Schwung und Elan zu spüren, vom Willen, die Menschen mitzureißen, ganz zu schweigen. Oder wenigstens zu überzeugen. Die werden ja heutzutage auch mitgenommen. Aber wer würde schon bei Merkel und von der Leyen einsteigen wollen?

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