Lipari – Island Hopping mit dem Nahverkehr,

was keineswegs unromantisch ist, da der Betreiber der Hydrofoils. auf deutsch Tragflächenboote, einen Fahrplan erstellt hat, der es den Besuchern unmöglich macht, dem Warten auf die Fähre, die einen wieder zurückbringt, zu entgehen. Je weiter man sich von Lipari entfernt, desto länger kann man diese Zeit genießen. Wer auf Alicudi keine Lust hat, auf „Holpertreppen“, die einen auf ein Plateau bringen, auf dessen anderer Seite mehrere „Lange Annas“ in den Himmel ragen, knapp 550 m aufzusteigen, der kann 7 Stunden nach dem Schnellboot, das ihn wieder zurückbringt, Ausschau halten. Das reicht dann aber auch, denn wegen der wenigen Touristen, die sich in dieser Zeit auf die Insel zu verirren scheinen (der Blog machte 6 Tagestouristen aus), öffnete nur der „Supermarkt“. Dass auf den Äolischen Inseln die Uhren anders ticken, wurde dem Blog klar, als er auf den Fahrplan schaute – bis zum 31.05. gilt noch der Winterfahrplan. Leider ist man jedoch auf den Tragflächenbooten nicht so umweltfreundlich unterwegs wie auf der „Royal Clipper“, deren Passagiere sich in Lipari ausbooten lassen konnten. Hätte der Blog ein Auto, müsste er, um nicht sein imaginäres Carbon Footprint Konto zu überschreiten, wohl mindestens zwei Wochen darauf verzichten, es zu nutzen. Je spartanischer, desto besser, was nicht nur für die Umwelt gilt, sondern auch für den Erholungseffekt, denn dank seines Uralthandys sowie Unterkünften, deren Anbieter nur italienische Fernsehsender im Programm haben, war es ganz gut, nicht zu erfahren, was in der Welt vor sich geht. Wenn Putin mit dem Angriff auf die Ukraine die Absicht gehabt habe sollte, den Westen in eine Art Verrücktheits-Modus zu schalten, dann ist ihm das prächtig gelungen. Selbst die sonst so coolen Skandinavier scheinen nicht mehr in der Lage zu sein, die Situation nüchtern zu betrachten. Wie anders lässt sich sonst erklären, dass Schweden und Finnland der NATO beitreten wollen? Für Schweden weiß der Blog nur eine Antwort – um im Falle eines Krieges mit dem Westen seinen Neutralitätsstatus nicht ad absurdum zu führen, hat man sich dafür entschieden, diesen aufzugeben. Es war eh nicht weit her mit dem – erst im September 1944, als der 2. Weltkrieg so gut wie entschieden war, hat man die „Königslinie“, die den Deutschen ermöglichte, Truppen ins besetzte Norwegen und umkämpfte Finnland zu verlegen, eingestellt. Da sich Kaliningrad nur auf dem Landweg sichern lässt, wird das Baltikum wird zu einer Festung, die unbedingt gehalten werden muss. Im Donezk-Gebiet können die Russen schon mal den Ernstfall üben.

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Azovstal – die Krux mit der Symbolkraft

Vor 14 Tagen, als Putin verkündete, weil keine Fliege Azovstal unentdeckt verlassen könne, würde das riesige Gelände nicht gestürmt werden, hatte er uns zu verstehen geben, dass das Werk für die Russen wegen der vielen Opfer, die man bei einem Angriff wegen der Entschlossenheit der Eingekesselten zu beklagen hätte, uninteressant sei. Militärisch macht das auch Sinn, schließlich hat Azovstal nicht die Symbolkraft des Reichstags, dessen Einnahme Stalin unbedingt vor dem 1.Mai verkünden wollte, weshalb die sowjetischen Offiziere angehalten waren, ihre Rotarmisten ohne Rücksicht auf Verluste zum Angriff zu treiben. Da lt. diverser Medien der Komplex nun doch angegriffen wird, fragt sich der Blog, warum der Kreml nach 2 Wochen seine Meinung geändert haben könnte. Im Gegensatz zu Stalin, der schon Monate, ja Jahre vor der Schlacht um den Reichstag als Sieger feststand, kann Putin sich nicht sicher sein, dass er den Krieg gewinnt. Da er den Norden der Ukraine nicht halten konnte, sind die meisten der Meinung, er habe ihn verloren. Selbst wenn seine Truppen den Donbass und Odessa eroberten, würden die Militärhistoriker noch in 100 Jahre darüber streiten, ob Russland Sieger oder Verlierer sei. Zu allem Überfluss sitzt ihm auch noch ein Feiertag im Nacken – am 9.Mai feiern die Russen den Sieg über Deutschland. Da wäre es schön, wenn er seinem Volk etwas bieten könnte, das Stalin verwehrt geblieben ist. Sollte die Einnahme Azovstals die Meldung sein, die er seinen Landsleuten gerne verkünden würde, dann müssten mit ihr Meldungen, die den Angriff rechtfertigen, verbunden sein. Bspw. wäre es gut für ihn, wenn er mit einigen ausländischen Militärberatern aufwarten könnte (angeblich soll ein kanadischer General a. D. heute versucht haben, aus dem Kessel zu entkommen). Und natürlich etliche ausländische Azow-Freiwillige nennen kann. Zu verkünden, dass unter den toten und gefangenen SS-Leuten im Reichstag Franzosen, Nordeuropäer und Spanier seien, schien nicht opportun gewesen zu sein. Vielleicht hat sich auch niemand die Mühe gemacht, das zu vermerken. Vermutlich hätte sich für diese Meldung auch niemand interessiert. Heute ist das ein anders. Es würde sich gut machen, durchgeknallte Ausländer, die Spaß daran haben, in der Großstadt zu kämpfen, als Mitschuldige für das Chaos, da angerichtet worden ist, präsentieren zu können.

PS: Der Blog geht auf Reisen. Am 17.05. geht es weiter.

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Haben die Polen alles richtig gemacht?

Anfang des Jahres wegen ihrer Klimapolitik noch als Schmuddelkinder und Störenfriede, die alles daransetzen, ihrem ewigen Erzfeind zu schaden – seinen Lieblingsfußballklub zu vererben mag ja in Ordnung sein, wenn aber der Feind von Generation zu Generation der gleiche bleibt, muss irgendetwas schief laufen –, verschrien, sind die Polen nun im Begriff, zu einer Führungsmacht der EU zu werden. In puncto Russlandpolitik ist das Land es schon längst geworden – was Warschau praktiziert, setzten früher oder später auch die anderen Länder um, so dass man mit davon ausgehen muss, dass deren Weigerung, Gasrechnungen in Rubel zu zahlen, bald Nachahmer finden wird. Noch ist Polen nicht verloren – die Bemerkung eines Vertreters einer italienischen Energiefirma, dass die bisherigen Rechnungen Gazproms bis jetzt in Euro ausgestellt wurden, macht Hoffnung, dass mit Abrechnungen in Rubel uns eine Gassperre erspart bleiben könnte. Wie konnte es nur dazu kommen? Polen kann sich eben leisten, Hardliner zu sein. Den Strom produziert man mit heimischer Kohle. Gas und Öl bezieht man von verschiedenen Ländern. Zudem hat man wegen Solidarność auf russische Kernkraftwerke dankend verzichtet – ganz im Gegensatz zu anderen Ostblockstaaten, die nun wegen der in der EU gängigen Praxis, dass jedes Land sich seine Sanktionen aussuchen darf, fürchten müssen, kein Uran mehr von den Russen zu erhalten. Es fällt nicht schwer, zu erraten, von wem der Vorschlag kommt. Und vermutlich kann man Warschau gar nicht mal böse sein, darauf zu drängen, den Forderungen Moskaus nicht nachzukommen, mussten doch die polnische Bauern wegen den Sanktionen im Agrarsektor auf den für sie recht einträglichen Handel mit Moskau verzichten. Der Export in die EU bringt weit weniger ein. Immerhin können die Polen damit argumentieren, dass sie sich angepasst haben. Nun verlangen sie, dass die Deutschen ihrem Beispiel folgen. Da der Blog den Eindruck hat, dass die Grünen sich bald der Meinung Warschaus anschließen werden, bleibt ihm nur, auf die gewieften Italiener zu hoffen, zumal das Geschehen an der Front keine guten Nachrichten für den Westen verspricht – da die Armeeführung der Ukrainer keine Hemmungen hat, die veralteten Panzer, die der Westen bereitstellt, einzusetzen (allein Polen soll jetzt 200 T-72 geliefert haben) wird angesichts der unvermeidlich hohen Verluste die Diskussion, freiwillig auf russisches Gas zu verzichten, von neuem beginnen. Warschau kann das egal sein. Kritisch wird es nur, wenn sich keiner mehr findet, der sich in die Panzer hineinsetzt, was wohl das Ziel der Russen ist. Insofern hat Beevor nicht ganz unrecht, wenn er meint, Putin wolle wie Stalin und Hitler gefürchtet werden.

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Unsere Raubkatzen sind wieder im Osten,

und so richtig wüsste der Blog nicht, ob er sich freuen würde, wenn ihm ein Unteroffizier sagte, er sei dazu auserkoren worden, an einem 3-tägigen Schnelllehrgang, wo ihm alles Wichtige über die Raubkatzen mitgeteilt wird, teilnehmen zu dürfen. Da heißt es nur, so viel wie möglich falsch zu machen, um ja nicht zu denen zu gehören, die in diesen Kisten an die Front fahren müssen. Begnadet, wer den Schwejk kann. Den bekommen jedoch nur die wenigsten hin. Wer sich mit Freude in die Raubkatzen setzt, der muss schon ein patriotischer Ukrainer oder ein durchgeknallter Russenhasser sein. Vielleicht sogar beides. Der Blog würde die Deutschen verwünschen – nur Leute, die wussten, dass weder ein „Leopard“ noch ein „Gepard“ einem russischen Soldaten, der mit einer Panzerfaust bewaffnet ist, begegnen würden, können auf die Idee gekommen sein, die Tradition der Wehrmacht, Panzertypen Raubtiernamen zu geben, fortzusetzen. Während die „Tiger“ und „Panther“ früher Angst und Schrecken verbreiteten, dürften die „Leoparden“ und „Geparde“ wegen ihres Namens viele Trophäenjäger anziehen, deren ultimatives Ziel darin besteht, sich vor einem abgeschossen Panzer dieser Bauarten photographieren zu lassen. Safari in der Ukraine, was für die russische Armee den Vorteil hat, dass sie keine Prämie auszuloben braucht. Das eine oder andere Bauteil (wie z. B. die Tachos) könnte es sogar bei den Souvenirhändlern landen. In einem Koloss zu sitzen, die als Jagdbeute Nr. 1 gilt, würde dem Blog überhaupt nicht behagen. Vermutlich würde es auch nicht helfen, wenn jemand in der Bundeswehr die Idee gehabt hätte, den „Leopard“ nach dem größten Wehrmachtspanzer, von dem es nur 2 Prototypen gab, zu benennen – der hieß „Maus“. So klein wie eine Maus wird sich der „Leopard“ sicherlich nicht machen können, aber immerhin würde ein Panzer namens „Maus“ niemanden anstacheln, etwas Besonderes vollbringen zu müssen. Eine „Maus“, obwohl sie genauso wie der Leo aussieht, übersieht man schon einmal. Erspäht ein russischer Soldat aber einen Leo, dann lässt er ihn nicht mehr aus den Augen.

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Ein Tandem, das sich die Basis aussucht

Über das Fahren mit dem Tandem heißt es, Leute, die hinten sitzen, würden dazu neigen, ab und an die Beine von den Pedalen zu nehmen, so dass sich der Vordermann genötigt sieht, kraftvoller zu treten. Indem er das Rad dahin lenkt, wo sein Partner partout nicht hinwill, bleibt ihm wenigstens die Genugtuung, es ihm gezeigt zu haben. Wenn aber jemand vorne vor Wut gleich todesmutig aus dem Sattel springt, muss der Frust ziemlich groß sein. Ob Wissler, die der Blog auf dem hinteren Sitz verortet, es nach dem spektakulären Stunts Hennig-Wellsows schon bis nach ganz vorne geschafft hat, um wenigstens die Richtung bestimmen zu können, ist schwer zu beurteilen. Vermutlich ist sich schon froh, wenn sie sich auf dem Tandem bis zum nächsten Parteitag, der im Juni stattfinden soll, halten kann. Hauptsache, das Rad rollt mit ihr erst einmal weiter. Da geht es ihr wie Merkel, der es egal war, wohin man sie in ihrer Sänfte getragen hat – wichtig war nur, unterwegs zu sein. Ob Wissler, die sich unbeirrt gibt, jedoch einen Partner findet, der die Basis überzeugt, sie wieder als Co-Parteivorsitzende zu wählen, ist höchst ungewiss. Auch wenn „Die Linke“ mit der SPD nicht viel Hut – sie täte gut daran, das Modell der alten Tante, die Mitglieder darüber entscheiden zu lassen, wer sie führt, zu übernehmen. Angesichts der vielen Gruppierungen, von denen jede denkt, nur ihre Ansicht sei richtig, bietet eine Urwahl wohl die einzige Gewähr, den Parteifrieden einigermaßen zu wahren. Von der Einheitspartei, die ihre Vorgängerin stolz in ihrem Namen trug, wäre „Die Linke“ meilenweit entfernt. In der Spitze wäre man schon froh, wenn sich die Mitglieder mit den Leuten, die gewählt worden sind, abfinden würde. Das heißt nicht, dass sie nicht allen Grund hätten, mit ihrem Führungspersonal unzufrieden zu sein. Aber hatte wirklich jemand geglaubt, dass es nach dem Duo Kipping/Riexinger noch schlimmer kommen könnte? Die Idee, jemanden, der an keinem Mikrofon vorbeikommt, ohne in das etwas hinauszuposaunen, durch jemanden, von der man glaubt, die Trappistinnen müssen sie für den Job bei den Linken freigestellt haben, zu ersetzen, hat sich als Schnapsidee herausgestellt. Anders als die BZ meint, ist „Die Linke“ jedoch noch nicht verloren. In den Bundesländern, wo sie regiert bzw. mit an der Macht beteiligt ist, leistet sie gute Arbeit. Darauf sollte sie bauen. Dann wird es auch wieder etwas mit dem Tandem.

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All Inclusive – ohne Reparaturstationen geht nichts

Haben Sie schon einmal einen All Inclusive Urlaub gemacht? Der Blog kennt sich damit überhaupt nicht aus. Er glaubt, nur Leute, die sich in den Tagen, in denen sie frei haben, überfordert fühlen, banale Dinge, die sie im Alltag locker bewältigen, auszuführen, tun es sich an, ein Ressort 14 Tage nicht zu verlassen. Vermutlich fühlt man sich da wie ein König, der mit vielen ein Schloss teilt, in dem kein Zimmer leersteht. Nicht nach einem Restaurant suchen zu müssen wird als große Freiheit empfunden. Je besser die Bedienung, desto höher der Erholungseffekt. Angesichts dieses ausgeklügelten Services würde der Blog sich nicht wundern, wenn es Menschen geben würde, die süchtig nach All Inclusive Paketen sind. Das ist wie mit dem Rauchen. Man braucht schon einen starken Willen, um davon loszukommen. So wie Scholz, der dem Druck, endlich schwere Waffen in die Ukraine zu liefern, einfach nicht nachgeben will. Das aus gutem Grund – wer Panzer und Kanonen liefert, der muss auch dafür sorgen, dass die Sachen wieder repariert werden, sollte der „Russe“ sie zerstören. All Inclusive für eine Kriegspartner, die nicht mehr in der Lage zu sein scheint, ihr eigenes Kriegsmaterial instand zu setzen. Wenn die Ukrainer Panzer (T-64), die sie selbst produziert haben, nach Tschechien bringen wollen, um sie dort wieder auf Vordermann zu bringen, muss die russische Luftwaffe gute Arbeit geleistet haben. In den Foren hat der Blog einige Kommentare gelesen, in denen gefordert wird, Deutschland müsse es Tschechien gleichtun. Aus Zeitmangel hat er es aufgegeben, nach einem Beitrag zu suchen, der das „Outsorcing“ als Beleg wertet, dass Scholz recht hat – die Verluste müssen immens sein, wenn man mit der Instandsetzung nicht mehr nachkommt. Es scheint, als würde die russische Taktik, die Ukraine zu zermürben, aufgehen. Langsam geht das Material aus. Mit ein paar Modellen aus der Zeit der Sowjetunion kommt man da nicht weiter (gibt es wirklich Leute, die sich da freiwillig hineinsetzen?). Um dem Land zu helfen, müsste der Westen ukrainisches Gerät wie den T-64 selbst bauen und dann weiterreichen. Das scheint utopisch zu sein. Selbst Albert Speer bekäme dies nicht hin, würde er noch leben. Die Russen wüssten, wie so etwas geht. Im 2.Weltkrieg haben sie die Werksanlagen des Donbasses in den Ural verladen.

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Kreuzer „Moskau“ – wieso ist er ausgelaufen?

Entscheidet die Marine über Putins Zukunft? Anders als bei der letzten Katastrophe, als man das katastrophale Krisenmanagement des Novizen Putin nach dem Untergang der „Kursk“ noch mit dessen Unerfahrenheit begründen konnte (um der Welt nicht einzugestehen, dass deren U-Rettungsboote nicht in der Lage sind, die Besatzung herauszuholen, hat man die Hilfe aus dem Westen erst angenommen, als es zu spät war), ist er diesmal für das Desaster voll verantwortlich – wie konnte der Kreuzer „Moskau“ verlorengehen? Es gibt zwei Erklärungen, die beide den Kreml nicht gut aussehen lassen. Sollten die Ukrainer das Schiff versenkt haben, spricht dies nicht für eine gute Ausbildung der Mannschaft – wegen der hohen Kosten, die der Größe des Schiffs geschuldet sind, ist anzunehmen, dass man auf die eine oder andere Übungsfahrt verzichtet hat, auch um die alten Systeme, die sich nur schwer ersetzen lassen, nicht unnötig zu strapazieren. Alleine schon wegen wegen der Anfälligkeit des Schiffs – man hat davon abgesehen, die „Moskau“ mit einer Feuerlöschanlage nachzurüsten – hätte es Sinn gemacht, so oft wie nur möglich auf See die Abläufe im Falle eines Angriffs zu üben. Den Dinosaurier hätte die Marine darum lieber in Sewastopol gelassen. Angesichts eines Abschusses einer ukrainischen Drohen türkischer Bauart durch eine Fregatte muss man davon ausgegangen sein, dass aufgrund dessen Kampfkraft dem Kreuzer „Moskau“ erst recht nicht passieren würde. Wegen dieser mutmaßlichen Mängel und Fehleinschätzungen dürfte die zweite Erklärung den Russen besser gefallen – an Bord des Schiffs hat es eine Explosion, für die ein oder mehrere Saboteure verantwortlich sind (Stichwort „Vigil“), gegeben. Das wäre zweifellos die beste Variante für das Prestige der Marine, mit dem Nachteil, dass nun jeder, der 2014 von der ukrainischen in die russische Flotte wechselte, verdächtig ist. Da keine Seite außer der Ukraine Raketen ausgemacht hat (selbst die USA wissen nichts davon), spricht alles für eine Explosion. Dieses Narrativ würde mehr Putin als der Flotte schaden – schon einmal ist ein Flaggschiff der Schwarzmeerflotte explodiert. Ein halbes Jahr später dankte Nikolaus II. ab. Mit dem letzten Zaren scheint er dessen Weltfremdheit zu teilen. Während sich aber Nikolaus sich für gar nichts interessierte, hat der Blog bei Putin den Eindruck, als würde ihm die Einsicht fehlen, dass seine Politik Russland ruinieren könnte. Wichtig wird sein, wie der Kreml mit dem Verlust umgeht. Wird er die getöteten und vermissten Seeleute würdigen? Wird man den Untergang erklären? Sollte man den Tod der Matrosen als notwendiges Übel ansehen, könnte es schnell mit der Unterstützung für den Krieg vorbei sein.

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Gott will Steinmeier nicht sehen,

dabei hat dieser schon reumütig zugegeben, gesündigt zu haben, was aber Gott, der in Wirklichkeit ein Che für Konservative ist, nicht zu reichen scheint, womit er nicht ganz unrecht hat, denn Steinmeiers bleibt in seiner Beichte doch recht nebulös. Ein Pfarrer hätte sich damit sicherlich nicht zufriedengegeben. Ist er bezüglich Nordstream 2 noch einigermaßen konkret (ein Fehler), packt er die Brücken, an denen wir festhielten, an die Russland jedoch nicht mehr geglaubt habe und vor denen uns unsere Partner warnten, in einen Dauernebel, in dem man nicht einmal mehr seine Hand vor den Augen sehen kann, so dass man mit dem Kopf an sie stoßen muss, um sicher zu sein, dass sie auch wirklich dort ist. Nebulös, Nebulöser, Steinmeier. Kein Wunder, dass Gott ein Problem hat, ihm zu vergeben. Vermutlich hat er noch den Fehler begangen, Sünden zu beichten, die dieser gar nicht hören wollte. Nordstream 2 hat ihn vielleicht gar nicht interessiert. Um doch noch in Kiew, dem Canossa unserer Zeit, hineingelassen zu werden, müsste Steinmeier kundtun, dass er es bereut, darauf bestanden zu haben, dass das Minsker Abkommens, an dessen Ratifizierung er maßgeblich mitgewirkt hat, umgesetzt werde. Dann doch lieber Persona non grata im Ruhestand – Merkel dürfte es nicht besser ergehen. Im Gegensatz zum Original war dieses Abkommen wohl ein Versailles für beide Konfliktparteien – beide hatten wohl die Alibi-Verhandlungen, zu denen der Westen drängte, satt. Nun haben wir seit 47 Tagen Krieg, und wer nach der Absage an Steinmeier gehofft hatte, die Deutschen seien nicht mehr erwünscht, muss entsetzt feststellen, dass Gott nun unseren Kanzler gebeten hat, nach Kiew zu reisen, und das wenn möglich gleich mit schweren Gepäck, d.h. mit einigen Leos und Mardern als Begleitschutz, der für die Rückreise nur hinderlich wäre, so dass alles zurückgelassen werden muss. Der Blog würde sich wundern, wenn Scholz dankend ablehnen würde, auch wenn Selenskyi mit der Ausladung Steinmeiers eine überzeugende Begründung fürs Nichtkommen geliefert hat. Sollte die Regierung darauf hoffen, mit Waffenlieferungen alle, die fordern, die Deutschen sollen kein Öl und Gas bei den Russen mehr kaufen, ruhig zu stellen, wird sie bald eines Besseren belehrt werden – das hört erst auf, wenn Russland auf der Verliererstraße sein sollte. Im Augenblick sieht es danach aus, als ob Mariupol bald fallen würde. Da wäre es vielleicht gut, wenn jemand deutschen Journalisten den Unterschied zwischen belagern und erobern erklären könnte. Im ZDF wurde sie gestern um 19:00 Uhr noch belagert. Sie war nicht mal eingekesselt, geschweige wurden weite Teile eingenommen.

PS: Haben Sie nicht auch den Eindruck, dass sich Selenskyj wie ein Zar benimmt? Dem Blog scheint, es sind zwei, die gegeneinander Krieg führen.

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Hört das Gepottere denn nie auf?

Sollten Leser meinen, der Blog würde wegen des Kriegs gar nicht mehr ins Kino gehen, kann dieser sie beruhigen, auch wenn ihm das ein wenig peinlich ist, denn wer in einen Film, bei dem in den Ankündigungen der Name Rowling auftaucht, geht, der kann nichts anderes als kräftiges Gepottere erwarten. Und so war es denn auch – es wurde gepottert, was das Zeug hält, so dass der Blog fast geneigt ist, ihr zu unterstellen, sie habe sich in ihrer eigenen Fantasie verfangen, was man auch als Zeichen einer gewissen Fantasielosigkeit werten kann. Da bleibt dem Blog nur, ihr zu wünschen, sie möge einen lichten Moment, der ihr aufzeigt, dass Einfallsreichtum und Vorstellungskraft nicht unbedingt etwas mit Zauberer und mystischen Wesen zu tun haben müssen, erleben. Wenigstens lässt ARTE den Blog nicht im Stich (natürlich ist nicht Selenskyj gemeint, dem in seiner jetzigen Position augenscheinlich die strenge Schuldirektorin, die ihm in der Serie Feuer unter seinem Hintern macht und im wirklichen Leben nicht zugelassen hätte, dass er dem griechischen Parlament zwei Asow-Leute präsentiert, fehlt) – am Montag kommt Spencer Tracy, was, auch wenn die Hepburn nicht dabei ist, gute Unterhaltung verspricht. Da die über über Sieg oder Niederlage entscheidet, ist es nicht verwunderlich, dass die Deutschen mit Marika Rökk als eine ihrer Vorzeigeschauspielerinnen den Krieg verloren haben. Das war es aber auch schon bei ARTE mit der heiteren Unterhaltung – ist die Zukunft ernst, ist das Programm es ebenso. Halten die Programm- und Filmemacher am Bisherigen fest, kann die Politik nur hoffen, dass sich das Volk selbst unterhält. Wer will schon alleine vor dem Fernseher sitzen, wenn die Heizung kalt ist? Selbst Walter Matthau hätte da keine Chance. Angesichts von 77 Prozent der Deutschen, die für schärfere Sanktionen plädieren, ist es nicht ausgeschlossen, dass im nächsten Winter viele die Abende dafür nutzen, mit Freunden zu singen, Skat zu spielen oder einen Kurs bei der Volkshochschule zu besuchen. Eine gute Zeit, eine neue Sprache zu lernen und Klavier- und Gitarrenunterricht zu nehmen. Im nächsten Frühjahr kann man dann sagen, das Embargo habe das Leben wieder lebenswert gemacht.

PS: Der Fairness halber muss der Blog noch darauf hinweisen, dass an einer Stelle des Films das Gepottere bei vielen Kinogängern ein langes und lautes Lachen hervorgerufen hat.

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So schnell ist die EU sonst nie

Eigenartige Welt – während die Ukrainer in der Gewissheit, dass sich für die Gräuelvideos, die sie ins Netz stellen, niemand im Westen interessieren wird, so dass die als Abschreckung für alle jene, die nicht für Selenskyj den Krieg ziehen wollen, genutzt werden können, ist man sich bzgl. der Massaker, die in Butscha verübt worden, sicher, dass nur die Russen sie begangen haben können – die Gewissheit ist so groß, dass es für neue Sanktionen reicht. Die EU als „fliegendes Standgericht“, das Sanktionen binnen weniger Stunden ausspricht. Am Ende des 2. Weltkriegs haben wohl ein paar Minuten gereicht, um jemanden zum Tode zu verurteilen. Wenigstens bringt Brüssel niemanden um, was ja schon mal als Fortschritt gewertet werden kann. Während der Blog nicht ausschließt, dass die Russen Einwohner der Stadt auf brutale Art und Weise umgebracht haben, zweifelt in den Foren fast niemand an deren Schuld. Dem Blog fällt schwer, sich vorzustellen, dass ein Grund, warum die Führung den Soldaten verboten hat, Aufnahmen zu machen bzw. diese ins Netz zu stellen, sein könnte, solche Verbrechen, die nach Angaben einiger Experten gang und gäbe sein sollen, zu vertuschen. Vieles macht auch gar keinen Sinn. Warum sollten die Russen dort Folterkammern einrichten? Hinzu kommt, dass die Erfolgsmeldungen, die die Ukrainer verkünden, meistens reineweg erfundene sind. So fehlt von der IL-76, die sie am Anfang des Kriegs mit Fallschirmspringern vollbeladen abgeschossen haben wollen (der Blog glaubt, es waren sogar zwei), bis jetzt jeder Spur. Einen Nachweis haben sie bis jetzt nicht erbringen können. Und dann ist noch ihre Kriegsführung, die eher sie verdächtigt, Taten wie jene in Butscha zu begehen. Wer Hinterhalte in Dörfern und Städten stellt, darf sich nicht darüber beschweren, wenn die Russen dort das Feuer erwidern. Und dann ist noch deren Eigenart, bis zum letzten Mann zu kämpfen, das selbst, wenn die Situation völlig aussichtslos ist. Da grenzt es schon an ein Wunder, dass ein Bataillon gestern in Mariupol die Waffen gestreckt hat. Kapituliert wird erst, wenn es gar nicht mehr geht. Zu allem Überfluss ist keiner da, der vermitteln könnte. Die EU, da halbe Kriegspartei, scheidet aus. Es fehlt ein starkes, neutrales Land, das die Rolle übernehmen könnte.

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