G7-Gipfel – Fallschirmspringer statt Kultur?

Fast hätte Biden es wieder geschafft, sich bei einem Gipfel zu verlaufen – dunkel kann sich der Blog noch daran erinnern, wie er während eines Treffens, sehr zu Überraschung jener, die anwesend waren, ein Restaurant betrat. Überraschter als sie war, so der allgemeine Eindruck, jedoch er selbst. Heute nun wäre er seinen Kollegen fast beim Fallschirmspringen entwischt – als alle einen Springer bewunderten, der sich mühte, seinen Schirm zu lösen, machte sich Biden davon. Als gute Gastgeberin, den Herren schien es egal zu sein, wohin er ging, holte ihn Meloni charmant zurück.
Der Blog kann ihn verstehen – wer seit Wochen im Weißen Haus täglich über den Verlauf der Fronten seiner Verbündeten informiert, der muss sich sehnlichst darauf freuen, nach Italien zum G7-Gipfel fliegen zu dürfen, auch wenn der Ort, wo man sich trifft, nachgebaut wurde, was den Vorteil hat, dass sich dort vermutlich alle Stilelemente, die die italienische Architektur zu bieten hat, finden lassen. Rom, Florenz, Venedig, Verona etc. in einem Luxusressort – das hat schon was. Umso unbegreiflicher ist es, dass ausgerechnet die Italiener, die noch keinen Krieg gewonnen haben (überall mussten die Deutschen den Duce raushauen), den G7-Vertretern zeigen, wie gut sie mit dem Fallschirm umgehen können. (Keine von denen scheint es geschafft zu haben, auf der runde Betonflächen, die ein bisschen größer als ein Kugelstoßring zu sein schien, zu landen). Wenigstens trugen sie keine Gewehre – sie kamen mit den Flaggen der Teilnehmer runter. Es sieht so aus, als habe Meloni die Springer gewählt, um ihren Verbündeten zu zeigen, dass Italien bereits kriegstüchtig ist. Alle waren begeistert, nur Biden nicht. Die Zeiten haben sich geändert. Früher hätte man Pavarotti eingeladen. In Friedenszeiten hätte die Netrebko anstelle der Elitespringer für Abwechslung sorgen dürfen. Angesichts der kulturellen Unbedarftheit der Teilnehmer scheinen die Springer die bessere Wahl zu sein. Der Gipfel hat gezeigt, dass Europa ins Militärische abdriftet. Scholz durfte in Italien seinen 66. Geburtstag feiern. Ab dem fängt das Leben erst richtig an, heißt es. Damit muss er noch ein Jahr warten. Er wird gebraucht, um den Unsinn, der uns erwartet, hinauszögern.

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Zwei Wappen in einem Krieg sind bereits zwei zu viel

Er war wieder hier, diesmal in vollständiger Kostümierung, also mit dem Dreizack, den er im Sommer des letzten Jahres dem Papst zeigte, den Deutschen einen Tag später das Emblem aber vorenthielt. Während man damals sich anstrengen musste, um es zu erkennen, kann man nun ohne Mühe das Wappen, das vor mehr als 80 Jahren die gemäßigteren OUN-M Leute trugen, ausmachen – damals kämpften beide Gruppe (es gab noch die OUN-B, B für Bandera) gegeneinander und gegen alle anderen, heute geht es nur gegen Russland, was immerhin geschafft hat, sich ein neues Wappen zuzulegen. Hammer und Sichel waren den Russen zu nüchtern, trotz der Siege, die die Soldaten, die sie trugen, errangen. Die zwei Drachen machen da wesentlich mehr her. Selenskyjs Anputz verrät nicht nur Durchhaltewillen, sondern auch die Bereitschaft, bis zum letzten Mann zu kämpfen, so wie es die Leute um Bandera, die Stalin erst Anfang der 50er besiegen konnte (die Amerikaner unterstützten sie nach allen Kräften), zu tun pflegten. Die führten einen Guerillakrieg, von dem Selenskyj, der wie der Führer jeden Meter zu verteidigen gedenkt, nichts wissen will. Da sich in diesem Krieg niemand für Verlustzahlen interessiert, sieht es ganz danach, dass er erst in die Bredouille kommt, wenn ihm die Soldaten ausgehen. Wann das der Fall sein wird, weiß niemand. Da die Russen weiterhin versuchen werden, die Ausfälle so hoch wie möglich zu halten, sollte der zivile Ungehorsam weiter zunehmen. Einige hiesige Medien haben immerhin schon Videos, in denen zu sehen ist, wie brutal die Werber vorgehen, gezeigt (heute ist zu sehen, wie sich in Odessa Sanitäter und Häscher prügeln). Ein Zusammenbruch des Selenskyj Regimes auf diese Weise wäre dem Kreml wohl am liebsten. Wir sollten nicht darauf hoffen, dass unsere Politiker in der Lage sind, zu erkennen, wann es richtig gefährlich werden könnte. Viel hängt von der Wahl in Frankreich ab. Ein Artikel der TAZ erweckt den Eindruck, als ob Macrons Kalkül aufgehen könnte – er gibt den Pharao, der die Parteien, die mit Le Pen nichts zu tun haben wollen, dazu zwingt, zusammenzuarbeiten. Die sollen die Fehler, die seine Partei gemacht hat, nun ausbaden. Sieht er seine Position nach der Wahl gestärkt, dürfte das Risiko, dass die Kriegsparteien die Kontrolle verlieren könnte, schlagartig steigen. Es braucht nicht viel – es reichen F16-Jets, die nach ihrem Einsatz in Polen oder Rumänien landen (angeblich sollen einige Flugzeuge außerhalb des Landes stationiert werden). Je höher die Zahl der Wappen, desto schrecklicher die Folgen. Der Blog meint, zwei reichen völlig aus.

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Der D-Day ist wieder zu einem Kampftag geworden

Obwohl der Blog in seinem “Archiv” seltsamerweise nichts über den D-Day vor 70 Jahren finden konnte, ist ihm noch gut in Erinnerung, dass die Menschen während der Feierlichkeiten Obama und Putin, die sich aus dem Weg gingen, aufforderten, sich zu treffen, was sie dann auch taten. Die Leute hatten keine Lust, sich von der miesen Stimmung, die bei den Politikern wegen Besetzung der Krim herrschte, anstecken zu lassen. Die 24 Jahre nach dem Ende des Kalten Kriegs waren eine Erfolgsstory, die unbedingt weitergehen sollte (weite Teile der russischen Bevölkerung profitierten erst mit Jelzins Ablösung vom „Frieden“). Heute vermitteln die Bilder den Eindruck, als ob die Atmosphäre besser als damals kolportiert gewesen sein könnte – das westliche Lager war sich seiner Stärke bewusst (damals war Russland für Obama nur eine Regionalmacht). Die nicht so mutigen und waghalsigen unter uns wären froh, in naher Zukunft wieder Politiker aller Nationen bei einem D-Day erleben zu dürfen. Viel Hoffnung hat der Blog nicht – Putins Erscheinen wäre für Biden so, als würde der Führer, natürlich nur als Double (es soll ja noch Leute geben, die glauben, er würde noch leben), an den Feierlichkeiten teilnehmen. Das kann und darf natürlich nicht sein. Einen ungeeigneteren Ort – ein Atlantikwallbunker, der an der Steilküste, die an dieser Stelle 50 Meter hoch ist, errichtet wurde – und Anlass hätte der amerikanische Präsident nicht finden können, Putin auf eine Stufe mit Hitler zu stellen. Bei der Erstürmung der Anlage haben viele GIs ihr Leben gelassen. Biden glaubt, sie hätten gewollt, dass Amerika auch gegen Putin kämpft, so wie sie es gegen Hitler taten. Die Nonchalance von vor 10 Jahren ist wie das Eis vieler Gletscher weggetaut – der D-Day ist wieder zu einem Kampftag geworden, worüber die Russen nicht allzu traurig sein dürften, lässt dessen Rhetorik doch vermuten, dass Selenskyj & Co. sich in einer heiklen Lage befinden müssen. Sollten deren Hintern bereits auf Grundeis gehen, ergeht es seinen nicht besser. Das nächste Militärpaket ist darum bereits abgezeichnet. Vor den Präsidentschaftswahlen kann er keine schlechten Nachrichten gebrauchen. Die GIs helfen, Geld für das nächste Paket loszueisen.

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Der Staat macht seinen Bürgern das Wählen nicht leicht

Der Blog war wählen – das schreibt er nicht, weil er hofft, Oskar Teufert, der, obwohl er in Leipzig antritt, auf der Webseite der „Zeit“ um dessen Stimme wirbt, könnte aufgrund dieser Kolumne die Agentur bitten, die Wahlwerbung einzustellen, auch um den Eindruck zu vermeiden, seine Partei werfe nur so mit dem Geld um sich (es ist nicht die FDP), sondern weil das Wählen werktags viel angenehmer als sonntags ist. (Ausnahmsweise ein Punkt für den Überwachungsstaat.) Da es heutzutage nicht mehr so leicht ist, einen Briefkasten zu finden, macht es wenig Sinn, per Brief abzustimmen. Leider gibt es kaum Wahllokale. Halle hat eines, das nur dienstags bis 18:00 Uhr offen hat. Dabei haben wir doch Juni, wo die Tage am längsten sein sollen, so dass es Spaß macht, noch gegen 22:00 Uhr aus dem Haus zu gehen, um bspw. seine Stimme abzugeben. Mit diesen rigiden Öffnungszeiten verprellt der Staat seine Bürger, für die das Wählen am Sonntag zu einer Last geworden ist. Früher, als dieser noch nicht restlos verplant war, mag das eine Abwechslung gewesen sein. Heute aber stört der Termin nur. Zu seiner großen Überraschung denken viele Menschen wie der Blog. Noch mehr hat ihn erstaunt, dass sich Rentner und junge Menschen die Waage hielten. Letztere kamen wohl im Glauben, sie könnten den Absturz der Grünen und Linken verhindern. Habeck & Co. werden es verschmerzen, die „Linke“ wegen des Braindrains wohl eher nicht. Wagenknecht, der, u.a. vom Spiegel, nachgesagt wird, sie sei die Partei, hat, von der alten Garde mal abgesehen, viele gute Leute abwerben können. (Angesichts der Leistungen, die der Sonnenkönig vollbracht hat, sollte sie als Ansporn verstehen.) Und sie hat vielleicht noch besser „eingekauft“. Denen traut man zu, alle Themen abdecken zu können. Die „Linke“ hat das Problem, dass sie eine Partei für junge Menschen, von denen es in Deutschland eh nicht viele gibt, geworden ist. Das könnte sie wohl noch verkraften, wenn nicht der Eindruck wäre, es seien zu viele Leute, deren Hauptaugenmerk die Migrationspolitik ist, an Bord. Es scheint, als habe man Kompetenz verloren. Jene Rentnerin, die den Begleitschein wegen ihrer Unterschrift partout nicht mit ins Kuvert packen wollte, dürfte ihr Kreuz woanders gemacht haben. Zum Glück war ihr Mann dabei. Hätte sich ein Fremder einschalten müssen, wäre der vermutlich der Wahlfälschung bezichtigt worden.

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Miss Marple hätte sich diesmal der Mehrheit angeschlossen

Wie hätte sich wohl Miss Marple entschieden? Hätte sie den Prozess platzen lassen, wie sie es schon einmal tat? Schwer zu sagen. Am wahrscheinlichsten ist, dass sie den Prozess nicht verfolgt hätte. Eine Frau, die Kapitalverbrecher gejagt hat, würde sich in einem Verfahren, in dem es darum geht, zu klären, ob jemand unrechtmäßig private Sachen zu geschäftlichen deklariert hat, ohne dabei einen finanziellen Vorteil erlagt zu haben, zu Tode langweilen. (Sogar der Blog, dem sich noch keine Gelegenheit bot, einen Kapitalverbrecher zu jagen, fand die Berichterstattung öde und fad.) Als Mitglied der Jury hätte Miss Marple sich ihren Kollegen angeschlossen – das ist der schnellste Weg, der Hölle zu entkommen, in der sie nach einem Ausscheren für immer gelandet wäre. Der Angeklagte wird das Urteil verschmerzen – ihn erwartet kein elektrischer Stuhl, ins Gefängnis muss er auch nicht. Dass es trotzdem nun endlich spannend wird, liegt an den Sozialstunden, zu denen er verdonnert werden könnte. Muss er den Eingangsbereichs des Trump Towers sauber halten? Oder Essen an Bedürftige ausgeben? Wird er farbigen Kindern Geschichten vorlesen (das macht sich gut im Wahlkampf)? Niemand weiß es. Der Blog würde ihm sogar zutrauen, dass er die Weihnachtssaison vorverlegt, um noch vor den Wahlen, also im Oktober, als Weihnachtsmann Geschenke verteilen zu können. Geld dafür sollte reichlich vorhanden sein – die Entscheidung der Jury soll für einen Spendenrekord gesorgt haben. In einem Tweet, den ein russischer Blogger veröffentlichte, hat jemand 300k gespendet. Interessanter als die Summe war das Bild – jene amerikanische Transportmaschine, hinter der Massen in der Hoffnung hinterherliefen, mit ihr aus Kabul herauszukommen. Als Symbol für Bidens total gescheiterter Außenpolitik. Hoffnung ist nicht in Sicht. Vorige Woche hat er Netanjahu aufgefordert, nicht nach Rafa vorzurücken. Heute will er, nachdem die Armee in Rafa ist und den Gaza-Streifen komplett abgeriegelt hat, dass die Hamas einen Waffenstillstand, den Israel vorgeschlagen hat, annimmt. Nur eine Weltmacht, die nichts zu fürchten hat, kann es sich leisten, sich in innerhalb weniger Tage zu widersprechen. Der Internationale Gerichtshof täte gut daran, zu erwägen, auch Biden anzuklagen. Der wechselt die Rollen, wie es ihm gerade passt. Trumps Vergehen sind dagegen Peanuts.

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Die neuen Tugenden – Empörung und Übertreibung

Wohin mit beiden Tugenden? Auch wenn man sie nicht braucht, um ein KZ führen zu können, würde der Blog sie den Sekundärtugenden zuordnen, wobei deren Ausprägung natürlich stark von einer Kardinaltugend, der Mäßigung, abhängig ist. Über unseren Bundeskanzler kann man sagen, dass beide Tugenden nicht sonderlich gut bei ihm ausgeprägt sind. Jedenfalls versucht er, diesen Eindruck zu erwecken. Das klappt natürlich nicht immer, wie seine Einschätzung der Sylter Festspiele zeigt – es ist schwer, etwas Anstößiges zu kritisieren und dabei den Eindruck zu vermitteln, die Meldung, in diesem Fall ist es ein Video, habe den gleichen Nachrichtenwert wie ein Sack Reis, der in China umgefallen ist. Ist die „Empörungsmaschine“ (Ein Wort, das der Blog erfand. So muss ein Artikel sein – wenn man ihn nach Jahren liest, was man nicht, was man geschrieben. Vielleicht findet der eine oder andere Leser ihn verständlich.) erst einmal angelaufen, ist die Übertreibung nicht mehr fern. Auf dem Oktoberfest darf das Lied nicht gesungen werden. Vermutlich aus Angst, ausländische Gäste könnten den anstößigen Refrain mitsingen. Alle, die die alten Klischees über die Deutschen gerne bestätigt sehen würden, haben nun keinen Grund mehr, zu kommen. Da kann man den Münchenern nur wünschen, dass nicht allzu viele potentielle Gäste in der Hoffnung kommen, zuhause damit prahlen zu können, dass sie mit Nazis gefeiert haben. Ist man einmal den Übertreibungsmodus drin, dann ist es fast unmöglich, wieder herauszukommen, wie das Beispiel Ukraine zeigt – weit und breit ist keine rhetorische Abrüstung in Sicht. Man ist noch auf dem Level bei Ausbruch des Krieges, als man hierzulande fürchtete, die Russen können in wenigen Tagen in Berlin sein. Europa ist natürlich weiterhin in höchster Gefahr, auch wenn Zelinskyj nach Meinung vieler Politiker und Militärs nun den Krieg gewinnen kann, ja muss. Und er wird es auch schaffen. Es scheint zum guten Ton zu gehören, Aussagen zu treffen, die sich widersprechen (Winnetou würde sagen, die westlichen Politiker sprächen mit gespaltener Zunge). Es ist die Kriegsrhetorik jener, die sich sicher sind, als Sieger vom Schlachtfeld zu gehen. Macron gehört zu denen, die diese Rhetorik gut beherrschen. Verluste spielen für sie keine keine Rolle. Sie fragen auch nicht, ob es sinnvoll ist, den Krieg weiterzuführen. Wer dagegen ist, hat Glück, wenn er als Pazifist, der nichts vom Kampf versteht, bezeichnet wird. Eine Einheitsmeinung ist ihnen wichtig. Geht es nicht so aus, wie erhofft, können sie sagen, dass alle falsch gelegen haben.

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Wann gibt es endlich einen lustigen Weltuntergang?

So macht Weltuntergang einfach keinen Spaß – statt eines Persiflage-Trumps, der eine Armee von Bikern befehligt, deren Schicksal nach einem verheerenden Krieg darin besteht, durch die Wüste zu tuckern, zeigt Hollywood einen Mann, der zwar cleverer als der Ex-Präsident zu sein scheint, jedoch wenig Anlass gibt, über ihn lachen zu können. Besserung ist nicht in sich – die Trailer, die vor Furiosa gezeigt wurden, machen wenig Hoffnung auf eine lustige Apokalypse. Hollywood ist dem Ernst verfangen. Furiosa ist natürlich ein guter Film, der noch besser wäre, wenn man nur zwei oder drei dieser Art pro Jahr zu sehen bekäme. Unglücklicherweise gibt es Werke dieses Genres zuhauf. Die scheinen noch genug Geld einzuspielen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Zuschauer sie satt haben. Dann muss der Weltuntergang lustig werden. Oder er fällt ganz aus. Vermisst wird er nicht, schließlich haben wir ja noch das reales Szenario, das auch recht spannend ist, mit den fiktiven Geschehen auf den Leinwänden aber nicht mithalten kann. Und es gibt ja noch die Politik, die aufregender wie nie zuvor ist – ein Premierminister bläst zur Wahl, weil er so schnell wie möglich aus dem Amt will. Da mehr als 78 Abgeordnete nicht wieder kandidieren wollen, muss Sunak sich fragen lassen, ob er auch beabsichtigt hat, seine Partei komplett ruinieren zu wollen, aus purer Rache, weil die Parteimitglieder, die es besser hätten wissen müssen, Truss statt ihn zum Premierminister gemacht haben. Er durfte ran, als alles komplett ruiniert war. Nun muss man 78 Leute, die keiner kennt, aufstellen. Die haben 6 Wochen Zeit, den Wähler davon zu überzeugen, dass sie die richtigen Abgeordneten sind. Dass keine Euphorie, anders als bei Blair 97, aufkommt, liegt an Starmer, der aus Labour eine kommunistische Regierungspartei light gemacht hat – wer Streit mit deren Spitze will, der muss aus der Partei austreten. Je fulminanter dessen Wahlsieg, desto größer die Gefahr, dass Teile Labours rebellieren könnten. Die Partei hat genug Leute, die ihn ersetzen könnten. Und dann gibt es noch Corbyn. Sollte der seinen Wahlkreis in Islington gewinnen, muss Starmer damit rechnen, dass der jederzeit mit übergelaufenen Abgeordneten eine neue Partei gründen könnte. Beschweren sollte er sich darüber nicht, hat er doch gerade eine Konservative zu Labour geholt.

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Verzweifelt Rekruten gesucht – wird ein Sponti-Spruch wahr?

Leere Straßen, Geschäftsinhaber, die darüber klagen, dass niemand käme, Märkte und Restaurants, auf und in denen niemand zu sehen ist, auch jene nicht, die als Rekruten nicht in Frage kommen können. Als der Blog die Videos sah, kam er nicht umhin, sich zu fragen, ob ein alter Sponti-Spruch, der in den 80ern, als es als schick galt, sich als Wehrkraftzersetzer zu gebärden, tatsächlich wahr würde. Und wenn heute ein Gouverneur sagt, es seien weniger Leute auf den Straßen und die Männer würden sich scheuen, „offiziell“ auf Jobsuche zu gehen, kann man davon ausgehen, dass Selenskyj Mühe haben wird, genug Leute für seine Armee zusammenzubekommen. Rekruten, die freiwillig kommen, sind Mangelware. Das ist eher eine Truppe der Werber, die im Gegensatz zu jenen, die für den „Soldatenkönig“ außerhalb Preußens arbeiteten, niemanden betrunken machen müssen, um ihn vom Dienst zu überzeugen. Es gehört wohl zur Ironie der Geschichte, dass die Leute, die so etwa machen, sich ähneln – wer keinen Brauch trägt, der hat keine Chance, den begehrten Job, der einem die Front erspart, zu ergattern. Junge Menschen entkommen ihnen mühelos, wenn sie die rechtzeitig sehen. (Der Blog würde hart trainieren, müsste er dort leben.) Da Arbeitgeber angehalten sind, die Aushebungen zu unterstützen, könnten viele geneigt sein, sich als Schwarzarbeiter durchzuschlagen. Nicht ausgeschlossen, dass die Arbeit unter der Hand stark zunimmt. Die Schlagzeile „Ein Land versinkt in Schwarzarbeit – nur Frauen zahlen noch Steuern“ wäre für Frau Strack-Zimmermann ein Albtraum. Ein Stahlwerk hat schon Poster, auf denen Frauen aufgefordert werden, Männerjobs zu übernehmen, anbringen lassen. Der große Verbündete Amerika lässt grüßen – im Gegensatz zu Deutschland, das Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge schuften ließ, musste im 2. Weltkrieg das weibliche Geschlecht die Jobs der Männer übernehmen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Heimatfront hält oder der alte Sponti-Spruch obsiegt. Viel hängt von der richtigen Front ab. Die Russen hat man in Charkow erst einmal gestoppt, vermutlich unter hohen Verlusten. Deren Ziel war es wohl auch, mit der Offensive Selenskyj zu zwingen, neue Leute, die er erst einmal finden muss, anheuern zu müssen.

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Eine Briefmarke, die riechen soll, wenn man daran rubbelt

So sind sie, die Franzosen, immer für eine Überraschung gut, denn das Naheliegendste wäre wohl, eine Briefmarke herauszubringen, auf der ein Motiv zu finden ist, das mit den olympischen Spielen zu tun hat, bspw. den Einmarsch der Athleten ins Stadion während der Eröffnungsfeier zeigt. (Der Blog verrät sicherlich kein Geheimnis, wenn er schreibt, dass sich Paris etwas ganz besonderes ausgedacht hat – die Protagonisten kommen in Booten, die in der Innenstadt, wo die Feier stattfindet, festmachen. Das klingt aufregend, ja ein bisschen bourbonisch. Man will sich nicht hinter London und Sotschi verstecken.) Stattdessen ist auf ihr ein Kulturgut, dessen Geruch dem Blog bisher entgangen ist, zu sehen – ein Baguette, um das eine Schleife, natürlich in den Farben der Trikolore, gebunden wurde. Wäre der Blog ein Baguette-Fan, würde er schreibe, die Briefmarke sehe lecker aus. Obwohl er fast ausschließlich Dinkelbrot isst, ist ihm natürlich das Baguette nicht fremd. Unglücklicherweise ist ihm dessen Geruch nicht in Erinnerung geblieben – nichts gegen die hiesigen Bäcker, deren Baguette sicher genauso frisch und knusprig wie jene der Franzosen sind. Aber sie riechen eben nicht französisch. Leider ist es wohl unmöglich, sich die Marke zu beschaffen. Angesichts des Tempos, mit der die französische Post die Karte des Blogs aus Korsika verschickt hat (nur wenige Tage nach der Rückkehr, statt der sonst üblichen Wochen), ist die längst vergriffen. Gerne würde der Blog die Deutsche Post auffordern, es der französischen gleichzutun. Leider kann Deutschland nicht mit so einem sinnstiftenden Kulturgut, das alle in ihren Bann zieht, aufwarten. Wegen der vielen Besonderheiten, die es hier gibt, würde man sich ewig streiten. Und am Ende gibt die Marke einen Geruch von sich, denn nur Genießer der deutschen Urküche kennen – es röche nach Saumagen, das Leibgericht des Einheitskanzlers. Auf den könnte man sich hierzulande wohl einigen, mit Mühe und Not, und des Kanzlers wegen. Da kaum noch jemand eine Birne mit Deutschland in Verbindung bringt, müsste die Platz für die deutschen Farben machen – schwarz-rot-goldener Rauch, der aus dem Saumagen aufsteigt.

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Wird Belousov zum Vorbild für Austin, Pistorius und Co.?

Ironie der Geschichte – wird Belousov es schaffen, woran die hiesigen Verteidigungsminister in schöner Regelmäßigkeit scheitern, nämlich ihr Ministerium schlanker und effizienter zu machen? Dessen Ankündigung, den Sold pünktlich auszahlen sowie modernere Wohnungen anbieten zu wollen, lassen den Eindruck erwecken, dass sich für das Personal in Moskau einiges ändern könnte. Belousov wird versuchen, alles, was Sinn macht, outzusourcen, so dass am Ende die Arbeit der Militärs dort sich aufs rein Militärische beschränkt. Mit dem Kauf der Waffen werden sie nicht mehr viel zu tun haben – ihnen obliegt nur, zu testen, ob die Geräte die Leistungsdaten, die sie gefordert haben, auch erreichen. Vieles lässt sich dezentralisieren (bspw. nach Militärdistrikt). Und da Biden für bestimmte chinesische Produkte, Chips bspw., Strafzölle (100 %) angekündigt hat, sollte es an der Technologie nicht scheitern. Ausnahmsweise profitieren Europäer mal von einer Strafmaßnahme der Amerikaner – Bidens Geschenk an die amerikanische Arbeiterklasse, die hofft, dass mehr Autos in den Staaten produziert werden, beschert uns den T03 (keine Angst – es ist kein Panzer, obwohl der Name es vermuten lassen könnte). Das Auto sieht richtig schnieke aus. Um die 20k soll der Wagen kosten. Immerhin ist er mehr als doppelt so schnell wie Autos, an denen 45 steht – natürlich zu wenig, um auf der Autobahn nicht von E-Fahrern, die in der Regel viel stärker motorisiert sind, belächelt zu werden. Für die Stadt und die Landstraße reicht es aber allemal. Sollten die Chinesen Europa nun mit Fahrzeugen überschwemmen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die hiesige Autoindustrie auch Zölle fordert. Den Chinesen bliebe dann nur, ihre Produkte in den BRICS-Ländern zu verkaufen. Vielleicht strebt Biden das auch an. Da Solarpanel Teil des Strafpakets sind, ist zu befürchten, dass wegen deren Mangels weitaus weniger Anlagen installiert werden, was nicht gut fürs Klima wäre. Vermutlich gehen ein oder zwei Jahre, in denen weitaus mehr in puncto Klimaschutz hätte passieren können, so verloren. Nun stehen die Chinesen vor der Herkulesaufgabe, die Russen davon zu überzeugen, ihre Panel abzunehmen. Das wird ziemlich hart. Vielleicht hilft ihnen Belousov weiter, indem er auf jedes Kasernendach eine Solaranlage stellen lässt.

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