Vorbereitet für den Corona-Schlaf?

Sicherlich nicht, aber vielleicht hilft es, sich auf Youtube eines der vielen Videos, in denen es darum geht, wie Tiere Winterschlaf halten, anzuschauen – wer ganz und gar noch keine Vorstellung, wie er in den Corona-Schlaf kommen könnte, stößt beim Sehen mit Sicherheit auf die eine oder andere Anregung, wie sich das bewerkstelligen ließe. Ganz so tiefen entspannt wird die neue Schlafform, die völlig ungewohnt für uns Menschen ist, mit Sicherheit nicht werden. Vielleicht hilft es ja schon, Gefallen am Gedanken zu finden, Igel oder Bär ein Stück näherzukommen. Perfekte Winterschläfer werden wir aber nie sein. Man kann aber versuchen. Dass der Guardian Tipps gibt, wie man den Corona-Schlaf meistern kann, liegt an Boris, der heute Maßnahmen verkündet hat, zu denen Politiker greifen, wenn sie auf ganzer Linie versagt haben (der Führer und Stalin sind beste Beispiele dafür) – nach Monaten der Laxheit aufgrund falscher Einschätzungen sowie eines Wunschdenkens, das meilenweit von der Realität entfernt ist, soll nun Härte demonstriert werden, wobei mit einem zweiwöchigen Lockdown den Briten u. U. der Corona-Schlaf erspart geblieben wäre. Den aber wollte man anscheinend nicht. Nun bleibt den Menschen auf der Insel nur, darauf zu hoffen, dass sich mit dem Schlaf nicht nur die Krankheit vermeiden lässt, sondern diese die Möglichkeit eröffnet, Politiker vom Schlag Boris ignorieren zu können. Späte Pubgänger trifft es besonders hart, denn abends nach 10 soll nichts mehr im Königreich gehen. Und das für 6 Monate. Da sind Regeln, die helfen, die Zeit zu überstehen, besonders wichtig, zumal wenn erst das neue Jahr Spannung, die das Zeug hat, aus der Lethargie zu erwachen, verspricht – wegen des Ausstiegs aus der EU könnten die Versorgungsengpässe, vor denen sich die Menschen bei Ausbruch der Pandamie so sehr fürchteten (Stichwort Klopapier), mit einem Jahr Verspätung Wirklichkeit werden. Wichtig ist, mit dem Nachbarn gut zu verstehen. Erst wenn die Impfstoffe da sind, kann man sich guten Gewissens wieder richtig streiten. Mit allen und mit jedem. Man soll auch Gruppen, die Leuten in Not helfen, anschließen. Und die Wohnung für einen Winterschlaf, der leider nur ein Corona-Schlaf ist, herrichten. Na dann viel Spaß beim Ausschmücken der Höhle.

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Warum keine Reisewarnungen für M und Bayern?

Wenn 10 Städte und Kreise, fast ausnahmslos in Bayern, auf mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner kommen, dann fragt sich der Blog, ob es nicht sinnvoll wäre, jene Beamte, deren Aufgabe es ist, Reisewarnungen zu erstellen, darüber zu informieren, dass Bayern vorerst auch zum Ausland zählt, so dass sie ihrer Pflicht, dafür zu sorgen, dass im Ausland kein Bundesbürger Schaden nimmt, sogar im eigenen Land nachkommen könnten. Da sich fürs Inland scheinbar niemand zuständig fühlt, ja man womöglich wegen der Warnungen ein eigenes Amt, das sich ausschließlich damit beschäftigt, uns zu warnen, ins Leben rufen müsste, wäre es viel besser, den Job vom Außenministerium machen zu lassen. Da wünscht sich dieser Blog doch glatt die Zeit vor 71 zurück, als der preußischer König per Dekret seinen Untertannen verboten hätte, zu den Wittelsbachern zu reisen. Diese Chance hätte er sich von seinem Außenminister nicht nehmen lassen. Umgekehrt hätten sie es München auch genossen, dies für Berlin verkünden zu dürfen. Fürs Ausland klappt es ja mit den Reisewarnungen prima. Man hat es geschafft, bei ähnlichen Zahlen Spanien dicht zu machen. Neustes Ziel ist Wien, wo sie das Schlimmste fürchten, da bis jetzt vornehmlich die Deutschen den Hoteliers bisher das Leben halbwegs erträglich gemacht haben. Damit ist jetzt Schluss. In Wien rechnet niemand mehr mit den Deutschen. Die Wiener müssen sich mit Peymann, der am Theater in der Josefstadt ein Stück inszeniert, begnügen (wenigstens ist für Unterhaltung gesorgt). Um gar nicht erst den Eindruck aufkommen zu lassen, der Blog hätte was gegen Bayern, würde dieser es begrüßen, wenn das AA deutschlandweit agieren könnte. Wenn der Staat versagt, muss der Bürger ran – sobald es in Halle 35 Infektionen gibt (das ist Teil der Strategie da unser Oberbürgermeister, der stets und ständig den Endruck zu erwecken versucht, anders als seiner Kollegen zu sein), wird dieser Blog eine Reisewarnung auf seiner Webseite veröffentlichen.

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Gilt die AfD im nächsten Herbst als bürgerlich?

Wie gut, dass Mutti nicht vor Ort erleben muss, wie ihr Nachfolger die AfD zu einer Partei, die in der Demokratie mit dieser Wahl angekommen sei, hochreden wird. Vielleicht wird sie im übernächsten Herbst dann auch als bürgerliche Partei gelten. Genaues weiß das noch niemand. Viel hängt davon ab, welcher Flügel der AfD in der Fraktion, die erheblich geringer ausfallen dürfte als bisher, den Ton angeben wird. Nach NRW ist die Union in einem Dilemma. Vermutlich weiß sie das noch gar nicht. Und da kein Unionler diesen Blog liest, wird dies vermutlich noch ein Jahr so bleiben. Mit Lindners FDP reicht es jedenfalls nicht zur absoluten Mehrheit. Entschiede man sich für ihn, bliebe nur, die AfD zu einer stinknormalen Partei zu erklären, um sich dann von deren Vertretern wählen zu lassen (vorausgesetzt, die Liberalen schaffen es in den Bundestag). Dann lieber doch wieder eine große Koalition? Dieses Mal zwischen der Union und den Grünen, wobei das einzig Interessante an der Sache wäre, zu beobachten, wer wen schrumpfen lässt. Merkel hat bisher jeden Koalitionspartner schmelzen lassen, Insofern kann die SPD froh sein, dass sie nach so vielen Jahren in der Regierung mit ihr überhaupt noch existiert. Das sehen die Genossen natürlich anders. Sie glauben noch, den Kanzler stellen zu können. Als Oppositionspartei würden sie sicherlich frohlocken, wenn den Grünen ein ähnliches Schicksal beschieden wäre. Da bei den Grünen nicht nur Leute wie Göring-Eckhardt, die ich mir gut Außenministerin vorstellen könnte (armer Lawrov, der Maas ist schon schlimm, aber die übertrifft alles) sind, würde ich nicht darauf wetten. Baerbock und Co werden gut darin sein, herauszustellen, was sie alles geleistet haben. Und sich nicht scheuen, die Union zu kritisieren, auch wenn es den Koalitionsfrieden gefährden sollte. Sie werden alles daransetzen, dass sie noch als Grüne ausgemacht werden können. Und was macht Rot-Rot-Grün? Das wäre sicherlich möglich, jedoch würde das für die Grünen viel Arbeit und Stress bedeuten. Da müssten sie schon den Kanzler stellen dürfen, um das Wirklichkeit werden zu lassen.

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Vom Feuer, das er half, zu entzünden, verweht!

Es heißt zwar, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, aber es sieht ganz so aus, als ob Donald bald Geschichte sein würde, und das in großer Hollywood- oder Shakespeare-Manier – die lassen ihre Protagonisten nicht an Nebensächlichkeiten scheitern, sondern wegen deren elementaren Charakterschwächen wie Macht- oder Geldgier in Kombination mit übertriebenen Ehrgeiz und grenzenloser Rücksichtslosigkeit. Darum werden Donald nicht dessen Freundschaft zu Kim, dessen rüdes Auftreten gegenüber Journalisten oder dessen Twitterbotschaften zum Verhängnis. Das wäre einfach zu banal, ungerecht uns gegenüber, da dies angesichts der Fehler und Falscheinschätzungen, die ihm widerfahren sind, eine Beleidigung unseres Denkens und Urteilsvermögens bedeuten würde. Nein, es muss schon etwas sein, was er immer schon falsch gemacht hat, etwas, wovon der informierte Bürger schon immer wusste, er aber immer so getan hat, als würde dies nicht existieren. Dass nun ausgerechnet zwei Monate vor der Wahl die schlimmsten Feuer, die der Westen Amerikas je gesehen hat, wüten, ist mehr als ein Wink des Schicksals – das ist der ultimative Beweis, dass er mit seiner Politik völlig falsch liegt. Die Bestätigung für 4 Jahre wirklichkeitsfremder Politik schlechthin. Und Donald kapiert nicht mal, was vor sich geht, denn während in Oregon hunderttausende auf der Flucht sind, prahlt er damit, dass Israelis und Bahrainis sich nun aussöhnen – beide beide Länder haben die Absicht, diplomatische Beziehungen aufnehmen zu wollen. Angesicht der Bilder, auf denen man fast nichts erkennt, würde ich mich nicht wundern, wenn er das schlechteste Ergebnis, dass je ein Kandidat erzielt hat, einfahren sollte. Selbst rechtem Evangelistenpredigern, die für ihn Wahlkampf machen, dürfte es angesichts des Satzes, „da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorra“ (Gen 19.24), schwerfallen, zu erklären, dass Trump mit seiner Umweltpolitik richtig liegt. Gibt es ein Happyend, so wie in Hollywood? Da treten meistens die Guten an die Stelle der Bösewichte. In Western sieht man sie meistens in die Prärie reiten. Zum Glück reitet im November jemand in die Stadt hinein, aber im Gegensatz zu den Helden aus der guten alten Zeit reitet mit Joe jemand ins Weiße Haus, der nicht unbedingt für radikale Umbrüche steht. Und es ist auch nicht so, als ob Joe ihn mit diesem Thema schlagen würde. Donald hat sich vielmehr selbst außer Gefecht gesetzt, sinnbildlich hat er sich selbst verbrannt. Ein Mann, der freiwillig auf den Scheiterhaufen gegangen ist. Wenigstens hat Biden noch rechtzeitig vor dem großen Feuer seine Umweltthesen an den Mann gebracht. Die Washington Post hält die für ziemlich ambitioniert. Vermutlich ist das Papier, auf dem sie stehen, angesichts Folgen der Erwärmung, die nicht nur nicht rasend schnell zunehmen, sondern bereits schon jetzt gigantische Ausmaße annehmen, auch schon verbrannt.

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Streng bei Nord Stream, soft bei Tesla

Der Blog weiß zwar nicht, wie hoch die Summe sein würde, die die Unternehmen, die in Nord Stream investiert haben, als Schadenersatz gegenüber dem Staat im Falle eine Baustopps geltend machen können (lt. eines Artikel der Welt, der dem Blog nicht zugänglich ist, soll das ein beträchtlicher Betrag sein), dafür kann er sagen, wohin die Milliarden, die Merkel an Russland zu zahlen hätte, fließen würden – in neue gigantische Erdgasprojekte in der Arktis, die Nord Stream um Längen übertreffen werden. Wer dem Kreml unterstellen will, für die Vergiftung Nawalnys verantwortlich zu sein, der kann das Argument in den Ring werfen, dass die Russen unbedingt aus dem Pipelinegschäft wollen, um mit frischem Geld aus den Schadenersatzprozessen neue Projekte zu finanzieren, die, aufgemerkt liebe Grüne, für die Umwelt weitaus schädlicher als die Leitung sind (Stichwort LNG). Die Russen haben ja Erfahrung in Nullsummenspielen – als Hollande wegen der Krim die Mistrals nicht herausrückte, währte der Trübsinn nicht lange, denn zum einen war ihnen klar, dass sie das Geld zurückerhalten würden, zum anderen entsprachen die Schiffe nicht den Vorstellungen der Marine (ein Kauf aus Gefälligkeit, auch wenn hoher russischer Militär behauptete, dass mit den Schiffen der Krieg mit Georgien nur wenige Stunden gedauert hätte). Bei Nord Stream ist es ähnlich – lt. Wiki wird sich die Leitung nie amortisieren. Und da die Verbindung nach der Einverleibung der Krim geplant wurde, kann man davon ausgehen, dass die Russen im Falle eines Baustopps gut abgesichert sein werden. Ein Baustopp bestätigt nur die Ansicht des Kremls, man könne sich nicht auf den Westen verlassen. Putins Politik, die Wirtschaft so autark wie möglich zu machen, würde fortgesetzt werden. Jetzt fragen noch Leute, ob das Sinn macht. Ein Stopp würde auch die Zweifler davon überzeugen, dass Russland sich nur auf sich selbst verlasen kann. So wie das Amerika, das Trump vorschwebt. Der mag das Projekt so wenig wie Röttgen. Aber im Gegensatz zum Deutschen, der glaubt, die Russen bestrafen zu können, weiß man bei Donald nicht, ob er mit seiner Forderung nicht Putin einen Gefallen tun will – sozusagen ein Dankeschön für die Wahlkampfhilfe. Natürlich will er, dass wir mit seinem Erdgas heizen. Und vermutlich hätte er nichts dagegen, wenn ab und zu auch ein russischer Gastanker, der in der Arktis geladen hat, hier seine Ladung löschen darf. Wenn er doch auch nur so streng zu den eigenen Landsleuten wäre. Während er gegen „ökologische“ Gas aus der Pipeline zu Felde zieht, stört er sich nicht daran, wenn Amerikas Vorzeigefirma Tesla Metalle von einer russischen Firma, die berüchtigt für ihre Umweltzerstörung ist, bezieht. Vielleicht weiß er gar, dass es die Arktis gibt? Ein Mann, der jedes Wochenende in Florida verbringt, kann das vielleicht gar nicht wissen.

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Maximal 5 Sterne für die neuen Impfstoffe

Warum soll ein Bewertungsmuster, das sich in der Kultur mit Ausnahme der Literatur, deren Kritiker wohl aus Respekt vor der Arbeit eines Schriftstellers darauf verzichten, Sterne zu verteilen, nicht auch für Impfstoffe gelten? (Mich würde auch nicht wundern, wenn sich die meisten Literaturkritiker für einen Reich-Ranicki halten sollten. Dessen Verrisse haben die Leute erst animiert, schlechte Bücher – „schlecht“ war, wenn ich mich recht erinnere, sein Lieblingswort – zu kaufen. ) Die NYT hat heute die erste Impfstoff-Kritik veröffentlicht. Und die betrifft ausgerechnet „Sputnik V“, ein Impfstoff, der bei dessen Ankündigung als solcher gar nicht angesehen wurde, so dass man den Eindruck haben konnte, Schamane aus dem hintersten Sibirien müssen den Stoff während einer wilden nächtlichen Austreibungszeremonie bei minus 40 Grad zusammengestellt haben. Nun haben die Russen nicht nur den ersten Impfstoff hergestellt, sondern auch noch die erste Kritik erheischt. Fehlt ihnen nur, bescheinigt zu bekommen, dass ihre Erfindung bestens funktioniert, wozu die NYT aber nicht in der Lage, da der Test in der Praxis fehlt – wenn man die wissenschaftliche Arbeit, die die Russen veröffentlicht haben, mit dem Kino vergleicht, dann haben sie einen vielversprechenden Trailer erstellt. Die werden ja auch bewertet, jedoch nicht von Leuten, die das hauptberuflich machen. Ein guter Trailer macht noch keinen guten Film. Aber es scheint ganz gut auszusehen, auch weil die Zahl der Antikörper recht hoch sein soll, so dass das Zeug aus Russland wie geschaffen für die Deutschen ist – wie beim Kauf ihrer Autos werden sie jene Impfstoffe mit den höchsten „PS“ wählen. Diese Angabe (vermutlich eine Zahl pro Liter) werden wir mit Sicherheit in den Impfstoff-Kritiken finden. Da werden sicherlich noch mehr hinzukommen. Und diverse Informationen, für wen der Stoff geeignet ist und für wen nicht. In Russland gehen die Politiker beim Impfen mit guten Beispiel voran – der Verteidigungsminister Schoigu hat sich publikumswirksam der Prozedur unterzogen. Die Bilder wecken Vertrauen. Und ist ein sehr mutiger Schritt, da nicht wenige starke Männer Angst vor der Spritze haben. Dass ich Frau Kramp-Karrenbauer würde dennoch abraten, ihm zu folgen, liegt nicht an meinem Lieblingswort „Misogynist“ (weil es so gut klingt) – nur Manfred Wörner, der vor mehr als 30 Jahren diesen Posten bekleidete, könnte da mithalten. Das heißt aber noch lange nicht, dass die deutschen Männer sich abducken, so dass alles wieder bei der Kanzlerin hängen bleibt. Ich finde, dass Deutschland Impfkandidaten, die mit den Russen oder gar Donald mithalten können, ins Rennen schicken kann – in denke da in erste Linie an Markus Söder und Bodo Ramelow.

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Wie ein Treppenwitz vor dem Reichstag

fast zu einer Revolution verklärt wurde, und das nicht etwa durch jene, die Treppe zum Reichstag hinaufstürmten, um nach wenigen Stufen oben festzustellen, dass ihre Revolution wegen dreier Beamte, die das Gebäude bewachten, ausfallen müsse. Zu diesem Schluss wären sicherlich Lenin und Stalin – letzterer meinte, die Deutschland würde es keine Revolution geben, weil man dazu den Rasen betreten müsste – gekommen, hätte man ihnen geschildert, was sich am Sonnabend im Berlin abgespielt hat. Unsere Politiker, allen voran unser Bundespräsident, waren da ganz anderer Meinung – sie interpretierten den Treppenwitz vor dem Reichstag nicht nur als Anschlag auf die Demokratie (was er vielleicht auch war), sondern als ein Sakrileg gegen ihr Haus, was wohl der Fall gewesen wäre, wenn die Leute bspw. unbekleidet den Reichstag gestürmt hätten, so wie es Josephine Witt getan hat, als sie sich den Gläubigen oben ohne im Kölner Dom präsentierte. In Ermangelung eines nackten Leni-Riefensthal-Deutschen (Frauen kommen, wie ich gerade feststellen konnte, in ihrem Film „Olympia“ nicht vor) beim Sturm auf die Demokratie musste die Reichskriegsflagge als Sakrileg herhalten, was schon ein wenig komisch ist, da man sie überall zeigen kann. Nur wenn ein Hakenkreuz darauf ist, kann sie von der Polizei sofort beschlagnahmt werden. Daneben könne man sie einziehen, wenn die öffentliche Ordnung gefährdet erscheint. Zeugt es nicht von einer gewissen Arroganz, sich darüber zu empören, dass die Fahnen es fast in die heilige Halle geschafft hätten, während außerhalb des Bundestags sich niemand daran stört? Steinmeiers Erklärung, dass die Fahne als Zeichen gegen die Weimarer Republik gegolten hat, ist richtig. Und wenn dem so ist, dann muss die Fahne verboten werden. Da ist es ein bisschen wohlfeil, ausgerechnet erst dann seinem Unmut zu zeigen, wenn Leute mit ihr ins Parlament wollen. Fast hat es den Anschein, als wollten unsere Politiker nicht sehen, was draußen im Lande los ist. („Draußen im Lande“ hätte die Pseudorevolutionäre alleine in die Flucht geschlagen. Bei seinem Anblick hätten sie sich vermutlich gar nicht gewagt, zum Sturm anzutreten.)

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„Tenet“ – vom Wunsch, zu invertieren

<ü>„Tenet“ hieße hierzulande wohl nicht „Tenet“, wenn das Wort Grundsatz nicht dröge und langweilig klingen würde. Vielleicht lag es aber auch daran, dass den Leuten, die damit beschäftigt sind, deutsche Filmtitel zu finden, zu Hause und ohne die Chance, den Film sehen zu können, absolut nichts einfallen wollte, so dass dem Verleger nichts anderes übrig blieb, als beim Titel zu bleiben. „Tenet“ klingt irgendwie gut. Vor allem aber ist der Titel schön kurz, so kurz, dass er an längst vergangene Zeiten erinnert, als man wie unser Protagonist, der sich im Film auch so nennt, mal eben kurz in Kiew, auf der Nordsee (zumindest als Arbeiter auf einer Bohrinsel), irgendwo in Schottland, in London, Bombay oder in Amalfi war. Letztgenannten Ort erreicht man standesgemäß per Schiff, wobei ich zugebe, dass auf der Fähre, die mich ins Paradies brachte, kein Hubschrauber landen konnte (die Fahrt von Salerno über See ist wohl die aufregendste Anreise). Dafür hatte ich nicht so viel Stress wie der Protagonist, der sich mit einem russischen Oligarchen, der jedes Klischee, das über sie im Umlauf ist, weit übertrifft, einen Kampf auf Leben und Tod liefert – während Gordan Brown die Welt vor dem Finanzkollaps rettete, ist dessen Aufgabe, die Menschheit vor der Vernichtung zu bewahren. Es ist nicht ganz einfach, gegen jemanden zu kämpfen, der in der Lage ist, sich in die Vergangenheit und der Zukunft zu bewegen. Invertieren nennt man das (sagt jedenfalls Wiki). Irgendwie schafft der Protagonist sowie dessen Helfer das dann auch, was u. a. dazu führt, dass der Zuschauer noch einmal Szenen sieht, die bereits zuvor gelaufen sind, Nur eben aus einem anderen Blickwinkel. In einer solchen Welt kann es durchaus passieren, dass man sich selbst trifft, ohne es zu wollen, was vor allem für jenen, der in der Vergangenheit lebt, recht komisch sein muss. Die britische Frau des Oligarchen, die unbedingt mir ihrem Mann etwas zu klären hatte, was sie nur in der Vergangenheit hat tun können, schaffte es vor Amalfi geradeso, nicht ihrem Ich aus der Vergangenheit zu begegnen. Liebend gerne würde ich mich auch dahin invertieren. Zum Glück bräuchte ich nichts zu regeln. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob ich den unberührten Süden der Küste bzw. des Gebirges erkunden oder mich selbst stalken würde – mich dabei beobachtend, wie ich in einem urigen Lokal, das nur über die engen Gassen der Stadt, in die sich kaum Touristen verirren, zu erreichen ist, ein Fisherman‘s Risotto esse (mit weit mehr Meeresfrüchten als auf dem Bild). Danach eine Zitronenschnaps, den die Wirtin spendiert hat. Verwirrt? Ich hoffe, nicht wirklich, denn in „Tenet“ ist alles noch viel abstruser. Wenigstens sind sie bestens vorbereitet für die 150 Minuten, die der Film dauert. Ehrlich gesagt kann es in Corona-Zeiten gar nicht abstrus genug auf der Leinwand zugehen.

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Ein Winterschlaf wäre das beste Mittel gegen Covid

Und wer meint, einen Winterschlaf können sich nur Rentner und Reiche leisten, dem sei gesagt, dass er im Augenblick zwar recht hat, er jedoch in einem Monat damit völlig falsch liegen könnte, denn vieles spricht dafür, dass unsere Politiker alles daran setzen, uns einen freundlosen Winter zu bereiten. Nächste Woche, nur ein oder zwei Wochen nach dem Start der Weihnachtsaison für die Süßwarenindustrie, geht es schon los – dann muss jeder, der aus dem Ausland kommt, selbst für Tests aufkommen. Und wenn selbst die Justizministerin davon überrascht ist, zu erfahren, dass für den Ort, an dem sie sich aufhält, um an Beratungen teilzunehmen, eine Reisewarnung ausgegeben wurde (Paris), ist kaum davon auszugehen, dass Leute ab September das Wagnis auf sich nehmen, ins Ausland zu fahren. Abrupt kann man in einem Corona-Notstandsgebiet enden. Beim Reiseantritt sah das noch ganz anders aus. Wer partout nicht in Deutschland urlauben will, ist einem Winterschlaf schon ziemlich nah gerückt, ohne dass diese Person das merkt – es gibt immer noch zu viele Möglichkeiten, sich diesem zu entziehen. Aber wie lange noch? Lt. ZDF haben sich die Laborkapazitäten in letzter Zeit nicht groß geändert. Geändert haben sich aber die Prioritäten der Menschen – während in der 1.Phase Covids die Schließung der Schulen murrend hingenommen wurde, ist es heute höchst unwahrscheinlich, dass ein Bundesland es sich leisten kann, diese auf längere Sicht zu schließen. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Schulen viele Testkapazitäten in Beschlag nehmen werden. Und da die Menschen in der Pflege und in den Krankenhäusern auch verstärkt gecheckt werden sollen, stellt sich die Frage, welche Klientel zukünftig außer acht gelassen werden kann. Der Blog ahnt Schlimmes – wegen übereifriger Eltern, die ihre Kinder unbedingt in den Schulen haben wollen, wird der Normalbürger viele Entbehrungen auf sich nehmen müssen. Einige Bereiche wie Kinos werden wohl wieder schließen dürfen. Andere dürften gar nichts erst aufmachen. Ein verordneter Winterschlaf, der in Wirklichkeit keiner ist, da die Politik mal wieder alle im Dunkeln lässt, so dass der Kampf um de Ressourcen, der unweigerlich kommen wird, ziemlich spannend wird.

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Nawalny – doch nicht so, wie man glaubt?

Als ich das Video mit Nawalny sah, musste ich an meinen Vater denken, der in tiefsten DDR-Zeiten wegen zu niedrigen Blutdrucks, so vermute ich, von der Betriebsschwester Gertrud behandelt wurde – die hat sich, da sie sich noch mit jemanden unterhielt, beim Zählen der Tropfen derart vertan, dass er, wenn auch nicht so lautstark wie Russlands Oppositionsführer, über Schmerzen klagte (damals habe ich von meiner Oma, die das nicht sehr ernst nahm, anstecken lassen). Nach ein oder zwei Stunden war alles ausgestanden. Nawalny hat weniger Glück. Aber immerhin ist es nicht so schwer, dass er in Omsk, einer Stadt, die man aufgrund der jüngsten Berichte alleine schon wegen der Gefahr, im Falle einer Erkrankung in eines der dortigen Krankenhäuser eingeliefert zu werden, meiden sollte, bleiben muss – am Wochenende wird er in der Charité sein. Leider werden wir wegen Corona auf die berühmten Pressekonferenzen, wie wir sie von Timoschenko kennen, verzichten müssen (der publikumswirksamste Bandscheibenvorfall in der Geschichte der Menschheit). Ist Nawalny vergiftet worden? Schwer zu sagen. Nur eines ist sicher – das Gift war nicht im Tee. Da hätte die Person, die ihn bediente, schon ein Schläfer, die über eine Spezialausbildung im Gift-Reichen verfügt, sein müssen. Die FR ist der gleichen Meinung. Es darf also wild darauflos spekuliert werden. Und das macht der Blog doch am liebsten. War es eine Aktion, um Putin eines auszuwischen? Während die meisten meinen, dies habe man getan, um Oppositionelle mundtot zu machen, glaubt der Blog, dass dem Kreml nicht gelegen sein kann, zu planen, sich selbst lächerlich zu machen. Das schadet dem Ruf des Landes. Es fehlt nicht mehr viel, und man hat das Niveau der Saudis, deren Kronprinz einen Kritiker (Khashoggi) kurzerhand lebendig in Portionen teilen ließ, erreicht. Den Leuten, die so etwas planen, müssen um die Schwäche Putins, den Eindruck vermitteln zu wollen, er habe das Land voll im Griff, wissen – für ihn ist es besser, als skrupelloser und rücksichtsloser Mann betrachtet zu werden. Ein Eingeständnis, dass einiger seiner Leute Amok liefen, wäre ein Zeichen der Schwäche. Das würde seine Autorität in Frage stellen. Glasnost mit Gorbatschow, der übrigens dem Komitee, das den Flug Nawalnys finanziert, vorsteht, haben nur Chaos gebracht. Insofern helfen die hiesigen Medien – Tenor, Ziel des Kreml sei es, Oppositionelle einzuschüchtern – Putin nur, dessen Macht zu erhalten. Es gibt genug Gründe, mit dem Kreml unzufrieden zu sein. Moskau ist die Stadt, die Abgetragenes großzügig der Provinz überlässt. Während das fünfte Kind anstandslos die Sachen des ersten trägt, rumort es unter den Provinzfürsten, die es satt haben, bspw. alte Straßenbahnen aus der Hauptstadt aufmotzen zu müssen, da das Geld für neue nicht reicht. Es liegt in Putins Hand, den Eindruck zu verwischen, man habe dem Boss zu verstehen gegeben, dass man unzufrieden mit ihm sei.

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