Nur schnell raus aus den Gräben,

denn sitzt man zulange in ihnen fest, vernebeln die Gräben einem die Sinne, wie Mendes im Film „1917“ eindrucksvoll zeigt – nach Jahren des Stellungskriegs war den englischen Soldaten die Fähigkeit, einzuschätzen, ob von den Deutschen eine Gefahr ausgehen könnte, total abhanden gekommen. An das Leben in den Gräben waren sie so gewöhnt, dass sie aus ihnen gar nicht mehr herauswollten, es sei denn, ihnen wurde befohlen, anzugreifen. Vermutlich hätten die „Top Brass“ an der Frontlinie niemanden gefunden, der sich mit einer wichtigen Meldung durchs vermeintliche Niemandsland zu einem Truppenteil durchschlägt, wenn nicht ein Bruder der sich in Gefahr befindenden Einheit für die Mission zur Hand gewesen wäre. Dass er, wie schnell klar wird, gar nicht für die Aufgabe geeignet ist, spielt für die Offiziere keine Rolle (zum Glück sind sie aber zu zweit). Nichtsdestotrotz ist er wild darauf versessen, ihm zu helfen, so dass das Abenteuer für die beiden und den Kinobesucher ohne viel Vorgeplänkel losgehen kann. Dass ausgerechnet in der Woche des Kinostarts es jemand schafft, „Soldaten“ noch schneller aus den Gräben zu holen, kann man als Ironie der Geschichte bezeichnen – im Laufschritt und mit erhobenen Händen mussten Russlands Minister ihre Stellungen, aus denen sich mancher gar nicht mehr herausgewagt hatte, verlassen. An vorderster Front steht nun der Chef der Steuerbehörde, und das voraussichtlich für längere Zeit, da für dessen alten Posten schon jemand gefunden wurde (lt. Colonel Cassed soll der Neue verkündet haben, seine wichtigste Aufgabe sei die Begrenzung der Menge des elektronischen Geldes). Sollte Russlands neuer Ministerpräsident so wie der Muster-Steuerbeamter „Ekki“ aus der Wilsberg-Serie sein, stehen den Russen, besonders den reichen, schwere Zeiten bevor – seine Truppe wäre dank modernster Technik sofort in der Lage, loszustürmen. Es fehlt nur jemand, der sich traut, zum Sturmangriff zu pfeifen. Vermutlich soll er das tun. Angriffsziel kann es nur sein, jenen, die vom Wirtschaftssystem profitieren, mehr als nur die obligatorischen 13 Prozent Einkommenssteuer abzuverlangen. Angesichts des Baubooms in Moskau – gestern wurde Terminal C in Scheremetjewo nach dem Umbau wieder freigegeben (super schick, die Endkapazität soll bei 80 Millionen Passagieren liegen, das bei zwei weiteren Großflughäfen in der Umgebung) – muss reichlich es viel Geld geben, dass der Staat abschöpfen kann, um so Russlands sozialen Frieden retten zu können. (Bleibt alles beim Alten, startet die nächste Revolution wohl irgendwo in der Provinz.) Leider ist unser Ministerpräsident nicht so mutig – statt sich einen schnelleren Ausstieg aus der Kohle mit mehr Geld bezahlen zu lassen, hat er dafür gesorgt, dass Sachsen-Anhalt ziemlich spät von ihr lässt. Ein Fehler, denn niemand weiß, ob angesichts der Probleme, die der Klimawandel mit sich bringt, der Bund überhaupt noch in der Lage bzw. willens ist, in 10 Jahren die jetzt vereinbarten Hilfen zu zahlen. Da könnte es ganz anderen Prioritäten geben (Deichbau, Bekämpfung der Folgen der Dürren, Infrastruktur, Umbau der Wirtschaft etc.).

PS: Schlechte Nachrichten für alle, die gehofft hatten, ISIS sei besiegt – erst gestern wurde der dickste Mann, nach dem je gesucht wurde, festgenommen. Lt. RT ein Mufti, der beim Daesh war. Eigentlich müsste er überall auffallen. Es ist nicht falsch, zu vermuten, dass die ganz dünnen Dschihadisten für die Fahnder unsichtbar sind.

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Während früher als fortschrittlich jeder galt,

der es schaffte, dem Trott des Lebens zu entfliehen, so dass selbst Hippies sich als fortschrittlich bezeichnen durften, ist es heute für den Normalsterblichen nahezu unmöglich, als fortschrittlich eingeschätzt zu werden – man muss schon einer Familie angehören, deren Mitglieder wegen ihres königlichen Blutes dazu verdammt sind, dem Volk eine Welt darzubieten, die so gar nicht ihrer ähnelt. Und dann ist man per se nicht fortschrittlich, sondern wird es erst, wenn man sich von der Familie lossagt (das galt für die Mafia, zum größten Teil ebenfalls ein Familienbetrieb, schon immer), wie die Lobhudelei vermuten lassen könnte, der sich Meghan und Harry seit ihrer Ankündigung, nicht mehr für das königliche Theater zur Verfügung zu stehen, da dieses nichts Fortschrittliches auf die Bühne bringe, ausgesetzt sehen. Es scheint so, als sei es für eine Schauspielerin leichter, 20 Jahre lang die Hauptrolle im The Mousetrap zu spielen (seit den 50ern läuft das Stück in London), als 2 Jahre lang belanglose Gespräche aufführen zu müssen. Dann doch lieber in der Mause- als in der Smalltalkfalle, auch wenn in dieser zu sitzen bedeutet, über ein regelmäßiges Einkommen und viele Privilegien zu verfügen. So gut, so schön. Wer nun aber denkt, dem Kind des Paares könnte es wie dem kleinen Lord, dessen Vater verstoßen wurde, weil er eine Amerikanerin heiratete, ergehen, der irrt sich gewaltig (natürlich wünscht sich der Blog nicht, dass Harry stirbt). Archie wird zwar Eton nicht kennenlernen, dafür aber eine amerikanische Schule, die es mit ihr bestimmt aufnehmen kann, besuchen. (Angesichts der Pleiten, die Politiker, die diese Schule besuchten, verbockt haben, wäre es nicht falsch, zu glauben, dass Archie als Commoner eine große Karriere unter der Herrschaft seines Onkels machen könnte.) Ganz haben die jungen Leute dann doch nicht mit dem Alten gebrochen. Sie haben ihr Geschlecht als Marke eintragen lassen, so dass jeder, der etwas kauft, auf dem deren Konterfei zu sehen ist, kein schlechtes Gewissen zu haben braucht – das Paar verdient an jeder Tasse und jedem T-Shirt mit. Und dann gibt es ja noch ein Übergangsgeld von der Familie. Fehlt nur noch das Fortschrittliche. Werden sie uns etwas bieten, was sie als Royals nicht hätten tun können? Die Welt ist gespannt.

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Über die Allmacht der Mächtigen

Allmacht, wohin man nur schaut, und wer bis jetzt gedacht hat, die Deutschen würden davon verschont bleiben, wurde gestern, als nämlich der Chef Siemens einer Umweltaktivistin kurzerhand angeboten hat, Mitglied im Aufsichtsrat zu werden, eines Besseren belehrt. Luisa Neubauer war geistesgegenwärtig genug, abzulehnen. Ob das Mitbestimmungsgesetz sie davon abgehalten hat, weiß ich nicht. Mit ihrer Entscheidung hat sie dem Land eine unnötige Diskussion und viel Ärger erspart – wer Kaesers Entscheidung als Zeichen einer Allmacht verständen hätte, gegen die man ankämpfen müsse, wäre im Falle ihrer Zusage als ewig Gestriger und Feind des Fortschritts abgestempelt worden. Diese Einschätzung lässt der Tenor der Kommentare, nämlich dass ihm ein großer Coup gelungen sei, zu. (Nachdenkenseiten hat das Angebot als Idee einer Satirezeitschrift abgetan.) Dabei ist es höchst bedenklich, dass der Chef eines der renommiertesten deutschen Konzerne bzgl. der Besetzung seines Aufsichtsrates keine Rücksicht zu nehmen braucht, was die Arbeitnehmer seines Konzern darüber denken (von der Verletzung der Mitbestimmungsregeln ganz abgesehen). Dank Luisa bleiben wir von einem hiesigen Trump, wenn auch in der lightest Form, verschont. Das Original entpuppt sich gerade als zeitgemäße Version des Rattenfängers von Hameln – die Hälfte der Amerikaner laufen ihm immer noch hinterher. Oder gerade weil er wegen des Impeachments und Soleimani stark in der Kritik steht? So genau weiß das keiner. Sicher ist nur, dass Donald nicht ganz unrecht hätte, wenn er annehmen würde, er sei Gott. Ein Gott, der zum Abendbrot Hamburger verschlingt. Schrecklich. Schlimmer noch ist die Vorstellung, seine Allmacht könnte ihn dazu verleiten, öfter Leute umbringen zu lassen oder gar Kriege zu führen. Bis jetzt hieß es ja in den Medien, er würde keine weiteren Aktionen planen, da diese seine Klientel, die angeblich keinen Krieg will, dazu verleiten könnte, ihn nicht zu wählen. Was uns als Einschätzung präsentiert wird, ist in Wirklichkeit eine Kritik, die entschuldigt und besänftigt. Dank dieser hat der Führer es geschafft, bis kurz vor Moskau und nach Afrika zu kommen. Donald gibt sich erst einmal mit dem Zweistromland, aus dem er entgegen seiner Wahlkampfversprechen partout nicht mehr hinauswill, zufrieden. Erst recht nicht, nachdem er dazu aufgefordert wurde, seine Truppen abzuziehen. Gott lässt sich nicht kommandieren – nur er weiß, wann der rechte Zeitpunkt gekommen ist, das Land zu verlassen. Leider findet der Pseudo-Gott Unterstützer. Wie bspw. Maas, der behauptet hat, alle ausländischen Truppen müssten im Land bleiben, denn sonst würde ISIS wieder die Macht übernehmen. Dabei war es doch gerade die Gleichgültigkeit des Westens, der froh darüber zu sein schien, dass viele potentielle Querulanten und Ärgernismacher sich auf den Weg ins Paradies in der Wüste begeben haben. Man kann Maas‘ Beurteilung auch als Eingeständnis auffassen, dass die Iraker noch nicht in der Lage sind, alleine ISIS niederzuhalten. Dabei hat man die ausländischen Berater mit dem Ziel ins Land geholt, Szenen wie in Mosul, wo die irakischen Soldaten, als sie hörten, der Daesh komme, Hals über Kopf Reißaus nahmen, zu verhindern. Es wäre nicht das erste Mal, wenn der Westen es nicht schaffen würde, in einem Land eine schlagkräftige Armee aufzubauen. (Die Saudis haben ja auch Probleme.) Die Russen haben einen anderen Weg gewählt – lt. Southfront sollen sie dabei sein, Syrier anzuheuern, die unter ihrem Kommando gegen Dschihadisten kämpfen, die sich in der Nähe von Damaskus wieder festgesetzt hätten. Learning by Doing nennt man das wohl. Das steigert das Selbstbewusstsein. Wenn alles klappt.

PS: Der Blog muss sich korrigieren – Luisa braucht nicht die Zustimmung der Arbeitnehmer, um in den Aufsichtsrat zu gelangen, sondern müsste von der Hauptversammlung als Vertreterin der Arbeitgeber gewählt werden. Kaeser möchte sie für Siemens Energy gewinnen, das im Herbst 2020 an die Börse gehen soll. Im Augenblick hat die Energiesparte rd. 86.000 Mitarbeiter.

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„Knives Out“ – der Fluch der frühen Rente,

was über „Knives Out“ natürlich jene, deren Job es ist, Leuten, die Berufe gewählt haben, die man weit vor der Rente aufgeben muss, eine neue Aufgabe zu besorgen, die obendrein noch Spaß machen soll, vehement bestreiten würden – für sie ist es schon ein Erfolg, dass Bond kurz vor seinem letzten Auftritt im Frühjahr es geschafft hat, den Fall zu lösen. Dabei ist „Knives Out“ höchst kompliziert, ja eigentlich unklärbar. Tatort Kommissare hätten den Fall sicherlich nicht gelöst. Poirot hätte wegen des schlechten Essens, das die Amerikaner angeblich zu sich nehmen, erst gar nicht die beschwerliche Reise über den Atlantik angetreten. Und läge damit völlig richtig, denn niemand aus der schwerreiche Großfamilie, mit denen er ein paar Tage hätte verbringen müssen, hat sich fürs Essen interessiert. Marlowe wäre nur gekommen, weil er es sich nicht leisten kann, das Angebot auszuschlagen. Maigret müsste in Frankreich bleiben, weil er kein Englisch kann. Bleibt noch der berühmteste Detektiv aller Zeiten – Holmes. Hätte ihn der Fall interessiert? Der wäre nur gekommen, wenn ihm jemand persönlich den Fall geschildert hätte, was sogar nicht zu „Knives Out“ passen will, den Bond, der nun Blanc heißt, weiß nicht, wer ihn für jede Menge Geld beauftragt hat, den Fall zu lösen. In seinem neuen Beruf hat er sich unter neuen Namen bereits viel Anerkennung verschafft. Sogar New Yorker hat über ihn bereits geschrieben. Es sieht ganz danach aus, als ob Bond es geschafft hätte. Schon als Einsteiger ein Superstar. Das nötige Detektivengewicht hat er sich bereits angefuttert (Mich würde nicht wundern, wenn Blanc im 5. oder 6. Film Ustinov ähneln würde, was für einen ehemaligen Bond höchst ungewöhnlich wäre).
52 Angriffszeile die einen, 13 Racheszenarien die anderen – Poker kann es, wie ich der Beschreibung über diesen Sport entnehme, nicht sein, das die USA und der Iran gerade miteinander spielen. Da geht es nicht um Zahlen, sondern um Begriffe. Und für einen Skat müssten die Mullahs, die sich der Unterstützung aus der Bevölkerung sicher sein können, ihre Rachepläne um 5 erhöhen – mit 18 geht es da erst los. Die Welt tappt im Dunkeln, mal wieder. So dunkel wie jetzt ist es aber höchst selten in jüngster Zeit gewesen. Und es sieht ganz danach aus, als ob sich die Iraner sich mit der Planung und Ausführung ihrer Sanktionen Zeit nehmen würden. Lt. Parlamentsbeschluss ist ab heute jeder GI ein Terrorist. Besonders fürchten müssen sich wohl die Piloten der Drohnen. Alleine von jener Drohne, mit der Soleimani getötet wurde, existieren 200. Vermutlich haben die Streitkräfte noch viel mehr von ihnen. Können die Sicherheitsdienste überhaupt die Soldaten, die täglich mit den Waffen arbeiten, schützen?

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Schwejk, Trump und Suleimani

Was unterscheidet Trump und Schwejk? Während Schwejk uns darauf hinweisen muss, dass er ein Idiot sei, und zwar ein behördlich anerkannter, worauf er ganz stolz ist, weiß über Trump spätestens seit Freitag jeder, dass er einer sein muss (unsere hiesigen Politiker und Medien sind da wieder die berühmte Ausnahme von der Regel; sie reden sich Trumps Aktion schön) – niemand killt einen General, denn man als Schukow unserer Zeit bezeichnen kann. Während der Russe für die Erfolge der Roten Armee vor Moskau, in Stalingrad und in Berlin verantwortlich ist, hat Soleimi den Amerikanern geholfen, die Taliban bzw. Al-Quaida in Afghanistan zu besiegen. Später hat er dazu beigetragen, dass Assad an der Macht blieb und die Offensive mit den Russen gegen die Dschihadisten ein Erfolg wurde. Dann tat er sich im Kampf gegen ISIS im Irak hervor bzw. hat diesen überhaupt erst auf die Beine gestellt. Bringt man solch einen Mann um? Wohl kaum. Truman und Eisenhower wären nie auf die Idee gekommen, Schukow, dessen Stern unaufhaltsam, wenn auch langsam, Mitte der 50er zu sinken begann, auszuschalten. Trumps hat solche Hemmungen nicht. Ihn schreckt nichts ab. Ihn scheren nicht einmal seine Begründungen, mit denen er seine Entscheidungen versucht, zu rechtfertigen. So twitterte er, Soleimi habe die tausende Amerikaner umbringen wollen. (Dagegen haben sich die Nazis mit ihrer Gleiwitz-Story richtig viel Mühe gegeben.) Wenn dem so wäre, dann hätte er, wie ein Nahost-Experte gestern in der BBC meinte, seine Landsleute lange vor dem Anschlag in Sicherheit bringen müssen. Stattdessen sind sie am Freitag erst aufgefordert worden, den Irak zu verlassen. Im Nachhinein kann man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass die Amerikaner selbst das Theater um ihre Botschaft in Bagdad aufgeführt haben könnten. Die Belagerung hat ihnen die Chance geboten, Soleimi auszuschalten. Die haben sie genutzt. Er wurde getötet, weil er den Amerikanern nicht jetzt gefährlich wurde, sondern weil er das Potential hatte, Präsident des Irans zu werden. Dass eine charismatische Figur wie er die islamische Revolution verweltlichen könnte, muss für die USA ein Albtraum gewesen sein. Und das ausgerechnet noch mit Russland und China an Irans Seite. Die neue Dreierachse gefährdet die Hegemonie der USA (es reicht sogar schon für ein gemeinsames Seemanöver im Indischen Ozean). Er war es, der maßgeblich am Zustandekommen des neuen Bündnisses Anteil hatte. Insofern ist er auch mit dem Ziel getötet worden, dass dessen Nachfolger sich schwerer tun mögen, mit Russland zusammenzuarbeiten. Chaos und Unheil stiften, aber selbst das Leben in allen Zügen genießen, das ist Trumps Motto. Bier für alle bzw. Schwejk for President kann man da nur sagen.

PS: Hut ab vor den Demokraten, die mit Trump scharf ins Gericht gehen.

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Als ob ein Klon von mir existierte,

und an der Vorstellung, ich könnte einen Klon haben, trägt Heine gehörig Mitschuld, denn als ich merkte, dass mein Blog geklont worden war (man findet mich seit ungefähr Montag topaktuell und unverschlüsselt nun auch unter http://andreesblog.veranstaltungsagenturkolibri.de/blog/), fiel mir nach nur wenigen Minuten dessen Satz, „dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen“ ein – der Gedanke, dass jemand, der Blogs klont, auch Menschen klont, kann dann nur die logische Schlussfolgerung sein. Während kaum ein Schriftsteller etwas Gutes an der Vorstellung, seine Bücher könnten auf dem Scheiterhaufen landen, findet, kokettiere ich ein wenig mit der Illusion, aufgrund meines Blogs gäbe es mich irgendwo auf der Welt noch einmal, und zwar als Klon, der im Gegensatz zu jener meiner Webseite, der alles macht, was ihr das Original vorgibt, anders als ich sein könnte, solange er nicht einen Nobelpreis gewinnt. Dann wüsste ich, etwas falsch gemacht zu haben. Da ich als Babyboomer aber kaum zu fürchten braucht, meinem Klon würde das gelingen, könnte ich der Dinge, die kommen mögen, gelassen entgegensehen. (Da den immer Wissenschaftler weit jenseits des Rentenalters bekommen, ist nicht anzuschließen, dass es meinem Klon gelänge, seine geistigen Fähigkeiten, die eigentlich meine sind, voll auszuschöpfen. Das wäre dann ein Wunderbabyboomer.) In einer Zeit, wo die Jünger und deren Nachfolger nicht hunderte Jahre Zeit haben, ihre Lehre an den Mann und die Frau zu bringen, wäre es natürlich schön, wenn die Möglichkeit bestände, eine Person in großer Stückzahl in der Hoffnung zu kopieren, diese mögen mit ihren Vorstellungen die Welt verändern. Leider lässt sich Greta nicht kopieren und an jede Schule der Welt verschicken. (Nicht auszuschließen, dass in der einen oder anderen Schule, zum Bsp. jener, die Donalds Sohn besucht, Kopien den Klimawandel leugnen würden.) Aber wie sieht es mit den Klonen der Wunderkinder aus? Jene, die mit 10 Abitur machen und zwei Jahre später ihr erstes Studium abgeschlossen haben? Wird man denen im Laufe ihrer Erziehung sagen, sie müssen wegen ihres einzigartigen Erbmaterials große Dinge leisten?

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Alles Gute für 2020!

Bleiben Sie gesund. Mögen Sie im neuen Jahr ein bisschen wie Greta werden. Selbst die vielen Omas, die jetzt beleidigt sind, weil ihre Enkel sie als Umweltsäue tituliert haben, schaffen das. Ich bin da guter Dinge. Wie immer hat der Blog keine Mühen und Kosten geschürt, Außergewöhnliches zum Jahreswechsel zu präsentieren. Für den Fall, dass jemand Ratten partout nicht mag (meines Erachtens ist das eher eine Maus, aber egal), hat der Blog einen Drachen parat.

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Kriegsschiffe vom Band – ein schlechtes Omen?

Die beiden Male, in denen ein Land, das Kriegsschiffe nur vom Hörensagen kannte, plötzlich seine Energie darauf richtete, so viele Ungeheuer aus Stahl wie nur möglich zu bauen, mündeten in Weltkriegen, was natürlich nicht automatisch bedeutet, dass ein dritter anstehen müsse,wenn Staat wieder dem Wahn verfällt, hochseefähige Überwasserkampfschiffe am Fließband zu produzieren. Nachdenklich macht es aber schon, lesen zu müssen, China habe in diesem Jahr einen neuen Weltrekord aufgestellt – 23 Kriegsschiffe liefen dort vom Stapel. Ab der Korvetten wurde gezählt. Raketenboote oder Minensucher hat man weggelassen, ebenso Versorgungsschiffe. Unterm Kaiser hieß es noch, eine starke kaiserliche Marine würde gebraucht, um Deutschland einen Platz an der Sonne zu sichern. Warum Chinas Kommunisten so viele Ressourcen verschwenden, lässt sich nur erahnen. Vielleicht um ihre maritime Seidenstraße, die vom Südchinesischen Meer über die Straße von Malakka bis nach Indien, Afrika und in die beiden Golfs reicht, zu sichern? Bisher lief es auf der Route auch ohne Kriegsschiffe. Oder wollen sie etwa eine Taiwan-Blockade starten? Da müsste Trump ihnen erst einmal den Gefallen tun, dort amerikanische Raketen zu stationieren. Oder planen sie, die Amerikaner aus dem Pazifik zu verdrängen? Oder haben sie gar die Absicht, Los Angeles zu erobern? Dann wäre es Zeit für Spielberg, „2021“ zu drehen. (Der deutsche Filmtitel würde „2021 – Wo bitte geht‘s nach Hollywood“ heißen). Wegen der vielen neuen chinesischen Kriegsschiffe sieht es ganz danach aus, als würde den Anrainerstaaten des Pazifiks ein Wettrüsten, das noch viel schlimmere Ausmaße als jenes im Kalten Krieg annehmen könnte, bevorstehen. Gott sei Dank bleibt Europa draußen vor, was in erster Linie am genialen Putin liegt, der nur Kriegsgerät entwickeln lässt, das man nicht zerstören kann, wie bspw. seine neuesten Hyperschallwaffe, die, rein theoretisch, von Kaliningrad nach Berlin gerade mal etwas mehr als eine Minute braucht (bei Mach 25). Seit gestern ist sie einsatzbereit. (Im Falle ihres Einsatzes wäre es ein Frevel, die Bevölkerung mit Sirenen zu warnen.) Die Russen haben noch mehr von diesen Hightech-Waffen auf Lager. Warum also, wie von Trump und Stoltenberg gefordert, mehr Geld in die konventionelle Waffen stecken, wenn der Russe überhaupt nicht die Absicht hat, selbst zu kommen?

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Und sie (die Hölle) existiert doch!

jedoch ist es Gott sei dank noch nicht so, dass die Existenz der Hölle, wie der „Zitateklau“ vermuten lassen könnte, von der katholischen Kirche bestritten wird (da die Erde im Begriff ist, sich bald ohne Menschen zu drehen, glaube ich, dass Galilei mit der Abwandlung seines Zitats einverstanden wäre). Aber sie drauf und dran ist, die Hölle zu negieren, und zwar mit einer Aussage, die an einen Aspekt des Sozialismuses erinnert, über den u. a. fälschlicherweise gesagt wird, dieser habe zu dessen Untergang geführt, nämlich der „Gleichmacherei“. Die hat es so nie gegeben. Indem der Papst gestern behauptet hat, Gott würde fortfahren, jeden Menschen zu lieben, auch den schlimmsten, hat Franziskus ein Stück Marx in den Vatikan und die Welt gebracht. War das wirklich nötig? Ist das nicht „Gleichmacherei“ zur falschen Zeit und am falschen Ort? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jesus Trump oder Bolsonaro lieben würde. Er hätte ihnen ins Gewissen geredet und sie aufgefordert, ihre Politik zu ändern. Alleine schon weil die Aussage nicht zum Leben, das Jesus geführt haben soll, passt, war diese war völlig unnötig und fehl am Platz. Und sie passt nicht in unsere Zeit. Gegensätze hebt man nicht, indem man es allen recht macht, wie der Papst es ohne Grund getan hat. Da ich vermute, dass viele so wie ich denken, wird Franziskus sich genötigt sehen, in den kommenden Wochen seine Aussage zu revidieren bzw. gezwungen sein, gegen das Böse vorzugehen. Wenn Gott nicht gegen das Böse vorgeht, muss er es als dessen Stellvertreter tun. (Warum Gott eines seiner wichtigsten Aufgaben seinem Stellvertreter überlasst, ist für viele schwer zu begreifen. Wichtig ist nur, dass jemand dagegen kämpft. Franziskus hat jedenfalls viel zu tun, die vielen Super-Bösewichte in die Schranken zu verweisen.)
In dem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Fest. Mögen Ihnen über die Feiertag nur Leute begegnen, denen Sie nicht die Hölle wünschen.

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Wars auf der Erde und wieder im All

aber wenigstens fliegt in den Wars, die auf Erden zur Zeit stattfinden, nicht so viel in die Luft wie bei den Stars, wo es seit Mittwoch mal wieder richtig rumst und kein Stein, Pardon, rostfreier Stahl auf dem anderen bzw. am Stück bleibt. Ob nun, wie angekündigt, endgültig Schluss ist, weiß so recht niemand, denn bei Star Wars spielt das Material keine Rolle – obwohl es schon mehrfach vernichtet wurde, ist es einfach wieder da. Wichtig ist nur, ein Anknüpfungspunkt an den letzten Film zu finden. Der nächste Star Wars Film könnte damit beginnen, dass sich jemand auf den Weg macht, zwei Lichtschwerter zu finden. (Die Fans der Serie werden nun wissen, dass die bösen Mächte wieder zurück sind.) Damit ist auch schon das Geheimnis der Serie gelüftet – nach jedem Star Wars Film spekuliert man, wie der neueste aussehen könnte. Das Ende dieses Film lässt die Hoffnung aufkommen, dass der nächster nicht so bombastisch ausfällt, was der Serie ganz gut tun würde.
In den Wars auf Erden geht es dagegen richtig gemütlich zu. Und sie werden nicht unbedingt nur gegen fremde Mächte, sondern auch gegen die eigenen Landsleute geführt. Einer dieser Warlords ist Boris – wenn man ihm etwas zugute halten kann, dann ist es seine Geradlinigkeit, denn anders als der Führer täuscht er seine Landsleute nicht, sondern schlägt gleich nach seinem Amtsantritt einen Weg ein, über den jeder, der halbwegs informiert ist, weiß, dass er in die Katastrophe führt, die noch schlimmer ausfallen würde, hätte sich Boris während des Wahlkampfs als Kriegsheld, der zum Wohle der Insel Europa unter Kontrolle bringen müsse, aufgeführt. So bleiben den Untertanen Ihrer Majestät wenigstens horrende Rüstungsausgaben und zigtausende Tote erspart. Statt Wars liefert Boris den Briten eine Kontinentalsperre, die das Parlament gestern abgesegnet hat, indem es Johnsons Strategie, keinen Antrag zur Verlängerung der Mitgliedschaft in der EU mehr stellen zu wollen, gefolgt ist. Steht Johnson in einem Jahr ohne Handelsabkommen mit Brüssel da, blieben den Briten nur noch wenige Freiheitstage, die sie unbedingt auf dem Kontinent verbringen sollten. (Würde mich nicht wundern, wenn viele bleiben und Asyl beantragen würden.) Die Folgen der bisher einzigen Kontinentalsperre waren verheerend – es gab Hungersnöte und Aufstände, Güter mussten aus weit entfernten Ländern importiert werden. Da Russland sich dem Embargo anschloss, war bspw. die Royal Navy gezwungen, Holz aus Kanada zu importieren. Die Geschichte könnte sich wiederholen. Diesmal betrifft es nicht die Navy, sondern die Bürger, die ohne sich schon einmal an ein Leben ohne IKEA gewöhnen sollten – spätestens in zwei Jahren wird eine Schrankwand (Schmuggelware) ein Luxusartikel sein. Zurück zu den Anfängen nennt man das wohl.
PS:Apropos Embargo – der Blog hat wieder mal richtig getippt (siehe Beitrag unten). Die USA könnten es wirklich schaffen, die Inbetriebnahme von Nord Stream II zu verhindern. Ein Rohrverleger aus der Schweiz hat die Arbeit eingestellt. Da es heutzutage schon schwierig ist, einen Klempner zu finden, sehe ich schwarz für die Leitung. Da lt. Merkel jeder Rückschlag auch eine Chance ist, kann ich russischen Trappern und Modedesignern nur empfehlen, Zobel fürs Heim anzubieten. Ich denke da in erster Linie an Zobelwesten und -nierenwärmer.

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