Fehlende Uniformen sind noch das…

Wenigstens bleibt ihnen das Schicksal einiger ihrer zaristischen Offizierskollegen, die in „Dr. Schiwago“ beim Versuch, unerfahrene Soldaten durch eine wesentlich größere Gruppe desertierender Frontkämpfer zu führen, ausnahmslos gelyncht werden, erspart – weil ihnen, wenn überhaupt, nur ein paar Kämpfer entgegenkommen werden, brauchen Shoigu und Co. nicht zu fürchten, dass ihnen das Gleiche passieren könnte, sollte Putin sie dazu verdonnern, Rekruten ganz nach vorne zu führen. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr, sein Oberkommando auszutauschen. Rücken die Ukrainer weiter so schnell vor, müssen seine Landsleute in wenigen Tagen glauben, es sei seine Idee, als Zeichen der Stärke auf die Bildung von Reserveverbänden zu verzichten. Putin, der als Stalin in den Krieg gezogen ist, um ihn als Nikolaus II. zu verlieren. Währen der erstgenannte keine Skrupel kannte – er hat die Führung seines Offizierskorps schon vor dem Krieg beseitigen lassen –, hat der letzte Zar keine rechte Freude am Krieg gehabt. Vor allem aber hat er es versäumt, sein Land und seine Armee zu reformieren, um sie einigermaßen fit für eine Auseinandersetzung mit den Deutschen zu machen. Putin steht vor einem ähnlichen Problem. Als ein deutscher General vor einigen Wochen meinte, die russische Armee würde gestärkt aus dem Krieg herauskommen, wusste der Blog nicht so recht, was er meinen könnte. Nachdem er gestern gelesen hat, dass ein General nicht wisse, wohin 1,5 Millionen Uniformen, die auf dem Papier vorhanden sein müssen, gegangen sind, weiß er, was gemeint ist. Die verschollenen Uniformen sind aber noch das geringste Problem. Alle Welt fragt sich, warum keine Reserven gebildet wurden, zumal die Einheiten vorne nur noch auf dem Papier Sollstärke aufweisen. Zu allem Überfluss soll eine Brigade seit März an der Front sein. 5 Tage Urlaub gab es seitdem für jeden. Rotation scheint für das russische Oberkommando ein Fremdwort zu sein. Nach sowjetischer Kriegsanleitung decken 2 Bataillone 10 km Front ab. Vor Kriwoi Rog haben die Russen auf diese Frontlänge nur eines, das zudem noch völlig unterbesetzt ist, in Stellung gebracht. Bekommen die Russen die Wende noch hin? Dann könnte man der Welt das als Plan, die Schwäche vorzutäuschen, um Ukrainer zu veranlassen, anzugreifen, verkaufen. Je früher der Gegenangriff erfolgt, desto größer die Chance, Selenskyi entscheidend zu schwächen, ohne wesentliche Verluste vermelden zu müssen. Sie müssten nur überraschend per Luftpost Einheiten direkt an die Front verlegen. Dann wäre der Spuk auf der rechten Seite des Dnjeprs erst einmal beendet. Aber eher findet Putin die Uniformen wieder, als solch ein risikoreiches Unternehmen zu starten.

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Putin hat nun sein Neurussland

Ist Putin ein Glückspilz? Heute morgen, als es hieß, Liman sei eingekesselt, war sich der Blog ziemlich sicher, einen schlechteren Tag, Gebiete, die früher mal als Neurussland bezeichnet worden waren, in einem feierlichen Akt der Russischen Föderation einzuverleiben, hätte er nicht wählen können. Und da im Laufband während der Zeremonie zu lesen war, einer der Führer der Gebiete, die Russland beitreten wollen, habe verkündet, die Truppen seien umzingelt, deutete vieles darauf hin, dass die Russen der Schimäre aufgesessen sind, sie könnten das neue Land halten. Am Abend hat sich dann herausgestellt, dass trotz der Übermacht der Ukrainer es seinen Soldaten gelungen sei, die Zufahrt freizukämpfen. Zwar haben die Russen ein oder zwei Siedlungen aufgegeben, jedoch hat es nicht gereicht, um Liman zu erobern, so dass Kiew von neuem gegen die Stadt anrennen muss. Wissend, dass die schnellen Erfolge wie die Einnahme Izyums vorbei sind (auch wenn die Russen ihre Ausrüstung retten konnten), will Selenskyj nun der NATO so schnell wie möglich beitreten, denn lange lassen sich die immensen Verluste, die die ständige Anläufe mit sich bringen, nicht mehr verheimlichen. (Bis jetzt hat der Blog den Eindruck, die hiesigen Medien ignorieren die Zahlen, um sich nicht den Vorwurf ausgesetzt zu sehen, sie würden die Wehrkraft der Ukrainer zersetzen.) Bisher galt das Ansinnen, beizutreten, wegen des Konflikts mit Russland als ausgeschlossen. Mit Neurussland könnte sich das nun aber ändern – speziell jene Länder, bei denen die Russophobie eine staatstragende Bedeutung hat, werden auf einen schnellen Beitritt drängen. Hier wollen das sicherlich die wenigsten (der Blog wäre nur dafür, wenn Frau Dr. Strack-Zimmermann erklärt, sie werden in einem Leopard die russischen Linien durchbrechen). Bzgl. der Politiker ist der Blog weniger optimistisch – nach einer geraumen Weile werden die wohl ihren Widerstand aufgeben. Peter Lavelle scheint es auch so zu sehen. In Crosstalk – die Sendung kann man wieder ganz legal gucken – fiel die Bezeichnung „Sergeant Scholz“. Wumms machen nur seine Programme, mit denen er die Wirtschaft anzukurbeln gedeckt. Ansonsten ist es mit dem Wumms nicht weit her – anstatt etwas sofort auszuschließen, wartet er lieber ab. Wegen Neurussland könnten bald die ersten Leoparden verschickt werden. Und die Ukraine der NATO beitreten. Wie schwer sich diese Regierung tut, das Zepter zu schwingen, zeigt sich bzgl. der Aufklärung der Sprengstoffanschläge auf die Pipelines – warum drängen Scholz und Co. nicht darauf, eine länderübergreifende Kommission, deren Aufgabe darin besteht, herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist, zu bilden? Man verlässt sich lieber auf die Partner, als selbst die Sache in die Hand zu nehmen. Im Augenblick sieht es danach aus, als ob Neurussland uns mehr Ärger als den Russen einbringen könnte.

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„Moonage Daydream“ und der „Nerobefehl“

Was verbindet „Moonage Daydream“ mit der Bubble in der Ostsee? Beide scheinen surreal zu sein, wobei in der Musikdokumentation, die Brett Morgan über Bowie gemacht hat, die Menschen, die darin vorkommen, einschließlich der Hauptakteur selbst, den Eindruck vermitteln, als ob sie in einer Welt gelebt hätten, von der man sich nicht sicher ist, ob es sie je gegeben hat. Da Bilder, Worte und Musik nicht lügen, muss alles seine Richtigkeit haben. Sicherlich ist das auch eine Frage des Alters. So fing der Film für den Blog erst richtig an, als Bowie mit „Heroes“ gezeigt wurde. Bis dahin dürfte mindestens eine dreiviertel Stunde, die keineswegs langweilig war, vergangen sein. Weil das jedoch nicht mehr die Musik der Fans der ersten Stunde ist, könnte das für viele der Augenblick sein, den Saal zu verlassen, was sie jedoch nicht tun sollten – Morgan, über den sich der Blog, die uralten Bowiefans mögen ihm verzeihen, gefragt hat, wie er darauf kommen konnte, seinen Film „Moonage Daydream“ zu nennen, lässt seine Unterhaltungsdoku bildlich und musikalisch dort enden, wo er sie hat anfangen lassen, nämlich auf dem Mond und (vermutlich) mit dem Song „Moonage Daydream“.
Was würden wir wohl bloß ohne die CIA machen? Wir sind wieder gewarnt worden, so wie vor dem Einmarsch in die Ukraine. Diesmal wurde aber nur die Regierung informiert, dass die Russen ihre eigenen Leitungen in die Luft sprengen würden. Wenn es jemand anderes wäre, hätten die Amerikaner es verhindert. So aber waren sie machtlos. False Flag in der Ostsee, denn sie werden nicht zugeben, dafür verantwortlich zu sei? Frei von Ironie ist es nicht, wenn jetzt ausgerechnet Länder wie Schweden, die immer gegen den Bau der Pipelines gewesen sind, wegen „gross sabotage“, was wohl übersetzt schwere Sabotage heißt, ermitteln. Der Blog ist gespannt, was die Schweden herausfinden werden. Haben die Russen neben der Posaidon, die entwickelt wird, um Atombomben vor die Küsten potentieller Gegner in Stellung zu bringen, etwa auch kleinere Drohnen, die in der Lage sind, unbemerkt kleinere Sprengladungen anzubringen, in petto? Ist man im Kreml zur Meinung gelangt, dass die Deutschen russisches Gas nicht mehr verdienen? Oder läuft das nach einem Drehbuch eines Bondfilms aus den 80- und 90ern – abtrünnige Generäle machen Geschäfte auf eigene Faust? Dann wären es wohl irgendwelche Hardliner, die ihren Landsleuten klarmachen, dass alle Brücken zum alten Europa abgebrochen sind. Ein Nerobefehl, der nichts Gutes verspricht, da Russland, anders als Deutschland, das im März 45, als Hitler den Befehl ausgab, schon verloren hatte, weit weitem besser dahsteht.

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Wie die Politik Kaufmonster erschafft

Gerne würde der Blog schon jetzt ein Kaufmonster sein, aber leider gilt Ankündigung Kwartengs, Touristen die das Vereinigte Königreich besuchen, zu ermöglichen, steuerfrei einzukaufen, erst in 2 Jahren, sofern Charles nicht bis dahin sein Reich verspielt hat (der letzte Halbsatz stammt vom Blog). Der Blog bräuchte nämlich einen Rucksack. Der ist so schäbig und abgenutzt, dass man sich mit ihm nur hinaustraut, wenn die Leuten, denen man begegnet, glauben, man wolle ihn in die Mülltonne werfen. Dass aus den 20 Metern, die er noch hat, einige hundert Kilometer werden können, liegt an Liz Truss und deren Finanzminister – der Blog hofft nämlich, in London einen Rucksackanbieter, der es mit jenem im Frankfurter Flughafen aufnehmen kann, zu finden. Vermutlich wäre er schon ein stolzer Besitzer eines Tornisters, mit denen man aussieht, als gehöre man der Grande Armée an, wenn er nicht den Eindruck gehabt hätte, man sehe auf ihn wie auf Colombo. Wenigstens hat er nun eine Begründung, die er vorbringen kann, wenn er wieder irgendwo in einem Hotel einchecken sollte. Statt nach dem Wetter zu fragen, bietet sich ihm nun die Möglichkeit, den Rezeptionisten in ein längeres Gespräch über das Aussehen seines Rucksacks zu verwickeln. Aber ist es überhaupt zeitgemäß, einen Touristen, der gekommen ist, sich ein Land anzusehen, zu verleiten, seine kostbare Zeit in Geschäften, in denen er angesichts der vielen Schnäppchen schnell zum Kaufmonster mutiert, zu verbringen? Großbritannien war, im Gegensatz zu Deutschland, da schon viel weiter. 2020 wurde das steuerfreie Einkaufen aufgehoben. Wegen der Krise führen die Briten es wieder ein. Ein besserer Weg, den Tourismus anzukurbeln, wäre wohl, darauf zu verzichten, Steuern auf Hotelübernachtungen, Zugreisen, Restaurant- und Konzertbesuche, Sprachkurse etc. zu erheben. Das scheint zu kostspielig zu sein. Lt. Guardian bedeutet der Verzicht auf die Steuer für Güter schon ein Minus von 1,3 Mill. Pfund in der Kasse. Und vermutlich auch gar nicht nötig, angesichts eines starken Dollars, der im Winter noch stärker wird. Reiseanbieter brauchen gar nicht mir dem Slogan „Europe at War“ zu werben – die Urlauber buchen von sich aus Reisen in den alten Kontinent. Der Blog hat auch schon eine Geschäftsidee – nahe der gängigen Sehenswürdigkeiten wie Neuschwanstein können Amerikaner erleben, wie eine deutsche Familie der Kälte trotzt (total autark, versteht sich). Bei so einem spannenden Besichtigungsprogramm bleibt nur der Flughafen, um das Kaufmonster in sich zu entdecken.

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Shahed-136 – so darf sie aber nicht heißen

Ob vor 80 Jahren, als die Amerikaner der Sowjetunion Waffen, ohne die es lt. Wiki der Roten Armee entschieden schwerer gefallen wäre, die Deutschen zu besiegen, was einige bekannte Persönlichkeiten, die auf deren Seite standen, auch anerkennen, jemand auf die Idee, amerikanischen und britischen Panzern und Flugzeugen russische Namen zu geben, hat der Blog nicht herausfinden können. Vermutlich wohl eher nicht. Wenn nun Drohnen, die die Iraner den Russen liefern (der Blog berichtete), bspw. nicht mehr Shahed-136 heißen, sondern „Geran-2“, liegt es angesichts des weitverbreiteten Putin-Bashings natürlich nahe, zu vermuten, er beabsichtige, der Welt zu zeigen, wie stark sein Russland ist. Jedoch ist es auch gut möglich, dass die Iraner darauf bestanden haben, dass ihr Kriegsgerät, von dem die Welt eh weiß, es stammt von ihnen, unter einem anderen Namen eingesetzt wird. Wie dem auch sei, die Shahed-136 scheint genau die Waffe zu sein, die den Russen gefehlt hat, denn lt. russischen Militärbloggern sollen mit ihr schon 5 hochkarätige Offiziere, die Artillerieverbände geführt haben, außer Gefecht gesetzt worden sein. Das innerhalb weniger Tage. Der Blog kann sich an eine Kommandeurin, die aus Vergeltung für einen Raketenangriff, bei dem etliche Zivilisten ums Leben kamen, getötet wurde. Damals hatten die Ukrainer nur Raketen mit geringer Reichweite. Die Waffen, die der Westen lieferte, schienen unverwundbar zu sein – zu weit weg, um von der russischen Artillerie getroffen zu werden. Zu gefährlich für russischen Hubschrauber – weil sie ziemlich weit ins feindliche Gebiet fliegen müssen, um sie auszuschalten, können sie leicht abgeschossen werden. Die sind eher dafür gedacht, Panzer, die sich an der Front befinden, zu zerstören. Da die Ukrainer schnell ihre Stellungen wechseln und den Russen wohl die Raketen, die die Jets aus sicherer Entfernung abfeuern, zu teuer sind (gut möglich, dass nicht genug Flugzeuge in der Luft sind), brauchten die Soldaten, die in einer Panzerhaubitze sitzen oder eine Kanone bedienen, keine Angriffe zu fürchten. Das scheint dank der Shahed-136 nun vorbei zu sein. Nach dem Motto, dass vier Augen mehr als zwei sehen, fliegen meist zwei zusammen. Da sie ziemlich tief fliegen und nicht sehr groß sind, ist es schwierig, sie abzuschießen. Zudem sollen sie sich gut steuern lassen. Das sind alles keine gute Nachrichten für jene, die unsere Leoparden in der Ukraine sehen wollen – der Blog weiß nicht, ob es sie tröstet, wenn er ihnen sagt, dass es für den Panzer samt dessen Besatzung erst 200 Kilometer vor der Front gefährlich wird. So weit lässt sich die Drohne nämlich steuern.

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Es ist nicht so einfach, Madness zu erleben

Wie konnte der Blog bloß erwarten, dass Madness einigermaßen pünktlich sein würde? Schuld daran ist wohl OMD, die sich zwar nicht, wie man vermuten könnte, an die Oxford-Zeit gehalten haben, sondern, wohl als Hommage an die hiesigen Regeln, ihre Planung nach dem akademischen Viertel ausrichteten. Als der Blog nach einer Odyssee, die ihn über den Bahnhof Zoo wieder zum Hbf führte, wo ihm aus Zeitgründen dann nichts anderes übrig blieb, als den Bus zu nehmen, um halb Acht das Tempodrom erblickte, war ihm schon klar, dass er falsch kalkuliert hatte – jede Menge Menschen, die aufgrund zweier Bierstände es nicht sehr eilig hatten, reinzugehen. (Später ist dem Blog klar geworden, dass das Bier billiger draußen billiger als drin sein muss. Oder sie sich das Schlangestehen ersparen wollen.) Dass es eine Stunde später als auf der Karte ausgedruckt losging, hat außer ein paar Leuten auf den teuren Plätzen, die pfiffen, nicht weiter gestört. Leute über 50 lassen sich eben nicht so leicht aus der Ruhe bringen, zumal wenn fürs Trinken gesorgt ist. Im Gegensatz zur Anhängerschaft OMDs machen sich nur wenige die Mühe, zu zeigen, dass sie Madness mögen – der Fes, den der Blog als sichtbares Zeichen der Unterstützung ausgemacht hat, wird nur von wenigen getragen (die Hüte sind so alt wie das Stück, das sie veranlasst, sich einen zuzulegen). Auch wenn der Blog „Night Boat to Cairo“, das Lieblingslied des Blogs, mit dem das Konzert ausklingt, verpasst hat, kann er sagen, dass eine Dreiviertelstunde Madness besser ist, als die Band nie gesehen zu haben. Warum die Bahn ihren letzten Zug Richtung Süden schon halb elf losschickt, wird ihr Geheimnis bleiben. (Die Leser des Blogs wissen, dass er nicht viel mit Verschwörungstheorien am Fes hat. In diesem Fall glaubt er aber, dass die Bahn für jede Übernachtung ein paar Cent erhält.) Irgendwie müssen die vielen Hotels, die alle gleich aussehen, voll werden.

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Wollen die Armenier nicht mehr kämpfen?

Angeblich sucht Putin verzweifelt Truppen, und wider Erwarten es sieht ganz danach aus, dass ihm bald welche zur Verfügung stehen könnten – geben die Armenier im Süden Land an die Aserbaidschaner ab, ist es so gut wie sicher, wer daran schuld sein wird, die Russen nämlich, die lt. Vertrag militärisch eingreifen müssten. Höchst zweifelhaft, dass sich Russland darauf einlässt. Warum sollen sie ein Land verteidigen, das absolut nichts getan zu haben scheint, sich selbst zu verteidigen? Wie vor 2 Jahren können die Drohnen, die Erdogan seinen Verbündeten geschickt hat, unbehelligt militärische Anlagen der Armenier außer Gefecht. Damals konnte man der Führung des Landes noch zugute halten, dass sie von den Gefahren nichts wusste. Das ist heute natürlich ganz anders. Angesichts der Bedrohung durch den Verbündeten der Türkei hätten sich die Armenier längst auf die Lage einstellen können. Die Russen hätten das Kriegsgerät geliefert. Konnten am Anfang des Kriegs die Ukraine mit den türkischen Drohnen noch Erfolge verbuchen, werden sie heute in schöner Regelmäßigkeit abgeschossen. Hätte Armenien ordentlich aufgerüstet, wäre das jetzt auch der Fall gewesen. So sieht es aber danach aus, als ob sich die Geschichte wiederholen könnte. Die Armee wollte Bergkarabach nicht verteidigen. Sie wird sich auch nicht im Süden in den Weg stellen, denn sollte es den Aserbaidschanern gelingen, sich ein Stück Territorium, das ihnen ermöglicht, eine Verbindung zur ihre Exklave Nachitschewan herzustellen, herauszureißen, wird man in Jerewan Moskau als Hauptschuldigen ausmachen. Es wird dann heißen, der Krieg sei wegen nicht gewährter Hilfe verloren worden. Vermutlich weiß der Kreml schon, dass alle Gebiete, die im Süden des Kaukasus’ liegen, mit der Ausnahme Südossetiens verloren sind. Dort kann man nur verlieren. Ein Fass ohne Boden. Es lohnt sich nicht, Menschen und Material in einem Land zu verlieren, das selbst absolut nichts für seine Verteidigung tut. Es brechen harte Zeiten fürs Prestige Russlands an. Wenn es ganz schlecht läuft, geht Putin als unfreiwilliger Gorbatschow in die Geschichte ein. Gorbatschow hat zwar das Land verspielt, jedoch kam Russland mit den Staaten, die sich ringsherum bildeten (mit der Ausnahme der baltischen Staaten und Georgiens), ganz gut hin. Nun sieht es so aus, als ob nur noch Weißrussland zu Moskau hält. Gut, dass Charles das nicht mehr erleben muss.

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Wie ein Indianer sterben

Wenn alte Indianer merkten, dass es Zeit ist, zu gehen, sollen sie sich von ihrem Stamm entfernt und an einem Platz, der ihnen genehm war, still und friedlich auf den Tod gewartet haben. Wer und wann das jemand zu ihm gesagt hat, kann der Blog nicht sagen. Von dem in Ungnade gefallenen Karl May, von dessen Wissen über Indianer ganze Generationen gezerrt haben, hat er das jedenfalls nicht. Vermutlich hat er das als Kind aufgeschnappt. Jetzt, zig Jahre älter, ist es ihm ein Rätsels, warum er nicht gefragt hat, was die Indianer mit der Leiche gemacht haben. Vermutlich ist sie verbrannt worden. Die Queen hat sich Balmoral, das wahrlich kein gemütlicher Ort ist, die letzten Tages seines Lebens zu verbringen, ausgesucht. Zwar war der Blog noch nicht dort, aufgrund seiner Fahrt nach John o’ Groats glaubt er jedoch zu wissen, dass die Nordseeseite Schottlands wesentlich ungemütlicher als der Norden und vor allem der Westen ist. Das ist ein Platz, wo man nicht nur gesund, sondern auch fit sein muss, um Spaß zu haben. Wer als gebrechlicher Mensch dort Urlaub macht, der reist noch gebrechlicher ab. Zum Sterben gibt es viel schönere und angenehmere Orte. Nach Colonsay im Sommer kann man in der Hoffnung anreisen, dort wieder die Lebensgeister erweckt zu bekommen. Oder ist sie etwa aus Pflichtgefühl dahingefahren? So wie viele DDR-Bürger jedes Jahr am Balaton zelteten, haben die Windsors ihren Sommerurlaub in Balmoral verbracht. Vielleicht ist es gar nicht so langweilig, immer an den gleichen Ort zu fahren. Es wäre auch nicht verwunderlich, wenn sie aus Pflichtgefühl bis zur Klärung der Frage, wer Boris nachfolgt, durchgehalten hat. Sicherlich würden alle das tun, selbst wenn sie Putin zum Regierungschef ernennen müssten. So einsam wie sie gestorben ist, so pompös wird die Trauerfeier, für die sie nicht verantwortlich ist, ausfallen. Prinz Charles hat als König Charles III. gestern versprochen, es seiner Mutter gleich zu tun. Das wird schwer, denn anders als früher, als sich die Windsors in schöner Regelmäßigkeit selbst ein Bein stellten, könnte die Politik dafür sorgen, dass das Volk ihn ihm einen Operettenkönig sieht. Alles halb so schlimm, wenn da nicht die Sex Pistols wären.
Bluff oder Fauxpas – so richtig sicher ist sich der Blog da nicht. Keine Reserven, die sofort einsatzbereit sind, bereitgehalten, weil sich mit einer Front, die sich bewegt, bessere Geländegewinne erzielen lassen, auch wenn man sich erst einmal zurückziehen muss? Der Kreml und dessen Militär tun alles daran, die Welt im Unklaren zu lassen. Oder hat man gedacht, 4000 tote Ukraine in Cherson würden Kiew davon abhalten, die Offensive bei Charkow abzublasen? Das kann man nun vergessen. Zum Propagandakrieg gehört es wohl, dass man nur die Opferzahlen des Gegners bekanntgibt.

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Hat Truss ihr Pulver schon verschossen?

Wo bekommen die britischen Premierministerinnen nur die netten Männer her? Bei Liz Truss hat der Blog bis zum zdfheute gar nicht daran gedacht, dass sie verheiratet sein könnte. Umso überraschter war er, jemanden an ihrer Seite sitzen zu sehen, der das genauer Gegenteil von ihr zu sein scheint. Wenn er nicht nachgeschlagen hätte, würde er glauben, er müsse Pfarrer der Gemeinde, in der Barnaby die Morde aufklärt, sein (die englische Ausgabe Wikis führt in als Buchhalter). In einer Zeitung stand jüngst eine witzige Beschreibung über sie, die der Blog nur unzureichend wiedergeben kann – wenn Truss zur Tür hineinkomme, würde man unwillkürlich glauben, eine 7-jährige, die nur Schaden anrichte, vor sich zu haben. Diesen Eindruck kann der Blog nicht bestätigen – sie mag zwar ungelenk wirken, jedoch hat sie mir mit ihrer Ankündigung, die Energiepreise deckeln zu wollen, der Wirtschaft schon an ihrem 1. Tag im Amt einen Schub beschert. Die Aktien von Unternehmen, die vom Konsum der Bürger leben, zogen in der Annahme an, wegen des Deckels könnten die Menschen gewillt sein, weiterhin in den Pub zu gehen und sich doch das eine oder andere Kleidungsstück, das gestern noch unbezahlbar erschien, zu gönnen. Bis zu 90 Mrd. Pfund kann das den Staat kosten (dagegen sind die Einnahmen, die man sich vom Besteuern des Windfallgewinne erhofft, Peanuts). Immerhin geben die Briten mehr als Lindner aus, dessen 65 Mrd. Euro Paket recht bescheiden erscheint. Während die Deutschen ihre Feuerkraft fächern, richten die Briten alles, was sie haben, auf ein Ziel. Apropos Feuer – natürlich hat Truss zwischen dem Ernennen neuer Minister noch Zeit gefunden, mit Zelenskyj, dem ersten ausländischen Regierungschef überhaupt, zu telefonieren. In dem Gespräch wird er sich sicherlich nicht darüber beschwert haben, von den Briten bzw. dem Westen falsch beraten worden zu sein. Das glauben nämlich die Russen, die sich fragen, wie man auf die Idee kommen kann, zig Soldaten in einen Brückenkopf, der unter Dauerbeschuss steht, zu schieben (das ist jener vom Freitag). Während Stalin, Mao, Il-sung und den Vietnamesen vorgeworfen wird, ihre Leute ohne Rücksicht auf Verluste verheizt zu haben, hält man sich bedeckt, wenn ein Verbündeter, wenn auch zum ersten Mal, ähnlich rücksichtslos vorgeht. Es war schon ein Fehler, den Rat der Amerikaner, sich in Mariupol einschließen zu lassen, weil dies die Russen entscheidend schwächen würde, zu befolgen. Und Truss hat auch schon eine Fehlentscheidung gemacht – sie belässt den Verteidigungsminister, der stolz verkündete, die Ukrainer hätten beträchtliche Landgewinne gemacht, ohne jedoch auf die Verluste zu verweisen, auf seinen Posten.

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Bei einem Kriegswinter bleibt es nicht

Mal wieder Krieg gegen die Russen, und während ein Landser, der vor 81 Jahren vor Smolensk stand, damit beschäftigt war, einen Panzerangriff der Roten Armee abzuwehren, im Glauben kämpfte, Weihnachten wieder bei seiner Familie zu sein, weil angesichts des schnellen Vormarschs die Bolschewiken dann geschlagen sein werden, war der Blog sich wegen des Satzes unseres Kanzlers, Putin dürfe den Krieg nicht gewinnen, sicher, dass der kommende Winter nicht der letzte Kriegswinter sein wird. Und da es nichts Schöneres gibt, als ihn seiner Meinung bestätigt zu werden, erlaubt sich der Blog, an dieser Stelle den scheidenden Boss Shells zu zitieren, der meint, Europa werde noch jahrelang unter Gasmangel leiden. Damit genug des Eigenlobes. Für einen weiteren Kriegswinter spricht, dass die Hilfe, die der Spiegel jetzt fordert, um Putin in Cherson zu schlagen, zu spät kommt – selbst Amazon würde es nicht schaffen, Selenskyjs Truppen das Material, das man braucht, um die Russen zu schlagen, zu liefern. Es sieht so aus, als würde die Offensive im Desaster enden – vorgestern ist der Versuch, dass Kernkraftwerk in Saporischschja zu nehmen, gescheitert. Ein totaler Reinfall (dagegen war die Landungsoperation der Alliierten in Dieppe ein voller Erfolg). Nun soll man es wieder versuchen. Wollen die Ukrainer das Kraftwerk, um von dort unbehelligt in den Süden schießen zu können. Oder braucht Selenskyj wieder einen spektakulären Erfolg, so wie bei der Schlangeninsel? Genau weiß das wohl niemand. Egal, die Russen werden sich darüber freuen, dass sie mit relativ geringen Aufwand Elitesoldaten außer Gefecht setzen konnten. Nördlich davon stecken viele Soldaten der AFU in einem Schlauch fest – es ist fast unmöglich, da wieder hinauszukommen. Hilfe soll unterwegs. Angesichts fehlender Erfolgsmeldungen von der Front braucht sich niemand zu wundern, dass die G7-Staaten planen, den Russen einen Ölpreisdeckel überzustülpen – vermutlich mit Erfolg, denn jede Firma, die zulässt, dass die Russen ihr Öl zu höheren Preise verkaufen, soll bestraft werden. Der Blog könnte sich vorstellen, dass sich ab Dezember kein Versicherer mehr finden wird, der Tanker, die russischen Öl geladen haben, absichert. Nur Länder wie China wären in der Lage, das Risiko einzugehen. Da der Blog eines Siegeswillen um jeden Preis ausgemacht hat, fällt es ihm nicht schwer, wenn ein Politiker oder Regierungsvertreter auf die Idee kommen würde, einem Versicherer, der das Kartell unterläuft, zu schaden, indem man es bspw. havarieren lässt.

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