Apple bietet jetzt auch Fernsehen an

Wenn Apple ankündigt, ab dem 1. November Fernsehen machen zu wollen, dann stellt sich angesichts der Summen, die der Konzern bereit ist, in neue Projekte zu investieren, sofort die Frage, ob der Bond-Film, der im Augenblick gedreht wird, der letzte ist, den die Fans der Serie im Kino erleben dürfen. 3 Milliarden Dollar soll der neue futuristisch-extravagante Firmensitz gekostet haben. Fürs eigene Fernsehen hat Apple nun noch einmal 3 Milliarden Dollar draufgelegt. Und da die Cook lange nicht alles, was in der Portokasse liegt, ausgegeben haben dürften, hat der Blog die dunkle Ahnung, dass es nicht darum geht, wie viele Bond Filme die Kalifornier finanzieren könnten, sondern nur noch darum, wann sie es tun, was für eingefleischte Kinogänger der absolute Supergau wäre. Am Ende dieser Entwicklung kauft keiner mehr ein iphone wegen dessen technischer Überlegenheit und einfacheren Handhabbarkeit. Einzig und allein die Dienste, die das Handy bietet (für eine bestimmte Zeit auch kostenlos), lassen die Kunden dann noch vor den Stores Schlange stehen. Apple wird dann dafür sorgen, dass das iphone alle relevanten Daten spätestens dann, wenn man seine Wohnung betreten hat, lädt (Verbindung zum Kühlschrank, zur Gesundheitskamera im Bad, dem Regler für die Temperatur etc.). Fürs Erste muss sich der Käufer eines Apple Produkts damit begnügen, nach dem Auspacken sich erst einmal nur Filme anschauen zu können. (Leser eines Apple Gerätes mögen mir meine völlige Unkenntnis über die Apps, die vorinstalliert sind, verzeihen.) Lt. Werbung soll es nur Eigenproduktionen geben (sie nennen das Originals), die nur auf dem Apple Fernseher laufen. Ausschließlichkeit bedeutet zwar nicht gleich Topqualität. Um auf Dauer jedoch attraktiv zu sein, muss Apple eben solche Filme anbieten. („Hala“ bekommt 86% bei Rotten Tomatoes.) Liegt es da nicht auf der Hand, sich die Rechte für Blockbusters zu sichern? Wie es aussieht, produziert Apple keine Movies selbst, sondern erwirbt die Rechte an jenen, von denen es glaubt, sie könnten ins Sendeschema passen. Die Firma war schon immer cleverer als die anderen – während diese die Neuheiten entwickelt haben, hat Apple sie dann eingesetzt, wenn sie ausgereift waren. Mit den Filmen scheint es ähnlich zu laufen – dessen Finanzierung überlässt sie anderen (aber ohne dem „stupid German money“). Das heißt, dass mit dem neuen Kanal nicht gleich mehr Filme produziert werden, so dass Hollywood weiterhin ein Paradies für einige wenige bleiben wird. Der Kinobesucher wird auf einige Filme verzichten müssen. Und wer Apple kennt, der weiß, dass sie sich nur mit dem Besten zufrieden geben.

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Trump, der ewige Ruhm und Drewermann

Armer Trump, denn wenn er schon einmal im Amt ist, dann will er nicht nur als Präsident, der sich von seinen Vorgängern kaum abhebt, in die Geschichte eingehen, sonders als einer, der sich mit den großen Führern seinen Landes messen kann. An Lincoln möchte er schon herankommen. Besser noch, in einem Atemzug mit Roosevelt genannt zu werden, was natürlich ungeheuer schwer, auch weil nach der Vielzahl der Kriege, die dessen Vorgänger mit mäßigen Erfolg führten, die Schlacht als Mittel für ein Rendezvous mit dem Ruhm kaum mehr taugt. Das war unter Friedrich noch ganz anders. Der hatte das Glück, einen Vater zu haben, der zwar als „Soldatenkönig“ in die Geschichte einging, es jedoch tunlichst unterließ, seine langen Kerls in einen Krieg zu schicken. Wäre er seinem Vater gefolgt, hätte ihn die Welt schon längst vergessen. Das konnte Trump, als er Bolton, den Mann mit den Krallen unter dem Bart, vor anderthalb Jahren anheuerte, nicht wissen. Oder er wollte es nicht. Gut möglich, dass Trump damals am Ruhm noch nicht so sehr interessiert war. Das muss sich geändert haben, denn im Laufe der 15 Monate hat sich Bolton immer mehr als „Ruhm-Verhinderer“ entpuppt – alle Auseinandersetzungen, die Trump auf dessen Geheiß angefangen hat, haben seinem Image schwer geschadet. Als nun noch die Verhandlungen mit den Taliban scheiterten, muss es Donald gereicht haben – Bolton musste weg. Und da Netanjahu im Glauben, Wähler gewinnen zu können, heute verkündet hat, weite Teil des Jordantals zu annektieren, sind Trumps Chancen, als Präsident, der der Welt den Frieden gebracht hat, in die Geschichte einzugehen, gegen Null gesunken. Noch ist es nicht zu spät, zu versuchen, als Friedenspräsident im Gedächtnis der Menschen zu bleiben. Er muss sich nur für den richtigen Mann entscheiden, was angesichts der vielen Berater, die ihm unaufhörlich einreden, die bisherige Politik fortzuführen, leichter gesagt als getan ist. Ich kenne nur einen, der Trump helfen kann, und das ist Drewermann. Ob Nichtangriffspakt mit Kim, Friedensvertrag mit dem Iran, der Versöhnung mit Putins Russland oder der Anerkennung Kubas – der Mann aus Paderborn würde es hinbekommen. Will Trump wirklich Geschichte schreiben, muss er einen wie Drewermann holen. Aber selbst wenn es, was ich arg bezweifle, Leute wie ihn in den Staaten geben sollte, hätte er keine Chance, zu ihm vorzudringen.

PS: Ich muss mein Urteil über Die Linken ein wenig revidieren – heute hat deren Oberbürgermeisterkandidat kurz nach 6:00 Uhr kleine Esspakete am Bahnhof verteilt. Volksnaher geht es nun wirklich nicht. Als Eigenversorger habe ich natürlich keines annehmen können.

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Ein Zombie regiert das Vereinigte Königreich

Wenn es für Hollywood nicht zum Zombie reicht – Boris ist bspw. zu dick und zu stämmig, um nur eine Sekunde auf der Leinwand einen verkörpern zu können –, dann besteht, wie wir seit dieser Woche wissen, für jemanden, der unbedingt einer sein möchte, die Chance, das in der Politik zu tun, vorausgesetzt, er findet etwas, das ihn zum Zombie macht. Das ist aber nicht so einfach, wie man glaubt, denn es bedarf schon eines Ereignisses von der Kraft eines Schwarzen Lochs, um jemanden in einen Status zu versetzen, der ihn für eine gewisse Zeit unangreifbar macht. Ein richtig guter Zombie hat ja das ewige Leben, auch wenn er, wie wir aus Filmen wissen, meistens den Eindruck vermittelt, er könnte jede Sekunde für immer tot umfallen. So wie eben Boris, der in normalen Zeiten nach mehreren Niederlagen am Stück, ich glaube, es waren vier, eigentlich am Freitag hätte zurücktreten müssen, das jedoch wegen des Brexits nicht zu tun brauchte, denn dank diesem darf er einen Zombie-Status, den er sich klammheimlich ganz wider seine Natur erschlichen hat, genießen. Nun ist er lahmer als eine „lame duck“, was aber nicht weiter schlimm für ihn ist, da Zombies es egal sein kann, was um ihnen herum passiert. Boris bleibt praktisch immer im Rennen, egal, wie sich die Dinge entwickeln. Nichts kann ihn aus der Bahn werfen. Während man sich Frankenstein noch mit einer Knoblauchkette und/oder einem kleinen Kruzifix vom Halse halten kann, ist man gegen Boris nahezu chancenlos. (Sage noch einer was gegen Söder und seine Kreuze in Schulen und Ämtern). Ein so ausgekochter Zombie wie er ist nur mit subtilen Mitteln zu bezwingen. Da ist Kreativität gefragt. Die hat die Opposition zweifellos. Die Frage ist nur, ob sie den Willen hat, sich von dieser leiten zu lassen. Boris wäre kein Zombie geworden, hätte das Parlament Mays Abkommen mit der EU unter der Bedingung angenommen, das Volk in einem Referendum darüber abstimmen zu lassen. Corbyn und Labour hatten dafür zu spät geworben bzw. sich nur widerwillig dafür eingesetzt. Ein schwerer Fehler, von dem nur einer profitierte, nämlich Boris. Nun ist es viel schwieriger, den Brexit zu verhindern bzw. die Diskussion um ihn endgültig zu beenden. Aber vielleicht hilft Boris weiter – sollte er Corbyn aus taktischen Gründen erlauben, eine Regierung zu bilden (um als lupenreiner Brexiteer dazustehen, der als Premier abtritt und so es Corbyn überlässt, die EU um eine Verlängerung der Mitgliedschaft zu bitten), könnte dieser Mays Abkommen im Parlament durchwinken und das Volk darüber abstimmen lassen. Danach sieht es aber nicht aus. Boris darf seine Zombie-Rolle weiter genießen. Wenn sie nicht gestorben sind, dann diskutieren sie über den Brexit immer noch. Und ein Zombie stirbt nie.

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Die Linke – dank Ramelow heißt es

für Die Linke zwar nicht gleich, nach dem Desaster ist vor dem Desaster, jedoch ist davon auszugehen, dass nach der Wahl in Thüringen, wo Bodo im Oktober gute Chancen hat, seinen Posten als Ministerpräsident zu behalten, die Partei wieder arg ins Schlingern kommt, was darauf schließen lässt, dass das größte Problem der Die Linke ihr Personal ist. Ramelow ist wohl nach dem Abgang von Gysi und der Ausbootung Wagenknechts neben Bartsch der letzte Allrounder unter den Linken, sprich die beiden schaffen es noch, Leute aus Milieus, die vor nicht allzu langer Zeit noch der Partei wohlgesonnen waren, anzusprechen. Merkels Flüchtlingspolitik ist demnach nicht schuld an der Talfahrt der ehemaligen PDSler. Es fehlt ihr einfach an volkstümlichen Personal, also an Leuten, die auch auf dem Land und in ärmeren Wohngebieten bestehen können. Sollte Die Linke sich entschließen, es der SPD gleichzutun, dann bitte nicht so, wie es die alte Tante zu tun gedenkt – auf Parteiveranstaltungen werben die Kandidaten um die Gunst der Mitglieder. Auf einem Parteitag wird dann die Doppelspitze gewählt. Mein Vorschlag für Die Linke wäre, die Kandidaten für den Vorsitz dabei zu filmen, wie sie bei Auftritten in den Problemgebieten zurechtkommen. Wie geben geben sie sich auf dem Lande? Kommen sie mit den Leuten ins Gespräch? Da sind Fragen wie, ob man noch Schweine hält, angesagt. Oder was der Garten macht. Was angebaut wird (Kartoffeln, Tomaten usw.) Tipps zum Anbau machen sich auch sehr gut. Fragen nach der Versorgung kommen auch gut an. Oder nach der Busverbindung. Wie es mit den Ärzten aussieht. (Als Experte in Sachen Landbevölkerung bin ich gern bereit, Kandidaten zu coachen. Nach meiner Beratung ist jeder Genosse jeder Situation gewachsen.) Selbst die beste Politik hilft nicht, wenn man nicht in der Lage ist, mit Menschen, die völlig anderer Ansicht sind, umzugehen. Gordon Browns Fauxpas nach seiner Unterhaltung mit Gillian Duffy sei in Erinnerung gerufen. Er hat alles richtig gemacht, leider aber danach vergessen, sein Mikrofan abzuschalten. Künstlerpech. Gordon war gut, auch wenn er
ein anderes Gefühl hatte. Ob die Nachwuchslinken eine ähnlich gute Figur abgeben würden, wage ich zu bezweifeln. Der ländliche Raum ist ihnen völlig fremd. Zusätzlich hat Die Linke es auch noch geschafft, die Menschen kurz vor der Wahl mit ihrer Forderung, vor dem Europäischen Gericht klären zu lassen, ob Polens Entschädigungsforderungen für dessen Verluste im 2. Weltkrieg gerechtfertigt sind, gegen sich aufzubringen. Kein Wunder, dass die AfD in den Grenzgebieten zu Polen besonders gut abgeschnitten hat.

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Putin als Vertreter der Sieger unerwünschter denn je,

wofür es für mich nur eine Erklärung gibt – die russophoben Polen boykottieren Putin, weil nach der Annexion der Krim sich nicht die unzähligen Wahrsagungen, die besagen, der Kreml würde nun die halbe Ukraine und das gesamte Baltikum nach Russland zurückholen, erfüllt haben. Statt der erwarteten Einverleibung hat Putin den „Adolf Hitler“ getanzt, wenn auch nicht so frei und ungehemmt wie Protagonisten des DAF Videos es tun. Wer weiß, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn sich die Nazis weiterhin mit kleinen Happen begnügt hätten. Diese Strategie hat ihnen beträchtliche Landgewinne verschafft – erst legal die Sudetengebiete der Tschechoslowakei, dann illegal Tschechin sowie später formal legal das Memelgebiet. Danzig hätte, von der Westerplatte, die die Polen entgegen den Anordnungen des Völkerbundes zu einer halben Festung ausbauten, mal abgesehen, ohne Schwierigkeiten ins Reich geholt werden können. Vielleicht wäre auch die Annexion der polnischen Korridors ohne großes Blutvergießen verlaufen (jedenfalls im Vergleich zu dem, was kommen sollte). Der Führer wollte jedoch nicht nur die aufgrund des Versaillers Vertrags abgetreten Gebiete zurückhaben, sondern ganz Polen erobern. Außer natürlich den Teil, den er Stalin überlassen hat. Der Nichtangriffspakt sowie die Krim müssen dafür herhalten, dass Putin regelmäßig von den Feiern, die aufgrund runder Jahrestage wichtiger Ereignisse des Krieges begangen werden, ausgeschlossen wird. So auch morgen in Warschau. Trifft der Ausschluss das „Regime“ oder erweckt er bei den Russen den Eindruck, der Westen sei russophob? Ich tippe auf Letzteres. Die Russen stört es wenig, dass die Krim wieder ihnen gehört. Daher macht es keinen Sinn, Putin dafür zu bestrafen. Und im Gegensatz zu den deutschen Minderheiten, von denen die meisten in den Regionen, wo sie vor mehr als 80 Jahren in der Mehrheit waren, die Propaganda der Nazis guthießen und aktiv am „Anschluss“ mitwirkten, zeigen die russischen Minderheiten in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion kein Bedürfnis, wieder zu Russland zu gehören, was darauf schließen lässt, dass der Kreml, anders als Hitler es tat, die Landsleute nicht für nationalistische Zwecke missbraucht. Eine Bundeskanzlerin, die weiß, weshalb sie morgen in Warschau ist, hätte die Regierung Polens gebeten, Putin einzuladen.

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„Alternativ“ – nichts ist mehr, wie es mal war

Oder hätten Sie gedacht, dass „alternativ“ vor einem Substantiv nicht unbedingt heißen muss, etwas völlig Neues vor sich zu haben, etwas, das sich vom Original meilenweit unterscheidet. In der Politik steht „alternativ“ für völlig gegensätzliche Weltbilder – so gibt es den Weltwirtschaftsgipfel und den Alternativgipfel. Auf ersterem verbringen unsere Politiker einmal im Jahr ein schönes Wochenende in einem der besten Hotels der Welt, während die Teilnehmer des anderen Treffens mit Zelten vorlieb nehmen müssen. Krasser können die Gegensätze kaum sein, was man über das Parlament, das sich bilden soll, wenn Boris es für einen Monat schließt, nicht sagen kann – alternativ mit den gleichen Leuten bzw. jenen, die verhindern wollen, dass das Königreich die EU ohne Abkommen verlässt. Nach einer Räterepublik, die einzige Form des Regierens, die das Land vor dem Untergang retten kann, hört sich das nicht an. (Die britische Variante wäre wohl eine mit Farage an der Spitze.) Ob Mister „Oorder“ dabei ist, weiß im Moment so recht niemand, ja es ist unklar, ob die Politiker überhaupt Sitzungen abhalten werden. Alternativ bedeutet wohl nicht, dass man getrennt von jenen, die bereit sind, sich Johnson zu beugen, tagen wird. Vielmehr soll das als Symbol verstanden werden, dass sich die Parlamentarier nicht damit zufrieden geben, als Stimmvieh missbraucht zu werden. Da man sich nicht auf Corbyn als Übergangspremier einigen konnte, führt man jetzt eine Art Partisanenkrieg gegen Boris – mit möglichst vielen Initiativen soll sein Plan, unter allen Umständen am 01.11. draußen zu sein, torpediert werden. Bspw. könnte auch er aufgefordert werden, Artikel 50 zu ziehen. Aber gewinnen Partisanen einen Krieg? Höchst selten kommt das vor. Selbst Tito hat die Rote Armee gebraucht, um an die Macht zu gelangen. Und dann ist die große Frage, ob die Bevölkerung nicht der ganzen Sache überdrüssig wird, schließlich repräsentiert Boris keine fremde Macht (noch muss man sagen, denn das könnte nach der Unterzeichnung eines Handelsabkommens mit Trump ganz anders aussehen). Er steht für Klarheit und ein Ziel, nach dessen Erreichen alles nur noch schlechter wird. Aber das ist für viele attraktiver als die Blockadehaltung der Opposition, die einfach nicht in der Lage ist, den Menschen eine Alternative aufzuzeigen. Remain muss sich für einen Gegenkandidaten, der Boris aus dem Amt drängt, entscheiden. Die Zeit spielt für Boris.

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Retten Sanktionen den Amazonas?

Wenn der Amazon brennt und Greta erst jenen Teil des Atlantiks erreicht hat, wo man nicht mehr Angst zu haben braucht, ihr schneller Katamaran könnte mit einem Eisberg zusammenstoßen, was viele veranlassen würde, zu denken, seit dem Untergang der Titanic kann es wirklich nicht wärmer geworden sein, müssen unsere Politiker an die Wasserkanonen, deren Bedienung sie so schnell wie möglich lernen sollten, um überhaupt noch eine Chance zu haben, den kostbaren Regenwald zu retten. Es bedarf eine großen Portion Optimismus, sich vorzustellen, dass unsere gewählten Kanoniere an den Spritzen eine gute Figur abgeben könnten – da sie bei der Brandbekämpfung ausnahmslos immer auf ein Mittel, das bisher nicht funktioniert hat, zurückgegriffen haben, ist zu vermuten, dass ihre Wasserfontänen alles möglich treffen, nur eben die Brandherde nicht. Es geht um das Allheilmittel Sanktion, das Bolsonaro bewegen soll, etwas gegen die Feuer im Amazonas zu unternehmen. Geld für den Regenwald fließt schon seit einiger Zeit nicht mehr. Deutschland und Norwegen haben ihre Zuwendungen für den Schutz des Gebiets gestoppt. Weil Macron das Handelsabkommen der EU mit Südamerika auszusetzen gedenkt, muss Brasilien nun fürchten, die Produkte, die es auf den abgeholzten Gebieten produziert hat, nicht mehr in Europa in der vereinbarten Menge verkaufen zu dürfen, was einer Sanktion gleichkommt. Aber werden die Maßnahmen Bolsonaro, dessen Äußerungen und Rechtfertigungen bar jeder Logik den Eindruck vermitteln, er müsse sich einer Gehirnwäsche unterzogen haben, zum Einlenken zwingen? Wohl eher nicht. Sanktionen haben noch nie etwas erreicht. Kuba ist das beste Beispiel für diese These. Den G6-Staaten muss etwas anderes einfallen, den Mann, der bezüglich der Vernichtung des Amazonas nun die Kolonialkarte spielt (Anmaßung und Einmischung der ehemaligen Kolonialherren), in die Knie zu zwingen. Statt Brasilien zu bestrafen sollten sich die Politiker in Biarritz beim Weltwirtschaftsgipfel darauf einigen, Länder, die ihren Wald schützen, zu belohnen. So könnte ein Quadratkilometer unberührten Regenwalds der Welt bspw. 1000,00 € pro Jahr kosten. Da aufgrund der Einnahmen die Länder Investitionen voranbringen können, die dazu führen, dass die Versuchung, den Wald kommerziell zu nutzen, immer geringer wird, sollte Betrag von Jahr zur Jahr weniger werden. Berücksichtigt man die Bevölkerungsdichte und andere Faktoren, würde der Preis von Land zu Land sicherlich unterschiedlich ausfallen. Ganz einfach wäre es, wenn ein Volkswirt die Kosten, die entstehen, wenn ein Quadratkilometer verschwände, schon ausgerechnet hätte. Dass die Führer der größten Wirtschaften der Welt in Biarritz sich darauf einigen, Geld für den Amazonas locker zu machen, ist so gut wie ausgeschlossen. Vermutlich wird gar keiner auf den Gedanken kommen, sich an der Rettung der Wälder zu beteiligen. Wenn Trump ein Ökofreak wäre, hätte er den Regenwald schon längst aufgekauft und diesen als neuen Bundesstaat seines Landes unter Naturschutz gestellt. Leider bevorzugt der schönste Mann, der je im Weißen Haus gesessen hat, Grönland. Und dort will er auch nichts erhalten. Er hofft auf ein schnelles Ende der teilweise kilometerdicken Eisschicht über er Insel. Taut die ab, kommt man an die Rohstoffe ran. Und sollte die Erde wirklich unbewohnbar werden, bliebe seinen Landsleuten im Westen immer noch, ihre Heimat richtig Norden zu verlassen, so dass man mit Atomraketen den Yellowstone-Park, unter dem so viel Magma steckt, dass deren Explosion die Temperatur gleich um mehrere Grad sinken lassen würde.

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Machiavelli wäre stolz auf heutige Politiker,

aber auf wen wäre Machiavelli am stolzesten? Angesichts vieler Kandidaten, die sich nur um Nuancen bei wichtigen Merkmalen, die einen Machiavelli ausmachen, unterscheiden (wie bspw. Machtbewusstsein oder die Wahl der Mittel), kann man bei der Wahl nicht viel falsch machen, vorausgesetzt man weiß, in welchem Kreis sie zu suchen sind. Natürlich fällt nicht Merkel darunter. May sicherlich schon eher. Dafür bestehen bei Boris nun gar keine Zweifel, ja er hat sogar beste Chancen hat, den Meister der Macht zu überbieten. Er muss nur den Brexit liefern, wobei ich ihm durchaus zutraue, selbst bei einer Volksabstimmung, die mit „Remain“ ausgeht, sich noch im Amt halten zu können. Der Mann ist eben flexibel. Das zeichnet einen guten Machiavelli aus. Am Ende wird er einen Vertrag, der sich nicht wesentlich von dem Mays unterscheidet, vorlegen. Und viele werden diesen aus Furcht, nicht am Chaos und der Not schuld zu sein, die ein Austritt ohne Vertrag zur Folge hätte, zustimmen. Ich glaube nicht, dass Boris als moderner Don Quichotte, der wild gegen die EU-Mühlen in Brüssel anrennt, in die Geschichte eingehen will. Je schlimmer und verheerender die Prognosen über einen ungeordneten Austritt, desto größer sind die Chancen, dass das Parlament seinen Vertrag durchwinkt. Einem echten Machiavelli wie ihm ist es egal, wer dafür stimmt. Für ihn ist nur wichtig, an der Macht zu bleiben. Eine machiavellische Leistung anderer Art vollbringen Putin und Erdogan zur Zeit in Syrien – so recht kann im Augenblick niemand sagen, ob sie noch Freunde oder schon Feinde sind. Vor einem Monat, als die Russen ihren ersten S-400 an die Türkei lieferten, wähnten die hiesigen Medien Erdogan schon in Putins neuem Warschauer Pakt. Nun drängen russische Jets türkische, die die eigene Verbände sowie Dschihadisten schützen wollten, aus den umkämpften Gebieten ab. Alles nur Show, den lt. Colonel Cassad sollen beide einen Vertrag, der dem Hitler-Stalin-Pakt, was die Aufteilung eines Territoriums betrifft (Polen), recht nahe kommt, unterzeichnet haben. Assad bekommt Idlib zurück. Dafür dürfen die Assad-Gegner die Gebiete der Kurden erobern, was die Ausrufung eines eigenen Staates noch unwahrscheinlicher macht. Ungewöhnlich ist auch, dass die Russen diesmal auch am Boden stark vertreten sind. Ohne deren Einsatz wäre der Angriff angeblich gar nicht erst zustande gekommen. Vielleicht ist die Zahl der militanter Dschihadisten zu hoch, um sie unbehelligt in Norden Syriens wursteln zu lassen. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sich der Westen über Putins verstärktes Engagement empören wird (schon aus Angst, die Offensive könnte eine neue Flüchtlingswelle auslösen). Noch würde Trump, auch ein Machiavelli, die Russen gerne wieder unter den G7 sehen. Wie lange noch?

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Outing: Tarantino ist ein Märchenerzähler

Seit Dienstag weiß ich, was ich hätte eigentlich schon immer wissen müssen, nämlich dass Tarantino ein Märchenerzähler ist. Bisher hat er mir das nicht verraten. Und ehrlich gesagt wäre ich auch nie darauf gekommen, hätte er seinen neuesten Film nicht „Once upon a time in Hollywood“ genannt. Wenn jemand, der sich bis jetzt nicht geoutet hat, nun mit einem neuen Film zu verstehen gibt, in welchem Metier er zu Hause ist, muss dieser etwas ganz Besonderes sein, was natürlich die Befürchtung aufkommen lässt, dass sich dieses Werk von seinen bisherigen wesentlich unterscheiden könnte. Und in der Tat, Tarantino erzählt eine recht sanfte Geschichte. (Um im Genre zu bleiben – bevor der Wolf Rotkäppchen gefressen hat, verbrachter er als Großmutter verkleidet mehrere Stunden mit ihr, was dafür spricht, dass sich Tarantino auf wundersame Weise in einen Hitchcock verwandelt hat. Ich kann die Fans aber beruhigen. Niemand wird wachgeküsst. Das ist für dessen Fangemeinde wohl die wichtigste Botschaft). Und schrecklich real ist alles, was eigentlich nicht stimmt, denn Ende der 60er konnte man derart über die Stränge schlagen, dass das Leben, das Brad und Leonardo führen, mir beinahe wie ein Märchen vorkommt. Beide fühlen sich sichtlich wohl in dieser Welt, was ich sehr gut verstehen kann – la dolce vita, für beide in erster Linie Alkohol und Zigaretten, beschränkte sich nicht nur auf Italien, sondern es wurde auch in Hollywood praktiziert. Wie toll muss das Gefühl für Leonardo gewesen sein, zu erfahren, dass man sich damals nicht um die Umwelt zu kümmern brauchte. Jeder flog mit der Pan Am. Heute muss man ein Privatjet haben, um bei einer Veranstaltung, in der es um die Rettung der Welt geht, teilnehmen zu können. Als Zuschauer fand ich es schön, zu erleben, dass es eine Zeit gab, in der alles viel einfacher und unkomplizierter war. Das Leben ist so schön, dass ich Tarantinos Gewaltexzesse überhaupt nicht vermisst haben (ab und an schimmert etwas von dessen Leidenschaft aber doch durch). Nur der Humor kommt zu kurz, was jammerschade ist, sind beide doch zur Hochform aufgelaufen. Sonderbarerweise hat Tarantino aber beschlossen, beide quasi zu humorfreien Personen zu erklären. Den überlässt er anderen – ein Regisseur und ein Mädchen, die mit Leonardo in einem Western mitspielt, sorgen für die Lacher. Subversives und politisch Inkorrektes wie vor einem Kung Fu Fight (ich denke mal, dass es einer sein sollte) mit der Bemerkung, Brad habe seine Frau umgebracht, Bewunderung bei seinem Gegner sowie den Anwesenden auszulösen, sind ebenfalls höchst selten anzutreffen. Schade eigentlich. Hat Tarantino die 60er etwas doch ein wenig zu ernst genommen?

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Die Bayern – wenn Geld keine Tore mehr schießt,

wie eben bei den Bayern, die so viel Heu haben, dass sich deren berühmtes Festgeldkonto, von dem weite Teile der Bevölkerung erst von Hoeneß erfahren haben, dass es so etwas überhaupt gibt, auf wundersame Weise vervielfacht hat. Aber was nutzt das viele Geld auf den vielen Konten, wenn man es nicht ausgeben kann. Denn das Modell Bayern funktioniert nicht mehr, jedenfalls nicht in diesem Jahr. Dabei standen, glaubt man den Medien, die Münchener vor dem teuersten Transfers dieses Sommer. Mit der Verletzung Sanés hat sich dieser aber zerschlagen. Die Summe wäre für Münchner Verhältnisse zwar exorbitant hoch gewesen, deren Beuteschema jedoch hätte sich nicht geändert – die Bayern bevorzugen hiesige Stars. Ob Deutscher oder Ausländer spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass sie die Verhältnisse hier kennen (und natürlich gut Fußball spielen). Seit Jahren folgen sie dem Muster, ihren Ligakonkurrenten Talente oder Stars abspenstig zu machen. Und das recht preisgünstig. Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte hätten einen Spieler mit einem hohen Aufschlag geholt, (was nicht für die Stärke der Liga spricht). Aus prinzipientreue? Oder mangelt es ihnen an Flexibilität? Es ist schon erstaunlich, dass Hoeneß und Co. bereit waren, ihre guten Vorsätze über den Haufen zu werfen, um Sané zu verpflichten. Vor einem Jahr noch wollten sie den Unsinn nicht mitmachen. Da aber die Quellen im eigenen Land zu versiegen scheinen, müssen sie nun wohl oder übel mitspielen. Aber es ist noch ein Unterschied, ob man mitmacht oder sich zum Krösus aufschwingt. Sanés Verpflichtung hätte sie zu Kings gemacht, jedenfalls für eine Saison. Schaffen sie es noch, Ersatz zu holen? Ich glaube nicht. Dafür ist der Bayern-Tross viel zu lange auf der deutschen Schiene unterwegs zu gewesen. Ein Gleiswechsel ist da völlig ausgeschlossen. Wen will man jetzt noch anbaggern? Die guten Leute sind eh in England (selbst Arsenal hat investiert). Und dann ist noch die Frage, ob noch jemand zu den Bayern will.

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