Lawrow – mit Zuvorkommenheit in Erinnerung bleiben

Endlich mal durch eine Tür gehen zu können, ohne vorher darum kämpfen zu müssen, wer als erster den Raum betritt – wer erwartet hatte, Baerbock und Lawrow würden, wie in jedem guten Western, ihr Treffen mit einem Duell, bei dem es um alles geht, abschließen, dürfte bitter enttäuscht worden sein. Ausgenommen zuvorkommend wurde die Deutsche stattdessen vom vom Russen behandelt, wohl auch, weil er weiß, dass es bei den Grünen unüblich ist, Frauen galant entgegenzutreten. Die Partei mag, wie wir alle wissen, es ja burschikos. Das Kalkül des Außenministeriums war wohl, die formvollendete Höflichkeit würde die Grüne als Zeichen sehen, dass man nicht daran interessiert sei, Tabula rasa in der Ukraine zu machen. Inhaltlich konnte und wollte Lawrow nicht von den Forderungen, die der Kreml jüngst gestellt hat, abrücken. So blieb, um sich Hoffnung machen zu können, einigermaßen angenehm in Erinnerung zu bleiben, nur, zuvorkommender als die Außenminister vor ihm zu sein. Das ist ihm geglückt. Trotz des mageren Ergebnisses des Treffens heute glaubt der Blog zu wissen, was der Kreml will – er hofft darauf, dass in Miami Panzer auffahren, wenn seine Landungsschiffe in Kuba Kriegsgerät entladen. Da die Generalprobe am letzten Wochenende in Visby auf Gotland bestens geklappt hat, sind Zweifel angebracht, ob die Amerikaner ihnen diesen Gefallen tun werden. Aus Furcht, die Boote, die in die Ostsee eingefahren sind, könnten auf der Insel landen, verlegten die Schweden Truppen dorthin. Ziel ist es wohl, für eine Kriegshysterie, die jener hier noch weit übertreffen soll, zu sorgen. Ganz ausgeschlossen ist das wegen der vielen Exilkubaner, die in Florida leben, nicht. Das große Glück des Kremls ist, dass im Herbst Wahlen in den USA anstehen. Russische Raketen auf Kuba wären für die Republikaner ein Geschenk des Himmel. Sie könnten dann Biden als Schwächling, der die Sicherheit des Landes gefährdet, verunglimpfen. Und bei einem Wahlsieg den Präsidenten auffordern, die Russen aus Kuba zu vertreiben, wenn es sein muss auch mit militärischen Mitteln. Lt. Marx wiederholt sich Geschichte, in diesem Fall aber nicht als Farce, sondern womöglich als Tragödie.

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Ein Tabu zu brechen ist oft nicht verkehrt

Während vor einem halben Jahr die Grünen als Umweltaktivisten galten, müssen sie nun, kaum dass sie an der Macht sind, fürchten, dass die Geschichte es nicht gut mit ihnen meinen könnte – sollten sie es nicht schaffen, dass eine oder Tabu zu brechen, laufen sie Gefahr, als ökologische Dogmatiker, die stur an ihren Prinzipien festhalten, entscheidend zur Klimaerwärmung beizutragen. Das ist leicht gesagt als getan, zumal wenn ein Tabu mehr als nur ein Verbot, das man, je nachdem, wie wichtig es einem ist, auch mal brechen kann (für den Blog ist es bspw. kein Tabu, bei Rot über die Straße zu gehen, was er mit dem Auto natürlich nicht machen würde), ist – ein Bruch käme für viele grüne Ultras dem Abriss ihres Hauptpfeilers, ohne den die Partei nie so erfolgreich geworden wäre, gleich. Aber auch die älteste Stütze muss mal saniert werden. (Ein Abstecher nach Venedig zeigt, wie genial unsere Vorfahren waren, denn entgehen der Annahme, die Häuser würden ausnahmslos nur auf Holzpfählen stehen, wird nur die den Kanälen zugewandte Seite von ihnen abgestützt. Für die Seiten, die nach hinten ragen, hat man die Mauern in den Sandboden gesetzt.) Lange Rede, kurzer Sinn – angesichts Rekordemissionen von CO2 sowie hohe Energiepreise, die lt. IAE in den nächsten 3 Jahren noch stärker steigen sollten, täten die Grünen gut daran, vorübergehend wieder die Kernenergie zu aktivieren. Man braucht nur mit der Maus über die wunderschöne Tabelle, die smard.de anbietet, zu fahren, um festzustellen, dass wir noch lange mit fossiler Energie leben müssen. Wegen der Abschaltung der noch produzierenden Kernkraftwerke am Ende des Jahres könnte deren Anteil ab 2023 sogar noch höher ausfallen. Es ist schon ein Unding, dass hierzulande Kraftwerke abgeschaltet werden, die störungsfrei funktionieren (anders als in Frankreich, wo sich die Probleme zu häufen scheinen). Dem Blog ist jedenfalls nicht bekannt, dass ein Kraftwerk Kummer bereitet hätte. Sollte die Ampel durchhalten, sähen sich die Grünen im Wahlkampf angesichts des Energiemixes sicherlich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass unter ihrer Amtszeit der Ausstoß an CO2 gestiegen sei. Da braucht es schon gute Argumente, diesen zu entkräften. Baerbock bietet sich kommende Woche die Chance, gegenzusteuern, und das sogar an einem Ort, der passender nicht sein könnte – in Moskau könnte sie während der Pressekonferenz mit Lawrov verkünden, dass sie sich dafür einsetzen werde, Nordstream 2 mittels einer vorläufigen Genehmigung in Betrieb gehen zu lassen. Da es immer heißt, die Russen könnten ohne Weiteres viel mehr liefern (was auch der Chef der IAE meint), wäre das cleverer Schachzug, festzustellen, ob den Gazprom wirklich an hohen Gaspreisen interessiert ist. Der Blog glaubt nicht. Die Russen wollen langfristige Verträge – je länger, desto besser.

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Was für ein Rennen kann Habeck gemeint haben?

„Wir starten nicht auf der Ziellinie, sondern mit einem gehörigen Rückstand“ – welchen Sport guckt Habeck denn? Doch nicht etwa die Formal 1? Und das als Grüner? Ein Leichtathletikfan, der bei den großen Ereignissen keine Entscheidung vor dem Fernseher verpasst, kann er nicht sein – die Athleten starten entweder ein Stück vor der Ziellinie oder gleich nach ihr (der Läufer auf der Innenbahn bei den 400 m ist dem Ziel am nächsten). Sogar der große Bolt musste vor dem Ziel starten. Exakt 100 Meter war er mit seinem Oberkörper vom Ziel entfernt. Da dass einzige Rennen, das zu Habecks Beschreibung passt, der Marathon ist, stellt sich die Frage, wie viele Kilometer hinzukommen. 42,195 km sind ja schon eine Tortur. Ein gut trainierte Läufer schafft vielleicht noch 10 mehr. Aber dann wäre selbst für ihn die Schmerzgrenze erreicht. Ein untrainierter Läufer wie der Blog müsste die Strecke mit dem Fahrrad zurücklegen. Wenigstens wäre er aber noch klimaneutral. Die meisten wären wohl gezwungen, das Auto zu nehmen, was nun ganz und gar nicht im Interesse der Grünen liegen kann. Unter diesen Umständen kann der Blog Habeck nur raten, die Strecke zu verkürzen. Oder es ganz mit dem Rennen zu lassen. Blieben alle da, wo sie sind, würde keine Energie verbraucht werden. Dann bräuchten auch keine neuen Autobahnen mehr gebaut zu werden. Für die knapp 13 km, die fehlen, um Halle mit einer Autobahn einzuzäunen, werden statt 350 Millionen € nun 443 Millionen veranschlagt. Dabei wird es nicht bleiben. Und da davon auszugehen ist, dass andere Autobahnprojekte sich ebenfalls verteuern, wäre es an der Zeit, darüber nachzudenken, ob man sie nicht einfach stoppt. Niemand weiß, ob in 20 Jahren, wenn alle mit E- und Wasserstoffautos unterwegs sein müssen, genauso viele Fahrzeuge wie heute vorhanden sein werden. Vermutlich wohl nicht. Heute macht der der Lückenschluss schon keinen Sinn macht. Völlig nutzlos könnte die Verbindung in 20 Jahren sein. Auf diese Weise könnte sich Habeck auf elegante Art diverser Preistreiber entledigen – jeder Kilometer Autobahn, der nicht gebaut wird, verringert die Kosten, die anfallen, um Haushalte und Unternehmen klimaneutral zu machen. Das ist praktisch aktive Inflationsbekämpfung, und das ohne an der Zinsschraube zu drehen.

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Ein Zuckerbrot können wir uns wohl abschminken

Hat wirklich ein Wähler daran geglaubt, Scholz würde versuchen, ihn mit einem Zuckerbrot zu ködern? Wenn ja muss er gestern bitter enttäuscht worden sein – statt eines Gutscheins über 10,00 €, den er, wenn er sich hat boostern lassen, in einem Restaurant einlösen kann, hat ihn die Regierung ab Mitte Januar mit dem Privileg bedacht, in einem Lokal essen zu dürfen, ohne sich vorher testen zu müssen. Noch lieber hätte der Blog es gesehen, wenn am Freitag der Beschluss gefasst worden wäre, dass Geboostete im Nahverkehr vorerst keine Fahrkarte mehr zu löhnen brauchen. Da aber nach 2 Jahren harter Entbehrungen das Anstehen vor dem Impfzentrum als Event gesehen wird, ist es nicht verwunderlich, dass Scholz diskret im Geiz schwelgt. Vermutlich würden die Leute es ihm nicht mal übel nehmen, wenn er seine Sparsucht wie De Funès (natürlich als Oskar in Molières „Der Geizige“) ausleben würde. Irgendwann wird ihm aber nichts anderes übrig bleiben, als das Zuckerbrot herauszuholen. Die Frage ist nur wann und zu welchem Anlass. Da es oft anders kommt, als man denkt, ist der Blog guten Mutes, unseren neuen Bundeskanzler bald in Spendierlaune erleben zu dürfen. Hoffentlich gibt er das Geld nicht an der falschen Stelle aus, denn nach der schnellen Reaktion der Russen, die es geschafft haben, im Nu die Mitgliedsstaaten ihres Verteidigungsblocks davon zu überzeugen, Truppen nach Kasachstan zu schicken, ist zu fürchten, dass einige Politiker, allen voran die Nordatlantiker, vehement mehr Geld für die Bundeswehr fordern. Es ist schon erstaunlich, wie schnell Russland reagiert haben – wie bei einem Alarm, der vorher angekündigt wurde, damit auch alles klappt und niemand verspätet auf dem Appellplatz erscheint. Der Kreml muss gewusst haben, was sich dort abspielen wird. Und da auch Armenien, das Russland eher skeptisch betrachtet, Soldaten schickt, können die Unruhen nicht normale Bürger, denen das Gas für ihre Autos zu teuer geworden ist, alleine ausgelöst haben. Colonel Cassad vermutet, dass islamistisch angehauchte Teile des Staatsapparates oder sogar der Regierung für die Proteste verantwortlich sind. Von Kampf der Clans ist da die Rede. Die Türkei und Aserbaidschan sollen auch mitmischen (da ist es für die Armenier schon fast Pflicht, sich auf die Seite Putins zu stellen). Vermutlich hat Erdogan gedacht, die Russen würden sich so wie im Krieg gegen Bergkarabach, als sie in letzter Minute erst eingriffen, verhalten. Die Gefahr, die von Kasachstan ausging, muss ganz andere Dimensionen gehabt haben. Binnen weniger Stunden hat Putin ihn so überzeugend Matt gesetzt, dass er nun erst recht von einem Russland, das an die Größe der Sowjetunion heranreicht, träumen kann. Derber kann die Niederlage für Erdogan nicht ausfallen. Vielleicht kommen andere Staaten auch zurück, Georgien bspw. Schutz vor der Türkei ist das Zuckerbrot, das der Kreml anbieten kann. Scholz kann von Putin eben noch viel lernen.

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Mit dem Erdgas ist es wie mit den Impfstoffen

Da Erdgas nun ein nachhaltiger Energieträger ist, bleibt allen, für die der Horizont nicht am Kap Finisterre endet, nur, darauf zu hoffen, dass der Süden sich nicht gezwungen sieht, seinen Strom mit Kohle zu erzeugen, denn wegen des Vorschlags der EU-Kommission, Gas zu einem umweltfreundlichen Brennstoff zu erklären, werden sich nur wenigen Staaten den Rohstoff leisten können. Und sollte ein Entwicklungsland über große Gasvorkommen verfügen, dann wird es das Erdgas natürlich an uns verkaufen. Im Augenblick kann noch niemand sagen, wie hoch der ungerechtfertigte Preisaufschlag wegen des unechten grünen Etiketts, das dank von der Leyens nun bald jede Propangasflasche ziert, sein wird. Vermutlich droht bzgl. der Verteilung der fossilen Brennstoffe ein Szenario wie bei den Impfstoffen – die reichen Länder decken sich mit der guten Waren nicht nur ein, sondern horten sie auch noch. Stoff, den der Westen nicht will, reicht er an arme Länder weiter, wenn auch nur zähneknirschend. Statt Biontech oder Moderna gibt es AstraZeneca, vor dem sich die Bevölkerung ängstigt. Dem Blog fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, dass wegen des Grünen Deals Kohle, die hier keine Abnehmer mehr findet, in die Dritte Welt verschifft wird. Es scheint, als mache der Westen beim Klimaschutz die gleichen Fehler wie bei der Bekämpfung der Pandemie – statt zu versuchen, so viele Länder wie möglich einzubeziehen, ist er ganz auf sich selbst fixiert. Das ließe sich tolerieren, wenn die Maßnahmen, die er ergreift, helfen würden, die Erderwärmung zu bremsen. Danach sieht es aber nicht aus, denn erst einmal fällt wegen des Errichtens der klimafreundlichen Gaskraftwerke CO2 an. Zu den Ungereimtheiten der Energiewende gehört, dass niemand weiß, wie viele gebraucht werden. Dass der Bedarf riesig zu sein scheint, zeigt der Aufwand, den Russen in der Arktis betreiben, um ihre Öl- und Gasprojekte so schnell wie möglich fertigzustellen. Keine Kosten und Mühen werden gescheut. Selbst unter widrigsten Bedingungen wird gearbeitet. Da die Tage der Kohle wegen des Beschlusses gezählt sind, wird sich keine Firma oder Uni mehr die Mühe machen, an Technologien, die ermöglichen, das Kohlendioxid abzusondern, zu arbeiten. Das lohnt sich nun nicht mehr. Dank der Entscheidung darf der Verbraucher die Investitionen bezahlen. Für manche Investoren kann es gar nicht früh genug losgehen.

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Das Jahr des Tigers lässt hoffen

Fast wäre der Blog dem Reflex, zu schreiben, im neuen Jahr könne es nur besser werden, erlegen. Gerade noch rechtzeitig kam ihm jedoch der Tiger in den Sinn – wir schreiben das Jahr des Tigers, und da, wie nicht anders zu erwarten war, die Ratte und der Ochse kläglich versagt haben, muss das vermutlich stärkste Tier, das die Chinesen in petto haben, es nun richten. Ein Elefant wäre dem Blog natürlich lieber gewesen. Jedoch wird der nicht als Sternzeichen geführt. Im Jahr des Tigers auf dessen Stärke zu vertrauen bringt noch den Vorteil mit sich, Vorsätze, die man nun unschwer im neuen Jahr umsetzen möchte, schnell vergessen zu können, zumal wenn das zur Folge hat, dem rate race zu entkommen. Wenn der Blog sich ertappt fühlt, zu sündigen, weil in einem Artikel, in dem der CO2-Austoß der Milliardäre angeprangert wird, der Autor schreibt, der Umwelt zuliebe verkneife er sich, Mangos zu essen, dann ist es höchste Zeit, auszusteigen bzw. den einen oder anderen Frevel (wie das Essen einer Ananas) weiter begehen zu wollen. Wenn man so will hat das Jahr des Tigers dazu beitragen, den Blog zu einem Tiger-Kätzchen werden zu lassen. Als Tiger-Kätzchen hat man natürlich in der Politik, in der es nur so von Tigern, vor allem im Ausland, wimmelt, keine Chance. Alle wissen, dass Putin einer ist. Dass er sich in der Zeit, als zwischen Russland und dem Westen noch eitler Sonnenschein herrschte, aktiv für deren Schutz eingesetzt hat, wirkt heute wie ein Wink mit dem Zaunpfahl bzw. wie das plötzliche Fauchen eines sibirischen Tigers, der sich unsichtbar im Unterholz getarnt hat. (Wegen des vielen Schnees in Sibirien, hervorgerufen durch den Klimawandel ist heute wieder dessen Einsatz gefragt – der erschwert ihm das Jagen. Zum anderen ist er nun leichte Beute für Wilderer.) Kann Scholz auch Tiger? Das wird er wohl müssen. Der Blog ist jedoch skeptisch. Zu gerne beschäftigen sich Politiker mit Dingen, die unwichtig sind. So auch der Bundeskanzler, der das Land wegen Corona gespalten sieht (in Imfpbefürwörter und -gegner) und damit die falschen Prioritäten setzt.

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Alles Gute für 2022!

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Hofft Putin auf ein Szenario wie in den Sudeten?

Wenn alle vom Krieg reden, kann der Blog nicht zurückstehen – wenn es einen Grund gibt, die Ukraine anzugreifen, dann wohl den, dass Putin fürchtet, nicht in allzu ferner Zeit an ein Land zu grenzen, dessen Bevölkerung genauso russophob wie jene Polens sein könnte (der Blog geht davon aus, dass das Klischee, jeder Pole würde die Russen hassen, stimmt). Das wäre immerhin 40 Millionen Leute. Die möchte man nicht vor der eigenen Haustür haben, zumal wenn man glaubt, ein großer Teil der Bevölkerung des Landes würde immer noch unterstützen. Glaubt Putin an ein Szenario wie jenes in den Sudeten? Im Gegensatz zu Hitler, der die Großmächte bemühen musste, um in die Sudeten, dessen Bevölkerung unbedingt ins Reich wollte, einmarschieren zu können, hat der Kreml ohne fremde Hilfe und fast ohne Opfer (3 Leute starben) die Krim erobert. Viele der ukrainischen Soldaten wechselten die Seiten (fast die Hälfte, wenn man von der höchsten Truppenstärke, die 2014 zur Verfügung gestanden haben soll, ausgeht). Im Gegensatz zu den Sudetendeutschen, die dem Führer nur als Kanonenfutter gedient haben, machen die übergelaufenen Offiziere Karriere in den russischen Flotten. (Getreu dem Motto Trotzkis, der für seine Rote Armee sich beim Offizierskorps des Zaren bediente. Die Deutschen haben sich, als sie noch Kriege führten, auf diesem Gebiet wesentlich schwerer getan.) Und da der Kreml die Regierung in Kiew glaubhaft für den einzigen Misserfolg, den er aufzuweisen hat, verantwortlich machen kann (die Ukraine hat die Wasserzufuhr abgeschnitten), wäre es nicht verwunderlich, wenn die Planer glauben, sie könnten noch einmal von einem „Fall Sudeten“ profitieren. Es müssen ja nicht unbedingt die Menschen auf den Straßen stehen, um den Soldaten zuzujubeln, wie es im Oktober 1938 der Fall war. In Moskau würde man sich schon darüber freuen, wenn die ukrainische Armee Hals über Kopf die Flucht ergriffe und es in den gewonnen Gebieten ruhig bleiben würde. Und das man sich in Russland alle Mühe gibt, den Eindruck zu vermitteln, man könne es sich leisten, offiziell in den Konflikt in der Ukraine einzugreifen (man könne nicht aus dem Swift ausgeschlossen werden), ist durchaus der Eindruck berechtigt, die Regierung würde die Bevölkerung auf eine Auseinandersetzung einstimmen. Die NATO dient dabei nur als Vorwand. Vielmehr ist man im Kreml zur Einschätzung gekommen, dass in absehbarer Zeit kein Politiker, der ankündigt, sich mit Russland versöhnen zu wollen, es an die Spitze des Landes schaffen wird. Wegen der katastrophalen Niederlagen ist Russophobie angesagt. Dabei wurde die Krim für die Ukraine erst interessant, als man sie verloren hatte.

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Weihnachten ohne Ratschläge

Weihnachten hat aufgehört, bevor es so richtig begonnen hat – in der Nacht hat es geschneit, und gemäß den Vorhersagen wird die weiße Pracht während des Fests bestehen bleiben, so dass der Blog, der Schnee überhaupt nicht leiden kann, auch zu denen gehört, für die Weihnachten nicht ganz so einfach ist. Zum Glück hat es ihm nichts ausgemacht, sich in keinem der vielen Artikel, in denen die die Gefahren, die die Feiertage mit sich bringen können, geschildert wurden, wiederzufinden. Weder erwarteten ihnen Impfgegner, die er davon überzeugen muss, etwas für die Gesellschaft zu tun, indem sie sich impfen lassen (frei nach Kennedy, „fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann, fragt, was Ihr für Euer Land tun könnt“), noch Angehörige, mit denen er es nicht länger als 1 Stunde, geschweige denn 2 Tage aushalten würde. Das sind nur zwei Hindernisse, wenn auch im Augenblick die gängigsten, die es zu überwinden gilt, um gut über die Tage, an denen wir die Geburt Jesus feiern, zu kommen. (Vielen fällt es ja schon schwer, ihren 40. oder 50. Geburtstag zu feiern. Da ist es schon verständlich, dass wir uns bei über 2100 Geburtstagen mit dem Feiern schwer tun.) Da ist es gut, dass wir in einer Zeit leben, die für jede Widrigkeit ein Gegenmittel parat hat, auch wenn dieses nur in der Form eines Ratgebers zur Verfügung steht. (Natürlich wäre es besser, wenn es eine Medizin, die man nur zu schlucken bräuchte oder, wenn es gar nicht anders geht, man geimpft werden müsste, geben würde.) Dass wir soweit noch nicht sind, dürfte vor allem die Medien gefreut haben, bot sich ihnen doch nun die Chance, reichlich viel Ratschläge jenen zu liefern, die Weihnachten um ihr Überleben kämpfen müssen. In denen finden bspw. Menschen, die sich im Impfgegnern auseinanderzusetzen haben, für jede Behauptung, die ihnen an den Kopf geschmissen wird, ein Argument, das diese widerlegt. Besser gerüstet kann man nicht in die Festtage gehen. Da es keinen Ratgeber gibt, der sagt, was man tun soll, wenn das Christfest verschneit ist, bleibt dem Blog nichts anderes übrig, als zu improvisieren, was dem Blog dank des guten Starts in die Festtage besonders leicht fällt. Seine schlesischen Mohnklöße und sein Karpfen nach schlesischer Sitte sind bzw. waren ihm ausgesprochen gut gelungen. Die Freude über das Gelingen war noch größer, als er las, Kaczynski werfe Deutschland vor, die EU in ein Viertes Deutsches Reich umwandeln zu wollen (Stichwort Oppeln, das für einen Halbnachfahren wieder zur Heimat werden könnte). Die Kälte hat aber etwas Gutes – die Mohnklöße werden nun nicht so schnell sauer. In diesem Sinne ein schönes Fest.

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Diese Ehre hat Lisa Fitz nicht verdient

Wegen des verstrahlten Großvaters, der in den Sondermüll muss, weil er vier Stunden im nuklearen Regen Tschernobyls gesessen hat, nicht in Bayern auf Sendung gehen zu dürfen, kommt einer Auszeichnung gleich. Leider kann der Blog das nicht über über das neue Ausstrahlungsverbot, in das Lisa Fitz involviert ist, sagen – ihr Auftritt war zu schlecht, um diese Ehre zu verdienen. Gleich nach der Ankündigung des Gastgebers, dass der Sender ihre Ansichten nicht teilen würde, hat der Blog in weiser Voraussicht, dass sie sich nicht von einem normalen Impfgegner unterscheiden werde, das Programm gewechselt. Und er hat recht behalten. Wenn sie schon auf die Bühne steigt, um uns ihre Skepsis bezüglich den Corona-Maßnahmen kundzutun, dann sollte sie sich wenigstens von einem gewöhnlichen Impffeind unterscheiden. Dank der Entscheidung 3Sats, die Sendung nicht zu zeigen und sie auch nicht in die Mediathek zu stellen, hat es nun den Anschein, als ob sie „Wehrkraftzersetzung“ betrieben hätte. Irgendwie hat sie das auch. Bei Spiegelonline dürfte der Bericht, der sich mit ihrem Fall beschäftigt, die meisten Kommentare, die je ein Artikel gewinnen konnte, eingeheimst haben – über 5500 Stellungnahmen. Das ist ein Rekord für alle Ewigkeiten. Was treibt so viele Leser an, darüber zu schreiben? Dem Blog sind deren Motive rätselhaft. Ihm ist es ehrlich gesagt völlig egal, was Lisa Fitz gesagt hat. Sie ist schließlich keine Person des öffentlichen Lebens, von der man verlangt, dass deren Aussagen stimmen. Schade ist nur, dass das Kabarett keine guten Sketche wie jenen über den Großvater mehr zu bieten hat. Übrigens hat lt. Wiki die Fitz Omicron als eine Art Panikmache abgetan. Der Blog hätte nichts dagegen, wenn sie recht hätte. Neu bei den Maßnahmen ist, dass man nun in der Quarantäne rausgehen kann – aber nicht, weil der Gesetzgeber fürchtet, man könne in der Wohnung verhungern. Um die Versorgung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten, braucht der Staat jeden halbwegs Gesunden Quarantäner. Vielleicht wird es bald heißen, Quarantäner versorgen Qurarantäner.

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