Es fehlt nur noch die Kinderlandverschickung

Diese Kinderlandverschickung würde ausschließlich eine für einen guten Zweck sein – während die Nazis die Kinder aufs Land schickten, um u. a. deren Müttern zu ermöglichen, in der Rüstungsproduktion ihr Bestes geben zu können, könnten Schüler und Kita-Gänger schöne Wochen in den schönsten Hotels in den allerschönsten Gegenden des Landes verbringen, wenn hierzulande der politische Willen vorhanden wäre. Den kann es aber nur geben, wenn es Tradition wäre, im Sommer allen unter vierzehn zu erlauben, zwei oder drei Wochen unter sich bleiben zu dürfen. Der Ort, wo Kinder früher geparkt wurden, nannte sich Kinderferienlager. Jeder Betrieb (Firma) hatte in der DDR eines. Daneben gab es noch Pionierferienlager. Und die Russen hatten (und haben) Artek, so eine Art kommunistisches Disneyland, auf der Krim. Da es die Lager nicht mehr gibt und eine Kinderlandverschickung auf die Bauernhöfe wegen der Ansteckungsgefahr zu gefährlich ist (eine krankheitsbedingte Hungersnot können wir nun wirklich nicht gebrauchen), bleiben nur noch Hotels und Pensionen, über die zu erfahren ist, sie würden wegen Corona leerstehen. Schulschließungen plus Kinderlandverschickung – eine besseres Mittel gegen den heimtückischen Virus gibt es nicht. Die Sache hätte den schönen Effekt, dass die meisten Kinder immunisiert zurückkehren, ohne jemanden angesteckt zu haben. Wie konnte es nur so weit kommen? Wie konnte Europa zum Epizentrum der Pandemie werden (lt. WHO, die es wissen müssen)? Ein Grund ist wohl, dass wir es uns, allen voran die Medien, angewöhnt haben, aufs Ausland herabzublicken. Trump ist der beste Beispiel. Gestern wurde er für seine Entscheidung, Bürgern aus den Schengen Ländern die Einreise zu verweigern, kritisiert. Angesicht der Einschätzung der WHO scheint diese Maßnahme völlig richtig zu sein. Heute mahnt Spiegelonline dessen Charakter an. Aber wenigstens hat er den Nationalen Notstand ausgerufen, von dem wir noch meilenweit entfernt sind. Es läuft etwas falsch in den Medien, wenn Scholz voller Stolz behaupten kann, dank des Sparkurses der Regierung sei es möglich, allen und jeden helfen zu können, ohne dafür kritisiert zu werden. Seine tolle Regierung und die EU hätten, als die Epidemie in China ausbrach, schon Geld für die Prävention locker machen müssen. Lt. Einschätzung eines italienischen Virologen hat die EU keine Grund gesehen, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Jetzt ist es auf einmal legitim, Grenzen zu schließen bzw. nur wenige Grenzübergänge (Tschechien) offen zu halten. Dabei hätte man sich schon im Januar wappnen können, bspw. indem den Flugverkehr nach Asien nur noch über wenige Flughäfen (mit entsprechenden Gesundheitschecks) abgewickelt hätte. Corona bot der EU die Chance, der Welt zu demonstrieren, in der Lage zu sein, das gewohnte öffentliche Leben ohne wesentliche Einschränkungen aufrechterhalten zu können. Die hat Europa nicht genutzt.

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