Man kann im Leben nicht alles haben,

weshalb die FDP, deren Maxime lautet, dass jeder selbst daran schuld ist, wenn er es nicht schafft, alle Möglichkeiten, die das Leben (theoretisch) bietet, zu nutzen, immer nur knapp über der 5 Prozent Schwelle liegt, so dass die Partei bei jeder Wahl darum bangen muss, ins Parlament zu kommen. Anfang des Jahres hätte niemand gedacht, dass aus den 7 oder 8 Prozent mal 60 oder gar 70 werden können – wegen des harten Corona-Frühjahrs sind wir alle zu Freidemokraten, die möglichst alles wollen, geworden. Wenigstens hat sich die Zahl derer, die die Partei wählen, nicht vergrößert. Das ist aber nur ein schwacher Trost angesichts der Folgen unserer Fehleinschätzung, trotz des Virus fast so wie gewohnt weiterleben zu können. Es funktioniert nicht, wie eine neue Studie zeigt – alleine die Öffnung der Schulen erhöht die Übertragungsrate um 24 Prozent, was den Blog richtig sauer macht, hat dieser doch eine Kinderlandverschickung vorgeschlagen. Wäre die veranlasst worden, würde jetzt darüber diskutieren werden, was mit den Schülern geschehen soll, die das Glück hatten, den Sommer auf einer Alm verbringen zu dürfen. (Wer die Bayern kennt, der weiß, dass sie nun in der Lage wären, Kühe zu melken und den Stall auszumisten.) Die meisten hätten zwar ihre Eltern nicht mehr mit deren Vornamen ansprechen können, aber dafür wären sie jetzt immunisiert, so dass eine Rückkehr in ihre geliebten und sehnlichst vermissten Elternhäuser nichts mehr entgegengestanden hätte. Hätte, hätte, Fahrradkette – der Vorschlag ist nicht aufgegriffen worden (Deutschland hätte bereits zig Wirtschaftswunder erleben können, wenn die Ideen des Blogs umgesetzt worden wären). Nun müssen die Menschen mit den Konsequenzen leben. Und da einige Wissenschaftler schon ausgerechnet haben, wie viel Prozent des Lebenseinkommens die jetzigen Schüler wegen der Schulschließungen verlieren werden, ist die Schließung der Schulen nahezu ausgeschlossen. Diese Rigorosität wünschte sich der Blog auch hinsichtlich des Klimawandels – Studien, die zum Ziel haben, auf die Kosten des Nichthandels hinzuweisen, werden in schöner Regelmäßigkeit ignoriert. (Der Blog glaubt zu wissen, was Wolfgang Neuss gesagt hätte, wenn er noch leben würde – „Ohne Notabitur hätte es das deutsche Wirtschaftswunder nie gegeben“.) Warum sollen Kinos und Restaurants schließen, wenn die Kinder nicht mehr in die Schule dürfen? Das macht keinen Sinn. Vielmehr sollte man nach alternativen Formen des Unterrichts suchen. Natürlich kann der Blog wieder Vorschläge machen – jedem Schüler seine eigene Cloud, wo er alles, was er zum Unterricht braucht, findet. Und seine Unterlagen dort abspeichern kann. Wenn man wirklich den Unterricht verbessern will, muss ein einheitliche Lehrplan für das ganze Land her. Das würde jedem Land ersparen, seine eigenes Netz aufzubauen. Wetten, dass der Vorschlag ignoriert wird?

Paare, die gerne den Bund fürs Leben eingehen würden, aber nicht wollen, weil sie dann die gesamte Verwandtschaft einladen müssten (Corana hat gezeigt, dass da mehrere Hundert zusammenkommen können), sollten es jetzt tun – eine bessere Ausrede als der Hinweis auf ein Ergebnis der Studie, das besagt, Treffen von über 10 Leuten würden überproportional zur Ausbreitung des Virus beitragen, bekommen sie nie mehr in ihrem Leben.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Man kann im Leben nicht alles haben,

  1. Pingback: Abgang in Psychiatrie und als „Fräulein Knüppelkuh“? - Franz, der BloggerFranz, der Blogger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.