Putin – 2036 wirklich schon in Rente?

Müssen wir uns wegen Putin um Russland sorgen? Richtig gefährlich für uns wird es erst, wenn er 2034 oder 2035 anstreben sollte, weitere zehn Jahre regieren zu wollen, denn dann müssten wir annehmen, dass Putin gar nicht Putin ist, sondern ein Außerirdischer, der jeden Augenblick im Fernsehen verkünden kann, er sei in Wirklichkeit ein Alien, der auf die Erde gesandt worden sei, um seinen extraplanetaren Brüdern und Schwestern, die als Flüchtlinge im Kosmos leben, eine Heimat zu schenken. Nur gut, dass die Zeit des Wartens bis zum großen Augenblick viel Kurzweil verspricht – je älter er wird, desto größer seine Abenteuerlust. Kaum ist das Abenteuer mit Erdogan vorbei, schon ist Putin in einem neuen, das er den Saudis verdankt, die im nächsten Monat wegen der Weigerung Russlands, die Förderung herunterzufahren, dafür sorgen wollen, dass die Welt in ihrem Öl ertrinkt. Angeblich reichen den Russen 25 Doller pro Barrel, um über die Runden zu kommen. Und es scheint dem Kreml auch nichts auszumachen, wenn die Topunternehmen des Landes Kurseinbrüche von bis zu 10 Prozent zu verkraften haben, ganz zu Schweigen vom Rubel, der massiv an Wert verloren hat. Putin rechnet eben anders als ein Börsianer – ein billiger Rubel bedeutet für ihn, dass Waren, die im Land hergestellt worden sind, gekauft werden. Von den vielen, die behaupten, die würden nichts taugen, hat einer womöglich seine Meinung revidieren müssen – die IT-Spezialisten der russischen Armee haben Erdogan gehörig eine versetzt. Drohnen wurden gehackt (2) sowie deren GPS so manipuliert, dass diese in Gebieten, in denen keine Syrier standen, angegriffen haben. Und da auch amerikanischen Technik nicht den gewünschten Erfolg brachte (die Russen haben es geschafft, deren Raketen auszuschalten), ist es nicht verwunderlich, dass Erdogan nach dem Treffen mit Putin an Brüssel geflogen ist, um Waffen zu erbitten, mit denen er den Russen imponieren kann. Die Corona-Krise wird Putin in seinem Kurs noch bestärken – wegen der strikten Einreisekontrollen hat das Lande gerade einmal 20 Fälle. Dank seiner Autarkiepolitik, die der Westen mit seinen Embargos ihm aufgezwungen hat, sollte das Land die Folgen der Krisen besser als jene, die von der Globalisierung schwärmen, überstehen. Vermutlich ist das auch der Zweck des neuen Abenteuers – Kräfte, an die niemand im Land geglaubt hatte, zu wecken. Weg von der Ölwirtschaft. Hin zu Hochtechnologie.

Besprühen griechische Bauern die Grenzanlagen wirklich mit Gülle? Kaum zu glauben, was da abgeht. Die EU muss sich dringend etwas einfallen lassen. Sie sollte Erdogan mehr Geld geben. Wenn die Mitgliedsländer schon keine Kontingente von den bedauernswerten Dublin-Ländern nehmen, dann sollte sie diese finanziell unterstützen.

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