Endlich wieder unter seinesgleichen – Davos 2022

Während Davos vor 2022 wie eine Sonne, die fast die gesamter der Erde mit Ausnahme einiger Flecken wie Nordkorea bestrahlt hat, war, ist seit gestern die Fläche, auf denen es dunkel bleibt, weitaus größer als die erhellte. Willkommen in Davos 2022, das sich zwar immerhin damit trösten kann, dass in seinem Reich die Sonne nicht untergeht, sich jedoch den Vorwurf gefallen lassen muss, alles den Interessen der alten Welt unterzuordnen, so wie es auch Karl V. getan hat. Es ist nur ein schwacher Trost, dass angesichts der Problem, vor denen die Menschheit steht, die nicht mehr nur Europa umfasst, sondern auch die USA, Japan, Korea, Kanada u. a. einschließt. Und das nur wegen Putin, um den sich in Davos 2022 alles dreht. Dem Blog ist es ein Rätsel, wie der Mann es geschafft hat, zum roten Tuch, das den Westen zur Raserei treibt, zu werden. Selbst vernünftige Männer wie Soros lassen sich dazu hinreißen, zu behaupten, die Invasion Russlands in der Ukraine drohe einen 3. Weltkrieg auszulösen. Merkel warf er vor, sie habe sich in Moskau und Peking eingeschmeichelt. Und natürlich befürwortet er einen Gasboykott, von dem alles wissen, dass dieser Deutschland ruinieren würde. Was glaubt er, damit erreichen zu können? Er sollte doch am besten Wissen, dass Sanktionen überhaupt nichts bringen, ja das Land, das bestraft werden soll, eher darin bestärkt wird, seine Politik fortzusetzen. Angesichts der Erfahrungen aus dem Kalten Krieg müsste ihm doch klar sein, dass je offener sich der Westen gibt, desto mehr fürchtet der Kreml sich vor ihm bzw. den Annehmlichkeiten und Freiheiten, die er verspricht. Deshalb war es eben ein schwerer Fehler, von sich aus alle Verbindungen abzureißen. Erfahrene Politiker hätten abgewartet, bis Moskau alle Flugverbindungen wegen der Unzufriedenheit, die die Rückkehrer ins Land bringen, streichen lässt. Clevere Typen wie Brandt und Bahr fehlen jetzt (der Blog muss auch gestehen, dass er angesichts der Kriegsberichterstattung Typen wie Scholl-Latour und Ruge, die immer versucht haben, unvoreingenommen zu berichten, schmerzlich vermisst). Deren Nachfolgern schaffen nur eines – die Lage noch schlimmer zu machen, als sie schon ist. Dass ein 3.Weltkrieg möglich scheint, liegt auch an deren Rhetorik. Wenn bspw. Scholl sagt, Putin dürfe den Krieg nicht gewinnen. Was würde er tun, damit er ihn verliert? Die gelieferten Manpads, über die ein deutscher General gesagt hat, mit denen sei es kinderleicht, ein tieffliegendes Flugzeug oder einen Hubschrauber abzuschießen, scheinen nicht viel zu bringen (das Raketenabwehrsystem der Russen soll bis zu 5 Angriffe pro Einsatz abgeschmettert haben). Das ukrainische Militär, um Siegesmeldungen keineswegs verlegen, hält sich mit Abschusszahlen ziemlich zurück. Die unbefriedigenden Zahlen halten die hiesigen Medien und Politiker nicht davon ab, weiterhin zu behaupten, der Krieg kann gewonnen werden. Mit anderen Waffen – Stichwort Raubkatzen – wird es schon klappen, So muss es auch im 2. Weltkrieg gewesen sein – für die Wochenschau war selbst noch im April 45 der Endsieg möglich. So unrecht hat Soros in Davos 2022 vielleicht gar nicht.

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