Die Amerikaner scheinen Frau Baerbock zu mögen

In Amerika geht alles viel schneller – hat man den richtigen Job, reicht schon ein Jahr Berufserfahrung, um als Professor ernannt zu werden, wie heute aus den Zeitungen zu erfahren war. Frau Baerbock legt diese steile Karriere hin, was die meisten nicht erwartet hätten, ja etliche jener, die aus dem Staunen nicht mehr herauskamen, als sie lasen, sie würde den Studiengang „Master of Public Administration in Global Leadership“ an der Columbia Universität leiten, würden sich sogar weigern, sie überhaupt für den Kurs zuzulassen, geschweige denn ihr dessen Leitung zu übertragen. So schräg es sich auch anhört, sie angesichts ihrer Performance als Außenministerin auf die Studenten loszulassen – die Amerikaner müssen mir ihr hochzufrieden sein. Das können sie auch. Während frühere Außenminister uns vor dem einen oder einen Schlamassel, das die Amerikaner angerichtet haben, heraushalten konnten, hat Baerbock dafür gesorgt, dass wir tief mit drinstecken. Nichts hat sie getan, den Angriff der Israelis auf Gaza zu stoppen. Dabei war schon nach wenigen Tagen klar, dass Netanjahu die Absicht hat, die Palästinenser aus dem Gebiet zu vertreiben. Die Hamas diente nur als Vorwand, rücksichtslos zuschlagen zu können. Nur an ein außergewöhnliches Ereignis kann sich der Blog erinnern – ihren Besuch beim neuen Staatschef in Syrien, der eine noch steilere Karriere als sie hingelegt hat, war der doch mal ein Terrorist. Da Baerbock ihre Aufgabe in ihrem früheren Job darin sah, die Dinge verwalten, passt das Lehramt gut zu ihr – damals meistens unter Gleichgesinnten. Während ihrer Tätigkeit bei der UNO dürfte sie auch Leute kennengelernt haben, die nicht ihrer Meinung sind. Wer lernen will, wie Diplomatie wirklich funktioniert, der muss in diesen finsteren Zeiten beim Vatikan anheuern. Deren Chefdiplomat hat sich heute mit Lawrow in Moskau getroffen. Die Stimmung war wohl ziemlich mies. Immer hat man wenigstens miteinander gesprochen. Monatelang kommt gar keiner aus dem Westen, heute sind es gleich zwei. Der zweite Vertreter gehört auch nicht zu denen, die man unbedingt in Moskau erwarten würde. Trump hat seinen CIA-Chef geschickt (kam aus Riga, was höchst ungewöhnlich ist). Über die Gründe wird wild spekuliert. Man darf gespannt sein, was daraus wird. Der Iran könnte auch eine Rolle spielen.

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