Highspeed-Zug der Russen nimmt Gestalt an

Und die erste Frage, die einem angesichts der Hochglanzoberfläche der Wagen einfällt, ist, ob die Russen den schönen Anblick mit Displays, die bspw. die Route anzeigen, verschandeln werden. Wohl eher nicht. Vermutlich haben die Züge außen nicht mal eine Wagennummer, was bei der DB wegen der vielen Reisenden, die Plätze reservieren, unmöglich wäre. Für Länder wie Italien, wo Ticket und Sitzplatz eine Einheit bilden, ist das völlig ausgeschlossen. Russlands erster Highspeed-Zug strahlt so viel futuristischen Chic aus, dass es nicht schwerfällt, sich vorzustellen, auch ohne den ganzen Schnickschnack seinen Platz finden zu können, bspw. dank Anzeigen über Streifen, an deren Enden sich die Türen befinden, wenn der Zug zum Halten gekommen ist. Der Shinkansen hält bereits punktgenau, ebenso einige U-Bahnen. Vermutlich gehen die Russen die Sache noch pedantischer als die Japaner an. Sind alle vier Strecken fertig – Petersburg, Jekaterinburg, Rostow und Minsk via der Hauptstadt – wird man wegen des hohen Andrangs in Moskau sich nicht mehr den Bahnhof, der einem am besten zusagt, aussuchen können. Dann heißt es, den zu nehmen, der seinen Zeitpuffer zum Ein- und Aussteigen noch nicht ausgeschöpft hat. Wenn alle vier Bahnhöfe gut mit dem Nahverkehr vernetzt sind, kann es einem egal sein, wo mein einsteigen oder aussteigen muss. Bevor der Blog so richtig ins Schwärmen gerät, muss erwähnt werden, dass der Highspeed-Zug noch keinen Meter zurückgelegt hat. Man baut erst einmal zwei Züge, die im nächsten Jahr getestet werden sollen. Zweifel, dass das Projekt scheitern könnte, haben die Russen nicht.
Wenn Ratcliffe nach Moskau gekommen war, um russischen Geheimdienstlern zu erklären, wie schlecht es um deren Militär bestellt sei (das wird jedenfalls kolportiert), dann dürfte er auf ganzer Linie gescheitert sein – die Russen scheinen nun erst recht alles in die Luft zu jagen, was zur Lagerung von Waffen genutzt werden könnte. Dessen Statistiken dürften die russischen Schlapphüte nicht im geringsten beeindruckt haben. Zu oft lag man falsch. Aus Höflichkeit und als Zeichen des guten Willens haben die Russen das über sich ergehen lassen. Der gesunde Menschenverstand sagt, dass der CIA-Chef andere Gründe hatte, die lange Reise anzutreten. An der Front rücken die Russen weiter vor.

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