Das CO2-Zertifkat für den Bürger muss her

Wann kommt endlich das CO2-Zertifikat für den Bürger? Ob man davon leben könnte, wenn man nur zu Fuß unterwegs ist, unter Umständen sogar auf Schuhe verzichtet, deren Herstellung ja auch CO2 freisetzt, kann ich nicht beurteilen. Vermutlich nicht, und wer dies ausprobierte, müsste sein Leben in einer Erdhöhle als Eremit verbringen und darauf hoffen, dass die Amazon-Drohne, deren Batterien natürlich mit Windenergie gespeist sind, ihn nicht vergisst. Ob Bezos seine Firma dann noch von hieraus leiten wird oder schon vom Mond aus an den Strippen seines Imperiums zieht, weiß im Moment noch niemand so genau. Von da oben hat man natürlich einen ganz anderen Überblick, so dass ich durchaus verstehen kann, dass er uns verlassen will. Aber zurück zur CO2-Urkunde, deren Verkauf natürlich steuerfrei sein müsste, so dass auch Leute, die nicht auf die Erlöse angewiesen sind, sich daran beteiligen würden. Vielen würde es gar nicht ums Geld gehen – sie wären einfach stolz, sich mit ihrem minimalen CO2-Verbrauch brüsten zu können, so wie früher die Kleingärtner es taten, die mit vollen Körben von Garten zu Garten gezogen sind, um sich mit ihren frisch geernteten Produkten, von denen viele wegen übermäßiger Düngung hochgiftig waren, zu brüsten. Heute würde dies als Affront aufgefasst werden, und das nicht wegen der Chemikalien, sondern der heutigen Generation der Gartenbesitzer, die gar nichts ernten wollen, so dass sie strenggenommen stolze Besitzer eines Rasens sind. (Manche haben eine ganze Prärie in ihrem Garten.) Wenn für viele weniger mehr bedeutet, sollte das auch für jene gelten, die ihr CO2-Kontigent nicht ausschöpfen – für sie müsste ein Markt geschaffen werden, der ihren geringen Verbrauch belohnt, auch wenn dies am Ende mit der totalen Überwachung enden sollte. Aber das ist allemal besser, als sich von Facebook kontrollieren zu lassen. Vermutlich wären wir dem Computer, der ständig berechnet, wie viel wir noch kaufen dürfen, um unterhalb der 1,5 Grad zu bleiben, gar nicht mit Namen bekannt – für ihn wären wir nur Zahlen. Das wäre praktisch der erste idealen Markt in der Geschichte der Menschheit. (Die Wirtschaftswissenschaftler nennen das vollkommener Markt. Den hat es noch nie gegeben. Darum sollte man ihnen auch nachsehen, wenn Berechnungen, die auf der Grundlage dieser Theorie gemacht werden, manchmal nicht stimmen. Dieser käme ihm wohl am nächsten, ja vielleicht ist es gar einer.) Dieser Blog hätte womöglich seine 8-tägige Weltreise nur mit Verkäufen seiner CO2-Zertifkate finanzieren können. Bis übernächsten Dienstag um 22:00 Uhr hiesiger Zeit vor dem Bildschirm.

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