Endlich eine Vereinbarung – damit ist das Kalifat am Ende

Jetzt haben die Syrier endlich ihr Jalta, das, anders als das Original, dessen Abmachungen für die Ewigkeit gelten sollten, Makulatur werde, sobald das Kalifat nicht mehr existiert – wie es aussieht, kämpft die SDF im Norden des Euphrats gegen ISIS, während Assad versucht, den südlichen Teil zu befrieden, was wegen des wesentlich größeren Territoriums, das gewonnen werden muss, auf den ersten Blick ein ziemlich schlechter Deal zu sein scheint. Dafür aber bleibt den syrischen Soldaten dank einer der klügsten Entscheidungen, die Assads Generäle während des Krieges getroffen haben (von denen hat es nicht viele gegeben) erspart, eine Großstadt, die der Kalifat kontrolliert, zu erobern. Hoffentlich muss ich sagen, denn es ist nicht ausgeschlossen, dass es den ISIS-Kämpfern doch noch gelingt, Deir-ez-Zor einzunehmen. Sei dem 14. Juli 2014 wird es von ihnen belagert. Anfang des Jahres wäre die Stadt bald gefallen. Da die Verantwortlichen des Kalifats wissen, dass sie mit der Eroberung der Stadt ihren Untergang um Monate verschieben können, ist anzunehmen, dass sie die letzten Reserven ins Feld schicken, um sich dieses Gebiets zu bemächtigen. Vermutlich reichen dann keine russischen Jets mehr, sie abzuwehren – dann müsste Putin schon eine Luftlandedivision schicken, um Schlimmeres zu verhindern. Eines der größten Geheimnisse der Dschihadisten ist, wie sie es geschafft haben, sich in Raqqa und Mosul, letztere immerhin Millionenstadt, so lange zu halten. Normalerweise ist es Selbstmord, in einer Stadt zu bleiben,wenn der Feind kurz davor ist, sie einzunehmen, denn oft versuchen deren Einwohner, die Besatzer selbst auszuschalten. Warschau, Paris und Prag sind gute Beispiele. Mosul und Raqqa ähneln aber mehr Berlin und Breslau, wo keiner auf die Idee gekommen ist, Wehrmacht und SS festzusetzen. Vielleicht kennt Assad sein Volk besser, als viele hierzulande wahrhaben wollen – hat man einmal eine Stadt an das Kalifat verloren, ist es ohne Hilfe von Außen nahezu unmöglich, sie sich wieder zurückzuholen.

Brexit heißt Brexit, und das seit dem Tag, an dem May Premierministerin ist. Doch seit heute ist nicht auszuschließen, dass Brexit noch eine zweite Bedeutung, die sie im Sommer vorigen Jahres nicht vorhersehen konnte, haben könnte. Seitdem Trump verkündet hat, sich fast einig mit den Briten bzgl. eines Handelsabkommens zu sein, fürchte ich, dass Brexit means America bedeutet. Immerhin wäre man als 51. Staat der größte im förderalen System. Für ausländische Unternehmen kann das ganz interessant sein. So könnte BMW, die nun doch die E-Variante des Minis in Oxford bauen lassen wollen, den erwähnten Typ billiger in die Staaten als über die EU exportieren. Wenn die Tories es noch schaffen, Verträge mit Indien und China, die besser jene, die die EU hat, abzuschließen, wird UK womöglich wieder zur Werkbank Europas.

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