Mann der Fakes muss gehen – ich werde ihn vermissen

Alles Fakes, oder was? Nicht ganz, denn ausgerechnet die Meldung über einen Mann, dem nachgesagt wird, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen, stimmt – mit Sean Spicers Rücktritt als Pressesprecher des Weißen Hauses steht bedauerlicherweise fest, dass Melissa McCarthy ihn kein drittes Mal parodieren wird. Seit ihren zwei Auftritten in der Saturday Night Live galt Seans Job als absolut krisenfest – weil alle hofften, bald wieder erleben zu dürfen, wie sie die Journalisten fertigmachen würde. Spicer war praktisch unkündbar. Wenn schon eine schlechte Regierung, dann bitte eine, deren Repräsentanten sich karikieren lassen. Mit der neuen Sprecherin, die lt. Washington Post versucht, halbwegs vernünftige Antworten zu geben, was sie zu einer Persona non grata für das Kabarett macht, wird es nun recht dröge. Wenn sie weiter so wie bisher macht, braucht sie eine Doppelgängerin, die regelmäßig im Fernsehen auftritt, nicht zu fürchten. Ihr geht es so wie unseren Politikern, die von ihrem Glück noch nichts wissen, da sie immer noch glauben, sie könnten wegen der Fakes, die bald mit die Ziel, die Bundestagswahl zu manipulieren, in die Welt gesetzt werden, ihre Mandate verlieren. Dank eines Artikels der TAZ, in dem beschrieben wird, wie die Öffentlichkeit den Eindruck haben musste, die Schorndorf habe am letzten Wochenende der Mob die Macht übernommen, weiß ich, dass Deutschland immun gegen Fakes ist – gezinkte Nachrichten machen nur Sinn, wenn diese einen in seiner Meinung über eine Person oder ein Thema bestätigen. Was bei Clinton, die bei vielen schon vor Wahl wegen zig Skandälchen, die die Familie locker wegsteckte, unbeliebt war, funktioniert hat (angeblich hätten die Russen 1000 Leute für dies Kampagne angeheuert), geht bei Merkel nicht – sie gilt als höchst seriös, so dass Storys wie sie sei mit der Luftwaffe nach Paris geflogen, um sich eine Modenschau Karl Lagerfelds anzusehen, niemand glauben würde. Personen, die dazu verdonnert wurden, Fakes, die zu ihr passen und glaubwürdig klingen, zu erfinden, kann ich wegen der schier unlösbaren Aufgabe, mit der man sie betraut hat, nur bedauern. Wer ihr schaden will muss völlig neue Wege gehen – nur Fakes, in denen ihre Fähigkeiten über Gebühr gepriesen werden, könnten den Normalbürger dazu bringen, sie nicht zu wählen. (Mein absoluter Favorit: Merkel bügelt auf dem Flug nach Big Aple zur UN-Vollversammlung die Hemden ihres Mannes.) Wegen der Mund-zu-Mund-Propaganda gab es früher schon Fakes, jedoch hatten die „Informationen“, die damals kursierten, nichts Absolutes. Man nannte sie Gerüchte. Oft war an ihnen etwas dran. (Wandlitz, von dem es hieß, die Genossen, die dort lebten, würden dort in einem Luxus, der kaum zu übertreffen sei, schwelgen.) Und immer lassen sich mit den Themen, die die Menschen im Augenblick am meisten interessieren, schöne Falschmeldungen basteln. Mit Flüchtlingen und Gewalt scheint man im Augenblick gute Erfolge zu zu erzielen. Sind beide dabei, verbreiten sich Fakes wahnsinnig schnell.

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