Ein nächstes Mal mit Schwesig als Spitzenkandidat?

Wird Schwesig in die Geschichte der SPD als Kanzlerkandidatin, die ausfällt, bevor sie überhaupt für ihre Partei antreten durfte, eingehen? Das wäre für die alte Tante mal etwas Neues, denn für gewöhnlich scheitern deren Spitzenmänner fast immer an den Kandidaten der Union, und das, obwohl sie die Fernsehduelle mit ihren Konkurrenten fast ausnahmslos gewonnen haben. Beim Duell vorgestern kam nun alles anders – die Leute, die auserkoren wurden, zu beurteilen, wer gewonnen hat, haben das Gesetz der Serie außer Kraft gesetzt und Merkel zur Siegerin erklärt, was wohl hauptsächlich daran lag, dass sie sich so gegeben hat, wie man sie kennt, sie also ganz und gar in ihrem Sein als Kanzlerin aufgegangen ist. Es muss die Leute irritiert haben, dass Schulz sich nicht groß von ihr unterschied, ja es schaffte, staatstragender als Merkel aufzutreten. Niemand scheint ihm vor dem Gipfel gesagt zu haben, dass seine Partei nur aus den Umfragetiefs herauskäme, wenn er während der Runde sich darauf konzentriert, herauszustellen, was die SPD anders als die Union machen würde. Statt dafür zu sorgen, die Themen, die den Bürgern wichtig sind, abzuarbeiten, hat er sich auf ein Palaver mit der Kanzlerin eingelassen. Mit Hilfe der Journalisten haben beide es geschafft, die Hälfte der Diskussionszeit den Flüchtlingen zu widmen. Während sie in den eigenen Shows darauf erpicht sind, jede Frage, die sich vorher erarbeitet haben, an den Mann zu bringen (und das selbst dann, wenn es wesentlich spannender wäre, die Diskussion weiter laufen zu lassen), haben sie während des Kanzlerduells fünf gerade sein lassen. Für die SPD war es eine leichtfertig vertane Chance, über die sich Gabriel am meisten ärgern darf, denn nie war es so leicht, sie zu schlagen, wie am letzten Sonntag. Anders als noch zur Jahreswende werden sich die Spitzenleute bei der SPD (u. a. auch Schwesig) nun bei der Wahl in mehr als vier Jahren um den Job als Kanzlerkandidat schlagen. Wenn es nicht so viele verbeamtete Lehrer geben würde, bräuchte Schwesig nicht zu fürchten, ihr Entscheidung, ihren Sohn auf eine Privatschule zu schicken (als ich ich Überschrift las, dachte ich, er würde so wie Boris, der den Briten den Brexit eingebrockt hat, nach Eton gehen, was natürlich ein absoluter Supergau für sie wäre), könnte ihr zum Nachteil gereichen Ohne die hätte der Staat seine Schulen schon längst an Firmen und Privatleute abgetreten. Dass sich Schwesig trotzdem keine Sorgen zu machen braucht, liegt an Gysi, der, wenn ich richtig informiert bin, seine Tochter auf eine Schule in Frankreich geschickt hat. Mal wieder viel Lärm um nichts. Und dann ist es auch noch so, dass jene, die den Lärm verdienen, ihn nicht bekommen. Wie die Syrier und Russen, die es heute gemeinsam geschafft haben, einen Korridor nach Deir ez-Zor (der Block berichtete) zu errichten. 3 Jahre Belagerung sind nun vorbei. Es sieht ganz danach aus, als könnte die Verbindung gehalten werden. Für ISIS wird es eng, da ihnen die nächste Einkesselung droht. Sollten Assads Truppen die Stadt vom Süden erreichen, sitzen wieder Kämpfer fest.

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