Wie war das noch mal mit der Geschichte?

Geschichte wiederholt sich, wenn auch anders – nicht das Ereignis gibt in gewissen Abständen ein Comeback, sondern der Grund, der zu dem neuen führt, ist oft derselbe, was besonders bedauerlich für jene ist, die das Pech haben, in Ländern leben zu müssen, in denen immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden. Russland, in dem es Tradition ist, so lange Bedrohungen zu leugnen, bis deren Führer gar nicht mehr umher können, diese als solche zu wahrzunehmen, ist solch ein Land. Stalin ist wohl der berühmteste Vertreter russischer Führer, die die Wahrheit erst akzeptieren, wenn es unmöglich ist, diese weiter zu verdrängen – erst nach ein paar Kriegstagen hat er eingesehen, dass Hitler wirklich die Absicht hat, Krieg gegen sein Land zu führen. (Ein deutscher Überläufer, der Stunden vor Kriegsausbruch desertierten, um die Rote Armee zu warnen, wurde erschossen.) Immerhin schaffte sein Land noch die Wende, angesichts des großen Leids, das er seinen Landsleuten mit seiner Ignoranz und alles wird gut Haltung eingebrockt hat, werden die Chronisten der Geschichte ihm aber nie zugestehen, seinen Fehler mit seinem triumphalen Sieg über Deutschland wieder gutgemacht zu haben. In Putins fossilem Energiereich bahnt sich die nächste Katastrophe an, über die die Geschichte in 10 Jahre urteilen könnte, man habe die Gefahren völlig unterschätzt – Sibirien brennt in diesem Sommer, und RT schafft es, in keinem seiner Berichte darauf hinzuweisen, dass die Feuer auf die globale Erwärmung zurückzuführen seien. Stattdessen berichtet der Sender über Schamane, die gestern ihre Kräfte vereinigten, um ihre Zeremonien abzuhalten, nach deren Ende es zu regnen beginnen werde. Heile Welt eben in Sibirien, die nur dadurch getrübt wird, dass auch die „spirituellen Spezialisten der Ethnien Sibiriens“ (das ist aus Wiki) Handys haben müssen (diese Erkenntnis wird dem florierendem Schamanen-Tourismus keinen Abbruch tun). Kollektive Ignoranz scheint in Russland angesagt zu sein – offen darüber zu sprechen, dass der Klimawandel schuld an den Desastern sei, hieße, sich einzugestehen, dass man man die Erschließung neuer fossiler Rohstofflager, in die man viel Geld investiert (ein zweites Gleis für die BAM, neue Kohlehäfen, Öl- u.Gasförderung in der Arktis etc.), stoppen müsse. Russlands Fossil-Oligarchen wünschen das nicht – sie zwingen das Land, immer neue Vorkommen zu erschließen. Dabei muss Sibirien nicht so ausgeplündert zu werden, dass es dem Amazonas bzw. dem, was von ihm übriggeblieben ist, ähnelt – Getreide von Omsk über den Irtysch via Polarmeerhafen nach Japan zu schiffen ist bspw. die weitaus bessere Alternative. Wenigstens kümmern sich die Russen um ihre Wälder. Ganz im Gegensatz zu Brasilien, wo der Chef der nationalen Weltraumagentur gefeuert wurde, weil er es gewagt hatte, Satellitenfotos, die belegen, dass seit dem Antritt Bolsonaras im Amazonas ein Kahlschlag ohnegleichen eingesetzt hat.

Dank Trump endlich Rindfleisch, in dem keine Antibiotika steckt – Fleisch von einem Tier, dessen Vorfahren an der Seite von John Wayne oder Richard Widmark in einem Western mitgewirkt haben könnten. Mehr Bio geht wirklich nicht. Nur mit dem Transport hapert es noch.

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