Wie ein Geisterspiel gelingen kann

Was gibt es Schöneres, als nach einem Tor der Schalker im Geisterspiel gegen den BVB – praktisch das Eröffnungsspiel der Geisterspielsaison, von der im Gegensatz zu den Zeiten, in denen die Zuschauer noch anwesend sein durften, niemand sagen kann, wie sie ausgehen wird – den Torjubel der königsblauen Fans beim 4:4 Ausgleich Naldos im Match vor zwei Jahren eingeblendet zu bekommen? Willkommen in der neuen Welt des Fußball ohne Zuschauer, in der die Kreativität der Sender, die die Spiele live übertragen, gefragt ist. Dieser Blog hat einige Tipps parat, wie aus einem leblosen Geisterspiel ein große Ereignis werden kann. Man muss nur so tun, als ob Zuschauer anwesend wären. Natürlich muss bei jedem Tor, das fällt, der Jubel eingespielt werden, so wie wir es aus den Sitcoms kennen, in denen ja immer viel gelacht wird. Und auch die entsprechenden Fangesänge sollten die Sender auf Lager habe. Gehen mehrere Spiele hintereinander verloren, ist es angebracht, die Fans zu fragen, ob beim nächsten Spiel bei einem entsprechenden Spielstand der Ruf „Sch… Millionäre“ eingespielt werden darf. Das würde, glaubt dieser Blog, die Anhänger ungemein freuen. Gut wäre es, wenn die Schlachtrufe und Anfeuerungsgesänge nicht nur im Fernsehen, sondern auch im Stadion zu hören wären. Das würde die Übertragung noch authentischer machen. Der Blog hält es auch für wichtig, unbedingt zu vermeiden, den Zuschauer leere Ränge zu zeigen. Sobald die Kamera auf die Tribüne schwenkt, müssen Menschen zu sehen sein, deren Outfit zur Jahreszeit und zum Verein passt (schlimm, wenn Leute in Wintersachen oder/und die falschen Fans zu sehen wären). Das größte Problem wird sein, das Interesse der Fans für ein Geisterspiel zu wecken. Die jüngsten Umfragen zeigen, dass die meisten Deutschen dagegen sind. Da die Deutschen so gerne Raten, wäre es angebracht, ihnen während des Spiels Aufgaben zu stellen, deren Beantwortung richtig lukrativ ist. Man müsste also schon vor der Übertragung damit werben, dass es während des Sehens etwas zu gewinnen gibt. Bsp. Könnte man die Zuschauer fragen, in welcher Minute Fans, die nicht Anhänger des Heimvereins sind, eingeblendet wurden. Der erste Anrufer bekommt dann eine Karte zu einem Spiel, das wieder besucht werden kann. Oder er gewinnt eine Flugreise. Natürlich hat der Blog auch an die Gesundheit der Spieler und Beteiligten gedacht – Quarantäne heißt hier die Lösung. Bei einem Mittwoch Sonnabend Rhythmus sollte das bei neun ausstehenden Spielen kein Problem sein. Welt- und Europameisterschaften laufen ähnlich ab. Ich muss sagen, dass ich mich aufs Revierderby freue. Und ich hätte nichts dagegen, wenn der Torjubel vor zwei Jahren – Sie erinnern sich, Naldo – drei- oder gar viermal gezeigt werden könnte.

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