Wenn es mit der Führung nicht funktioniert

Ohne Führung geht nichts, wie das Beispiel Corbyn, der seit seiner Wahl zum Labourchef stolz mit dem Grundsatz, nichts zu unternehmen, was die Mitglieder seiner Partei ablehnen würden (sprich er setzt nur das um, was sie wollen), hausieren geht, ohne zu merken, dass sein Stil nicht als Führung anerkannt wird, sondern die Wähler ihm sogar weniger als Boris zutrauen, was angesichts der Kapriolen, die er sich als Bürgermeister geleistet hat (sein 9. Weltwunder, die „Garden Bridge“, hat sich schon vor dem Baus als große Fehlinvestitionen erwiesen), an ein Wunder grenzt. Heute nun hat er sich endlich durchgerungen, bei einer Volksabstimmung über einen Deal, den die Tories ausgehandelt haben, für Remain werben zu wollen. Er hat aber offen gelassen, ob er noch ein Remainer sein wird, wenn er wider Erwarten gewählt werden sollte. Komplizierter geht es wirklich nicht, denn keiner weiß, was er eigentlich will. Entschiedene Führung sieht anders aus. Wer Jeremy wählt, der muss Politik studiert haben. Normalbürger sind mit dessen Spitzfindigkeiten völlig überfordert. Wenn ihn schon der Brexit zu viel abverlangt bzw. er auf diesen keine klare Antwort weiß, dann besteht wenig Hoffnung, dass er es schafft, den „Sozialismus“ im Königreich einzuführen. Dass Jeremy seine Ideen nur auf der Insel umsetzen will, sollte seine Kritiker, die ihn so sehr fürchten, besänftigen – ein Marxist ist immer auch ein Internationalist, der Corbyn definitiv nicht ist, was ihn automatisch zu einem Nicht-Marxisten macht. Außerdem braucht er viel zu lange, um eine Entscheidung zu treffen, Wenn er zum Entschluss gekommen sein sollte, Revolution zu machen, ist den meisten die Lust auf diese längst vergangen. Sich nicht als Parteiführer, sonder als -versteher zu geben macht eben nur Sinn, wenn man von Zeit zu Zeit der Öffentlichkeit den Eindruck vermittelt, über eine eigenen Meinung, die man gewillt ist, durchzusetzen, zur verfügen. Solche Gelegenheiten hat Corbyn verstreichen lassen. Und auch heute hat er den Eindruck vermittelt, er sei kein Parteiversteher, sondern jemand, den die Mitglieder vor sich hertreiben müssen, um ihn zu einer klaren Aussage zu bewegen.

CO2-Steuer hier, Ökosteuer für Reisen mit dem Flugzeug in Frankreich – es sieht so aus, als ob der Bürger für die globale Erwärmung aufkommen muss. Viel ist mit Steuern auf den Konsum bisher nicht eingespart worden. Und es ist zu vermuten, dass dies sich mit den neuen Steuern nicht ändert. Der „Barents Observer“ weiß da einen Ausweg – warum nicht die Konzerne zwingen, mehr für die Umwelt zu tun? Wenn ausgerechnet der größte Umweltverschmutzer der Arktis eine Rekorddividende zahlt, ist etwas faul mit dem Schutz der Umwelt (jeden in Russland). Eine Öko-Steuer auf den Luftverkehr veranlasst kein Unternehmen, sich moderne Flugzeuge zuzulegen. Und kein Flugzeugbauer wird aus Angst, man könne keine Maschinen mehr verkaufen, nach alternativen Antrieben, die wesentlich umweltschonender sind, zu suchen.

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