Problem erkannt, Problem gebannt (ja früher mal)

Das Problem Klimawandel, das Mitte dieser Woche, als nämlich Züricher Wissenschaftler verkündeten, man brauche nur den Wald um die Hälfte seines jetzigen Bestandes zu erhöhen, um die avisierten 1,5 Grad Erwärmung zu reißen (anders als beim Hochsprung dürfen wir nicht hinüberspringen, was ganz und gar nicht unserer olympischen Lebensmaxime (schneller, höher, weiter) entspricht – sogar ein Hindurchspringen ist erlaubt), dank deren Erkenntnis, dass die dafür notwendige Fläche zur Verfügung stehen würde, als fast gelöst erschien, ist spätestens seit gestern wieder zum Problem geworden. Da legte nämlich unsere Umweltministerin ihre Pläne zur CO2 Besteuerung, die natürlich nichts mit der Aufforstung zu tun haben, vor. Mit Sicherheit hat keiner der anwesenden Journalisten sie auf die Studie angesprochen. Und die wichtige Frau Schulze wird die Arbeit der Kommission, deren Mitglieder viel Zeit damit verbracht haben, uns eine Umweltsteuer, mit der alle leben können, zu präsentieren, nicht herabstufen, indem sie auf der Pressekonferenz erklärt, wie toll sie diesen Lösungsweg findet. So funktioniert Politik nicht. Hier gilt, die eigenen Ideen publikumswirksam der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und da kein Politiker geplant hatte, Bäume pflanzen zu lassen, befürchte ich, mit der Aufforstung wird es nicht so recht klappen, auch weil es kein (Welt)Gremium gibt, dass Vorschläge wie diesen nicht nur prüft, sondern auch umsetzt bzw. Druck auf die Politik ausübt, sie zu verwirklichen. In ein paar Jahren, wenn die Kacke am Dampfen ist, wird man sich an ihn erinnern. Aber dann ist es womöglich zu spät. Da Politiker nicht in der Lage zu sein scheinen, auf Ideen und Lösungswege sofort einzugehen, täten sie gut daran, nach Wegen zu suchen, ob und wie diese umgesetzt werden können. Man kann auch ein Problem auf die salvinische Art lösen – der plant wohl, die Köpfe der „Seenotrettung“ auszuschalten, sprich die Kapitäne der Rettungsschiffe alle unter Anklage zu stellen. Am Ende kann dann gar kein Schiff mehr einen italienischen Hafen verlassen. Der Kapitän des Schiffs, das nun Lampedusa anlaufen soll, dürfte das Schicksal Racketes erfahren – trotz Verbotes wird er einlaufen müssen, was den Behörden die Handhabe gibt, ihn festzusetzen. Er hofft darauf, dass sich niemand findet, der die Sache weiterführt. Abschreckung nennt man das wohl. Wie viele Exempel wird Salvini statuieren müssen? Ich weiß es nicht. Der Aufschrei über ihn mag groß sein, für Europa ist es aber der bequemste Weg, sich des Problems halbwegs zu entledigen. Dublin bleibt bestehen. Und kein Staat braucht Autos an die Kaimauer zu stellen, die die geretteten direkt in die Asylländer bringt.

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