Amerika – too big to fail, wie Trumps

Amerika first Politik, der nachgesagt wird, sie sei kontraproduktiv für das Land, zu bestätigen scheint – für den Schaden, den er mit seinen Entscheidungen anrichtet, müssen andere Länder aufkommen, wie der Konflikt mit dem Iran zeigt. Dass ihm die Briten, indem sie einen iranischen Supertanker, der trotz eines Embargos Öl nach Syrien liefern wollte, vor Gibraltar stoppten, auch noch helfen, die Lage zu verschärfen, sollte angesichts der Brexit-Mania niemanden wundern. Schwer zu verstehen ist nur, dass unsere Medien nicht die Mühe gemacht haben, zu prüfen, ob Syrien überhaupt in der Lage ist, die Ladung zu löschen. Lt. dem Iran verfüge das Land nämlich über keinen Hafen, der ein Schiff dieser Größe abfertigen könne. Aber danach fragt nach dem angeblichen Angriff iranischer Schnellboote auf einen britischen Tanker, der nur durch den Einsatz einer Fregatte ihrer Majestät verhindert werden konnte, niemand mehr. In spätestens zwei Wochen werden die Briten auch einen Zerstörer vor Ort haben. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis die NATO (Deutschland inbegriffen) vor der Küste patrouilliert. Amerika hat es mal wieder geschafft – obwohl alle das Iran-Embargo Trumps energisch abgelehnt haben, finden sie ich vereint vor der Küste Irans wieder, um der Welt einen hohen Ölpreis zu ersparen. Nutznießer des ganzen Kladderadatsches ist, wie kann es auch anders sein, Amerika – dessen Öl (seit neuestem schwimmt es wie zu Zeiten Standard Oils wieder darin) wird nun für andere Länder interessant, auch dank geringerer Versicherungsprämien, die sich für Tanker seit den ersten Sabotageakten auf diese im Golf verzehnfacht haben, so dass nun für die Passage der Straße von Hormus ein Aufschlag 0,25 Prozent erhoben wird. Die Asiaten werden eine weitere Eskalation des Konflikts auszubaden haben – sie müssen ihr Öl ausgerechnet bei dem kaufen, der ihnen die Suppe eingebrockt hat. (Wir haben ja unseren großen „Bruder“ Putin, der immer liefert, auch wenn in jüngster Zeit die Qualität des Öls ab und an zu wünschen übrig lässt.) Während die Banken wegen ihrer Systemrelevanz nicht scheitern dürfen, scheint Amerika dafür zu groß zu sein – der liebe Gott hat das Land einfach zu reichlich beschenkt. Und da die Amerikaner zudem noch sehr tüchtig (eines der Lieblingswörter meiner Oma) sind, wird es schwer, deren Hegemonie zu brechen. Kryptowährungen hin oder her – der Dollar lässt sich nicht so schnell verdrängen. Es müssten schon Boeing und der eine oder andere Internetriese Insolvenz anmelden, um dies geschehen zu lassen.

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