Warum wollen alle unbedingt auf See?

Eine Seefahrt, die sei lustig, heißt es, was der Blog aufgrund der Kürze seiner Überfahrt voll bestätigen kann – der Blick aufs offener Meer aus seiner Kabine suggerierte ihm, Korsika müsse noch weit entfernt sein, so dass er sich noch einmal umdrehen könne. Umso überraschter war er, als er im Restaurant feststellte, dass die Fähre bereits vor dem Hafen kreuzte. Wer für nur eine Nacht in See sticht, dem ist es egal, auf welcher Seite des Schiffes er untergebracht ist. Wäre das Schiff entlang der italienischen Küste getuckert, hätte er das große Los gezogen, da er sich über eine mangelnde Aussicht nicht beklagen hätte können. Wer vom Norden kommt, ist Backboard am besten aufgehoben. Der Boom der Kreuzfahrtschiffe ist ein Phänomen – aufgrund der Anordnung der Kabinen müsste nach jeder Fahrt die Hälfte der Passagiere unzufrieden sein, ja wegen der eintönigen Sicht – ständig das Meer zu sehen kann mit der Zeit auch nerven – sogar Geld zurückfordern. Angesichts des Verkaufs zusätzlicher Aktien beim Börsengang Vikings muss man annehmen, dass es den Passagieren egal ist, von welcher Seite sie hinausblicken, wenn das Schiff in See sticht. Dabei sein ist alles, wie bei den Olympischen Spielen, zwar ohne Wettkämpfe, dafür aber mit dem Gefühl, den Urlaub in einem olympischen Dorf, das schwimmt, verbringen zu dürfen. (Die Spiele sollten zukünftig nur in Städten, die einen Hafen haben, ausgerichtet werden. Das spart Geld und ist gut für die Umwelt.) Und ein Manko hat der Blog ausgemacht – wenn man kein Zimmer mit Balkon hat, muss man etliche Treppen steigen, um an der frischen Luft sein zu können. Zu Glück gibt es Fahrstühle, die einen zum Dach des Schiffes bringen, von wo man in alle Richtungen gucken kann. Dort oben wäre der Blog wohl der ganzen Tag, müsste er eine Seereise mitmachen. Zum Glück wird man dazu nicht gezwungen. Da lt. CNBC es billiger sei, seinen Urlaub auf einem Schiff statt in einem Hotel zu verbringen, kann der Blog sogar ganz froh über den Trend sein – die Seetouristen sorgen zusammen mit den Campern dafür, dass die Hotelpreise nicht noch weiter nach oben schnellen. Macht weiter so.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert