Übersetzen ist wirklich nicht einfach

I was stacking someone’s tacky luggage when the door behind me swept open. My loins trembled as the scent of toupee adhesive and spray tan swept through my nasal cavity. I wanted nothing more than to turn around and see the golden god behind these scents, but I couldn’t move. I was frozen.

„Ich stapelte Gepäck, das auf mich protzig wirkte, als die Tür sich hinter mir öffnete. Meine Lenden bebten, als meine Nase Toupet Kleber und Bräunungsspray ausmachte. Ich wollte nichts anderes, als mich umzudrehen, um den goldenen Gott, von dem dieser Duft ausging, zu sehen. Ich war versteinert.“
Haben Sie erkannt, aus welchem Roman die Zeilen stammen? Es ist natürlich Weltliteratur, die im Deutschen noch nicht erschienen ist, da diese erst vor ein paar Tagen veröffentlicht wurde. Da sich außerdem noch kein Kritiker des Werkes angenommen hat, ist es fast unmöglich, den Titel zu wissen. Aber wenigstens kann man einen der beiden Protagonisten erraten. Als Kinder hätten wir zu ihm „Locke“ gesagt. Man kann ihn auch als verhinderten Elvis Presley bezeichnen. Na, dämmert es? Es handelt sich um Trump, dessen Abenteuer mit einem Hotelpagen in Hongkong in einem Roman, der vermutlich zu den kürzesten, die je veröffentlicht wurden, gehört, beschrieben werden. 10 Seiten reichen dem Autor für die Liebesstory („Trump Temptation: The Billionaire & The Bellboy). (Und da kann man sicherlich immer noch das eine oder andere wegstreichen) Und nur 4 Stunden hat Elijah Daniel an seinem Roman gesessen. Ein Übersetzer, egal, in welche Sprache er das übersetzt, kann davon nur träumen. Als ich mich an die vier Sätze machte, habe ich gemerkt, wie schwer es ist, die richtigen Worte zu finden. Dabei kommt es sehr auf den eigenen „Geschmack“ an. Während die meisten das Wort „protzig“ vor dem Substantiv gelassen hätten, habe ich entschlossen, einen Nebensatz zu bilden – zum einen weil es im Gegensatz zu einem Auto oder Haus ungewöhnlich ist, protziges Gepäck zu haben (es ist auch gut möglich, dass es wegen der Menge als protzig eingestuft wird), zu anderen um herauszustellen, dass der Page dem Gast nicht wohlgesonnen ist. Das ändert sich, als er die beiden speziellen Düfte, die ein Unwissender nicht einzuordnen weiß, wenn er diese zu riechen bekommt, wahrnimmt. Je kürzer, desto besser wirkt der Satz. (Vorsicht mit dem Gebrauch des „Bräunungssprays – dieses Wort nimmt der Duden erst auf, wenn Trump zu Präsidenten gewählt ist. Es heißt, sich zu gedulden.) Je mehr Wörter, desto weniger wirkt der Überraschungseffekt. Ein weitere Grund, warum ich mich für diese Variante entschieden habe, liegt am von – ich mag es nicht besonders. Der zweite Satz ist wohl der schwerste. Wenn man den nicht kürzt, ist man ziemlich verloren. Die Sätze drei und vier sind einfacher. Nur weiß ich nicht, ob es einen „goldenen Gott“ gibt. Sicherlich gibt es eine besser Umschreibung. Da wir uns Gott immer als alten Mann, der einen grauen Bart trägt, vorstellen, wäre es vielleicht angebracht, ihn als Adonis-Gott zu bezeichnen.

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