Die AfD kann Chinatown in Halle nicht verhindern

Amerika hat Donald Trump, Deutschland Uwe Jung, und während sich der Erstgenannte, ganz nach dem amerikanischen Mythos, der besagt, man könne es durch harte Arbeit weit bringen (vom Tellerwäscher zum Millionär), nun dank seiner harten Arbeit, die vornehmlich darin bestanden hat, jede Chance, sich im Fernsehen zu präsentieren, wahrzunehmen, guter Hoffnung sein darf, Präsidentschaftskandidat er Republikaner zu werden, ist der Deutscher vom Glück gebauchpinselt worden – ohne eigenes Zutun ist er in die Schlagzeilen, die mindestens 3 Prozentpunkte bei den Wahlen in Rheinland-Pfalz wert sind, geraten. Die Welt ist eben ungerecht. Neu ist nur, dass ausgerechnet jene, die für eine gerechtere Welt kämpfen, die Bescherung zu verantworten haben. Bedacht wurde, wie kann es auch anders sein, der Gegner. Die bessere Position hätte dieser sich mal schön alleine erarbeiten sollen. Dazu hätte der AfD-Vertreter in der Fernsehdebatte der Spitzenvertreter Gelegenheit gehabt, wenn nicht die SPD nicht auf die törichte Idee gekommen wäre, ihn aus der Runde zu kicken. Was 20 Millionen € Spendengelder nicht schaffen, bekommt die alte Tante hin. In den USA würde kein republikanischer Mitbewerber auf die Idee kommen, zu fordern, Trump von den Diskussionen auszuschließen. Vermutlich wird auch Clinton gegen ihn im Fernsehen antreten, sollte bei den Republikanern durchkommen. In Amerika ist es Trump, der Menschen, die ihm nicht passen, rausschmeißt. (Bei einer Wahlkampfveranstaltung haben jüngst dessen Ordner eine muslimische Frau mit Kopftuch aus dem Saal begleitet. Ganz friedlich. Sie ist gegangen, ohne Tamtam bei ihren Rausschmiss zu machen. Das verdient Respekt.) Jeder blamiert sich eben so gut er kann. Kurioserweise ist Junge, mit dem Dreyer, die für die SPD ins Rennen geht, nicht zu diskutieren wünscht, Oberstleutnant beim Bund. Wie kann sie sich ihm verweigern, wenn sein Dienstherr keinen Grund sieht, ihn wegen seiner Äußerungen zu feuern? Bedingt durch seinen Job (Kommunikationsdezernent) ist er rhetorisch recht begabt. Ich würde mich nicht wundern, wenn er bald in einer der etablierten Talkrunden zu sehen wäre.

Hat Halle bald das höchste Chinatown der Welt? Dann vermutlich ohne Chinesen. Aber wer weiß, vielleicht bringt der Investor aus Hongkong Einheimische mit. Bevor man zum Rot-Chinesen wird (50 Jahre formale Unabhängigkeit sind schnell um), zieht man lieber nach Halle. Da in Hongkong alles sehr hoch ist, verwundert es mich nicht, dass die Chinesen „Wolkenkratzer“ errichten wollen. Ausgerechnet den verkehrsreichsten Platz der Stadt haben sie sich ausgesucht. Da sie den Lärm gewohnt sind (vermutlich brauchen Asiaten den Krach, um schlafen zu können), ist die Wahl ein weiteres Indiz für deren Kommen. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen einzuwenden. Der Stadt wird es jedenfalls gut tun, als Basis für deren Aktivitäten in Europa zu dienen. Nirgendwo sonst könnten so viele Chinesen (für 5000 ist mindestens Platz) auf einem so engen Raum mitten in einer Großstadt nahe des Bahnhofs leben. Hauptsache unser Oberbürgermeister verkackt es nicht – dessen Äußerung, deren Ernsthaftigkeit an konkret vorliegenden Kaufverträgen festzumachen, ist unangebracht und zudem noch unsinnig.

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