Über O’Tacos und Sauerkraut-Tacos

Würden Sauerkraut-Tacos das Ende des Burger Imperialismus einläuten? Dazu müssten sie erst einmal erfunden werden, was an der Aufgabe, den Burger Kolonialismus zurückzudrängen (eine pathetische Unabhängigkeitserklärung, die besagt, das er das Land verlassen habe, wird es wegen vielen McDonalds-Jünger, die sich von ihn haben korrumpieren lassen, nie geben), noch die leichteste Übung ist – Curry, Curcuma und Muskat machen das Kraut zu einem kosmopolitischen Gericht, das auf allen Kontinenten gegessen wird. Einzig und allein das Klima – rohes Sauerkraut am Äquator zu verkaufen wäre eine der schlechtesten Geschäftsideen, die man haben kann – könnte den globalen Erfolg des Kraut-Tacos verhindern, wenn da nicht unsere Essgewohnheiten wären – diese Art der Tacos machen nicht satt, sondern hungrig, was selbst eingefleischte Vegetarier, die glauben, sie würden mit ihrem Vegetarismus der Welt einige Zehntel Grad ersparen, zugeben müssten. Während die Afrikaner und Vegis sich mit einem Sauerkraut-Kochbananen-Taco zufrieden geben würden (ich vermutlich wegen der Gewürze auch), ist der normale Europäer wesentlich anspruchsvoller, jedoch nicht lernresistent, wie der Erfolg O‘Tacos in Frankreich zeigt. Die verkaufen keine großen Brötchen mit viel Fleisch, sondern mit einer „dose de viande“, was den Anschein erweckt, dass die Tacos nicht nur satt machen, sondern es sich auch um eine Medizin, die vermutlich alle Krankheiten bekämpft, handeln muss. Das Fotos des Guardians, das uns einen Einblick in das Innenleben eines französischen Tacos ermöglicht, lässt erahnen, dass man dieses Produkt wahrlich nicht als Medizin bezeichnen kann. Dafür macht es satt, satter als es je ein Burger vermag. Deshalb ist es auch so beliebt in Frankreich. O‘Tacos hat sogar für jedes seiner Produkte einen (siehe Einstiegsseite). Ganz ohne Amerika geht es aber dann doch nicht – auch Coca-Cola wird besungen. Ich bin gespannt, wann es die Franzosen nach Deutschland verschlagen wird. In Brooklyn ist man ja schon. Dass ausgerechnet in Frankreich, über das gesagt wird, die Leute dort hätten keine Lust, sich als Unternehmer auszuprobieren, sich eine Kette, die McDonalds den Rang abzulaufen scheint, bilden kann, ist schon erstaunlich. 2007 ging es los. Laut Wiki arbeiten in den Franchise-Ablegern rund 1000 Leute. Nun ist es an der Zeit für deutsche S-Tacos. Alle Zutaten natürlich als Dosis. Ziel ist es, ein Produkt an den Markt zu bringen, das sowohl gesundheits- als auch klimaneutral ist. Und was natürlich schmeckt. Und satt macht.

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