Trump, der ewige Ruhm und Drewermann

Armer Trump, denn wenn er schon einmal im Amt ist, dann will er nicht nur als Präsident, der sich von seinen Vorgängern kaum abhebt, in die Geschichte eingehen, sonders als einer, der sich mit den großen Führern seinen Landes messen kann. An Lincoln möchte er schon herankommen. Besser noch, in einem Atemzug mit Roosevelt genannt zu werden, was natürlich ungeheuer schwer, auch weil nach der Vielzahl der Kriege, die dessen Vorgänger mit mäßigen Erfolg führten, die Schlacht als Mittel für ein Rendezvous mit dem Ruhm kaum mehr taugt. Das war unter Friedrich noch ganz anders. Der hatte das Glück, einen Vater zu haben, der zwar als „Soldatenkönig“ in die Geschichte einging, es jedoch tunlichst unterließ, seine langen Kerls in einen Krieg zu schicken. Wäre er seinem Vater gefolgt, hätte ihn die Welt schon längst vergessen. Das konnte Trump, als er Bolton, den Mann mit den Krallen unter dem Bart, vor anderthalb Jahren anheuerte, nicht wissen. Oder er wollte es nicht. Gut möglich, dass Trump damals am Ruhm noch nicht so sehr interessiert war. Das muss sich geändert haben, denn im Laufe der 15 Monate hat sich Bolton immer mehr als „Ruhm-Verhinderer“ entpuppt – alle Auseinandersetzungen, die Trump auf dessen Geheiß angefangen hat, haben seinem Image schwer geschadet. Als nun noch die Verhandlungen mit den Taliban scheiterten, muss es Donald gereicht haben – Bolton musste weg. Und da Netanjahu im Glauben, Wähler gewinnen zu können, heute verkündet hat, weite Teil des Jordantals zu annektieren, sind Trumps Chancen, als Präsident, der der Welt den Frieden gebracht hat, in die Geschichte einzugehen, gegen Null gesunken. Noch ist es nicht zu spät, zu versuchen, als Friedenspräsident im Gedächtnis der Menschen zu bleiben. Er muss sich nur für den richtigen Mann entscheiden, was angesichts der vielen Berater, die ihm unaufhörlich einreden, die bisherige Politik fortzuführen, leichter gesagt als getan ist. Ich kenne nur einen, der Trump helfen kann, und das ist Drewermann. Ob Nichtangriffspakt mit Kim, Friedensvertrag mit dem Iran, der Versöhnung mit Putins Russland oder der Anerkennung Kubas – der Mann aus Paderborn würde es hinbekommen. Will Trump wirklich Geschichte schreiben, muss er einen wie Drewermann holen. Aber selbst wenn es, was ich arg bezweifle, Leute wie ihn in den Staaten geben sollte, hätte er keine Chance, zu ihm vorzudringen.

PS: Ich muss mein Urteil über Die Linken ein wenig revidieren – heute hat deren Oberbürgermeisterkandidat kurz nach 6:00 Uhr kleine Esspakete am Bahnhof verteilt. Volksnaher geht es nun wirklich nicht. Als Eigenversorger habe ich natürlich keines annehmen können.

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