Streng bei Nord Stream, soft bei Tesla

Der Blog weiß zwar nicht, wie hoch die Summe sein würde, die die Unternehmen, die in Nord Stream investiert haben, als Schadenersatz gegenüber dem Staat im Falle eine Baustopps geltend machen können (lt. eines Artikel der Welt, der dem Blog nicht zugänglich ist, soll das ein beträchtlicher Betrag sein), dafür kann er sagen, wohin die Milliarden, die Merkel an Russland zu zahlen hätte, fließen würden – in neue gigantische Erdgasprojekte in der Arktis, die Nord Stream um Längen übertreffen werden. Wer dem Kreml unterstellen will, für die Vergiftung Nawalnys verantwortlich zu sein, der kann das Argument in den Ring werfen, dass die Russen unbedingt aus dem Pipelinegschäft wollen, um mit frischem Geld aus den Schadenersatzprozessen neue Projekte zu finanzieren, die, aufgemerkt liebe Grüne, für die Umwelt weitaus schädlicher als die Leitung sind (Stichwort LNG). Die Russen haben ja Erfahrung in Nullsummenspielen – als Hollande wegen der Krim die Mistrals nicht herausrückte, währte der Trübsinn nicht lange, denn zum einen war ihnen klar, dass sie das Geld zurückerhalten würden, zum anderen entsprachen die Schiffe nicht den Vorstellungen der Marine (ein Kauf aus Gefälligkeit, auch wenn hoher russischer Militär behauptete, dass mit den Schiffen der Krieg mit Georgien nur wenige Stunden gedauert hätte). Bei Nord Stream ist es ähnlich – lt. Wiki wird sich die Leitung nie amortisieren. Und da die Verbindung nach der Einverleibung der Krim geplant wurde, kann man davon ausgehen, dass die Russen im Falle eines Baustopps gut abgesichert sein werden. Ein Baustopp bestätigt nur die Ansicht des Kremls, man könne sich nicht auf den Westen verlassen. Putins Politik, die Wirtschaft so autark wie möglich zu machen, würde fortgesetzt werden. Jetzt fragen noch Leute, ob das Sinn macht. Ein Stopp würde auch die Zweifler davon überzeugen, dass Russland sich nur auf sich selbst verlasen kann. So wie das Amerika, das Trump vorschwebt. Der mag das Projekt so wenig wie Röttgen. Aber im Gegensatz zum Deutschen, der glaubt, die Russen bestrafen zu können, weiß man bei Donald nicht, ob er mit seiner Forderung nicht Putin einen Gefallen tun will – sozusagen ein Dankeschön für die Wahlkampfhilfe. Natürlich will er, dass wir mit seinem Erdgas heizen. Und vermutlich hätte er nichts dagegen, wenn ab und zu auch ein russischer Gastanker, der in der Arktis geladen hat, hier seine Ladung löschen darf. Wenn er doch auch nur so streng zu den eigenen Landsleuten wäre. Während er gegen „ökologische“ Gas aus der Pipeline zu Felde zieht, stört er sich nicht daran, wenn Amerikas Vorzeigefirma Tesla Metalle von einer russischen Firma, die berüchtigt für ihre Umweltzerstörung ist, bezieht. Vielleicht weiß er gar, dass es die Arktis gibt? Ein Mann, der jedes Wochenende in Florida verbringt, kann das vielleicht gar nicht wissen.

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