Spider-Man – ein Gutmensch par excellence

Bloß gut, dass Henrik M. Broder kein Kinokritiker ist – wäre er einer, müsste er Spider-Man verreißen, denn als Inkarnation des Gutmenschen übertrifft er alle, an denen er sich abgearbeitet hat, als er noch für den Spiegel schrieb. Angesichts dessen Edelmut wird Claudia Roth, als emanzipierter Vorzeigegutmensch nicht rein zufällig eine seiner Lieblingsgegnerinnen, zu Staub. Vielleicht tut der Blog ihm Unrecht. Vielleicht schreibt er jetzt über andere Dinge. Auffällig ist aber, dass kaum noch jemand das Wort „Gutmensch“ nutzt, seitdem er sich hinter einer Bezahlschranke versteckt hat. Man braucht jedoch nicht zu fürchten, dass jemand auf die Idee kommt, Spider-Man als Gutmenschen zu beschimpfen. Selbst Trump wird sich hüten, ihn zu diskreditieren. Der Mann ist eine Ikone. Es kommt eben immer darauf an, wer Gutes tut. Natürlich ist Spider-Man kein gewöhnlicher Gutmensch. Wäre er das, würde man ihn nur in Programmkinos sehen können. Angesichts dessen Tatendrang und Abenteuerlust könnte sich der Blog schon vorstellen, dass sich der eine oder andere Prominente herausgefordert fühlt, ihm nachzueifern. Die Ankündigung Baerbocks, wegen des Friedens willen in der Ukraine in einem Schaukampf Putin im Judo auf die Matte legen zu wollen, wäre ein unwiderlegbarer Beweis, dass sie den Film geschaut hat und nun wie die alten Rittersleut im Kampf Mann gegen Mann die Welt zu verändern gedenkt. Dass der Blog nicht mit dem Gefühl den Saal verließ, nun etwas Großes, das der Menschheit nutzt, verbringen zu müssen, lag daran, dass er zu gut unterhalten wurde. Und natürlich am wiedereröffneten Stammkino, dessen neuer Betreiber sich zur großen Überraschung des Blogs entschlossen hat, die Filme pünktlich auf die Minute beginnen zu lassen. Wider des akademischen Viertel im Kino. Kein langes Warten mehr, bis der Film beginnt. (Deshalb wird in der hiesigen Tageszeitung das Programm wohl als „digitale“ Vorstellung angekündigt). Apropos Wartezeit – geht der seit langem herbeigeredete Krieg in der Ukraine nun wirklich los? Das Videos Youtubes, mit dem die Prawda ihren Bericht über russischen Truppenverbände hinter der Grenze des Abschnitts, der von den Rebellen gehalten wird, untermauert, lässt das vermuten. Dass der Blog trotzdem optimistisch bleibt, liegt an Scholz, bei dem er Züge Spider-Mans ausgemacht haben will. Er hat, sehr zum Ärger der Grünen, die Pipeline als „privatwirtschaftliches Vorhaben“ bezeichnet. Natürlich reicht dies noch nicht, um ihn als wahren Spider-Man oder Ritterleut bezeichnen zu können. Wer Putin besiegen will, der muss ihn zu Tode umarmen. Sanktionen, wie sie Habeck vorschlägt, verschlimmern die Lage nur. Vielleicht steckt auch das Kalkül dahinter, Russland möge ein Politik betreiben, die dem Westen erlaubt, das Land zum Buhmann am Klimawandel zu machen. Angesichts der gigantischen Erschließungsprojekte für Gas und Kohle ist es auf dem besten Weg, einer zu werden.

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