Sind leere Regale gut fürs Klima?

Leere Regale im Brexitland – selbst die glühendsten EU-Europäer hätten sich nicht vorstellen können, dass man mal ins Mutterland des Kapitalismus fahren muss, um zu erfahren, wie man in der DDR eingekauft hat. Dank des Brexits herrscht im Königreich nun große Leere. Ist London nun der Ort, wo man „Ostalgie“ tanken kann? Ein Versuch wäre es wert. Jedoch kann man das auch billiger haben – lt. Wainwright lässt der Besuch des Berliner Stadtschlosses einen schon nostalgisch werden. Er meint natürlich den Palast der Republik, nach dem man sich sehne. Leere Regale hat er natürlich nicht im Sinn. Nach denen hat niemand verlangen. Aber vielleicht gewöhnt man sich ja an sie. Das werden die Briten wohl müssen, denn lt. einiger Unternehmer könne der Mangel an Lebensmitteln nicht abgestellt werden. Und Touristen wird womöglich nichts anderes übrig bleiben, als sich mit einem großen Stullenpaket, von dem man einige Tage leben kann, auf die Insel zu begeben. Das klingt nach Abenteuerurlaub. Und wenn der nicht das verspricht, was man sich erwartet hat, dann kann man sich immerhin damit trösten, die Rückreise mit ein paar Pfunden weniger antreten zu dürfen. Werden die Briten nun auch ihre „friedliche Revolution“ starten? Schließlich war es vor allem die Mangelwirtschaft, die die Leute auf die Straßen trieb. Aber haben sie überhaupt die Courage, sich einzugestehen, dass sie einen Fehler gemacht haben? Die noch wichtigere Frage ist, ob leere Regale aus ökologischer Sicht nicht Sinn machen. Im Augenblick ist ein Heer vom Menschen damit beschäftigt, dafür zu sorgen, dass nirgendwo etwas fehlt. Dafür sind tausende LKW ständig mit Ware unterwegs. So wie in Deutschland kein Joint mehr ausgehen darf, so muss ein Regal immer gut gefüllt sein, koste es, was es wolle. Nun wird erst einmal alles aufgebraucht, bevor Nachschub kommt, was dazu führt, dass man sich mit dem Begnügen muss, was noch da ist. Als ich gestern gegen 19:00 Uhr einkaufte, entsprachen nur die Mangos nicht meiner Vorstellung. Wie sieht ein Tesco-Markt um 19:00 Uhr aus? Würde es helfen, während des Einkaufs sich mit dem Gedanken, „es war einmal ein Land, in dem Milch und Honig flossen“, zu trösten? Glücklich der, dem in diesem Moment Baerbrock energisch mit den Worten „leere Regale sind ökologisch sinnvoll, leere Regale sind ökologisch sinnvoll, ..“ antwortet. Die muntern auf. Eine Depression kommt so gar nicht erst auf. Die lässt sich im Augenblick nicht leicht bekämpfen – den Pubs geht oft das Bier aus.

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