Selenskyj hat mehr preisgegeben, als ihm lieb sein kann

Gibt es denn keinen in der Entourage des ukrainischen Präsidenten, der dessen Briefe gegenliest? Wenn das der Fall sein sollte, dann beschränkt sich das Gegenlesen nur auf das Finden von Fehlern, nicht aber auf den Inhalt, der nur das bestätigt, was der Blog längst weiß, nämlich dass Selenskyj denkt, mit spektakulären Aktionen den Krieg gewinnen bzw. die Russen beeindrucken zu können. So laufen Kriege aber nicht. Nach mehr als 4 Jahren sollte er das begriffen haben. Es ist nicht das erste Mal, dass Selenskyj glaubt, er habe Putin einen schweren Schlag zugefügt. Kursk war ein ähnlicher Fall – statt seine Leute zurückzuholen, als es nicht mehr weiter voran ging, hat er die Order gegeben, sich einzugraben, wohl in der Hoffnung, der Nationalstolz der Russen geböte es, unter allen Umständen den Landstrich so schnell wie möglich zurückzuerobern. Da die Russen nichts dergleichen taten, muss Selenskyj schon nach einigen Tagen klar gewesen sein, dass er sich selbst eine Falle gestellt hat – Soldaten, die woanders hätten eingesetzt werden können, mussten in Kursk verharren. Da ist er wie der Führer, der sich strikt geweigert hat, Truppen zurückzunehmen. Warum soll Putin beeindruckt sein, wenn nach einem Tag der Spuk vorüber ist, sprich die Ukraine nicht in der Lage zu sein scheint, weitere Drohnenangriffe zu starten? Dass die Drohnen sich wieder über den baltischen Luftraum herangeschlichen haben dürfte auch nicht dazu beitragen, Furcht auszulösen (der Schaden an der Korvette, die in einer Werft lag, dürfte schmerzen). Der Brief vermittelt den Eindruck, als sei jemand Größenwahnsinnig geworden. Auf alle Fälle hat der Absender den Bezug zur Realität verloren – seine Generäle hätten ihm gemeldet, im Mai seien 30.000 Russen gefallen oder schwer verwundet worden. Das glaubt niemand, schon wegen des Austauschverhältnisses gefallener Soldaten – 1000 Ukrainer und 41 Russen. Seine „Werber“ erwähnt er nicht – Stichwort „Forced Conscription“ (die Einschätzung Dr. Petros, auch bezüglich der Schäden, die die Ukrainer verursachen, ist wesentlich realistischer als die des Staatschefs). Der Blog hat nur eine Erklärung, warum man Männer, die nicht kämpfen wollen, holt – die werden ganz Vorne an der Front in die Gräben gesetzt. Dort bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als sich zu verteidigen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert