Ist Europa für junge Russen noch so attraktiv, wie v.d.Leyen glaubt?

Ist Europa noch so verlockend, dass junge Menschen eine Revolution wagen? Von der Leyen hätte sicherlich nichts dagegen, wenn es soweit kommen würde. Der Blog sieht das etwas nüchterner. Was sie da anzuzetteln versucht, hat eher mit einem Aufstand jener zu tun, die zwar teure Karten für ein Fußballendspiel haben, jedoch aus unerfindlichen Gründen nicht ins Stadion gelassen werden. Den Fans der Reds erging es 2022 so. Wenn allen, die seit Beginn des Krieges in der russischen Armee gedient haben, untersagt werden soll, nach Europa einzureisen, ist klar, was man sich in Brüssel erhofft – die jungen Wehrpflichtigen, von denen keiner in der Ukraine kämpft (die dürfen nicht eingesetzt werden), sollen schlicht und einfach ihre Einberufungsschreiben ignorieren. Im günstigsten Fall gehen sie auf die Straße (ähnelt ein bisschen dem Vorgehen der USA und Israels im Iran). Vermutlich denkt man in Brüssel noch, Russlands Städte sehen noch so wie am Ende des Kalten Krieges vor mehr als 35 Jahre aus. Dass Moskau in puncto Nahverkehr in einer völlig anderen Liga spielt, hat man dort noch gar nicht bemerkt. Sollte, was sehr wahrscheinlich ist, diese Sanktion keinen Erfolg haben, bliebe von der Leyen nur noch, dass gesamte russische Volk auszuschließen, was Brecht, würde er noch leben, arg missfiele. Um Erfolg zu haben, müssten erst einmal Sanktionen aufgehoben werden, wie bspw. jene, die untersagt, dass man direkt nach Russland fliegen kann. Der Blog würde Russen, die zu uns kommen, ein Begrüßungsgeld, das sich im Osten bestens bewährt hat, gewähren. Für 40 DM setzt sich kein Russe ins Flugzeug. Da muss die EU erheblich aufstocken. Dem Blog erscheint diese Waffe erfolgversprechender als alles, was Europa den Ukrainer zu liefern gedenken. Ein bisschen Eigennutz ist auch im Spiel – die Russen haben sich vorgenommen, ihre Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Moskau und Petersburg just im Jahr, in dem auch der neue Bahnhof in Stuttgart übergeben werden soll, in Betrieb zu nehmen. Als Eisenbahnfan weiß man gar nicht, wo man dann hinfahren soll.

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