Scheintoter – würde eine Bundestagsabgeordnete im Dschungelcamp mitmachen?

Früher war alles anders, denn da hat erst ein Machtwechsel die Leichen im Keller, die jede Regierung, auch wenn die Wähler ihr nur eine Amtsperiode zubilligen, liegen hat (Politik ist eben ein knallhartes Geschäft), zum Vorschein gebracht. Und wenn trotz intensiven Schnüffelns kein Verwesungsgeruch festzustellen war, musste der ganze Keller auf den Kopf gestellt werden. Presslufthammer und Spitzhacke waren bei der Suche unverzichtbar. Heute ist das nicht mehr der Fall – es bedarf keinen Wechsel mehr, ja man bringt die Toten nicht einmal mehr in den Keller, sondern legt sie dort ab, wo sie niemanden stören. Wichtig ist nur, nicht zu vergessen, wo man sie aufgebahrt hat.

Kaum hatte Obama gewonnen, erinnerten sich die Medien eines Toten namens „Fiscal Cliff“, der seit gestern wieder quicklebendig ist, es sich also um einen Scheintoten handelt. Immer, wenn ich erfahre, jemand sei nicht richtig tot gewesen, muss ich an die „Ruhe Sanft GmbH“ – mit Peter Lorre in Hochform – denken (der Originaltitel „The Comedy of Terrors“ ist nicht so schön). Kräftiger den je könnte der von den Toten auferstandene genauso ein Chaos auslösen wie Basil Rathbone im Film, jedoch wird einem das Lachen mit Halse stecken bleiben – es drohen Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in einem Umfang, der lt. Meinung der Experten zur Rezession führen wird. Wenn es ganz schlecht läuft, winkt dem Sieger also ein Preis, den er nicht ablehnen kann, nämlich der Sprung von einer Felskippe ins Ungewisse. Diesen Adrenalinkick braucht Obama wirklich nicht. Bis gestern hatte ich gedacht, er könnte sich um Dinge wie den Klimaschutz oder die Beseitigung der Schäden durch Sandy kümmern. Stattdessen muss er mit den Republikanern übers Geld verhandeln.

Welche deutsche Bundestagsabgeordnete würde ins australische Dschungelcamp gehen? Freiwillig meldete sich niemand. Dürften die Menschen abstimmen, wer zu gehen hat, müssten sie eine Frau wählen, die mit Nadine Dorries, die den Eindruck erweckt, als ob sie seit 10 Jahren mit Krokodile Dundee verheiratet wäre, konkurrieren kann (die geht, ohne das Einverständnis ihrer Wähler eingeholt zu haben).

Darauf würde jedoch niemand achten, denn Claudia Roth, der überhaupt kein Safari-Look steht, wäre die bedauernswerte Person, die im Dschungel hausen müsste. Die meisten Männer mögen sie nicht. Viele würden sogar riskieren, wegen mehrmaliger Stimmenabgabe und der Nötigung Verwandter und Untergebener, ihren Namen anzukreuzen, vor Gericht zu landen, und das in der Hoffnung, der Urwald möge in Panik geraten, wenn sie ihn betritt. Ganz unbegründet sind deren Vorstellungen nicht – niemand weiß, wie wilde Tiere auf den Roth-Look – bayerische Tracht (mit Hut habe ich sie noch nicht gesehen) und Farben, die meistens nicht miteinander harmonieren – reagieren werden. Wenn man mich nötigte, zu wählen, würde ich ebenfalls für sie stimmen, dies aber in der Überzeugung, dass sie den Bundestag anständig vertreten würde.

Haben Sie schon jemanden ein schönes Weihnachtsfest gewünscht? Mein Haarwuchs ermöglichte mir, schon vorgestern meiner Friseurin ein Frohes Fest zu wünschen (vermutlich als erster). Nun bin ich gespannt, wie lange es dauert, bis ich wieder Grüße ausrichten kann. Armer Christiano Ronaldo – was macht er, wenn er nicht mehr zum Friseur muss? Für ihn wäre es ein Alptraum, wenn seine Friseuse, die natürlich eine Peluquera oder gar Coiffeuse ist, ihm schon jetzt Alles Gute für das neue Jahr wünschen würde.

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