Schalke – zu schwache Stars?

Bei 6 Gegentoren im letzten Jahr in derselben Runde zu Hause war es vermutlich zu vermessen, zu glauben, Schalke könnte dafür sorgen, dass sich diesmal das Gastspiel des Balletts aus Madrid in Deutschland auf nur einen Auftritt beschränken wird. 26 Minuten hat dieser Traum gewährt. Dann hat Ronaldo hat ihn mit seinem Kopf zunichte gemacht. Unglücklicherweise hat Schalke, indem Aogo die Flanke nicht verhinderte und Matip nicht nah genug am schönsten Fußballer der Welt war, kräftig mitgeholfen. Mit dem Tor war die Selbstsicherheit der Spieler dahin. Nervosität und Fahrigkeit machten sich breit. Selbst einfache Pässe kamen nicht mehr beim Mitspieler an. Die Bälle versprangen häufiger als sonst. Wer zu diesem Zeitpunkt dachte, das Debakel vor einem Jahr könnte sich wiederholen, hatte sicherlich die kritische Situation, in der sich Schalke befand, richtig eingeschätzt. Dass es nicht so kam, hat der Klub seinem Torwart, einem 19-jährigen, der aufgrund des Verletzungspechs der Stammleute spielen durfte, zu verdanken. Wellenreuther erhielt mit drei guten Paraden, bei einer hatte er das Glück, den Ball, der unter seinem Bein schlitterte, anschließend robend am Überschreiten der Linie hindern zu können, die theoretische Chance, noch den Ausgleichstreffer zu erzielen. Fast wäre das auch gelungen – Platte, der für Huntelaar gekommen war, knallte den Ball an die Latte. Da die Hoffnung, Schalker könnte sich noch einmal eine derart gute Chance erarbeiten, ziemlich gering war, hielt sich die Enttäuschung, dass Real 6 Minuten später, nämlich in der 80. Minute, die Partie endgültig entschied, in Grenzen. Marcelino hämmerte den Ball ins rechte Eck. Was hat sich seit letztem Jahr geändert? Erst einmal haben die Spieler vier Tore verhindert. Angesichts vieler verletzter Spieler würde ich das als Fortschritt werten, wenn ich nicht das Gefühl hätte, dass ausgerechnet die Stars die größten Probleme bereiten. Da ist zum einen Huntelaar, von dem ich den Eindruck habe, dass er technisch zu schwach ist, um gegen gegen die Topklubs eine Chance zu haben. Die Verletzung hat er sich zugezogen, weil er den Ball zu weit abprallen ließ. Dadurch war er gezwungen, volles Risiko zu gehen, sprich er musste sein Bein weit ausstrecken, um ihn zu erreichen. Damit steigt auch die Gefahr, bei einem Tackling verletzt zu werden (wie eben heute). Bei Platte sieht das wesentlich eleganter aus. Dessen enge Ballführung hat mir imponiert. Daher hat er das Spielgerät auch wesentlich seltener als Huntelaar verloren. Boateng hat mich auch nicht überzeugt. Ähnlich wie Huntelaar lässt er die Kugel zu weit abtropfen. Der Ball ist nicht eng genug am Fuß. Gescheite Pässe von ihm habe ich auch vermisst. Meier verspricht da viel mehr. Di Matteo hätte ihn heute von Beginn an bringen müssen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.