Sánchez – sind Linke bessere Krisenmanager?

Cool, cooler, Sánchez – beeindruckend, wie gelassen und ruhig die spanischen Behörden auf den Ansturm abenteuerhungriger Jugendliche, die auf großen LKWs zum Startpunkt des Wettschwimmens gekarrt wurden, reagiert haben. Auch wenn die beiden Videos – hier und hier – den Eindruck vermitteln, dass es sich um ein und denselben Truck handelt, müssen angesichts der zig tausenden, die es nach Ceuta geschafft haben, etliche dieser Ungetüme im Einsatz gewesen sein. So schlau wie Rommel, der in Tripolis seine Panzer mehrmals an sich hat vorbeifahren lassen, um die Briten zu beeindrucken, sind jene, die diesen Coup organisiert haben, sicher nicht. Da die Spanier sicher darüber im Bilde waren, was sie erwarten würden, macht deren Entscheidung, gerade einmal 60 Soldaten zu schicken, durchaus Sinn. Mit hunderten Bereitschaftspolizisten vor Ort wäre die Versuchung groß gewesen, die Abenteurer aus der Stadt zu prügeln – mit vermutlich verheerenden Folgen (das hätte so wie in Troja enden können). Statt Straßenschlachten und Tränengas zu wählen, hat Sánchez sich dafür entschieden, die Jugendlichen bestimmen zu lassen, wann sie die Stadt verlassen wollen. Die Hälfte jener, die in die Stadt geschwommen sind (in den Nachrichten ist gesagt worden, dass dies bis zu 4 Stunden dauern könne), sollen schon die Heimreise, die bestimmt nicht so aufregend wie die Hinfahrt wird (gut möglich, dass man in Marokko noch trampt), angetreten haben. Mehr werden folgen, auch weil die Polizei peu à peu härter gegen sie vorgehen wird. Dennoch wird es einige Tage dauern, bis alles wieder normal ist. Höchst ausgeschlossen, dass Dobrindt auch nur einen jener, die es zur deutschen Grenze schaffen, an der Einreise hindern kann. Die Polizisten sollten lieber für andere Aufgaben eingesetzt werden. Wegen der bevorstehenden Wahlen wird das jedoch nicht geschehen. Ganz im Gegenteil, niemand sollte ich sich wundern, wenn für Ceuta-Invader Sonderprämien ausgelobt werden. Da man angesichts der Reaktionen führende Politiker in Europa den Eindruck haben muss, dass sie rechter nicht sein können, fällt es schwer, sich vorzustellen, wie die AfD aus den Ereignissen Nutzen ziehen könnte. Der BSW kann jedoch davon profitieren. Wagenknecht war immer für strengere Einreiseregeln. Die könnte die 5 Prozent nun knacken. Und mit der AfD eine Regierung in SA bilden. Abwegig ist das nun nicht mehr.

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