Rammstein rettet ein Klischee, Greta die Welt,

und das macht Greta so herrlich unaufgeregt, ja richtig majestätisch (wenn Greta nicht bekannte Eltern hätte, würde ich glauben, dass Labor, das sie geschaffen hat, muss sich der DNA Queen Victorias bedient haben), dass niemand fürchten muss, sie selbst könne bei einem Fehlschlag ihrer Mission Schaden nehmen. Könige und Königinnen scheitern natürlich auch, aber im Gegensatz zu uns Normalbürgern tun sie das in Würde. Wer geglaubt hat, „ihre Royal Highness“ würde die deutschen Schüler in den Schatten stellen, sah sich gestern eines Besseren belehrt – wie Greta geben sie Interviews in englischer Sprachen, das selbst der Tagesschau, was die Macher der Sendung stolz gemacht haben muss, denn sonst hätten sie das Gespräch nicht ausgestrahlt. (Ich wage nicht, mir auszumalen, wenn bei der nächsten Demonstration die Schüler darauf bestehen sollten, die Fragen in Mandarin zu beantworten. Dann muss die ARD wohl ihren Korrespondenten aus Peking per Skype zuschalten, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.) Womit ich bei Rammstein wäre, für die alleine der Hinweis, sich anmelden zum müssen (Youtube), um deren neues Video zu sehen, ein Erfolg ist – eine bessere Reklame kann die Gruppe nicht haben. Dank Colonel Cassad habe ich es dennoch zu deren Clip geschafft. Das Beste an diesem Kurzfilm ist der Abspann – wohltuend temperiert, was nach 5 Minuten visuellem als auch musikalischem Getöse, überteutonisch, wie es sich für die Band gehört, Balsam für die Seele ist. Wer durchhält, muss am Ende an Hölderlin denken. Für die meisten Fans dürfte aber spätestens nach besagten 5 Minuten, in denen der deutschen Mann nach allen Regeln der Kunst verherrlicht wird, Schluss sein. Ironie, geschweige den Selbstironie, ist nicht die Sache Rammsteins (wie es geht, zeigen die Krupps). Nichtsdestotrotz ist die Geschichte gut erzählt. Und zum Ausgleich gibt es ja Greta. Es wäre ja nicht das erste Mal, wenn Schwedinnen die Deutschen dabei unterstützen würden, ihre Selbstverliebtheit in den teutonisches Teil ihres Wesens in den Griff zu bekommen. (Heilen wird man sie davon nie. Aber man kann wenigstens versuchen, das Leiden zu mildern.) Mir fallen da ihre Namensveterin Greta Garbo ein. Oder Ingrid Bergmann, die ja auch für die Ufa gearbeitet hat. Und natürlich Zarah Leander. Fast hätte ich Lala Anderson auch noch hinzugezählt. Die stammt aber aus Bremerhaven.

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