Putin – bald Polar- und Wüstenfuchs?

Was macht eigentlich Putin? Nun ist es nicht so, dass er sich eine Auszeit, die derzeit bei Superreichen, zu denen er angeblich auch gehören soll, derzeit mega-in sein soll (mit Kind und Kegel auf eine Schneeleoparden-Safari zu gehen gilt als besonders schick), genommen hätte. Aber für einen Mann, von dem die Welt seit der Einverleibung der Krim erwartet, dass er alle zwei oder drei Jahre ein Land überfällt, um Mütterchen Russland noch ein Stück größer werden zu lassen, ist dessen Performance so dürftig, dass ich fast geneigt, auszurufen – der Bär ist tot, hoch lebe der Eis- und Wüstenfuchs! Vermutlich bin ich da etwas zu voreilig, wobei ich mir eingestehen muss, den russischen Bären, der tolpatschig durch den Wald läuft und an keinem Bienenstock vorbeikommt, ohne diesen zu plündern, lieb gewonnen zu haben. Bei ihm weiß ich, was ich zu erwarten habe. Und vor allem hat er die Gewohnheit, mit viel Getöse sich in Bewegung zu setzen, so dass genügend Zeit bleibt, sich auf seine Ankunft einzustellen. Dem Geheimdienstmann Putin, der gelernt hat, sich lautlos, unauffällig und im besten Fall unsichtbar zu bewegen, kann natürlich nicht gefallen, wenn die meisten Menschen an einen Bären denken, sobald von Russlands Macht die Rede ist. Es muss ein neues Image her. Und da vermutlich die Matroschkas Putin zu unmännlich sind (typisch männlicher Chauvinismus, denn aus einer kann man viele hervorzaubern (drei sind Minimum) – mehr Geheimdienstpotential geht nun wirklich nicht), hat er sich entschlossen, dem Bären Konkurrenz, die angeblich ja belebend sein soll, zu machen. Sollten in 10 Jahren die Russen als Polarfüchse bezeichnet werden, wenn über deren Aktivitäten berichtet wird, haben die Firmen, die mit der Ausbeutung der Reserven der Arktis beauftragt worden, alles richtig gemacht. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, denn typisch russisch wird volles Risiko gegangen, wie dem Barentsobserver, in dem steht, zwei russische Gastanker würden sich in Arktis durch 2 Meter dickes Eis quälen, zu entnehmen ist. Natürlich ohne Eisbrecher. Passieren kann nicht viel, da das Flüssiggas im Falle eines Lecks verdampfen soll. Angesichts des Leichtsinns, zu dem die Russen neigen (Tschernobyl ist ja nicht passiert, weil die Anlage nicht funktioniert, sondern weil die Ingenieure glaubten, Vorschriften nicht beachten zu müssen), ist Besorgnis angebracht, zumal die gleiche Zeitung schreibt, die Norweger würden damit beginnen, ihre Ölreserven in diesem Gebiet anzuzapfen, was den Eindruck vermittelt, bevor die Menschheit auf das Fahrrad und den Bus wegen des Klimawandels umsteigen muss, möchte jeder noch schnell seine Vorräte an den Mann bringen. Es wäre wirklich eine große Leistung, sollte die Umwelt keinen Schaden nehmen. Ähnlich schwierig wird es für Putin, dafür zu sorgen, dass von den Wüstenfüchsen die Rede ist, wenn über die Russen ins Syrien gesprochen wird. Unser Wüstenfuchs hat trotz seiner verheerenden Niederlage es immerhin geschafft, für ewig einer zu bleiben. Obwohl Putin den Krieg gewonnen hat, ist er noch lange nicht auf diesem Level. Das Kurdenproblem bzw. dessen Lösung könnte ihm auf dessen Weg, einer zu werden, ein Stück näher bringen (Stichwort Autonomie). Da sich keiner leisten kann, als Schuldiger einer militärischen Auseinandersetzung in die Geschichte einzugehen, bin ich recht optimistisch, dass es zu einer Lösung kommt.

PS: Die Frau, über die ich mich wegen ihrer langen Einleitungen mokiert habe, macht im Augenblick die interessantesten Sendungen bei RT. Vorgestern ging es um unseren Ressourcenverbrauch.

PS 1: Die Technik, die den Schiffen ermöglicht, durch das Eis zu kommen, ist höchst interessant – mit dem Heck geht es durch dickes Eis, ansonsten mit dem Bug voran. Das war mir völlig neu.

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