Putin als Vertreter der Sieger unerwünschter denn je,

wofür es für mich nur eine Erklärung gibt – die russophoben Polen boykottieren Putin, weil nach der Annexion der Krim sich nicht die unzähligen Wahrsagungen, die besagen, der Kreml würde nun die halbe Ukraine und das gesamte Baltikum nach Russland zurückholen, erfüllt haben. Statt der erwarteten Einverleibung hat Putin den „Adolf Hitler“ getanzt, wenn auch nicht so frei und ungehemmt wie Protagonisten des DAF Videos es tun. Wer weiß, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn sich die Nazis weiterhin mit kleinen Happen begnügt hätten. Diese Strategie hat ihnen beträchtliche Landgewinne verschafft – erst legal die Sudetengebiete der Tschechoslowakei, dann illegal Tschechin sowie später formal legal das Memelgebiet. Danzig hätte, von der Westerplatte, die die Polen entgegen den Anordnungen des Völkerbundes zu einer halben Festung ausbauten, mal abgesehen, ohne Schwierigkeiten ins Reich geholt werden können. Vielleicht wäre auch die Annexion der polnischen Korridors ohne großes Blutvergießen verlaufen (jedenfalls im Vergleich zu dem, was kommen sollte). Der Führer wollte jedoch nicht nur die aufgrund des Versaillers Vertrags abgetreten Gebiete zurückhaben, sondern ganz Polen erobern. Außer natürlich den Teil, den er Stalin überlassen hat. Der Nichtangriffspakt sowie die Krim müssen dafür herhalten, dass Putin regelmäßig von den Feiern, die aufgrund runder Jahrestage wichtiger Ereignisse des Krieges begangen werden, ausgeschlossen wird. So auch morgen in Warschau. Trifft der Ausschluss das „Regime“ oder erweckt er bei den Russen den Eindruck, der Westen sei russophob? Ich tippe auf Letzteres. Die Russen stört es wenig, dass die Krim wieder ihnen gehört. Daher macht es keinen Sinn, Putin dafür zu bestrafen. Und im Gegensatz zu den deutschen Minderheiten, von denen die meisten in den Regionen, wo sie vor mehr als 80 Jahren in der Mehrheit waren, die Propaganda der Nazis guthießen und aktiv am „Anschluss“ mitwirkten, zeigen die russischen Minderheiten in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion kein Bedürfnis, wieder zu Russland zu gehören, was darauf schließen lässt, dass der Kreml, anders als Hitler es tat, die Landsleute nicht für nationalistische Zwecke missbraucht. Eine Bundeskanzlerin, die weiß, weshalb sie morgen in Warschau ist, hätte die Regierung Polens gebeten, Putin einzuladen.

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