Die Linke – dank Ramelow heißt es

für Die Linke zwar nicht gleich, nach dem Desaster ist vor dem Desaster, jedoch ist davon auszugehen, dass nach der Wahl in Thüringen, wo Bodo im Oktober gute Chancen hat, seinen Posten als Ministerpräsident zu behalten, die Partei wieder arg ins Schlingern kommt, was darauf schließen lässt, dass das größte Problem der Die Linke ihr Personal ist. Ramelow ist wohl nach dem Abgang von Gysi und der Ausbootung Wagenknechts neben Bartsch der letzte Allrounder unter den Linken, sprich die beiden schaffen es noch, Leute aus Milieus, die vor nicht allzu langer Zeit noch der Partei wohlgesonnen waren, anzusprechen. Merkels Flüchtlingspolitik ist demnach nicht schuld an der Talfahrt der ehemaligen PDSler. Es fehlt ihr einfach an volkstümlichen Personal, also an Leuten, die auch auf dem Land und in ärmeren Wohngebieten bestehen können. Sollte Die Linke sich entschließen, es der SPD gleichzutun, dann bitte nicht so, wie es die alte Tante zu tun gedenkt – auf Parteiveranstaltungen werben die Kandidaten um die Gunst der Mitglieder. Auf einem Parteitag wird dann die Doppelspitze gewählt. Mein Vorschlag für Die Linke wäre, die Kandidaten für den Vorsitz dabei zu filmen, wie sie bei Auftritten in den Problemgebieten zurechtkommen. Wie geben geben sie sich auf dem Lande? Kommen sie mit den Leuten ins Gespräch? Da sind Fragen wie, ob man noch Schweine hält, angesagt. Oder was der Garten macht. Was angebaut wird (Kartoffeln, Tomaten usw.) Tipps zum Anbau machen sich auch sehr gut. Fragen nach der Versorgung kommen auch gut an. Oder nach der Busverbindung. Wie es mit den Ärzten aussieht. (Als Experte in Sachen Landbevölkerung bin ich gern bereit, Kandidaten zu coachen. Nach meiner Beratung ist jeder Genosse jeder Situation gewachsen.) Selbst die beste Politik hilft nicht, wenn man nicht in der Lage ist, mit Menschen, die völlig anderer Ansicht sind, umzugehen. Gordon Browns Fauxpas nach seiner Unterhaltung mit Gillian Duffy sei in Erinnerung gerufen. Er hat alles richtig gemacht, leider aber danach vergessen, sein Mikrofan abzuschalten. Künstlerpech. Gordon war gut, auch wenn er
ein anderes Gefühl hatte. Ob die Nachwuchslinken eine ähnlich gute Figur abgeben würden, wage ich zu bezweifeln. Der ländliche Raum ist ihnen völlig fremd. Zusätzlich hat Die Linke es auch noch geschafft, die Menschen kurz vor der Wahl mit ihrer Forderung, vor dem Europäischen Gericht klären zu lassen, ob Polens Entschädigungsforderungen für dessen Verluste im 2. Weltkrieg gerechtfertigt sind, gegen sich aufzubringen. Kein Wunder, dass die AfD in den Grenzgebieten zu Polen besonders gut abgeschnitten hat.

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