Oldtimer – von einem Tag zum anderen,

aber da ich seit mindestens 10 Jahren weiß, dass ich ein Oldtimer bin – meine Handy wird oder ist, so genau weiß ich es nicht mehr, in diesem Jahr 15 –, macht es mir nichts aus, das nun offiziell bestätigt bekommen zu haben. So ein altes Gerät hat den Vorteil, dass man gar nicht erst in Versuchung kommt, die Corona-Warn-App zu laden. Anders ist das jedoch bei Leuten, die wirklich geglaubt hatten, die App könnte ihnen weiterhelfen, dann aber heute feststellen mussten, dass ihr Smartphone mit dem Warngerät, um das ein Hype entfacht wurde, dass man annehmen konnte, es würde immun machen, nichts anzufangen weiß. Lt. Spiegel soll die Zahl jener, deren Smartphone zu alt ist – im Schnitt wohl nicht älter als 5 –, in die Millionen gehen. Da bleibt nur, der Bundesregierung zum Zeitpunkt der Mehrwertsteuersenkung zu gratulieren, dann im Gegensatz zum Oldtimer, der sich nur widerwillig von seinem Gefährt trennt, tun sich die Besitzer von Handys, die noch ein paar Jahr Dienst schrubben müssen, um eine ebenbürtige Aura zu erlangen, leichter, diese loszuwerden. Und wenn man dann noch das Glück hat, vielen Trabants, Wartburgs, Moskwitschs, Wolgas, Saporoshezes‘ (der BMW des Ostens, weil er den Motor hinten hatte) etc. zu begegnen (dieses Schicksal ist mir vergönnt), dann braucht man nicht mal fürchten, aus dem Supermarkt oder der Kneipe verbannt zu werden. Die Verbannung könnte lt. SZ allen drohen, die keine App haben. Als Smartphone-Verächter muss ich mir, so hoffe ich, da keine Sorgen machen. Wo ich wohne, hilft die Warn-App nicht weiter. Sie würde auch nicht helfen, wenn jeder eine hätte. Welcher Rentner schafft es schon, sich im Abstand von weniger als 2 Minuten 15 Minuten lang zu unterhalten? Das schaffen nur junge Oldtimer wie ich. Rentner unterhalten sich nicht so lange. Höchstens wenn sie jemanden treffen, denn sie vor Jahren zum letzten Mal gesehen haben, könnten die 15 Minuten, die darüber entscheiden, ob beide Handys miteinander Kontakt aufnehmen, überschritten werden. Das wirft natürlich die Frage auf, warum das Virus so lange braucht, um jemanden anzustecken. Vielleicht muss es erst herausfinden, ob ihm die Person sympathisch ist. Das dauert natürlich. Damit unterscheidet es sich von uns Menschen – wir entscheiden in Sekundenbruchteilen, wen wir mögen und wen nicht. Daher werde ich ab heute versuchen, mich nur noch mit Leuten zu unterhalten, die ich nicht leiden kann – in der Hoffnung, dass es auf Gegenseitigkeit beruht und so mich der Virus verschmäht.

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