Obwohl nach Corona vor Corona ist,….

Auch wenn selbst das längste Homeoffice nichts daran ändern kann, dass nach Corona vor Corona ist, bin ich natürlich gespannt gewesen, ob ich nach langen Wochen wieder die Leute, mit denen ich vor der Epidemie in die Straßenbahn einzusteigen pflegte, an der Haltestelle antreffen würde, denn mit Zweien führte ich einen Wettkampf, von denen die beiden vielleicht gar nicht wussten, um einen Sitz. Lange brauchte ich mir um einen Stammplatz keine Sorgen zu machen. Dann kam ein Mann, der ihn mir wegnahm, obwohl er wesentlich älter aussah als ich – da ich immer ein wenig spät dran war, gelang es ihm, sich zwischen die Tür und mir zu schieben, so dass ich keine Chance hatte, ihn die wenigen Meter bis zum Einstieg zu überholen, ohne den Verdacht zu erregen, mit mir könne etwas nicht stimmen (ich überlasse es der Phantasie des Lesers, nach Ausdrücken, die Grund meines Verhalten sein könnten, zu suchen). Kurz vor dem Lockdown schaffte ich es, die Wende im Kriegsgeschehen herbeizuführen – ich gebe es zu, dass es keine Meisterleistung war, eher zu kommen und sich dann exakt dort zu positionieren, wo die Tür zu erwarten war. Von da an hatte ich meinen Stammplatz wieder zurück. Es hat immer geklappt, jedoch wegen Corona nur wenige Tag. Würde ich an die alten Erfolge anknüpfen können? Ich eroberte mir meinen Platz grandios zurück. Als ob ich keine Fahrt mit der Straßenbahn versäumt hätte. Nahtlos nennt man das wohl. Man muss es erst einmal schaffen, ohne Training keinen Trainingsrückstand zu haben. Einen Wermutstropfen gibt es – ich bin gegen mich selbst angetreten. Mein Herausforderer hat die Bahn gewechselt, vermutlich weil es ihm zu langweilig wurde. Hoffentlich wird er an der Haltestelle wieder herausgefordert. Immerhin wäre das eine Herausforderung, die Spaß bereitet, was man über jene, die besagt, wenn möglich nicht schon vor der 2.Welle, die angeblich so gut wie sicher sein soll, zu erkranken, wahrlich nicht behaupten kann.

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