Nur mit Drogen kann der Brexit gelingen

Keine Drogen, kein Brexit – wenn ausgerechnet die Person, die vehement bestreitet, welche genommen zu haben, mit ihren Vorstellungen, sich von Europa zu lösen, scheitert, während 8 von 11 zumeist Austritts-Hardlinern, die May in die Downing Street folgen wollen, einräumen, Drogen genommen zu haben, scheint klar zu werden, warum die Briten einfach nicht vom Fleck kommen – der Brexit gelingt nur Leuten, die das Gesetz gebrochen haben, um für ein paar Stunden die Leichtigkeit des Seins genießen zu können. Selbst Boris, der passionierte Radfahrer, ist darunter, das jedoch noch nicht ganz endgültig, denn er checkt gerade ab, ob sich seine Chancen erhöhen, wenn er einräumt, mehr Stoff als bisher bekannt konsumiert zu haben. Es sieht also danach aus, als ob der Brexit ohne Outlaws zum Scheitern verurteilt wäre. Ich bin gespannt, wie Farage nun dagegenhalten will. Der würde nicht zurückschrecken, zu behaupten, vor jeder Sitzung im EU-Parlament wegen Martin und Co. vollgepumpt gewesen zu sein, wofür mein Verständnis trotz des großen Leidensdrucks sich in Grenzen hielte, denn schließlich hat Brussel nicht nur den Schulz zu bieten. Wenigstens müssen wir uns um unsere Politiker keine Sorgen machen, was auch an deren Ehrgeiz, der sich darauf beschränkt, die Dinge so zu belassen, wie sie im Augenblick sind, liegen könnte. Wenn wir aus der EU herauswollten, müssten wir uns andere Politiker suchen. Selbst Gauland würde uns da weiterhelfen. Hiesiger Politiker stellen das System nicht in frage. Sie weichen höchstens mal von der einen oder anderen Vorgabe ihrer Partei ab. Dazu bedarf es keiner Drogen, sondern nur eines Doppelten. Kretschmer, im Bewusstsein, viel Kritik für seine Forderung, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben, dürfte vor seinem Treffen mit Putin gleich zwei genommen haben. Die Empörung im Land war riesengroß. Und wenn die SZ noch schreibt, die Ost- hätten ein engeres Verhältnis zu den Russen als die Westdeutschen, dann bin ich fast geneigt, zu bedauern, dass die Russen nicht zwei oder drei Stützpunkte im Osten behalten haben. In Ramstein die GIs, in Wünsdorf die Russen. Aber dem ist nicht so, denn die Freude hierzulande hielte sich in Grenzen. Die Russen mag man erst, seitdem sie weg sind. Und mit jedem Jahr mag man sie mehr.

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