Mit der falschen Ausrüstung im Golf

Dumm gelaufen nennt man es, wenn sich ein Land eine Ausrüstung zulegt, die zwei oder drei Nummern zu groß ist, um den Status quo zu gewährleisten, so dass dieser Nation unter Umständen gar nichts anderes übrig bleibt, als einen Krieg zu führen. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, ob die Falken in diesem Staat eine militärische Auseinandersetzung herbeisehnen. Es geht um die USA, die, so hat es den Anschein, mit der falschen Ausrüstung im Persischen Golf unterwegs sind – statt Schiffen kleineren Formats, die man nutzt, um die Küste zu schützen, hat Trump einen Flugzeugträger, der in der Straße von Hormus völlig nutzlos ist, geschickt. (In diesem Fall würden sie nicht die eigene Küsten sichern, sondern Schiffen eine sichere Passage durch „feindliches Gebiet“ gewähren, was auch zu deren Aufgaben gehört). Aus den Erfahrungen in Afghanistan hätte das Pentagon wissen müssen, dass es unsinnig ist, einer asymmetrischen Kriegsführung etwas Gigantisches entgegenzusetzen. Was auf dem Land gilt, das gilt auch für die See, zumal wenn die Küste nicht weit entfernt ist. Mit ein paar Patrouillenschiffen, die ständig in diesem Gewässer auf und ab fahren, wäre der Angriff auf die Tanker kaum möglich gewesen. Diese scheint die Ausrüstung der Amerikaner nicht herzugeben. (Sollte die Navy angesichts der jüngsten Ereignisse den Entschluss gefasst haben, kleine Schiffe kaufen zu wollen, braucht sie sich nur an die Russen zu wenden, die Boote dieser Größenordnung en gros – Project 22160, Buyan und Karakurt – bauen. Dreimal darf man raten, wo diese vornehmlich eingesetzt werden – natürlich im Schwarzen Meer. Das hat den Vorteil, dass man die Ukrainer beauftragen kann, deren Tüchtigkeit zu testen.) Nun hängt alles davon ab, ob die „Macht“, die die Tanker angegriffen hat, Freude daran findet, den USA weiterhin schmerzhafte Nadelstiche zu versetzen. Deren Renommee steht auf dem Spiel. Trump, der seine Präsidentschaft mit dem Versprechen angetreten hat, sich aus militärischen Konflikten heraushalten sowie sein Land von der Welt abkoppeln zu wollen, kämpft in der Welt an mehreren Fronten. Und an keiner steht er als sicherer Sieger fest, so dass bei der nächsten Provokation er durchaus geneigt sein könnte, zurückzuschlagen. Und es ist nicht davon auszugehen, dass die Nato-Partner helfen wird. Die sind womöglich noch weitaus schlechter für eine Situation wie der am Golf gerüstet. Warum mehr für die Rüstung ausgeben, wenn man Waffen kauft, die für die Konflikte unsere Zeit völlig untauglich sind?

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