Mutti kann es nicht lassen; Strippen-Muttis neuer Deal

Wer bisher noch nicht wahrhaben wollte, dass Mutti nur Entscheidungen trifft, deren Folgen alternativlos sind, ist gestern eines Besseren belehrt worden – wegen ihres Entschlusses, den Vertretern der G20-Staaten Scholz als ihren Nachfolger vorzustellen, haben wir Bürger nun das Problem, dass wir uns nun keinen anderen Kanzler als ihn mehr vorstellen können. Sie hat es wieder geschafft, die Dinge so geschickt zu manipulieren, dass es für eine Situation, in der bisher vieles möglich schien, nur einen Lösungsweg gibt, was in diesem Fall bedeutet, dass nur Scholz ihren Job übernehmen kann. Alles andere ist so gut wie ausgeschlossen. Was Mutti macht, das wird zum Gesetz. Weil dem so ist, kann der Blog nicht verhehlen, gerne erleben zu dürfen, wenn Scholz am Nikolaustag, dem Tag, an dem er zum Kanzler gekrönt werden soll, verkünden würde, die Koalitionsverhandlungen seien gescheitert. Das nicht etwa, weil er ihm den Posten nicht gönnt oder er das Fest in Untergangsstimmung erleben möchte. Es ist die Lust am Abenteuer. Und die Hoffnung, dass Strippen-Muttis erster Deal als Altbundeskanzlerin (das ist sie seit Montag, als Steinmeier sie verabschiedet hat, ja) auch ihr letzter sein möge. Wenn man es gut mir ihr meint, würde man sagen, Mutti habe Scholz mitgenommen, um sicher zu sein, Weihnachten nicht im Bundeskanzleramt verbringen zu müssen. Es wäre jedoch allzu blauäugig, zu glauben, über die Feiertage gilt ihre Konzentration einzig und allein den Loipen (was auch bitter nötig wäre, wenn sie wieder Skifahren würde). Merkel versucht nur, den Kandidaten, von dem sie glaubt, er würde ihre Politik fortsetzen, ins Amt zu hieven, vermutlich sehr zum Ärger ihrer Parteimitglieder, die sich verwundert die Augen reiben, wie ihre ehemalige Vorsitzende auf die Idee kommen kann, einen Sozi in die Weltpolitik einführen. Aber entspricht das den demokratischen Gepflogenheiten? Wenn Scholz seine Koalition unter Dach und Fach hätte, könnte man das als nette Geste abtun. Jedoch steckt er gerade mitten in den Verhandlungen. Dank Merkels Einladung hat er nun mehr Macht, während Grüne und FDP mächtig unter Druck stehen. Wird es eine von denen wagen, die Verhandlungen platzen zu lassen? Speziell für die Gelben wird es nun ungemütlich – so leicht wie noch vor 4 Jahren kommt Lindner nun nicht mehr raus. Richtige Liberale müssten über Merkels Coup empört sein. Man hört aber nichts von ihnen. Mutti hat mal wieder alles richtig gemacht. Sie hat die Situation richtig eingeschätzt. Klappt es mit Scholz, wird sie wohl unsere heimliche Bundeskanzlerin werden. Da bleibt dem Blog nichts anderes übrig, als Putin zu bitten, ihr einen Job bei Gazprom anzubieten. Im Nachhinein war Schröders Entscheidung, Aufsichtsrat zu werden, gar nicht so schlecht.

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