Da war doch etwas in Görlitz am Wochenende

Erinnert sich noch jemand an die Wahl in Görlitz? Vor zwei Tagen blickte zwar nicht die ganze Welt, aber immerhin auch Hollywood, von wo die Görlitzer einen Brief erhielten, in dem sie inständig gebeten wurden, nicht den AfD-Mann zu wählen, auf die Stadt. Heute ist Görlitz schon wieder vergessen, was aus PR-Sicht ein Fiasko ist, gilt doch da der Grundsatz, dass schlechte PR besser als gar keine ist. Nun müssen die Einwohner wieder auf eine Spende ihres Gönners, dank dessen Großzügigkeit viele alte Häuser originalgetreu rekonstruiert werden konnten, warten. Und darauf hoffen, einem genialen Hollywood-Regisseur möge bald ein Story, die in einem historischen Ambiente spielt, einfallen. Nichts gegen den neuen Oberbürgermeister der Stadt, aber selbst wenn er besser als Macron wäre (angesichts seines Versprechens, nach dem Wiederaufbau werde Notre Dame schöner als je zuvor sein, kann dies nicht allzu schwer sein), würde es ihm und Görlitz nicht viel nützen. Für den Ort interessiert sich bis zur nächsten Wahl niemand mehr. Außer jemanden in Kalifornien fällt etwas ein. Einen AfD-Mann zu wählen muss darum nicht per se nicht schlecht sein. Er kann zeigen, dass er es besser kann. Die halbe Republik hätte im beim Regieren zugeschaut. Vermutlich wären wir sogar gut unterhalten worden, das natürlich mit Abstrichen, denn der AfD dürfte es schwer fallen, einen Mann aus dem Hut zu zaubern, der Trump das Wasser reichen kann. Dass der Grundsatz der schlechten PR gleich guter nicht unbedingt immer gilt, werden die Russen morgen erfahren, wenn ein niederländisches Gericht verkünden will, wenn es für verdächtig hält, am Abschuss der MH17-Maschine beteiligt gewesen zu sein. Ich bin gespannt sein, wie Russland darauf reagiert, den gemäß des Guardians sollen auch ranghohe Militärs, ohne deren Einwilligung die russischen BUKs gar nicht in das Kampfgebiet hätten gelangen können (was die Russen vehement bestreiten), angeklagt werden. Kann das Gericht mit Zeugen aufwarten? Bisher gab es nur Mutmaßungen bzw. Bilder eines Fahrzeugs, das angeblich heimlich nach Russland zurückverlegt wurde. Aussagen, die den Abschuss bzw. Start der Rakete bestätigen, gibt es bisher nicht. Eine gute PR-Nachricht von den Russen habe ich aber noch – ab dem 01.07. kann man nach Kaliningrad mit einem elektronischen Visum reisen. Trotz der Sanktionen sollen die Deutschen auch eine Einreise beantragen dürfen (die Briten bspw. nicht). Hoffentlich bald mit dem Zug, so wie früher, als man direkt von Berlin nach Königsberg fahren konnte. Ob der hilft, aus den 12 Prozent, die auf das Flugzeug verzichten wollen, ein paar mehr zu machen, darf bezweifelt werden. Aber irgendwann muss man ja einen Anfang machen.

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