Merz und ManCity – geopfert, um bleiben zu können?

Weiß Merz nicht, dass er nicht in der Position ist, um beim Pokerspiel um die Nachfolge AKKs mitmachen zu können? Es sind ganz danach, denn sonst hätte er schon längst den Pokertisch verlassen und sich in voller Kampfgarnitur auf den langen Marsch in die CDU-Zentrale und ins Kanzleramt gemacht. So wie es Mao tat. Aber Merz ist nicht Mao. Er zögert und zaudert. Und verpasst dadurch den richtigen Zeitpunkt, seine Absichten kundzutun. Merkel wäre das nicht passiert. Sie hat immer gewusst, wann es an der Zeit war, klare Kante zu zeigen. So erst vor einer Woche, als sie die Amateur-Rebellen um Mohring praktisch im Alleingang in die Flucht schlug. Für Merz der perfekte Zeitpunkt, zu verkünden, sich auf den langen Marsch begeben zu wollen. Was macht er? Er hält still und verwendet im Zusammenhang mit der AfD das Wort „Gesindel“. Dabei hätte es gereicht, sich als Clint Eastwood, den übrigens sogar Linke mögen, zu stilisieren – wenig reden sowie so zu tun, als würde er aufräumen. Das kommt bei den rechten Wählern an. Dass Merz vermutlich trotzdem Kanzlerkandidat wird liegt an seinen Parteikollegen – sie wollen aus ihm nicht einen ewigen Kandidaten, der immer genannt wird, wenn sich die Partei in einer Krise befindet, machen. Warum soll man jemanden verhindern, der höchstwahrscheinlich Opfer seines eigenen Erfolgs wird? Die Union bleibt zwar am stärksten (was unter AKK keineswegs selbstverständlich sein würde), jedoch kann oder will keiner mit ihr (bspw. weil Rot-Rot-Grün möglich ist) koalieren. Sein Erfolg wäre schnell vergessen. Und die Union hätte keine Skrupel, ihn zu opfern, um im Kanzleramt zu bleiben. In einer solchen Situation macht es sich gut, darauf verweisen zu können, dass man nicht als Kompromisskandidat ins Rennen gegangen ist.
Zum Opfer des eigenen Erfolgs, sehr zur Freude der Mitkonkurrenten, die ihr Glück kaum fassen können, ist auch ManCity geworden. Es sieht ganz danach so aus, als ob man sie geopfert hat, damit die anderen Topklubs unbeschwert noch reicher werden können. ManCity ist selbst daran schuld – die im Sponsorenvertrag mit Etihad vereinbarte Summe wurde nur zu einem geringen Teil von Fluggesellschaft gezahlt. Stattdessen hat eine Gesellschaft des Eigentümers den Betrag gelöhnt, was nach den Regeln der UEFA eine Subvention, die nicht erlaubt ist, darstellt. Der Verein muss nun zwei Spielzeiten in der CL pausieren. Da fast alle Spieler eine Klausel haben dürften, in der steht, den Klub verlassen zu können, wenn die CL nicht erreicht wird, ist es so gut wie sicher, dass im Sommer die meisten ManCity verlassen werden. Ein Albtraum, wenn die Bayern Sané ohne Ablöse bekommen würden. Höchste Zeit, dem Beispiel dieses Blogs zu folgen, der Fußball nur noch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern schaut. Im nächsten Jahr wird es noch schlimmer. Dann droht die Klub-WM, bei der das Antrittsgeld bei 50 Millionen Dollar liegen soll.

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