Ein Krieg, von dem die Bahn nichts weiß

Während es früher noch hieß, „stell Dir vor, es ist Krieg, und Keiner geht ihn“, brauchen wir uns heute keinen Krieg vorzustellen, da wir bereits in einem sind, den wir leider aber nicht wahrhaben wollen. Jedoch ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir uns eingestehen müssen, im Kriegszustand zu sein. Die Bahn hat mit ihrer Reaktion, wegen „Sabine“ den gesamten Schienenverkehr des Landes zu stoppen, gezeigt, dass sie noch ein ganzes Stück davon entfernt ist, den Klimawandel als Krieg zu betrachten, denn lt. Einschätzung eines Experten hätte es „Sabine“ ohne die globale Erwärmung nicht gegeben. Den Krieg führen wir gegen uns selbst. Und die Bahn gehört zu den wenigen Transportmitteln, die den „Konflikt“ aufgrund ihres grünen Stroms nicht weiter verschärft. Umso unverständlicher ist es da, dass sie den Betrieb gänzlich eingestellt hat und Reisende, die sie nicht in Hotels unterbringen konnte, den „“Kriegstreibern“, also den Taxifahrern, überließ. Im ZDF schilderte ein Frau, dass es unmöglich sei, einen Taxi zu finden, das sie in ein Hotel in Braunschweig bringe, da alle darauf erpicht seien, gestrandete Bahnfahrer nach Berlin zu bugsieren. Dabei liegt es auf der Hand, anzunehmen, dass es wesentlich sicherer sein muss, den Sturm in einem fahrenden Zug zu überstehen als in einem Taxi, das eine Windböe samt Insassen ohne viel Mühe von der Autobahn schubsen kann. Die vielen Taxis, die die Bahn am Sonntag gebucht hat, lassen vermuten, dass den Managern das Image der DB mindestens ebenso wichtig wie die Sicherheit der Passagiere war. Die hatten gefürchtet, Züge können aufgrund abgeknickter Bäume oder technischer Störungen liegenbleiben. Das ist genau der falsche Ansatz. Vielmehr sollte es Ziel der Bahn sein, auf Strecken, die nicht durch Bäume blockiert werden können (das dürften alle Schnellstrecken sein), den Verkehr aufrechtzuerhalten. Mir scheint, es ist viel leichter, den Betrieb, wenn auch vermindert, weiterzuführen, als ihn abrupt abzubrechen. Der letzter D-Zug der Reichsbahn im 2. Weltkrieg ist am 23.01.1945 gefahren, die Verbindungen von Berlin nach Kopenhagen und Prag konnten bis April aufrechterhalten werden. Solche Leistungen sollten auch im heutigen Krieg möglich sein.

Wann kommt der Bahnhofsansager wieder zurück? Im Chaos am Montag habe ich ihn schmerzlich vermisst. Die Stimme, die Orientierung gibt. Sie wurde schmerzlich vermisst.

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