May und die Wiener Lebensart

Wenigstens bleibt sich May treu – wer sich gleich am ersten Tag seiner Amtszeit verzockt, der wird es auch nicht schaffen, erhobenen Hauptes aus dem Amt zu scheiden, denn statt sich still und leise ganz nach Wiener Lebensart aus der Downing Street zu verabschieden, will sie noch einmal im Rampenlicht stehen, und das ausgerechnet mit einem Mann, über den die Geschichte vermutlich urteilen wird, dass sein Land wegen seiner Politik die Monopolherrschaft über die IT verloren hat. May bleibt uns also noch eine Weile erhalten, was besonders die Fans des Karikaturisten des Independents, dessen Phantasie unerschöpflich zu sein scheint, denn bis jetzt hat er sie fast jeden Tag in neuen Posen karikiert, freuen dürfte. Er darf sie weiter in Szene setzen. Aus seiner Sicht wäre wohl Boris als Nachfolger die beste Wahl. Noch ist es aber nicht so weit. Erst steht noch ihr Abschied, für den sie sich ausgerechnet Donald ausgesucht hat, an. (Vielleicht schafft der Independent es ja, anlässlich seines Besuches die unvergessliche Karikatur, die Donald völlig in seine Haare eingehüllt zeigt, wieder zu veröffentlichen.) Über die Bilder, die die beiden zusammen zeigen, würde Marx sagen, hier ständen zwei zusammen, die die Welt falsch interpretierten. Zwei Politiker, die glauben, den Einwohnern beider Staaten würde es ohne Allianzen, Bündnisse und Verträge besser gehen. Während spätestens seit der Insolvenz bzw. Zwangsverwaltung von British Steel klar sein sollte, dass den Briten harte Zeiten bevorstehen, ist es noch unklar, wie sich Trumps harte Wirtschaftspolitik gegen China auswirken wird. Amalfi ist jedenfalls völlig in amerikanischer Hand (und es sind nicht nur Gutbetuchte), was darauf schließen lässt, dass es Donalds Landsleuten recht gut geht. Doch nun scheint es, als ob Trump sein Blatt mit der Ankündigung Googles, Huawei keine neuen Android-Updates mehr zur Verfügung zu stellen, überreizt hätte – viele Chinesen fühlen sich nun in ihrem Stolz verletzt. Apple ist lt. RT das erste Opfer der Politik Trumps. Auf deren größtem Markt – 17 Prozent macht China aus – sinken die Absatzzahlen sinken. Aus Nationalstolz kaufen sie nun das P30. Und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Chinesen auch Google, das heftig dafür kritisiert wurde, seine Suchmaschine den Wünschen der Pekings angepasst zu haben, meiden. Zu allem Überfluss glaubt ein Wirtschaftsvertreter, dass Huawei in diesem Jahr ein eigenes Betriebssystem herausbringen könnte, was für den Verbraucher nicht unbedingt schlecht sein muss, schließlich gilt für die IT auch der Grundsatz, je mehr Arten, desto besser ist die Stabilität des Systems. Die Russen sind gerade dabei, Beschäftigten des Staates „Sailfish“-Tablets zur Verfügung zu stellen. Ohne Apps natürlich. Dafür sollen GPS und GlONASS an Bord sein. Aber selbst mit zwei Ortungsprogrammen hätte es May nicht geschafft, den richtigen Abzweig in ihren 3 Brexit-Jahren zu finden.

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