Maduro – selbst Kuba kann nicht helfen

Was unterscheidet Maduro von seinen Landsmännern? Während die meisten Venezolaner schon auf Erden in der Hölle leben, wird Maduro spätestens dann, wenn er Hugo begegnet – im Augenblick vermute ich ihn im Himmel, wo er in sich in Kampfmontur darauf vorbereitet, seinen Nachfolger vor dessen Eintritt ins Fegefeuer abzufangen, um ihn für dessen Versagen in Fallschirmjägermanier fertig zu machen –, wissen, was dies bedeutet. Sein Pech ist, dass es kein Argument, das Hugo milde stimmen könnte, gibt. Die Zeiten, in denen man sich damit herausreden konnte, aufgrund des Blocksystems, das keine Experimente in beiden Lagern erlaubte, nicht die Möglichkeit bestanden habe, einen Mittelweg zu gehen, sind längst vorbei. Maduro hätte nur nach Brasilien schauen müssen, wo Lula gezeigt hat, dass es möglich ist, die alten Eliten einzubinden. Dass die bei der erstbesten Gelegenheit von der Stange gehen, ja sogar Leute unterstützen, die nicht davor zurückschrecken, aus dem Amazonas eine Kulturlandschaft zu machen, hätte er in Kauf nehmen müssen. Da hilft nur, darauf zu hoffen, dass sie samt ihrer Führer als ignorante Tölpel in die Geschichte eingehen. Angesichts der riesige Ölreserven sowie einer Bildungsreform, deren Fehler zu korrigieren gewesen wären, hatte Maduro beste Voraussetzungen, dass Land umzukrempeln. Aber er hat es nicht einmal geschafft, die staatliche Ölfirma halbwegs in Ordnung zu halten. Wegen mangelnder Investitionen ist das Land nicht in der Lage, das Öl in eigenen Raffinerien zu Benzin zu verarbeiten, so dass es eingeführt werden muss. Hätte er mal lieber Putin gefragt. Der weiß, wie es geht. Und wer sich die Aufzeichnung des Gesprächs, das eigentlich ein Monolog ist, den der Zuhörer nach einigen Sätzen immer wieder mit wenigen Worten der Höflichkeit wegen unterbricht, zwischen Jelzin und Bush durchliest, der fragt sich, wie es der Westen nur schaffen konnte, Russland zu verlieren. Ein Schleimer vor dem Herrn – dass Russland, Weißrussland und die Ukraine getrennte Weg erfährt zuerst der Präsident der Vereinigten Staaten. Gorbatschow hat keine Ahnung, was hinter seinem Rücken abgeht. Jetzt ist auch klar, warum Putin mit Chodorkowski ein Exempel statuiert hat. Freiwillig hätten die Krisengewinnler einem Orligarchismus, der fest an die Leine genommen wird, nicht zugestimmt. Maduro hat es aber versäumt, die Fehler seines Vorgängers auszuräumen und die „Revolution“ den Gegebenheiten anzupassen. Das wird ihm nun zum Verhängnis. Niemand glaub daran, dass er den Machtkampf überlebt. Auf die Russen und Chinesen, die dafür gesorgt haben, dass deren Firmen auch bei einem Machtwechsel weiter ihren Geschäften nachgehen dürfen, kann er sich nicht verlassen. Ihm bleibt wohl nur Kuba.

PS: Wer geglaubt hat, mit dem Rückzug der Amerikaner aus Syrien würde Trump eine neue Epoche einläuten, der hat sich geirrt – die Navy bekommt gleich zwei neue Flugzeugträger, die angesichts der Stärke der Russen und Chinesen nur dazu dienen, schwächeren Ländern das Fürchten zu lehren. Wenigstens dürfen sich die Syrier freuen – alle einberufene Männer über 42 werden aus dem Dienst entlassen. Neue sollen nicht länger als 2 Jahre, die Pflicht sind, dienen.

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