Maduro – den Hinterhof gibt es noch

Was macht ein Schulrowdy, wenn er erleben muss, dass in den großen Pausen einige sich ihm erfolgreich widersetzen? Er pickt sich jemanden heraus, der es mit allen außer ihm aufnehmen kann. Im idealen Fall macht er das wegen der neuen Machtverhältnisse nur ein einziges Mal. Leider ist die Welt kein Schulhof. Immerhin gibt es aber einen Hinterhof, der in Vergessenheit geraten ist, weil niemand jener, die hintendran leben, Scherereien gemacht hat. Daran hat sich auch nichts geändert. Dass dennoch ein Hinterhofbewohner ins Visier des Hofwächters geraten ist, hat in erster Linie mit der augenblicklichen Konstellation zu tun – Trump nimmt Maduro nicht wegen dessen Kokains in die Mangel, sondern um Moskau, Peking und Teheran zu zeigen, wie stark Amerika ist. Und wie entschlossen es sein kann. Vieles spricht für einen Putsch in Caracas, in der Art, wie die Israelis im Iran vorgegangen sind, nur alles eine Nummer größer, denn Ziel ist nicht, die Führung zu enthaupten, sondern die Macht zu übernehmen. Angesichts der Überlegenheit der Amerikaner wäre es für Maduro schon ein Erfolg, wenn er es in den Untergrund schaffen würde. Venezuela wäre das erste Opfer des Kampfes zwischen dem Westen und jenen Ländern, die dem BRICS-Verbund angehören bzw. ihm nahestehen. Angesicht der vielen Menschen, die das Land verlassen haben, sieht man das hierzulande natürlich anders. Wegen der Demütigungen in Peking und Moskau braucht Trump unbedingt Erfolge. Seine Anordnung, Schiffe samt deren Besatzungen erbarmungslos zu versenken statt aufzubringen, was völkerrechtlich legitim wäre, soll jenen, die gedenken, im Untergrund weiterzumachen, zeigen, was sie zu erwarten haben. Weil er einen schnellen Erfolg braucht, ist Abschreckung die Devise. Ein Bürgerkrieg wäre für ihn ein Desaster. Mit viel Unterstützung seitens Russlands oder Chinas kann Maduro nicht rechnen. Die Russen sollen ein Transportflugzeug geschickt haben. Die einzige Waffe, die ihm helfen würde, wäre eine Unterwasserdrohne, deren Atombombe einen riesigen Tsunami, die Amerikas modernsten Flugzeugträger unter sich begrübe, auslösen täte. Die war mit Sicherheit nicht dabei. Mehr wird es auch nicht. Die Russen sind nicht mehr so stark wie vor mehr als 60 Jahren, als sie keine Mühe hatten, Kuba mit allem, was es braucht, zu versorgen. Nichtsdestotrotz glaubt der Blog, dass Trump den Coup vergeigen wird. Der will gut organisiert sein. Und es braucht vor allem Geduld, die er nicht hat. Das ist die Stärke der Russen – das langsame Vorgehen in Pokrovsk scheint sich auszuzahlen. Jene Verbände, die südlich der Stadt stehen, dürften es schwer haben, aus dem Kessel herauszukommen.

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Ein Kommentar zu Maduro – den Hinterhof gibt es noch

  1. Pingback: Helfen Russland und China den Mullahs aus? - Franz, der BloggerFranz, der Blogger

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