Kim Jong Un gegen Trump (und die Schweiz wars)

Wie war das doch gleich mit dem Hornberger Schießen? Genaues weiß man zwar nicht, aber immerhin gibt Wiki seinen Lesern die Chance, sich für eine der drei aufgeführten Varianten zu entscheiden. Als einigermaßen gesichert gilt jedoch, dass viele sich wünschen, das Duell zwischen Kim Jong Un und Trump möge als solches in die Geschichte eingehen, wofür auch einiges spricht, denn immerhin haben Nordkoreas Militärs mit ihrer Ankündigung, Mitte August in der Lage zu sein, Raketen abzuschießen, die 30 bis 40 km vor Guam, wo die Amerikaner einen großen Stützpunkt haben, niedergehen können, der Welt klargemacht, dass sie das Kräftemessen als sportlichen Wettbewerb betrachten. Woher dieser unverhoffte Sportsgeist kommt, lässt sich mit Sicherheit nicht sagen, aber es spricht vieles dafür, dass dieser Kim während seiner Zeit auf einer Internatsschule in der Schweiz eingeimpft worden ist. (Diesen Satz habe ich auch in der Hoffnung geschrieben, dass diese Werbung der Verband der schweizerischen Privatschule mit einer kleinen Spende zu würdigen weiß.) Dafür, dass Kim sich im Land, in dem Heidi groß wurde, vom Wilhelm-Tell-Virus hat anstecken lassen, können die Schulen aber nichts. (Ich warte schon auf eine Abwandlung der berühmten Hustenbonbonreklame – im Hintergrund ein Atompilz, während in der Bildmitte ein Mann in Schwizerdütsch einen Fremden auffordert, zu sagen, die Schweiz ist es gewesen.) Weil Donald nicht in der Schweiz bzw. auf einer Topschule war, sieht er die Dinge natürlich mit anderen Augen – er stilisiert die Auseinandersetzung zu einem Kampf zwischen Leben und Tod, den nur der gewinnt, der am schnellsten zieht. Mit einem Revolver ist es nicht getan – hier müssen Raketen, mit denen man die Übungsgeschosse herunterholen kann, ran. Genau die bedeuten Donalds Dilemma – wenn er sie einsetzt, sollten sie ihre Ziele treffen. Wenn nicht, heißt es, man habe zig Milliarden Dollar für sein System, das nicht funktioniere, ausgegeben. Macht er nichts, wären alle ziemlich schnell der Meinung, das System sei nicht einsatzbereit. Ich würde ihm raten, darauf zu vertrauen, dass Kims Ingenieure die Geschosse richtig programmiert haben. Vielleicht jagen sie, um ganz sicher zu gehen, die Raketen mit etwas weniger Sprit als üblich in den Himmel. Im Gegensatz zu Tell wird Kim versuchen, unter allen Umständen danebenzuschießen – bei einem „Versenkt“ beließe Trump es nicht bei einem gewöhnlichen Vergeltungsschlag, sondern er würde versuchen, Kim zu stürzen, was gar nicht im Interesse der Chinesen, die verkündet haben, ihn im Amt halten zu wollen, wäre, ist Schlimmes zu befürchten – nicht für Amerika, sondern Südkorea und vor allem Japan, das Schauplatz einer vierten Nuklearkatastrophe sein könnte. Die Krise im Fernen Osten zeigt, dass es eines besonderen Geschicks und Könnens bedarf, um Gegner in die Schranken zu verweisen. Abschreckung funktioniert eben nur mit Leuten, die wissen, wie sie die Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen, einzusetzen haben. Bloße Drohgebärden sind in diesem Geschäft völlig fehl am Platz. Die stacheln den Gegner nur dazu an, nach Wegen, wie man sein Gegenüber weiter demütigen kann, zu suchen. Trump ist gerade im Begriff, den Status Amerikas zu verspielen. Es gibt sogar schon Experten, die meinen, Amerika drohe eine ähnliches Schicksal wie Großbritannien, die dank Edens Suez-Abenteuer über Nacht ihre Vormachtstellung verloren hätten.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.