Jeremy mogelt sich an die Macht,

aber im Gegensatz zu einem Raubtier, das nach einer gelungenen Annäherung danach strebt, Beute zu machen, bleibt Jeremy inmitten der Herde, die er mit einer schnellen Bewegung in einer Dampfwalze, die vor Panik alles niederreißt, was ihr in den Weg kommt, verwandeln kann, stehen, so dass den Tieren neben gar nichts anders übrigbleibt, als zu glauben, er gehöre zu ihnen. Gestern war wieder so ein Tag, an dem sich Jeremy geweigert hat, auf Jagd zu gehen. Labours Exekutivkomitee hatte darüber zu bestimmen, ob die Partei sich für ein Referendum ohne Einschränkungen einsetzen oder ihren Standpunkt beibehalten soll, erst einer Abstimmung zuzustimmen, wenn absolut Nichts mehr geht. Da nun schon seit der ersten Abstimmung über Mays Plan nichts mehr läuft, wäre der nächstliegende Gedanke, dem Diskutieren und Verhandeln ein Ende zu setzen, um so noch vor dem offiziellen Austritt der Briten am Reformationstag eine Abstimmung durchführen zu können. Leider hat Jeremy sich wohl aus Furcht, Farage könnte ihm vorwerfen, nur zum Schein mit May zu verhandeln, dazu nicht entschließen können. Appeasement nennt man das wohl, was der Labour-Chef da treibt. Aus Angst, Stammwähler könnten wegen ihrer Verachtung für die EU die Brexit-Partei wählen, versucht er, alle Türen offenzuhalten – Labour soll die Partei sein, in der sich sowohl Remainer als auch Leaver wohlfühlen bzw. wenigstens miteinander können, was seit der Abstimmung vor fast 3 Jahren nicht so ganz einfach ist. Ewig kann Jeremy diese Strategie nicht fahren – alleine schon um den Wählern den Eindruck zu vermitteln, dass er in der Lage ist, zu gegebener Zeit eine weitreichende politische Entscheidung zu treffen, muss er sich positionieren. Und das recht bald, denn sonst könnten sie annehmen, er sei entscheidungsschwach und ein ewiger Lavierer, der sich vor der Verantwortung drücken will.

Halten die Russen Maduro nur im Amt, um der Welt zu zeigen, dass sie nicht vor Russland, sondern den Vereinigten Staaten Angst haben muss? (Jedenfalls jene Staaten, deren Regierungen der USA nicht wohlgesonnen sind.) Während im Kalten Krieg Coups lautlos eingefädelt wurden, räumt nun erstmals seit der Kubakrise ein amerikanischer Präsident mit viel Tamtam im Hinterhof der Staaten auf. Aus amerikanischer Sicht ist der Hinterhof leider nicht mehr der von früher – hat sich bis Mitte des letzten Jahrhunderts niemand dafür interessiert, was die USA dort taten, schaut nun die ganze Welt darauf. Leider hat das Trump noch kapiert – der tut, als könne er dort machen, was er wolle. (Ein Aufschrei, wenn die Russen so die Ukraine behandeln würden.) Maduro könnte, da die Russen ihn angeblich überzeugt haben sollen, nicht nach Kuba zu fliehen, nun wie Nero enden, der, nur von wenigen Getreuen umgehen, Selbstmord begangen hat. Aber das ist den Russen egal – wichtig ist ihnen nur, keine zweite Ukraine erleben zu müssen, denn seit Janukowitsch‘ Flucht ist es um ihren Einfluss im Land geschehen. Das will der Kreml nicht noch einmal erleben. Bloßstellen heißt deren Devise nun.

PS: Alleine schon aus der Einschätzung eines Händlers, der meint, der Ölpreis bleibt niedrig, solange Maduro an der Macht ist, lässt sich ablesen, dass dort ein Proxy-War stattfindet. Eigentlich müsste es umgekehrt sein, denn sein Land produziert nur ein Bruchteil dessen, was es eigentlich fördern könnte, wäre die Wirtschaft einigermaßen intakt.

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