Hongmeng ist eine Überlegung wert,

und das nicht, weil Hongmeng so toll ist, sondern weil ich hoffe, dass sich niemand in China für meine Daten interessiert, denn schließlich hat dessen Regierung genug damit zu tun, Informationen über die eigene Bevölkerung zu sammeln. (Es wäre aber schon höchst amüsant, wenn ein deutscher Besitzer eines Hongmeng-Geräts die Mitteilung bekommen würde, ihm sei die chinesische Staatsbürgerschaft entzogen, weil den Behörden gemeldet wurde, er habe die Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 30 km/h überboten.) Vermutlich ist es zu früh, schon jetzt darüber zu orakeln, ob das neue OS eine ähnliche Datenschleuder wie Windows 10 wird. Wenn es kommt, dann kann man sich ziemlich sicher sein, dass die Tester das Handys gründlich auf Datenabflüsse und Sicherheitslöcher, die den Behörden erlauben, ihre Trojaner einzuschleusen, prüfen werden. Aber vielleicht überraschen die Chinesen uns alle, indem sie Hongmeng einbruchssicher machen, so dass sich die Geheimdienste mit der Begründung, man könne keine hiesigen Staatstrojaner in den Geräten platzieren, gezwungen sehen, darauf zu drängen, das neue System nicht zuzulassen. Alles ist möglich, auch dass Firmen wichtigen Mitarbeitern den Kauf aus Angst, dass wichtige Daten in Peking laden könnten, untersagen. Es fällt auch nicht schwer, sich vorzustellen, dass mit Hongmeng der Einstieg Chinas ins Direktgeschäft beginnt – weg von der Werkbank der Welt, die den Verkauf der hergestellten Waren anderen überlässt, zu einem Hersteller, der versucht, die eigenen Marken selbst an den Mann zu bringen. Den Chinesen fehlen nur noch drei oder vier richtige Kracher. Vielleicht wird Hongmeng ja schon einer. Während China uns neue Software beschert, sind die Russen dabei, der Welt einen neuen Treibstoff, den sie nicht verwenden wird, zu liefern – wegen erhöhter Radioktivitäts-Messungen (das dreifache des erlaubten Wertes) sollen sich die Einwohner in der Region um Archangelsk mit Jod-Tabletten eingedeckt haben, berichtete der Guardian gestern. Nun haben die Russen bekanntgegeben, fünf Wissenschaftler Rosatoms seien bei einer Explosion ums Leben gekommen. Sie müssen an einem konventionellen Antrieb, der auf einen Treibstoff, den man wohl Uran beigefügt haben muss, basiert, gearbeitet haben (anders lassen sich die erhöhten Werte nicht erklären). Ist das ein Cocktail, den die Welt nicht braucht? Vermutlich ja. Jedenfalls ist nicht davon auszugehen, dass er der Welt weiterhilft. Oder ist das das Zeug, das uns zum Mars bringt?

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