Gartenarbeit

Nachdem ich die Erfahrung machen musste, dass es entschieden sinnvoller gewesen wäre, die mehr als anderthalb Stunden nicht vor dem Fernsehen – der Film, den ich letztens erwähnte habe, hat dauerte so lange – sondern mit dem Buch, der als Vorlage zu diesem diente, zu verbringen, sowie der am Ende der Woche gewonnenen Erkenntnis, dass Fehlercodes, die mein PC ausgespuckt hat, nicht unbedingt darauf schließen lassen, was falsch laufen könnte, finde ich es sehr beruhigend, morgen etwas machen zu dürfen, was ich gut kenne, somit Überraschungen, positive wie negative, völlig ausgeschlossen sind – das Anhäufeln der Kartoffeln ist angesagt. Nicht dass mir das sonderlich Spaß machen würde, im Garten Gräben zu ziehen – umgraben macht richtig gute Laune –, aber da mich während der Arbeit bisher immer das Grabefieber – Leute, die von dieser Krankheit regelmäßig im Frühjahr heimgesucht werden, erkannt der Außenstehende an deren Absicht, die Furchen so tief wie möglich zu graben – gepackt hat, hoffe ich, auch morgen wieder davon befallen zu werden. Im Rausch häufelt es sich entschieden besser an. Vor allem werde ich dann auch schneller, denn nichts lähmt einen Anhäufler, der über eine gewisse Berufsehre verfügt, mehr, als sich mehrere Tage lang in den Kartoffeln aufhalten zu müssen. Diese Aussicht ist ungeheuer deprimierend, darum ist der übermenschliche Eifer, mit dem gute Furchenzieher sich dranmachen, auch reiner Selbstschutz. Der professionelle Arbeiter geht grundsätzlich mit einem Spaten bewaffnet an die Aufgabe. Gärtner, die eine Hacke oder gar einen Harke benutzen, sind ihm ein Gräuel. Leistungssteigernd kommt hinzu, dass als Dank bei besonders großer Verausgabung ein Einnicken vor Fernseher während der Eurovisionssendung winkt. Bleibt zu hoffen, die deutschen Organisatoren haben das berücksichtigt und Lena, damit sie sich der Stimmen der Hobbykartoffelanbauer Europas sicher sein kann, auf die Startposition eins oder zwei gesetzt.

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