Für Tiktok macht es Ticktack – wie lange noch?

Was will Microsoft mit Tiktok? Schlimm genug, wenn MS sich eine Firma leistet, deren Erfolg darauf beruht, dass sie Leuten die Chance gibt, kurze Videos ins Netz zu stellen (ich hoffe, das Konzept richtig verstanden zu haben). Dem Erzrivalen Apple wäre das nicht gut genug, vermutlich gar zu billig. Die haben ganz andere Ansprüche. Noch schlimmer, ja richtig verheerend ist, dass MS die Zwangslage des Unternehmens ausnutzt – wenn Tiktok nicht verkauft, dann kann es im September den Laden in den USA schließen. So will es Trump. Angeblich ist deren Technologie eine Bedrohung für die Staaten. Und sollte Peking jemanden wegen eines Videos belangen, dann wäre das die schlechteste Reklame, die die Kommunisten für ihr Land machen können, auch wenn der unmittelbar Betroffene das anders sehen würde, zumal auf den Westen in Puncto Unterstützung kaum mehr Verlass ist, wie das Beispiel Hongkong zeigt. Die Nazis betrieben derartige Zwangsversteigerungen im großen Stil. Arisierung nannten sie das. Deutsche Juden wurden gezwungen, ihre Habe weit unter Wert zu verkaufen. Erst wer sich einverstanden erklärte, sein Vermögen verramschen zu lassen, durfte Deutschland verlassen. Was hierzulande Gang und Gäbe war, scheint in den USA nur wenige (wie auch Huawei) zu treffen. Nichtsdestotrotz müsste Trump dafür viel härter kritisiert werden. Dass dem nicht so ist, liegt wohl daran, dass vielen es nicht ganz unangenehm wäre, wenn ein Exempel statuiert werden würden. Tiktok dient als Abschreckung für die Chinesen, es mit dem Aufkauf von Firmen, die im Bereich der Hochtechnologie arbeiten, nicht zu weit zu treiben. Hierzulande war ja auch schon vom Ausverkauf die Rede, als die Chinesen eine Firma, die Roboter herstellte, kauften. Peking bleibt nichts anderes übrig, als sich umzuorientieren – statt Unternehmen aufzukaufen müssen sie nun auf die eigene Forschung setzen. Alternativ kann Peking die hart verdienten Dollars auch an der Seidenstraße versenken. Trump wird die Aktion sicherlich Stimmen bringen. Im Wahlkampf kann er auf auf die Bostoner Tea Party verweisen – damals wurde Tee ins Meer geschüttet, weil er zu billig war. Ohne die Party würde es die Staaten vermutlich gar nicht geben. Gute Gründe für Donald, gegen die Billigimporte aus China zu wettern.
Und wie ist es mit Tiktok selbst? Es sind ganz witzige Sachen dabei. Leider wechseln die Videos auf „Angesagt“ schneller als einem lieb ist, so dass man Clips, die vor noch 2 Minuten hip waren, nicht mehr findet. Teilweise sind herrlich politisch unkorrekte Darbietungen zu finden – nach einem Kommando rennen Männer, die um ein leere Flasche stehen, los. Während ein kleinwüchsige Mann läuft, schießt jemand ihm mit einem Ball, der genau so groß wie er ist (Sitzball), in den Rücken. Daraufhin fällt er bäuchlings in eine Pfütze und bleibt liegen. Bis vor wenigen Tagen war es unmöglich, das mit Microsoft in Verbindung zu bringen.

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